Tomaten selber ziehen?

Von: , Frage gestellt am Fr, 13. Sep 2002

Hallo,

ich habe dieses Jahr eine wunderbar aromatische Tomatensorte angepflanzt (die Pflanzen stammen von einem Blumenmarkt).
Jetzt würde ich gerne wissen, was zu tun ist, um von dieser Sorte im nächsten Jahr selber neue Pflanzen zu ziehen. Es muss doch möglich sein, die Kerne zu überwintern und irgendwann dann auszusäen, oder?
Über eine Anleitung, die auch für Anfänger geeignet ist, würde ich mich sehr freuen.
Vielen Dank und viele Grüße,

Uwe

6 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 6 Stunden 5 hilfreich
    Re: Tomaten selber ziehen?

    hallo Uwe,

    Seit vielen Jahren ziehe ich meine Tomaten selbst.
    Zerlege eine schöne, ausgereifte Tomate. Die Kerne mit Schleim auf einem Fliessblatt auslegen, Abstand Kern zu Kern ca.2-3 cm, eintrocknen lassen, Sorte auf Blatt anschreiben.
    Anfangs März,in warmen Treibbeet(Pferdemisteinlage)oder Minitreibschale in Wohnung am Fenster, auf Ansaaterde Fliessblatt mit Kernen auslegen, 5mm überdecken.

    Nach ca. 2-3 Wochen Pflänzchen in kl. Töpfchen umpflanzen.
    Nach dem 20. Mai ins Freiland, oder "Tomatenhaus" setzen. Zulanggeratene Setzlinge in flache Gräben ca. 10 cm tief einlegen, nur Pflanzenspitze (10 cm)neben dem Pfahl aus dem Boden liegen lassen.Die Pflanzen richten sich nach 2 Tagen selbst auf. Alle Blätter, die im Boden zu liegen kämen, abkniepsen.
    Tomaten wurzeln nie tiefer als 10 cm, aber bis 1 Meter ab Stock !!also in diesem Bereich darf nie gehackt werden, sondern besser gerade nach dem Einpflanzen eine Mulchdecke 10 cm auftragen.

    Gruss
    Fritz
    a.d.Uw.

  2. Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
    Re: Tomaten selber ziehen?

    Hallo,

    im Prinzip kann ich Fritz zustimmen. Du solltest aber Tomatenpflanzen immer so tief wie möglich einpflanzen, da sich dann am Stengel, der in der Erde steckt, zusätzliche Wurzeln bilden und die Versorgung der Pflanze verbessern.

    Und zu dem Selberziehen aus vorhandenen Tomaten:

    Das ganze funktioniert wie es Fritz gesagt hat... wenn es sich nicht um F1-Hybriden handelt. Das sind direkte Nachkommen von zwei unterschiedlichen Tomatensorten. Diese vereinen die positiven Eigenschaften der Elternpflanzen. Es sind aber keine stabilen Sorten. D.h. wenn du daraus Setzlinge ziehst, degenerieren sie wieder und lassen in der Qualität nach. Evtl hast du dann wohlschmeckende Sorten, die aber nicht krankheitsresistent sind oder resistente Sorten mit schwachem Ertrag etc.

    Ein Hinweis, ob es sich um Hybriden handelt wäre der Preis, den du dieses Jahr für deine Setzlinge bezahlt hast. Hybriden sind relativ teuer, da aufwendig in der Saatgutgewinnung. Haben sie so um die 2 Euro (oder mehr) gekostet, dann waren es evtl. Hybriden. Unter einem Euro waren es eher Standardsorten.

    Ich mache es so, dass ich mir immer mein Saatgut kaufe. Immer Hybriden, da ich mit Standardsorten schlechte Erfahrungen gemacht habe. An normalen Tomaten könnte ich dir Piccolino-F1 empfehlen (viele kleine Früchte, aromatisch, hoher Ertrag, gute Resistenz). Bei Cocktailtomaten zB Firefly-F1 (hoher Ertrag, resitent, super-süss) oder Sweet-100 F1 (dito, neigen aber etwas zum Platzen, dafür Extremertrag).

    Und ansonsten probier ich jedes Jahr ein oder zwei neue Sorten.

    Gruss, Niels

    • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: Tomaten selber ziehen?

