Aufarbeitung eines 'Seitensprungs'

genau das ist meine Meinung auch! Das hat mit Ironie nichts zu tun!
Gruss
Quirli

erst mal ganz ganz vielen herzlichen Dank.

Ich war jetzt ein paar Tage - bedingt durch Krankheit (was für ein Wunder, nicht) - computer- und damit wer-weiss-was abstinent. Jetzt bin ich tapfer durch das ganze Forum gesurft (und Psychologie „umsurft“), bis ich mir Eure Antworten mal runterkopiert habe.
Ich wollte jetzt nur mal ein erstes Feedback geben, ich bin einfach überwältigt von Eurer Hilfsbereitschaft (hier im Forum und per Mail), aber ich muss mir das ganze erst in Ruhe und mit meinem Partner durchgehen.
Ich werde auf jeden Fall allen zurückschreiben, braucht etwas Zeit.
Vielen Dank an alle und liebe Grüße#
Birgit

Hallo Harald,

Ihr seit 14 Jahre zusammen und baut alle 7 Jahre eine Krise!
Die ersten 7 Jahre eurer Partnerschaft scheint ihr nicht viel
Zeit für einander gehabt zu haben, da jeder mit sich selbst
beschäftigt war. Das Studium scheint hier ein legitimes Mittel
gewesen zu sein, sich nicht zu nahe zukommen?!
Nach Beendigung des Studiums kam die erste Krise; was ist
passiert? Was hat sich geändert bei euch, mit euch? Was heißt
recht und schlecht bewältigt? Was waren die Themen und Punkte?
Um was ging es? Wie sieht die Aufarbeitung aus, was habt ihr
genau gemacht?

Mißverständnis, die ersten 7 Jahre war mehr Zeit, zwar Hausbauen, aber das war in nicht mal 2 Jahren „erledigt“.
Rückblickend gesehen war der Punkt derselbe, ich fühlte mich nicht geliebt, kam mir festgefahren vor (psychisch und geistig).
Aber diesbezüglich wurde nichts aufgearbeitet (leider), aber die Entscheidung, ein Studium zu beginnen hat uns damals auf jeden Fall die Beziehung gerettet (Gemeinsamkeiten, gemeinsames Ziel, außerdem hegte ich die Hoffnung dass sich durch das Studieren von Psychologie bei meinen Freund einiges öffnen würde).

Dein Partner scheint sich nicht verändert zu haben;

Stimmt nicht, JETZT hat er sich TOTAL verändert, so viel, dass ich das selber NIE NIE für möglich gehalten hätte.

du fühlst dich eher tot als lebendig und sprichst von Depressionen. Du
fühlst dich nicht mehr geliebt und suchst „ Hilfe“ außerhalb
der Partnerschaft.
Die intimen Kontakte schmeißen nun deinen Mann aus der Bahn
und deine Depression scheint verschwunden zu sein.

Leider auch Mißverständnis; das WAR so, allerdings hatten meine Depressionen (vorher, während und danach) nichts oder nur am Rande damit zu tun, denn Depressionen ist eher ein Dauerproblem bei mir.

Nun ist er derjenige, der Hilfe braucht.

Das stimmt teilweise, de facto brauchen wir nun beide Hilfe, voneinander und von außen.

Es muß scheinbar immer jemand geben der schwach, verletzlich
und hilfsbedürftig ist oder ihr müßt ganz viel mit euch selbst
beschäftigt sein, damit eure Partnerschaft „ funktioniert „!?

Das ist ein interessanter Gedanke, den wir auf jeden Fall mal ausgiebig diskutieren werden, aber zuerst müssen wir uns mal grundlegend fangen.

MfG Harald

Dir auch liebe Grüße und vielen Dank für Deine Hilfestellung#
Birgit

Hallo Quirli!

dass er jetzt ein Problem mit seinem Selbstwertgefühl hat. Der
„Andere“ könnte ja besser gewesen sein, usw. usw.

Das ist es definitiv nicht, leider, denn das wäre irgendwo doch leichter handzuhaben. Für ihn ist Liebe untrennbar mit Körperlichkeit verbunden und es ist der Bruch der Intimität zwischen uns, die ihm wirklich zu schaffen macht.

Whau, voll das Powerpaar! *respekt*

Danke *rotwerd*

Kann es sein, dass ihr darüber vergessen/verdrängt habt, über
eure Probleme richtig zu sprechen/sie sich einzugestehen?

Richtig, genau das war der „Sinn der Sache“, sozusagen. Durch die total Beschäftigung rund um die Uhr blieb für sonstiges keine Zeit.

Sehr verständlich, aber hast es ja schon lange ausgehalten!

DAS hab ich auch schon von einigen Seiten gehört *lächel*

Wie du richtig erkannt hast, war der Andere nur der Auslöser,
das zu tun was du wolltest. Solltest du vielleicht von diesem
„Egomanen“ etwas Egoismus lernen und hattest Scheu davor?

Interessante Idee! Zumindest hab ich soviel Egoismus gelernt, dass ich mich von ihm rechtzeitig abgrenzen konnte. Aber stimmt, sogesehen war das wirklich wichtig, denn damals konnte ich das gar nicht!

Sich räumlich trennen heisst ja nicht, auch innerlich loslassen
zu können, was in so kurzer Zeit wohl auch kaum möglich ist.

Stimmt genau - und das wollte ich zwar vordergründig, aber in Wirklichkeit nicht!

Warum wolltet ihr es wieder miteinander versuchen? Waren die
„Aufarbeitungssessions“ zu heftig? Meintest du, er hätte sich
verändert, würde jetzt auf einmal reden können wie die ganzen
Jahre vorher nicht? Was schwebte euch beiden vor?? Neue
Projekte in der Zukunft, weil das dynamische Duo ja
unschlagbar ist??

