Es war einmal ein aufmüpfiger Dackel, der wollte nie die von
der
Katze übrig gelassenen, abgenagten und ausgewürgten
Mäuseinnereien aufessen, denn er hatte eine abgrundtiefe
Abneigung, ja fast schon Phobie gegenüber allem, was früher
oder
später so aussah wie Labskaus.
Noch nicht einmal Grünkohl mit
Pinkel, Hühnerfrikassee oder Geschnetzeltes, weil der
Fleischwolf nicht mehr ging, seit die Katze
unerquicklicherweise etwas zu unsanft seine liebste und von
ihm ungeheuer verwöhnte, begnadete schwedische
Köttbullar-Köchin blutig gekratzt hatte,
während diese zu liebevoll die äußerst hingebungsreich
kredenzten
frischen Hamsterschenkel mit Hilfe des Fleischwolfes
zu Hackfleisch zermanschte und dadurch versehentlich drei
Finger
mitverarbeitete.
Als sparsame Hausfrau dachte sie sich, es wäre schade, die
Hamsterschenkel wegzuwerfen.
Also vermengte sie sie mit Whiskypastete und roten Rüben, die
eine leckere geschmackliche Neukomposition ergaben und
entzückend angerichtet wurden.
Der ahnungslose Dackel war absolut hingerissen und tanzte vor
Begeisterung sabbernd um die pürierten Amputate, um die so
betörend, ja nachgerade paradiesisch anmutende Umgebung von
wild wabernden Wohlgerüchen richtig genießen zu können.
Dabei sprang er gegen die Wand, die umstürzte und die
schwedische Köchin unter sich begrub, die auf einer
Sonnenliege lag um etwas Sonne zu tanken, weil sie, ihrer
Finger beraubt, wenigstens
aussehen wollte wie frisch grilliert.
Unter dem Schutt fanden sich später ihre noch handwarmen
Köttbullar, welche sie mit allerletzter Kraft so zurechtgelegt
hatte, dass die Abendveranstaltung, welche allwöchentlich
Heerscharen völlig ausgehungerter Studenten in die Villa
strömen ließ, die mit Gabeln bewaffnet um ihre Überreste herum
standen, trotzdem wie gewohnt stattfinden konnte.
Nachdem die Abendveranstaltung ihren althergebrachten Gang genommen hatte, wurden die Schlafgemächer bereitet, wo die Totenwache für die Verblichene glattweg unterschlagen wurde,
weil der Totengräber versuchte, den Dackel…