Re^5: Franziskaner-Habit im 13. Jhdt.?
hallo,
von irgendwoher (ich kann im Moment wirklich nicht sagen, wo ich das gelesen habe) ist mir bekannt, daß die Franziskaner auch ein graues Habit trugen, ich vermute, es wird sich um ungefärbte Wolle gehandelt haben, also heller als braun jedenfalls.
Für die Frühzeit würde ich eine Reglementierung in diesen Dingen nicht annehmen, dazu sind die Angehörigen dieses Ordens oft einfach zu ärmlich gewesen, man zog an, was man eben hatte oder geschenkt bekam. Einzuhaltende Kleidervorschriften sind etwas für Zeiten, in denen man fest etabliert war.
Da taten sich auch wohl die Zeitgenossen schwer, es kam immer wieder mal zu Verwechslungen der Orden, das ging soweit, daß jemand als Geistlicher überhaupt nicht mehr zu erkennen war, weil auch die Tonsur nicht erneuert wurde.
Vielleicht soll das "weiß" einfach als eine Art "grau" gesehen werden. Bei Büchern aus dem 18.Jhd. habe ich so meine Zweifel, was die Glaubwürdigkeit angeht. Die Rückprojektion, gerade im kirchlichen Bereich ist doch sehr stark, die Autoren gehen allzu oft einfach davon aus, daß man bei der katholischen Kirche automatisch davon ausgehen könne, daß bestehende Verhältnisse schließlich "schon immer" so gewesen seien (Dem gibt die Kirche selbst einen gewissen Vorschub, indem sie sich als unveränderlicher monolithischer Block darstellt). Ob das im vorliegend Fall so ist, will ich nicht behaupten, aber ich bin da immer mißtrauisch...
Heinrich