ALUMINIUM CHLORHYDRAAT Im Deo- Brustkrebs?

Hallo!

Habe vor ein paar Tagen eine E-Mail von einer Freundin bekommen, in der stand, dass eine Wissenschaftlerin aus Mitelamerika nachgewiesen hat, dass der Stoff ALUMINIUM CHLORHYDRAAT, der in deodorants und Antitranspiranten enthalten ist, die Hauptursache waere, dass Brustkrebs entsteht. Vorallem Frauen, die sich unter den Achseln rasieren, würden besonders gefährdet.
Ich habe ein anderes Deo gekauft und -man stelle sich vor- im Regal war nur ein Deo unter ca. 60, das kein ALUMINIUM CHLORHYDRAAT enthielt!
Was ist an der Geschichte dran, wer weiss was?
Liebe Grüße Lisa

Hallo,

Habe vor ein paar Tagen eine E-Mail von einer Freundin
bekommen, in der stand, dass eine Wissenschaftlerin aus
Mitelamerika nachgewiesen hat, dass der Stoff ALUMINIUM
CHLORHYDRAAT, der in deodorants und Antitranspiranten
enthalten ist, die Hauptursache waere, dass Brustkrebs
entsteht.

Das hört sich nach Panikmache an. Ganz sicher sind Deos bzw. deren Inhaltsstoffe KEIN Hauptgrund für Krebs!

Es wäre toll, wenn Du mal nachfragen könntest, WER diese Wissenschaftlerin war und wo sie diese vermeintlichen Ergebnisse publiziert hat. Dann kann man das selber nachlesen und ist nicht auf Hörnesagen angewiesen.

Aluminimchlorhydrat ist ein Aluminium-Salz, das vom Schweiß gelöst wird, so in die Schweißdrüßen zieht und dort aber wieder ausfällt. Dort wird zum einen die Schweißproduktion reduziert und zum anderen die Drüse verstopft. Nach einer Weile wird das Aluminiumsalz aber wieder ausgeschwemmt. Eine Aufnahme über die Haut konnte nicht gezeigt werden.

Zu dem Aluminimchlorhydrat gibt es hier gibt es ein „Material-Sicherheitsblatt“:

http://physchem.ox.ac.uk/MSDS/AL/aluminium_chlorohyd…

dort ist angegeben, daß keine toxikologischen Daten verfügbar sind.

Weitere Informationen gibt es in der Datenbank für toxische Effekte chemischer Substanzen des National Institute for Occupational Safety and Health:

http://www.cdc.gov/niosh/rtecs/bd8627c.html

Dann zitiere ich aus dem IDSP PROGRESS REPORT ON HEALTH EFFECTS OF ALUMINUM IN THE WORKPLACE:

Aluminum chlorohydrate, an antiperspirant, is not absorbed beyond the outside layer of the skin. Al gets trapped in the sweat glands, dissolved by sweat, precipitated within as Al hydroxide but is not absorbed systemically (Hem and White in Gitelman, 1989). Alfrey states that there is no evidence that Al can be absorbed systemically through the skin, even with high exposure (Alfrey in Gitelman, 1989). Several preparations containing Al make use of its astringent qualities: Burrow’s solution (Al acetate) as a topical wet dressing and aluminum oxide cream for acne.
Nachzulesen hier: http://www.canoshweb.org/odp/html/OCT1989.htm#4.1

Vorallem Frauen, die sich unter den Achseln
rasieren, würden besonders gefährdet.

Warum? Benutzen die mehr Deo? Oder sollen die Haare as Alusalz neutralisieren? Wie soll es dann gegen Schweiß helfen?

Ich habe ein anderes Deo gekauft und -man stelle sich vor- im
Regal war nur ein Deo unter ca. 60, das kein ALUMINIUM
CHLORHYDRAAT enthielt!
Was ist an der Geschichte dran, wer weiss was?
Liebe Grüße Lisa

Liebe Lisa,

ich habe bei einigen Punkten doch erhebliche Zweifel.