*Grins* Frech und ehrlich, was? Nein, de facto war es so: Die Aufarbeitungssessions waren und sind noch recht heftig. Irgendwann im Verlauf der zwei Trennungsmonate war ich so weit, dass ich vor mir zugeben konnte, dass ich ihn noch immer liebe. Durch den Schock des Verlassenwerdens (und für ihn war es quasi ein „aktiv miterlebter Seitensprung“) trat bei ihm ein Ereignisbruch ein, und nun kann er wirklich reden, über sich, seine Probleme, seine Gefühle - besser als ich, da bei mir noch sehr viel verschüttet ist (jahrelanges Training *g*) und nur sehr schwer herauskommt.
„Projekte“ der Zukunft sind alle gecancelt (bis auf die noch ausständige Diplomarbeit, es wäre schade, das 2. Studium einfach so zu schmeissen). Das dynamische Duo liegt zur Zeit völlig flach und down und braucht nur mehr Ruhe, die wir uns auch ausgiebig (soweit möglich) gönnen.

also die Bezeichnung „wirklich“ monogam veranlagt stört mich
doch, wenn ihr solange zusammen wart, hätte ein Blinder mit
Krückstock sehen/merken müssen, dass ER an anderen Frauen
niemals ein Interesse hatte (so scheints ja gewesen zu sein),
was ich persönlich allerdings merkwürdig finde …

Halt, halt, bedingungslose oder absolute Treue wird oft mit „monogam“ verwechselt, so auch bei Dir. Wenn ich wirklich und ehrlich treu bin, bin ich doch noch lange nicht monogam veranlangt!!

So komme ich auf meine Eingangsworte zurück: SEIN Ego ist nun
wirklich am Boden. Was meint er denn, warum du wieder mit ihm
zusammen bist?

Das ich ihn liebe, ist nicht die Frage. Aber seine Gefühle kann man halt nicht an- und abdrehen, wie man es gerne hätte. Ich war anfangs auch enttäuscht, weil ich dachte, meine große Liebe zu ihm sollte diese Wunde heilen, musste aber erkennen, dass das wirklich zwei Paar Schuhe sind.

Meine Erfahrung ist leider die, dass ich mich nach 11 Jahren
zur Trennung entschlossen habe, nachdem wir es noch einmal
miteinander versucht haben. Aus heutiger Sicht bin ich der
Meinung, dass ist das Beste was mir passieren konnte. Ich
hätte mein Leben so weitergeführt wie die ganzen Jahre davor
auch, ohne irgendwas zu merken und meine persönliche
Entwicklung voranzutreiben. Aber das muss ja nicht für euch
beide auch gelten.

Genau so haben wir es nach unserer 1. Krise (vor 7 Jahren) gemacht. Aber durch diese Veränderung nun (Reden ist möglich, Gefühle besprechen ist möglich) habe wir beide einen riiesigen Entwicklungsschritt vorwärts gemacht und wir werden auch „dran“ bleiben.

Alles Gute trotzdem für euch!

Ich danke Dir herzlich für Deine Hilfestellung und wünsch Dir auch das Beste!
Liebe Grüße#
Birgit

Hallo Regine,

Und jetzt zu euch: je mehr er über die „Seitensprünge“
erfährt, desto weniger Spielraum bleibt für Spekulationen in
seinem Kopf. Klar ist er sensibel (wer hätte in dieser Sache
KEIN verletztes Ego / Stolz / Herz?), aber ich denke, dass ihr
euch zusammensetzen müsst und Du ihm ganz genau alles erzählst
und seine Fragen (er WIRD welche haben) beantwortest - aber
ganz offen und ehrlich (er wird auch merken, wenn Du ihn
anlügst). Erzähle ihm von der Zeit ohne ihn, von Deinen
Gefühlen. Sage ihm ruhig, dass Du (wenn es so war) auch für
die anderen Männer etwas empfunden hast, betone aber
gleichzeitig, dass Du zwischendurch immer an ihn gedacht hast
(mit Wehmut? Mit Wut im Bauch? Mit Traurigkeit?). Erzähle
einfach alles, aber vergiss dabei nie, ihn über die anderen zu
stellen. Bekräftige immer wieder Deine Liebe und den Rest wird
die Zeit erledigen.

Das ist wirklich Konfrontationstherapie! Ich habe Dein (und die anderen postings) erst am Montag gelesen, aber „durch Zufall“ ging bei uns am Sonntag bereits so was ähnliches ab, zwar nicht so detailliert, aber zumindest so, dass es tatsächlich half. Wir werden da sicher dran bleiben, wird zwar hart, aber es scheint wirklich DAS Heilmittel zu sein!

Ich kann nur von mir sprechen: wenn mein Partner fremdgehen
würde, dann müsste ich einfach alles wissen, mich damit
konfrontieren, alle Wunden aufreissen, damit sie hinterher
umso besser heilen können, weil sie besser desinfiziert sind.

Ja, versteh ich. Ich dachte zwar immer - ich würde es nicht wissen wollen, aber nun denke ich auch anders darüber.

Alles Gute für euch beide. Ich hoffe, ihr trennt euch nicht.
Denn wenn man so lange das Leben zusammen gemeistert hat, dann
ist da etwas, wofür es sich zu kämpfen lohnt!

Ich danke Dir sehr und von ganzem Herzen für Deine Hilfestellung und Deine Erfahrung. Dass wir uns wieder trennen, kommt nicht in Frage, wir beissen da schon irgendwie durch. Vielen Dank Dir und auch alles Gute!

Liebe Grüße#
Birgit

Hallo Claudia,

Bei all den Aufzählungen Deiner Vorgeschichten habe ich den
Eindruck, dass Du und Dein Partner bei Eurer
Auseinandersetzung Euch zu sehr in Details Eurer Beziehung
festgebissen habt. Diese Details stellen aber nur Puzzleteile
zwei verschiedener Bilder dar. Darin sehe ich das Problem,
warum kein Licht des unerfreulichen Tunnels zu sehen ist.
Dein Bild von Partnerschaft sieht wohl nicht nur Harmonie
sondern auch Dynamik, also persönliche
Entwicklungsmöglichkeiten, vor.

Hm, das wird wohl noch länger brauchen, das gründlich durchzudenken. Ist ein toller Aspekt.

