Hi Romana,
überlegt habe ich schon, überhaupt so etwas Persönliches hier
zu schreiben. Doch mittlerweile ist mir gleich geworden was
andere über mich denken. 
Das sollte es auch! Ganz ehrlich, sich darum auch noch zu sorgen, ist ein Privileg der „Andersdenkenden“…
))
Einige Leute meinten dort sie haben in der Arbeit erzählt, sie
seien im Urlaub, im Krankenhaus, … Wenige konnten scheinbar
zugeben, daß sie in einer psychosomatischen Klinik sind.
Weshalb ist das so?
Weil …es immer noch eine Art Schamgefühl auslöst, nicht
zu funktionieren. Man ist mit sich nicht gut genug, um zuzu-
geben, was man nötig hat. Ich finde so eine Einstellung recht
gefährlich, was den Gesundungsprozess angeht. Jeder kommt
irgendwann mal an den Punkt, wo es nicht weiterzugehen scheint und dann kommt es drauf an, wer wie reagiert und welche Möglichkeiten vorhanden sind. Allerdings, und das ist typisch,
weiss ich dies für andere immer genau, wie es da bei mir
aussieht, verschweige ich lieber. Bzw. ich weiss (nicht zuletzt
dieses Forums wegen, daß ich genauso j e t z t handeln würde).
Dort schienen viele Menschen aus dem sozialen Bereich zu sein.
Wenigstens traf ich auf Psychologen, Krankenschwestern,
Altenpflegerinnen, Ergotherapeutinnen, Logopädinnen… Die
meisten hatten massive Probleme mit dem Thema Abgrenzung. Sie
waren für andere, doch nicht ausreichend für sich selbst da.
Das ist Berufsrisiko. Ging mir genauso. Plötzlich, wenn Du
wie Du glaubst, e i n m a l selber Hilfe bräuchtest, merkst Du, daß Du verlernt hast zu bitten.
Woher kommt das Problem nicht sagen zu können, eine Auszeit
nötig zu haben?
s.o.
Meines Erachtens braucht jeder Mensch mal eine Auszeit. Manche
Menschen können besser für sich sorgen und müssen dies nicht
erst in einem stationären Aufenthalt lernen. Viele Menschen
gestehen sich möglicherweise gar nicht ein, daß und welche Art
von Hilfe sie benötigen.
-) Meine Worte von oben.
Im Grunde sitzen wir Alle doch im selben Boot und wir
benötigen Alle mal eine Auszeit. Bzw. nur wer sich hi und da
eine Auszeit gönnt, wird sich neu sammeln und orientieren
können bzw. möglicherweise sein Leben angemessener leben
können.
Ich weiss es nicht, bin aber theoretisch ganz sicher, daß dies
so ist.
Eine Auszeit ist wichtig für jeden Menschen, doch es hängt
davon ab, was er daraus macht. Manche Menschen wollten gar
nicht mehr aus der Klinik. Manche fallen nachher in ein tiefes
Loch bzw. eine junge Borderlinerin hat sich sogar kurz vor
ihrer Entlassung die Pulsadern aufgeritzt, sodaß die Klinik
sie in die Psychiatrie überweisen mußte.
Das ist die Angst, die ich um meinen Freund halt auch hab.
Alles für eine Weile pures Leben, dann wieder der Alltag, der
erdrückt (er ist chronisch krank und wird nicht ewig leben).
Doch ich bin auch wieder heilfroh zu Hause zu sein. Ich
bestimme doch lieber selbst über mein Leben und lasse mir
ungern von einer Nachtschwester in einem guten Gespräch um elf
Uhr sagen, daß sie nun die Runde auflösen muß. 
Du bist auf dem Weg!!! Soweit kommts noch…*gg*. Selbst ist die
Frau/der Mann/der Mensch. Ich glaub, Du hast wirklich das richtige getan und tust es.
Meine Empfehlung ist, daß sich Menschen immer mal eine Auszeit
nehmen um zu sehen, zu spüren, ob das was sie leben, das ist
was sie möchten und wo sie welche Kurskorrekturen vornehmen
wollen?
Das ist mir zu pragmatisch, meine Worte wie Kurskorrekturen etc.
Ich denk wir alle wissen, was wir wollen. Aber wir tun uns schwer, zuzugeben, daß wir manches nie erreichen.
Da liegt meines Erachtens nach der Hase im Pfeffer.
Ich wünsch Dir viel Glück bei allem was Du tust und keine
dunklen Löcher bei Nichterfüllung mancher Träume.
Liebe Grüße
d.