Habe vor ein paar Tagen eine E-Mail von einer Freundin
bekommen, in der stand, dass eine Wissenschaftlerin aus
Mitelamerika nachgewiesen hat, dass der Stoff ALUMINIUM
CHLORHYDRAAT, der in deodorants und Antitranspiranten
enthalten ist, die Hauptursache waere, dass Brustkrebs
entsteht.

Erstens: Beim googeln fand ich immer wieder Aluminium als „metallisches Element“ bezeichnet. Der Chemiker fragt sich, was das sein soll. Denn: Entweder ist Al als Metall enthalten (ist es nicht, wozu auch ?) oder als Verbindung. Genannt wird Aluminium Chlorohydrat, eine Bezeichnung, die es in der Chemie gar nicht gibt. Ich könnte mir vorstellen, daß damit Aluminiumchlorid Trihydrat (AlCl3 x 3 H2O) gemeint ist, also das Hydrat des Aluminiumchlorids. Dieses ist wasserziehend, adstringierend und aufgrund seiner chemischen Charakteristik (Hydrolyse, Lewissäure) ein sauer reagierender Stoff.
Zweitens: daß vielleicht nicht jeder diesen Stoff verträgt mag sein, aber eine „Hauptursache für Brustkrebs“ habe ich auch beim recherchieren nicht gefunden, und ich war auch auf Seiten, in denen jede Chemie verteufelt wird. Selbst diese - meist selbst Cheimieunkundigen, sic! - dort haben einen möglichen Zusammenhang erwähnt, aber auch nicht mehr.
http://www.google.de/search?sourceid=navclient&hl=de…

Vorallem Frauen, die sich unter den Achseln
rasieren, würden besonders gefährdet.
Ich habe ein anderes Deo gekauft und -man stelle sich vor- im
Regal war nur ein Deo unter ca. 60, das kein ALUMINIUM
CHLORHYDRAAT enthielt!
Was ist an der Geschichte dran ?

IMHO nicht viel, eher die typische Mischung aus Unwissen und Panikmache mit dem Wort „Brustkrebs“.
Anders sind offenbar die Parabene zu werten, diese werden direkt mit Brustkrebs in Verbindung gebracht, da gibt es auch abseits der Naturheil- und Chemieun-kundlichen Seiten seriösere Veröffentlichungen:
http://www.medizinauskunft.de/artikel/aktuell/30_01_…
http://www.multimedica.de/public/fachportal/gyn/news…
Insbesondere sei dieser Link ans Herz gelegt:
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=15029
Hier wird auf einen typischen Irrtum hingewiesen: Wenn man eine Substanz X in einem Karzinom findet, so ist das noch lange kein Beweis, daß sie das Karzinom auch VERURSACHT hat. Ich empfehle auch die uner dem Artikel gelisteten weiterführenden Links.

Gruß
Bernd

Hallo !

Ich hätte zwar nie geglaubt, dass ich nun mal irgendwann Argumente
für einen möglichen „umwelttoxikologischen“ Einfluss bei der
Krebsentstehung liefern würde, aber sie folgen gleich…

Nur einige Dinge vorweg : Diese Studien sind vorläufig und noch nicht
überprüft. Sie haben NICHTS mit Behauptungen sog. Umwelttoxikologen
zur allgemeinen Gefährlichkeit von Gott und der Welt zu tun, sondern
sie versuchen vielmehr EINEN Faktor in der komplexen Entstehung von
bestimmten Formen von Malignomen zu erkennen.

Tatsächlich sind nun in den vergangenen Wochen auch in seriösen
Publikationen bzw Kongressen derartige Überlegungen publiziert
worden. Aber : Es heisst noch nicht, dass man nicht mehr Duschen darf
oder dass bei üblichen Anwendungen der Deos oder Badestoffes Krebs
entsteht. Das ist mehr als unwahrscheinlich… Aber …

Siehe Medline :

Eur J Cancer Prev. 2003 Dec;12(6):479-85.

 
An earlier age of breast cancer diagnosis related to more frequent
use of antiperspirants/deodorants and underarm shaving.

McGrath KG.