Es ist als ob Du Deine Grenzen

suchst, die Du wahrscheinlich mit Deinem Partner nicht erleben
kannst. Es ging Dir beim Fremdgehen nicht darum als
Persönlichkeit Wertschätzung zu finden (die Du wahrscheinlich
ausreichend bei Deinem Partner genießen darfst), sondern
vielleicht hast Du nur das Abenteuer gesucht. Einfach einmal
einen anderen Mann kennenzulernen, der Dir neue (gute) Seiten
von Dir zeigt und beweist. Aber die Harmonie ist Dir sehr
wichtig. Darum bis Du zu Deinem Partner zurück.

Nö, ganz so war es nicht. Ich war unglücklich und fühlte mich zwar als Person geschätzt, aber eben ungeliebt. Die Affaire war nur die „logische Konsequenz“, die Suche nach zumindest der Illusion, geliebt zu werden (denn mehr war es nicht, das war mir schon von vorne herein klar).
Harmonie ist mir wichtig, aber noch wichtiger ist mir mein Partner als Verkörperung meiner Liebe und auch er als Mensch.

Dein Partner braucht für sein Wohlbefinden die Statik, einen
verläßlichen Status quo von Tagesabläufen und Gefühlsleben.
Für Deine Zuverlässigkeit tut er alles. Und nun hast Du das
Ideal, das er in Dir sah, zertrümmert. Er beweint jede
einzelne Bruchstelle.

Das hast Du wirklich exzellent geschildert! Vor der Trennung hat er zwar gespürt, dass „irgendwas“ nicht in Ordnung wäre, aber er hatte Angst daran zu rühren.

Das kann niemals ein tragbarer Dauerzustand sein, oder?

Eh nicht, daran arbeiten wir gerade feste!

Irgendwann einmal muß Schluß sein mit Schuldgefühlen,
Vorwürfen, Klagen. Es müssen zwischen Euch Gespräche
entstehen, die etwas mit Euer gemeinsamen oder getrennten
Zukunft zutun haben. Es geht da um Lebensgestaltung und
immaterielle Träume, auf die jeder ein Recht hat sie
verwirklichen zu dürfen. Er muß bereit sein von seinen Idealen
soweit abzuweichen, dass für Dich noch genügend Freiräume für
Deine Unberechenbarkeiten entstehen können. Wenn er nicht
weicht, dann ist das bedrückend, niederdrückend, erdrückend -
sprich es können Depressionen entstehen.

Hm, die Schuldgefühle sind beiderseitig noch sehr stark. Und für mich sind sie ein Ast an den ich mich klammere, wenn ich es sehe, wie schlecht es ihm geht, obwohl er seine Mitschuld bei der Geschichte trägt. Aber das stimmt schon, irgendwann müssen und WERDEN wir dahin kommen, dass die Aufarbeitung geschafft ist. Das Problem mit Freiräumen war bei uns glücklicherweise nie eines, da war und ist er wirklich grenzenlos tolerant. Meine Depressionen sind eine andere Geschichte, die nur insofern damit zu tun haben, dass sie durch Unstimmigkeiten in der Partnerschaft verstärkt werden.

Um beim Druck zu bleiben, habe ich das Gefühl, dass seine
Trauer eine Form von Erpressung ist: „ich weiß nicht, ob ich
das vergessen kann. Wenn Du nicht willst, dass ich weiterhin
so bedrückt bin, dann mußt du alle Zeichen setzen, die mich
davon überzeugen, dass das nie wieder geschieht.“
Das würde bei mir latent Kleinmütigkeit erzeugen, was auch
nicht gerade zu geistigen oder seelischen Höhenflüge verführt.

Es ist halt nicht möglich, Gefühle einfach ein- oder auszuschalten, auch wenn man es will. Ich hatte auch schon stark die Vermutung, dass da ein bestimmter Kern dahintersteckt, am Sonntag sind wir „durch Zufall“ näher an diesen Kern gekommen!! („Erpressung“ war es aber definitiv nicht)

Vielleicht brauchst Du in Eurer Beziehung ein wenig weniger
Aufmerksamkeit, ein bißchen mehr Unsicherheit und Spannung,
ein bißchen mehr Distanz (getrennt Urlaub, eigenen
Freundeskreis, eine eigene Ecke in der Wohnung nach Deinem
persönlichen Geschmack gestaltet). Diese Distanz sollte dann
auch von ihm ausgehen. Emanzipation auf beiden Seiten,
sozusagen.

Da hast Du auf jeden Fall recht, aber das hatte und habe ich auch, nur momentan tut es uns beiden nicht gut!

Ich glaube, dass man nicht unbedingt einen Seitensprung
braucht, um eine Partnerschaft lebendig zu gestalten. Doch
manchmal geht es wohl doch nicht ohne.

Sollte es aber; aber noch mal: von MIR aus war es kein Seitensprung, das hätte ich meinem Partner nicht angetan (ich hab ja Schluß gemacht), aber er hat es dennoch so erlebt.
Ich denke, wenn die Partnerschaft einen Seitensprung „zur Belebung“ nötig hat, liegt wohl auch einiges im Argen und/oder Verborgenen.

So wie Du die Konsequenzen aus Deinen Taten tragen mußt, so
hast Du auch ein Recht darauf Dein Leben so zu gestalten wie
Du es für Dich brauchst. Das hat meiner Ansicht nach Vorrang
vor jeder Partnerschaft, deren Frieden erst durch den
persönlichen Seelenfrieden möglich ist.

Stimmt, aber der Sinn einer Partnerschaft ist doch primär, die Lebensgestaltung INNERHALB der Partnerschaft nicht als Kompromiss, sondern als Konsens zu ermöglichen. Ich weiss aber, dass das sehr schwer ist, es ist aber möglich (aber auch viiiel Arbeit, die sich aber lohnt).