      Hallo Niels, im Prinzip kann ich Fritz zustimmen. Du solltest aber
      Tomatenpflanzen immer so tief wie möglich einpflanzen, da sich
      dann am Stengel, der in der Erde steckt, zusätzliche Wurzeln
      bilden und die Versorgung der Pflanze verbessern.
      Da bin ich nicht ganz einverstanden.Wenn Du ein zu lang geratene Jungpflanze tief eingräbst, entstehen am Stengel, unmittelbar unter der Oberfläche, neue Wurzeln. Der eigentliche, zu tief liegende Wurzelballen verkümmert aber, da eine Tomate wirklich nur bis ca. 10 cm tief wurzeln kann.
      Genau aus diesem Grund lege ich alle Tomatensetzlinge in eine Rille von 10 cm Tiefe, welche beim Pfahl endet.
      (Die Tomatenspitzen richten sich selbst auf, wie bereits unten geschrieben)
      Vorteil:
      1. entlang dem eingelegten Stamm bilden sich sofort neue Wurzeln.
      2.die ersten Tomaten entstehen bereits 20 cm ab Boden
      3.Die Tomaten wachsen doppelt so schnell,da über Boden der Stengel noch nicht verholzt ist.
      4. sollte nach dem 20.Mai nochmals Frost eintreten, sind die in bodennähe, im Mulchstroh eingebeteten "Triebspitzen" geschützt.

      Leider kann man diesen "Trick" in keinem Gartenbuch lesen,
      macht den Versuch , Ihr werdet staunen. "gg"

      Nach der ersten Verzweigung (nicht Trieb aus Blattachsel)
      lass ich immer zwei Stengel wachsen, doppelter Ertrag, da nur immer nach zwei Blättern ein Fruchtdolden folgt.
      Ausser bei "Cherri" alle Seitentriebe, sowie ab 1.August "Spitze" und alle neuen Blüten ,entfernen.

      Heute hab ich das dritte mal "Tomatenpüréé" , mit allen möglichen Gewürzkreutern, zusammengemixt.(nachträglicher Test mit "Spaghetti" gelungen)

      Gruss
      Fritz
      a.d.Uw.

      • Antwort von nach 5 Tagen 0 hilfreich
        Re^3: Tomaten selber ziehen?

        Hallo,

        also das mit den nur 10 cm kann ich nicht bestätigen. Meine Tomaten hatten auch tiefer noch kräftige Wurzeln. Aber du hast recht. Ich buddele sie auch nicht senkrecht ein, sondern lege sie in einem Bogen in eine tiefe Mulde. Der Wurzelballen kommt dann praktisch um 90 Grad gekippt zu liegen. Man kann dann auch besser gießen, weil sich die Wurzelmasse neben der Pflanze befindet. Mit tief meinte ich auch mehr "soviel Stamm wie möglich verbuddeln".

        Das zweitriebige Anziehen mache ich auch immer. Ein Problem sind nämlich die Spiralstäbe, die eigentlich viel zu kurz sind. Dieses Jahr habe ich bei jeder Tomate 12 Fruchtstände durchgebracht. Ausgepflanzt habe ich aber schon am 10. Mai.

        Gruss, Niels

  3. Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
    Re: Tomaten selber ziehen?

    Hallo Uwe,
    du nimmst das Innere mehrerer reifen Tomaten,von deiner Sorte,dieses Fruchtfleisch füllst du in eine Schüssel. In diese Schüssel kommt auch klares Wasser. Das Gemisch muss 1:1 sein .Dieses Gemisch muss solange durchgewaschen werde bis die Geliermasse und die Kerne in etwa getrennt sind.Dann bleibt die Schüssel 2-3 Tage stehn,diese Masse muss gären.Dann holt man die Kerne raus und trocknet sie mit einem Ventilator.Man sagt mit frischer sauberer Luft ,aber damit gehts schneller.Dann in eine kleine Dose,z.B. leere Filmpatronen ,Deckel drauf ,vielleicht noch einen Klebestreifen drüber.Es wird viel Samen sein,darum am besten alle Döschen zum Schluss in eine größere Dose geben.Das ganze in die Tiefkühltruhe und einen Tag bevor man ihn aussäen möchte,aus der Tiefkühltruhe rausholen.
    Viel Spass und ich hoffe sie schmecken dir genauso gut wie in diesem Jahr Gruss Immi

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