Department of Medicine, Saint Joseph Hospital-Resurrection Health
Care, Mail Box 285, 2900 N Lake Shore Drive, Chicago, Il 60657, USA.
k-mcgrath@northwestern.edu

Breast cancer incidence suggests a lifestyle cause. A lifestyle
factor used near the breast is the application of antiperspirants/
deodorants accompanied by axillary shaving. A previous study did not
support a link with breast cancer. If these habits have a role in
breast cancer development, women using antiperspirants/deodorants and
shaving their underarms frequently would be expected to have an
earlier age of diagnosis than those doing so less often. An earlier
age of diagnosis would also be expected in those starting to use
deodorants and shaving at an earlier age. This is the first study to
investigate the intensity of underarm exposure in a cohort of breast
cancer survivors. Four hundred and thirty-seven females diagnosed
with breast cancer were surveyed. Once grouped by their frequency of
underarm hygiene habits, the mean age of diagnosis was the primary
end point. Secondary end points included the overall frequency of
these habits, and potential usage group confounding variables were
evaluated. All statistical tests were two-sided. Frequency and
earlier onset of antiperspirant/deodorant usage with underarm shaving
were associated with an earlier age of breast cancer diagnosis.
Combined habits are likely for this earlier age of diagnosis. In
conclusion, underarm shaving with antiperspirant/deodorant use may
play a role in breast cancer. It is not clear which of these
components are involved. Reviewed literature insinuates absorption of
aluminium salts facilitated by dermal barrier disruption. Case-
controlled investigations are needed before alternative underarm
hygiene habits are suggested.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Lisa,

am Montag, den 12. Januar 2004 erschien in der Domain von NTV ein Artikel mit der Überschrift: „Deo kann Brustkrebs fördern“. In England wurde eine Studie durchgeführt, nach der die daran beteiligten Wissenschaftler/innen einen Zusammenhang zwischen Brustkrebserkrankungen und der Verwendung von Deos mit Aluminiumsalzen sehen. Kommentar eines Sprechers der britischen Kosmetikbranche:„Die Untersuchung scheine plausibel, sei aber noch kein endgültiger Beweis. Das in den Tumoren nachgewiesene Konservierungsmittel werde nur in wenigen Deodornats verwendet…“

Die Debatte wird schon länger kontrovers geführt, ich weiß auch schon länger davon und verfolge das Ganze ein wenig. Der Termin, ab dem Aluminiumsalze in Deos verboten sein werden, ist heute schon bekannt (habe es gerade nicht parat, kann es aber bei Interesse eruieren). Daß das Verbot nicht sofort wirksam wird, hat damit zu tun, daß die Kosmetikfirmen genug Zeit bekommen, vorher noch ihre Lagerbestände abzubauen…!

Thema Aluminiumsalze: Du kennst die Werbung, eine Frau die völlig gestresst zwischen Kindern, Beruf, Ehe… hin- und herjoggt, aber immer frisch und sauber ist, und vor allem dieses tolle Deo von … hat natürlich nicht versagt, die Achseln sind trocken. Sind sie auch wirklich. Das ist nämlich die Aufgabe der Aluminiumsalze. Sie verschließen die Schweißporen => die Achseln bleiben trocken. Das Problem bei der Geschichte ist nur, daß in den Achseln, unter den Schweißporen eine ganze Reihe von Lymphknoten sitzen, die u.a. über die Schweißporen entgiften. Tja, nu sind aber die Schweißporen zu, wollten wir ja auch so. Was passiert also mit den Giften? Sie wandern nach innen, und bekanntlicherweise sitzt genau da bei Frauen die Brust. Hier sammelt sich nun eine wilde Mischung aus Aluminiumsalzen, die bereits zerfallen sind, aber nicht nach außen abwandern konnten und Giftstoffen aus den Lymphknoten, lecker! Ist nicht so schlimm, sagen die Kosmetikhersteller, sind ja nur ganz kleine Mengen… Nur, über die Jahre kommt da so viel zusammen, daß es dann doch schonmal Brustkrebs auslösen kann. ('tschuldige, wenn ich so sarkastisch werde, aber ich finde es unsäglich, wie auf Grund von Profiten der Kosmetikhersteller mit der Gesundheit von Menschen gespielt wird, so von wegen Lagerbestand abbauen und so…)

Ach ja, klar lösen sich die Aluminiumsalze auf, kein Problem. Aber bis sie das tun, haben sie ganz brav das getan, zu was sie dem Deo beigemengt wurden, nämlich die Poren verstopft, und wenn sie sich dann endlich auflösen gibt es auf der Kleidung dann noch diese netten Salzränder, kommt nämlich nicht vom Schweiß, sondern von den Aluminiumsalzen.