Ich danke Dir für Deine einfühlsame Hilfestellung und Deine interessanten Aspekte!
Viele liebe Grüße#
Birgit

Hallo Carolin,

wie Du an unseren Postings siehst hat keiner so den rechten
Ratschlag für Eure Situation, aber wenn es so einfach wäre
würde man ja auch selber drauf kommen … :wink:

Wie wahr, wie wahr :smile: Aber es tut schon mal gut zu sehen, dass auch andere nicht die Weisheit mit dem großen Löffen gefressen haben.

Ich denke in Euerm Fall hilft allein die Zeit, und vor allem
Gespräche - wenn ER über die Vorkommnisse sprechen mag. Tu es
dann nicht ab wenn er das Thema aufbringt, auch wenn es für
Dich abgehakt scheint, sondern stelle Dich ihm, auch immer
wieder, hilf ihm zu verarbeiten.
Mehr kannst Du nicht tun, außer zu versuchen ihm sein
Vertrauen auf Dauer wiederzugeben, ihm immer wieder Deine
Liebe zu versichern.

Genau das machen wir, aber es tut gut, diesen Weg, den wir für richtig halten, bestätigt zu finden!

Ich danke Dir für Deine einfühlsamen Worte!
Viele liebe Grüße#
Birgit

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Hallo Helena,

meine Meinung

… ist mir durchaus wichtig!

Ich kann deinen Mann verstehen, allerdings frage ich mich
wieso für dich eine klare Trennung da war, für ihn nicht? Okay
Gefühle denken nicht, auch wenn du ausziehst, war er dir nah.

Stimmt genau. Außerdem war ich schon Monate zuvor gedanklich dabei, die Beziehung abzubauen und zu beenden, und er hätte das so quasi innerhalb einer Stunde tun müssen.

Am liebsten würde ich sagen typisch Kerl - denken immer an den
fremden Typen mit der eigenen Frau im Bett - wenns so einfach
wäre. Wie gesagt - ich kann ihn verstehen. Wer weiss was ich
denken/fühlen würde.

*lächel* hab ich mir inzwischen auch schon gedacht!

Ich könnte nur etwas vorschlagen das bei mir hilft - direkt
ansprechen, diese Vorstellung sozusagen visualisieren. Er soll
sagen was genau er sich da denkt und du kannst ihm ja sagen
wies wirklich war - und dann die Frage an ihn - um was geht es
ihm?
Ist er vielleicht unsicher weil der andere „besser“ sein
könnte? (Ich meine, KANN ja sein!)Ging es ihm NUR darum das
dich ein anderer angefasst hat? Immerhin bist du nicht bei
diesem Mann und bist (für mich, wenn man das trennen kann) nur
körperlich fremd gegangen. Du bist wieder bei ihm und das ist
jetzt wichtig und für die Zukunft wichtig.

Diese Vorschläge sind wir schon dabei, sie nach und nach umzusetzen, auch mit guten Erfolg (was nicht heißt, dass es leicht ist). Nein, ums „besser“ sein geht es nicht, eher um den Bruch der Intimität. Aber einen Knackpunkt haben wir inzwischen schon herausgefunden…(and more to come?)

Nach vorn schaun, nicht zurück!

Leicht gesagt, werden wir aber vermehrt tun!

Sorry, aber mehr kann ich nicht raten

Hey, ich danke Dir, dass Du Dir die Mühe gemacht hast und für Deine einfühlsame Hilfestellung!!

Viele liebe Grüße#
Birgit
PS: auf Dein Mail (von heute) schreib ich Dir bald!

Hi Sebastian,

Wie kommst du darauf, dass man so ein Problem mit dem Verstand
lösen kann?

Kann man nicht, aber nur wirre Phantasien sind nicht gut, da sind wir auch schon draufgekommen (er dachte sich wer weiss was und das stimmte nicht, was beruhigend war).

Wozu willst du den Kerl mit den Details quälen?
Glaubst du, für ihn macht es einen Unterschied?
Glaubst du, es hilft ihm, wenn er weiss, dass der Seitensprung
für seine Partnerin bedeutungslos war, und dass sie´s trotzdem
getan hat?

Nur soweit er es wirklich wissen will und es ihm hilft, überzogene Vorstellungen abzubauen. Übrigens: Lies mein Ausgangsposting es war KEIN Seitensprung…

Das letzte ist aber immer noch das härteste: Wenn jemand deine
Gefühle tief verletzt hat indem er dich betrogen hat, wie
würdest du dich fühlen, wenn er deinen Schmerz so auslegt,
dass es dir nur darum geht, eine andere könnte im Bett besser
gewesen sein als du? Da zieht sich einem ja schon bei der
Vorstellung alles zusammen!

Jetzt muss ich Helena verteidigen - sie hat gemeint es KÖNNTE möglich sein - und ich kenne genug Männer, denen es tatsächlich nur darum geht, ob der andere etwas besser war, größer gebaut etc. Und von der unterschwellige Angst, ein/e Konkurrent/in könnte besser, toller, angenehmer sein kann sich, davon bin ich überzeugt, niemand ganz freisprechen.

So, jetzt hab ich genug gemekert

OK

Ist nicht böse gemeint :smile:

Wissen wir *lächel*

Liebe Grüße#
Birgit

Hallo Carolin,

einmal zerstörtes Vetrauen durch einen Seitensprung kann man
nur sehr schwer - wenn überhaupt - wiederherstellen. Die
dadurch entstandene Verletzung ist sehr tief - ich denke die
meisten die einen Seitensprung begehen sind sich der Tatsache
überhaupt nicht bewußt, was sie damit ihrem Partner antun.

Stimmt, stimmt, stimmt, stimmt - nur: es war KEIN Seitensprung (Ausgangsposting), ich hatte Schluß gemacht, aber mein Partner hat es dennoch als solchen empfunden.

Der Seitenspringer hat das vielleicht längst verdaut,
abgehakt, aber der betrogene Partner kann dies nicht so
schnell.