Ich kann Dir nur raten, wenn Du ein Deo mit Aluminiumsalzen hast, schmeiße es weg und erzähle es allen Frauen weiter, was für ein Sch… das ist.

Ich habe mir sagen lassen, daß DM ganz neu ein Deo ohne Aluminiumsalze herausgebracht hat. Ansonsten, melde Dich nochmal, ich benutze auch eines ohne und kann Dir gerne den Namen und die Firma geben.

Ich hoffe, daß ganz viele, insbesondere Frauen, meinen Beitrag lesen und ihre Deos dahin schmeißen, wo sie hingehören, auf den Sondermüll!

Ganz liebe Grüße

Serafina

Hallo,

endlich mal ein gelungener Beitrag zum Thema…, danke an
Serafina!

Gruß

Oliver-Michael

Liebe Serafina,

ein Hinweis ist noch kein Beweis.
Aber ein zwingender Grund der Sache nach zu gehen, die Gesundheit ist unersetzlich, da sind wir uns sicher einig.
Ob der von Dir beschriebene Wirkungsmechanismus und die abgeleiteten Folgen so richtig sind will ich nicht groß kommentierem, ich bin nämlich kein Arzt. Allerdings ist mir nicht plausibel wieso

  • Lymphknoten überhaupt entgiften müssen (Nebenbei: das Wort „entgiften“ ist genauso wie „entschlacken“ IMHO völlig überstrapaziert)
  • wieso das gerade über die Schweißdrüsen passieren soll. Ich hätte da eher Leber / Niere für zuständig gehalten.

Egal.
Eines kann ich aber nicht unkommentiert lassen:

Daß das Verbot nicht sofort
wirksam wird, hat damit zu tun, daß die Kosmetikfirmen genug
Zeit bekommen, vorher noch ihre Lagerbestände abzubauen…!

Da wird m.E. wild spekuliert und auf ein ach so beliebtes Feindbild eingeschlagen.
Weißt Du, wie lange eine Zulassung eines neuen Wirkstoffs dauern kann ? Zwischen 12 und 36 Monate. Es müssen über Verträglichkeit, Toxikologie, Mikrobiologie bis hin zu Lagerstabilität und Einfluß auf die Qualität bzw. Produktleistung jede Menge Prüfungen gemacht werden.
Handhabbarkeit im Betrieb und langfristige Verfügbarkeit kommen dazu.
Das ganze oftmals nach
a) nationalem Recht
b) EU Recht
c) plus alle anderen Märkte die man bedienen will, das heißt für jedes Land einzeln, in den USA oft sogar für jeden Bundesstaat extra.
Die schlichte Unterstellung es gehe nur um das Aufbrauchen von Vorräten greift da m.E. deutlich zu kurz.

Gruß
Bernd

2 Like

Hallo Serafina!

Leider bin ich noch nicht lange genug dabei, so dass ich dir noch kein Sternchen schicken kann! schicke ich es so: *
Danke für deine mail, hat mich gefreut zu lesen, dass es noch andere Frauen gibt, die solchen Dingen (seien sie auch noch nicht bewiesen) Andacht schenken.
Ich habe mein deo gleich in den müll geworfen, als ich damals diese mail von einer freundin bekam.
Habe jetzt ein deo ohne Aluminium von Nivea. Es war tatsächlich das einzige !!! im Regal zwischen 70 anderen.
leider lebe ich in Holland, habe dort keinen DM, aber schreib mir doch mal die marke bei gelegenheit, vielleicht bekome ich es auch hier ( wir haben einen deutschen Schlecker)!
Dein Artikel hat mir Mut gemacht!
Alles Liebe von Lisa