Stimmt auch, das merken wir jetzt leidvoll. Für mich ist die Sache vorüber, wir sind wieder zusammen, ich liebe ihn tiefer als jemals zuvor und er leidet noch…

Oft zerbricht die Partnerschaft dann letztendlich doch, d.h.
es ist nur ein Herauszögern des Schlußstriches wenn man
versucht die Beziehung trotzdem weiterzuführen.

Stimmt sicher oft. Aber durch diesen Schock des Verlassenwerdens ist bei meinem Partner ein Ereignisbruch eingetreten, der bewirkt hat, dass er sich in Punkte Kommunkation und Gefühlsausdruck um 180° geändert hat! Und darauf können wir nun aufbauen und aufarbeiten (seeehr wichtig!!!)

Jeder geht sicher anders mit solchen Situationen um, aber wenn
jemandem Treue und Vertrauen so derart wichtig sind wie Deinem
Mann, wird er das Geschehene niemals vergessen können, es wird
immer zwischen Euch stehen.

Daran hab ich auch schon gedacht, dass es so sein könnte, sein wird. Aber wie ich damit umgehe, weiss ich auch noch nicht.

Und selbst wenn er damit zu leben versucht - bei der nächsten
Unstimmigkeit wird das Mißtrauen ungebremst wieder da sein.

Auch daran hab ich gedacht. Zur Zeit sind wir noch in einer sehr schmerzhaften Aufarbeitungsphase, da kommt viel Müll raus (jahrelanger!!!) und wir lernen reden und uns zu artikulieren. Selbst wenn diese Mißtrauen auftreten sollte, so hoffe ich, dass wir es zumindest konstruktiv bereden werden können.

Ich danke Dir für Deine einfühlsame Hilfestellung!
Liebe Grüße#
Birgit

1 „Gefällt mir“

Hallo Frank,
Klingt traurig und entmutigend, was Du da schreibst.

Wenn Du willst, kann ich Dir genaue Details per Mail geben.

Wenn es Dir nicht zuviel Mühe macht, würde ich Dich herzlich darum bitten!
Danke und viele liebe Grüße#
Birgit

Hallo Heidi,
ich versteh ihn auch, aber das alleine hilft uns momentan nicht weiter!
Liebe Grüße#
Birgit

Hallo Thomas,

ich kann ihren Mann auch verstehen. Nur hilft diese
Feststellung hier nicht weiter.

Stimmt leider exakt!

Da die beiden immer noch miteinander reden,
geht es doch um die Frage, wie gehen die beiden in Zukunft
miteinander um und nicht, wer hat wann welchen Fehler gemacht.

Richtig, wir arbeiten die Fehler zwar auf, aber nicht nach dem Motto: Vor 6 Jahren hast Du mal den Mistkübel nicht runtergetragen…
es wird, es wird!
Liebe Grüße#
Birgit
PS: Auf Dein Mail schreib ich Dir bald genaueres, danke vielmals dafür!!

Hallo nochmal Heidi,
wir wollen weder kitten noch dort weiter machen, wo wir aufgehört haben (in die Beziehung, wie sie war - obwohl sie sicher nicht schlecht war, auch objektiv gesehen - hätte ich nicht zurückkönnen).
Es ist ein Neuanfang mit neuen Bedingungen (und einer Meeeenge Arbeit, die sich lohnt!)
Liebe Grüße#
Birgit

Hallo Kai,

Du hast erzählt, ihr seid / wart 15 Jahre zusammen und Du hast
den Eindruck, er sei „wirklich“ monogam und begründest das nur
damit, dass er jeden (sexuellen) anderen Kontakt deinerseits
zu anderen Männern nicht verkraftet.

Mißverständnis, das war nicht die Definition; ich hab keine geschrieben, da ich finde, „monogam“ ist selbsterklärend, allerdings nicht zu verwechseln mit „treu sein“.

Das finde ich merkwürdig.
Was ist mit ihm? Warst Du seine erste Freundin? Mir ist
aufgefallen, daß Du Deine Seitensprünge differenzierst, er
nicht.

Was heisst „Seitensprünge differenzierst, er nicht“? Im Ausgangsposting war dargelegt, dass es KEIN Seitensprung war, von ihm aber so empfunden wurde (bitte bei Interesse nachlesen).

Frage: Ist er nur in dem Sinne monogam, dass er sich
auf gar nichts anderes eingelassen hat in der langen Zeit, auf
keinen Flirt, auf nichts?

Nö monogam im Sinne des Wortes: Andere Frauen interessieren ihn überhaupt nicht!

Wenn ihr nie drüber geredet habt
klingt das nach Angst davor oder nach Bequemlichkeit
seinerseits. Das wäre ein Grund dafür warum er Dir diesen
Verstoss gegen diese starre Regel, die er für SICH gesetzt
hat, Dir jetzt so nachträgt.

Er hat sich diese „Regel“ nicht gesetzt - das ist man oder man ist es nicht; allerdings können polygame Menschen das nicht nachvollziehen (ist auch für mich schwer gewesen); nochmals: Monogamie nicht mit Treu sein verwechseln! Geredet haben wir allerdings nie darüber (unterschwellige Angst UND Bequemlichkeit - Treffer!)

Meiner Erfahrung nach reagieren
Jungs, die seit ihrer ersten Liebe treu sind und nicht nach
links und rechts gucken, aus Unerfahrenheit und Unsicherheit
mit Wut, Unverständnis und Verunsicherung auf intime
Erlebnisse ihrer Partnerinnen, weil sie die nicht einsortieren
können.

Da ist sicher auch was dran - werden es diskutieren!

Ich danke Dir für Deine Hilfestellung!
Liebe Grüße#
Birgit

Hallo nochmal, Sebastian,

Hey, jetzt lass doch den armen Kerl in Ruhe, was hat der den
getan? :smile:

DANKE (von mir UND von ihm!!!) *lächel*

Verschiedene Leute fühlen nun mal unterschiedlich. Es gibt
Leute, denen eine solche Beziehung ‚heilig‘ ist. Wenn ihre
Partnerin mit anderen Männern ins Bett geht ist das dann nicht
einfach nur ein Seitensprung. Es ist der Beweis, dass die
Beziehung für die Partnerin nie den wert hatte, den sie für
sie verkörpert hat.

Stimmt zwar prinzipiell, aber ich bleibe dabei, dass es von mir aus KEIN Seitensprung war (ich hatte Schluß gemacht), für ihn die Beziehung noch nicht beendet war, er hat es quasi als solchen erlebt.

Was kann man da tun? Ich würde sagen, der Kerl braucht einfach
etwas Zeit. Fast alle Idealisten werden irgendwann gebrochen,
und den meisten ist das klar.

Zeit ist sicher gut und sehr wichtig! Aber das mit den gebrochenen Idealisten kapier ich nicht so recht!

@Birgit: Vergiss nicht, dass die Seele weder denkt noch
diskutiert.

Stimmt, DAS hab ich schon sehr schmerzvoll lernen müssen - ich dachte, alleine meine tiefe Liebe zu ihm müsste heilen und war enttäuscht, dass sie es nicht tat - es sind zwei Paar Schuhe, da hast Du unbedingt recht!!
Viele liebe Grüße nochmals!#
Birgit

Viel Glück Euch beiden
Liebe Birgit,

vielen Dank für DEINE Rückmeldung und daß Du Dir die Zeit nimmst allen hier zu antworten.

Du hast recht, es war von Dir aus nicht als direkter Seitensprung zu sehen - das was ich in meinem anderen Posting geantwortet habe ging auch eher aus meiner eigenen Lage hervor, denn ICH bin vor über einem Jahr betrogen worden, habe die Beziehung fortgesetzt und habe aber wirklich eklatante Schwierigkeiten mit der Situation (die für meinen Partner längst verarbeitet ist) umzugehen - die Angst vor Wiederholung sitzt verdammt tief und das Vertrauen ist lange nicht wieder da und ich weiß auch nicht, ob unsere Beziehung das wirklich aushält oder nicht doch irgendwann daran oder den Folgen daraus zerbricht, meine Zweifel sind jedenfalls sehr groß, und unter denen leiden wir alle beide.

Ich lese Deine Postings in den verschiedensten Brettern immer als sehr fundiert und feinfühlig formuliert und schätze sie sehr, deshalb wünsche ich Dir wirklich von Herzen alles Gute und daß Ihr beide das in den Griff bekommt.

Lieben Gruß :smile:
von Carolin

des mangelnden selbstbewusstseins? könntet ihr das mal ein bisschen genauer ausführen?

meint ihr damit, dass er ständig denkt, dass es wohl einen anderen geben wird, der ihn in den schatten stellt, davor angst hat und damit eifersüchtig reagiert?

gruß
tobias

Hallo liebe Birgit,

seit Tagen muß ich immer wieder an dich und deinen Freund denken,
nur mir viel einfach nichts Gescheites ein was ich dir hätte schreiben können.

Heute sehe ich deine vielen Antworten und nun weiß ich auch was zu schreiben. *gg*

Vorgeschichte 4:
Aus Frustration und dem Gefühl, dass ich gar nicht mehr lebe,
begann ich, mich in diversen Chats und Flirtbörsen umzusehen.
Im Herbst 2000 verliebte ich mich tatsächlich via E-Mail
(hielt es selber nicht für möglich).

Es sind Monate vergangen…ein langer Weg des ENTFERNENS von deinem Freund.

Ich glaube das muß sehr schlimm für deinen Freund sein…auch heute noch.

Dieser Mann war für mich

nur das Sprungbrett, das zu tun, was ich sowieso schon lange
wollte: aus der Beziehung raus. Es stellte sich für mich nie
ernsthaft die Frage, mit ihm („dem Anderen“) zusammenleben zu
wollen, erstens war er gebunden, zweitens ein Ichbezogener
Egomanist, aber als „Sprungbrett“ half es (nicht er!) mir. Es
gab noch eine zweite, parallele Affäre in der Zeit.

Sich verlieben ist eine Sache…Menschen als Sprungbrett benutzen eine andere. Deine Haltung war „eiskalt“ und im Herzen warst du es auch, sonst könntest du so was gar nicht machen.

Ich hab es meinem Partner sofort gesagt, auch, dass ich mich
von ihm trennen wollte. Es traf ihn eiskalt, ein voller
Schock.

Ist verständlich denn du hast sicher deine „Kälte“ ihm gegenüber in den letzten Monaten verheimlicht.

Vorgeschichte 5:
Nach ca. 2 Monaten Trennung und auch einigen schmerzhaften
Aufarbeitungssessions kamen wir überein, es wieder miteinander
versuchen zu wollen. Uns war klar, dass noch viel Arbeit vor
uns lag, die gingen wir auch (konstruktiv) an.

Durch das „kämpfen“ um dich…hatte dein Freund keine Zeit zu „trauern“ ? Die Beziehnung die ihr jetzt führt ist eine NEUE, neu weil es da jetzt Männer gibt die dich berührt haben. Die Umstellung ist nicht leicht nach 17 Jahren.

und dem Beziehungsstress des letzten
Jahres seeehr dünnhäutig.

Nicht dünnhäutig…nur aufmerksamer…unsicher, ihr laßt euch mehr auf Gefühle ein…positive wie negative ! Das muß man auch erst lernen.

Eigentliche Geschichte:
Wie gesagt, es ist bereits viel aufgearbeitet, wir reden so
offen und konstruktiv über unsere Beziehung (ich habe das
Gefühl, die ganzen, inzwischen 15 Jahre haben wir nicht so
viel geredet, ich hatte immer das Gefühl, nicht an meinen
Partner heranzukommen), eine so tiefe, liebevolle und innige
Beziehung hätte ich nie, wirklich nie für möglich gehalten.
ABER:

Das ist schön für euch und ich freue mich von ganzen Herzen mit euch.

Mein Partner hat immer wieder „Rückfälle“; Rückfälle jener
Art, dass es ihn seelisch martert und total fertig macht, dass
ich mit anderen Männern intim war.

Diese Rückfälle finde ich normal…es ist ja noch nicht so viel Zeit vergangen. Denke an die lange Zeit deines *Entfernens*…denk an die rasche Folge deines Auszuges und wieder Einzuges. Dein Freund bekams ja wirklich *Heiß Kalt Heiß".

Durch Gespräche läßt sich zwar viel erklären und aufklären nur eine Sicherheit dem Partner gegenüber nicht. Das kann doch nur die Zeit und zwar viel Zeit ! Eine Sicherheit dass du nicht bei einer längeren „Durststrecke“ bei Gefühlsschwankungen wieder ausbrichst. Eine Sicherheit ob du wieder eine Hemmschwelle hast.
Eure neue Nähe und Vertrautheit gibt diese Sicherheit nur zum Teil.

Für mich war es eine klare

Trennung (objektiv war es das auch) für ihn war es (vom Gefühl
her) ein laufend miterlebter Seitensprung.

nein, es ist für mich auch keine klare Trennung, obwohl ich auch deine Seite gut verstehen kann. Nur du hast einen offensichtlichen Beweis seiner Liebe, ER hat sich geändert, ER kann offener mit dir sprechen, ER hat dir vorerst mal verziehen, damit meine ich an der „Oberfläche“ nicht aus tiefsten Herzen…dazu braucht er mehr Zeit.

Wir haben vorher

nie darüber gesprochen, aber er ist WIRKLICH monogam veranlagt
(dachte nicht, dass es so was gibt) und für ihn ist Liebe und
Körperlichkeit untrennbar verbunden. Und die Bilder, sagt er,
ich mit anderen, sind ständig da und quälen ihn; er ist
hypersensibel aber das ist eben Er, und seine Gefühle, die ich
auch sehr schätze.

Ich habe auch einen „Seitensprung“ verziehen so ähnlich wie bei euch…also auch in einer Trennungsphase…nur war ich starr vor Schock…und mein Freund verarbeitete seinen Frust mit einer anderen Frau. Als ich ihm ein Zeichen der Versöhnung zeigte, beendete er sofort die andere Beziehung, er sagte auch daß das mit Liebe nichts zu tun hatte und er zeigte mir seine Liebe…auch heute noch, aber es hat lange gedauert bis ich so viel Sicherheit hatte um ihm wieder zu vertrauen. Ich bin nicht der Meinung daß er alleine schuldig ist, auch waren wir zu dem Zeitpunkt eben getrennt aber nicht wirklich…sonst wären wir heute nicht mehr zusammen. Nach ungefähr 6 Monaten waren die Bilder weg, die Angst nach 2 Jahren „Hochs und Tiefs“. Doch immer noch bei einem Beziehungstief denke ich manchmal daran…aber es tut nicht mehr WEH.

Dafür sind wir schneller bereit uns auszusprechen und zu Versöhnen. Wir sind feinfühliger geworden.

:

Wer kann mir dazu seine Erfahrungen schildern? Oder
Hilfestellungen geben? Für jede neue Idee oder auch Erfahrung
bin ich wirklich wirklich sehr dankbar!

Ich habe versucht mich in deinen Freund hineinzudenken *g* und mir gedacht IHM würden nicht nur intensive Gespräche helfen, sondern auch ein E-Mail Kontakt mit DIR, damit er diese Seite an dir kennenlernt. Schreiben tut man doch viel offener als reden.
Stellt euch einfach vor, ihr wisst nichts von einander…versucht so zu sein als würdet ihr euch über eine Flirtbörse kennenlernen. Also zuerst nur die „Beste Seite“ zeigen. Verständnisvolle aber egoistische Ratschläge geben…usw.

Ist nur so eine Idee von mir !

Auf jeden Fall wünsche ich euch viel Glück und Liebe…und Zeit…Zeit…Zeit !

Kerbi

Liebe Kerbi,

seit Tagen muß ich immer wieder an dich und deinen Freund
denken,
nur mir viel einfach nichts Gescheites ein was ich dir hätte
schreiben können.

Ich finde das ganz ganz lieb von Dir, dass Du Dir unseretwegen so viele Gedanken machst, zudem ich Deine Artikel immer seeehr schätze!

Heute sehe ich deine vielen Antworten und nun weiß ich auch
was zu schreiben. *gg*

*große Freude*

Ich glaube das muß sehr schlimm für deinen Freund sein…auch
heute noch.

Stimmt genau

Sich verlieben ist eine Sache…Menschen als Sprungbrett
benutzen eine andere. Deine Haltung war „eiskalt“ und im
Herzen warst du es auch, sonst könntest du so was gar nicht
machen.

Stimmt, ich fühlte mich wirklich kalt und tot – und für mich war die Trennung schon lange eine beschlossene Sache. Aber ich glaube, ich hätte noch weiter gelitten, die Sache noch weiter hinausgeschoben, wenn nicht diese Verliebtheit dazugekommen wäre. Der andere hatte mit der Sache nur insofern zu tun, als dass es für mich klar war: Das kann ich meinem Freund nicht antun (betrügen, Affaire), jetzt MUSS ich Schluss machen.

Ist verständlich denn du hast sicher deine „Kälte“ ihm
gegenüber in den letzten Monaten verheimlicht.

Genau. Er hat zwar gemerkt, dass „irgendetwas“ nicht stimmt, er konnte sich auch an JEDE (! ich staunte selber) Andeutung meinerseits erinnern, aber die Unstimmigkeiten führte er auf andere Ursachen als Beziehung zurück (Burn out, Unistress) und alles andere, sagte er, blendete er bewußt aus, um nicht reden zu müssen.

Durch das „kämpfen“ um dich…hatte dein Freund keine Zeit
zu „trauern“ ? Die Beziehnung die ihr jetzt führt ist eine
NEUE, neu weil es da jetzt Männer gibt die dich berührt haben.
Die Umstellung ist nicht leicht nach 17 Jahren.

Da hast Du sicher zu 1000 % Recht!

Nicht dünnhäutig…nur aufmerksamer…unsicher, ihr laßt
euch mehr auf Gefühle ein…positive wie negative ! Das muß
man auch erst lernen.

Ja und nein. Ja, dass das auf jeden Fall alles auch zu 1000 % stimmt, was Du schreibst. Nein insofern, dass wir auch in anderen Bereichen noch merken, dass wir einfach noch zuwenig Kraft und Power haben (z. B. können wir normalen Alltagsstress noch schlecht verkraften). Aber das haben wir besprochen, es ist sicher eine normale Reaktion. Und wir tun jetzt (soweit möglich, und zur Zeit ist glücklicherweise viel möglich) nur, was uns wirklich gut tut!

Das ist schön für euch und ich freue mich von ganzen Herzen
mit euch.

DANKE!!!

Diese Rückfälle finde ich normal…es ist ja noch nicht so
viel Zeit vergangen. Denke an die lange Zeit deines
*Entfernens*…denk an die rasche Folge deines Auszuges und
wieder Einzuges. Dein Freund bekams ja wirklich *Heiß Kalt
Heiß".

Ist mir alles klar, da hast Du wieder Recht!

Durch Gespräche läßt sich zwar viel erklären und aufklären nur
eine Sicherheit dem Partner gegenüber nicht. Das kann doch nur
die Zeit und zwar viel Zeit ! Eine Sicherheit dass du nicht
bei einer längeren „Durststrecke“ bei Gefühlsschwankungen
wieder ausbrichst. Eine Sicherheit ob du wieder eine
Hemmschwelle hast.
Eure neue Nähe und Vertrautheit gibt diese Sicherheit nur zum
Teil.

Hm. Ich hatte bislang nicht das Gefühl, dass diese „Sicherheit“ das Problem oder ein Thema ist (erst gestern meinte er (im Spaß, aber auch im Ernst): Du bist jetzt ja ganz auf fixiert, ganz fest!), aber es ist sicher auch gut, mal über dieses Thema zu reden. Werden wir machen.

nein, es ist für mich auch keine klare Trennung, obwohl ich
auch deine Seite gut verstehen kann. Nur du hast einen
offensichtlichen Beweis seiner Liebe, ER hat sich geändert, ER
kann offener mit dir sprechen, ER hat dir vorerst mal
verziehen, damit meine ich an der „Oberfläche“ nicht aus
tiefsten Herzen…dazu braucht er mehr Zeit.

Ja, ganz sicher. Aber auch ich habe einfach eine Zeit gebraucht, um das gefühlsmäßig nachvollziehen und somit wirklich verstehen zu können. Ich weiß noch, dass nach ca. 1 Monat Trennung er sehr enttäuscht war: „Jetzt habe ich mich so geändert (was wirklich von innersten heraus stimmte) und Du kannst das nicht annehmen.“ Ich konnte tatsächlich nicht, das ging auch nicht auf „schnipp“. Aber für die Gegenwart und die Zukunft: die Zeit geben wir uns, da haben wir wirklich „alle Zeit der Welt“!!!

Ich habe auch einen „Seitensprung“ verziehen so ähnlich wie
bei euch…also auch in einer Trennungsphase…nur war ich
starr vor Schock…und mein Freund verarbeitete seinen Frust
mit einer anderen Frau. Als ich ihm ein Zeichen der Versöhnung
zeigte, beendete er sofort die andere Beziehung, er sagte auch
daß das mit Liebe nichts zu tun hatte und er zeigte mir seine
Liebe…auch heute noch, aber es hat lange gedauert bis ich so
viel Sicherheit hatte um ihm wieder zu vertrauen. Ich bin
nicht der Meinung daß er alleine schuldig ist, auch waren wir
zu dem Zeitpunkt eben getrennt aber nicht wirklich…sonst
wären wir heute nicht mehr zusammen. Nach ungefähr 6 Monaten
waren die Bilder weg, die Angst nach 2 Jahren „Hochs und
Tiefs“. Doch immer noch bei einem Beziehungstief denke ich
manchmal daran…aber es tut nicht mehr WEH.
Dafür sind wir schneller bereit uns auszusprechen und zu
Versöhnen. Wir sind feinfühliger geworden.

Für diese Worte, für diese Deine Erfahrungsschilderung danke ich Dir besonders, von tiefstem Herzen. Denn ich glaube, dass das meinem Partner besonders helfen wird, manchmal ist er (und auch ich) wirklich verzweifelt, so nach dem Motto „wie lange wird das wohl gehen“ – da gibst Du uns wirkliche und ehrliche Hoffnung! Auch die Frage der „Schuld“ haben wir ausgiebigst (während unserer Trennung und danach) diskutiert und sehen und auch BEIDE als anteilig „schuld“ oder besser: verantwortlich, was sicher sehr gut ist, da nicht einer die ganze Last zu tragen hat, außerdem ist es wahrscheinlich in 99 % der Fäller IMMER die „Schuld“ beider (egal wie die jetzt aussehen mag).

Ich habe versucht mich in deinen Freund hineinzudenken *g* und
mir gedacht IHM würden nicht nur intensive Gespräche helfen,
sondern auch ein E-Mail Kontakt mit DIR, damit er diese Seite
an dir kennenlernt. Schreiben tut man doch viel offener als
reden.
Stellt euch einfach vor, ihr wisst nichts von
einander…versucht so zu sein als würdet ihr euch über eine
Flirtbörse kennenlernen. Also zuerst nur die „Beste Seite“
zeigen. Verständnisvolle aber egoistische Ratschläge
geben…usw.

*schmunzel* Also MIR gefällt diese Idee sehr gut, am sehen, was mein Lieber dazu sagt. Ab und an schreiben wir uns eh mails, aber so konkrete selten. Ich bin schon gespannt, was er von Deinem Vorschlag hält.

Liebe Kerbi, ich danke Dir für Deine Anteilnahme, Deine Ratschläge, Deine Eigenerfahrung und Deine lieben Wünsche, die Du mit solch einfühlsamen Worten an mich/uns weitergegeben hast.
1000 Dank und viele liebe Grüße#
Birgit