Bargeldlos zahlen in Deutschland, ab wann?

hier zB:


Für den Gläubiger ist in allen Staaten mit dem gesetzlichen Zahlungsmittel ein Annahmezwang verbunden (…). Er muss EU-weit Eurobanknoten als Erfüllung seiner Geldforderung akzeptieren, da „die von der Europäischen Zentralbank und den nationalen Zentralbanken ausgegebenen Banknoten die einzigen Banknoten sind, die in der Union als gesetzliches Zahlungsmittel gelten“

wikipedia zitiert: § 128 Abs. 1 Satz 3 AEUV
http://dejure.org/gesetze/AEUV/128.html

VG
J~

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Aber hallo!
Ich akzeptiere z.B. „totale“ Überwachung, denn „überwacht“ wird unser Zahlungsverkehr ob bar oder unbar sowieso schon heute lückenlos.
Z.B. 1 Würstlbudenbetreiber mit „Bargeschäften“ wurde so vom Finanzamt erwischt:
Die Belege wiesen in seiner Steuererklärung für seinen Senfeinkauf/a einen höheren Betrag aus, als er in seiner Steuererklärung als Verkaufsumsatz/a angegeben hat. Der Arme!
MfG

Moin,

Den jugendlichen Flötenspieler in der Fußgängerzone?
Die kleine Spende in der Dorfkirche ohne anwesendes Personal?

Ach - und das geht in Schweden auch mit Karte?

Den Spieler mit der mobilen Zahlmöglichkeit sah ich zumindest in Dänemark (da wird dann einfach die Handynummer auf ein Schild geschrieben, genauso wie beim Obststand am Wegesrand) und in der Dorfkirche in Schweden war am Eingang so ein Tablett mit NFC-Kartenlesegerät. Da konnte man dann drauftippen, zB 1x Eintrittsspende, 2x Postkarten etc, Karte drangehalten, fertig.
Wie gesagt gab es in Schweden auch sehr oft bei Parkgebühren als einzige Zahlmöglichkeit das mobile bezahlen (per Swish glaube ich). Da steht unter dem Parkplatzschild dann einfach die Handynummer an die man bezahlen muss.

VG
J~

Halllo,

Jetzt widersprichst du dir aber: du schreibst:

und das:

Was denn nun? Bereits total existierende Kontrolle oder soll das erst durch das bargeldlose System kommen?

Bei mir weiß eben keiner, ob ich beim Supermarkt oder beim Metzger mein Fleisch kaufe bzw. ob ich überhaupt Fleisch kaufe, solange ich meine EC-Karte nicht zücke und mich nicht im freien W-Lan einlogge.
Und noch weiß niemand, ob ich morgens einkaufe oder abend nach 21 Uhr. Und ob ich vielleicht vorgestern gar nicht in Frankfurt gewesen bin, wie ich behaupte (sofern ich mein Handy zu Hause gelassen, das Zugticket am Automaten gekauft und alle bar bezahlt habe).

Man muss seine Daten nicht auf dem Tablett servieren, nur damit die Würstl-Bude keine Currywurst schwarz verkauft. Ich sehe zwar durchaus den volkswirtschaftlichen Schaden, wenn viele Wurstverkäufer an der Steuer vorbei ihre Waren verkaufen, aber das verblasst dann wieder vor denen großen multinationalen Konzernen, die bei der Steuervermeidung ganz große Geschütze auffahren.

Siboniwe

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Moin,

der bekannte Herr in diesem Link ist zwar nicht der, auf den ich mich bisher bezog, allerdings hat auch er eine Meinung die deiner irgendwie entgegengesetzt ist :wink:

Thema: abschaffung der 500-Euro-Note
Es geht in Wahrheit um etwas ganz anderes als die Kriminalität von Kleinganoven. Es geht um den Wunsch der EZB, die Einlagenzinsen noch weiter in den negativen Bereich zu schieben. Derzeit verlangt die EZB einen Strafzins von 0,3 Prozent für das Geld, das Banken bei ihr einlegen. Am liebsten würde sie noch mehr verlangen, doch kann sie nicht weiter gehen, weil Banken dann lieber Bargeld horten. Das Einzige, was die Banken davon abhält, nur noch Bargeld zu halten, sind die Kosten der Aufbewahrung der Banknoten in den Tresoren. Die Tresorkosten implizieren eine natürliche Obergrenze für den Strafzins.

VG
J~

Ich schon. Erst letzte Woche bei ED*KA erlebt.
Ein entsprechendes Schild aufhängen, Kunden ein schlechtes Gewissen einreden, rumknurren oder das „ausnahmsweise“ mal zu akzeptieren fällt für mich übrigens auch unter den Fall des „Nichtakzeptierens“. Ich bin da Kunde und will mich nicht zurechtweisen lassen. Auch wenn ich die Bezahlung eines einzelnen Euros per Karte dann „gerichtlich durchsetzen“ könnte ändert es für mich die Situation nicht, dass bargeldlose Zahlungen hier nicht flächendeckend akzeptiert werden.

VG
J~

Da Eka-Läden unabhängiger sind (vom Modell her), kann es da sicher einzelne Betreiber geben, die das so handhaben. Bei den großen Ketten ist das aber nicht der Fall und auch bei den Eka-Läden hier habe ich das schon lange nicht mehr gesehen.
Im Gegenteil, neulich bei T€** habe ich irgendwie nach Münzen rumgekramt und die Verkäuferin sagte sofort: ich solle doch mit Karte zahlen (der Betrag war 3 Euro irgendwas).

"Flächendeckend " ist ein großes Wort, solange es noch unabhängige Ladenbesitzer gibt, die ihre Meinung haben und diese auch vertreten. Aber dass es sich hier immer mehr um Ausnahmen handelt, ist deutlich.

Wo du „ein schlechtes Gewissen“ eingeredet bekommst, weiß ich nicht, wenn der Laden es vor dem Betreten klar macht, dass sie Karten nur ab einem bestimmten Betrag akzeptieren. Wie man mit dir redet, wenn du Kartenzahlung einforderst, ist was anderes, hat aber erstmal grundlegend nichts mit der Firmenpolitik eines Mindestbetrags zu tun.

Grüße
Siboniwe

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Ach echt? Erzähle mir mehr. Ich arbeite nun seit mehr als zwei Jahrzehnten bei Kreditinstituten und würde schon gerne wissen, wer den Zahlungsverkehr bei uns lückenlos überwacht, wenn wir das schon nicht machen.

Nein, der Idiot und Steuerhinterzieher. Daß Finanzämter nicht nur Belege aushaken, sondern bei so offensichtlichen Diskrepanzen nachhaken, kann man sich doch denken, wenn man es nicht schon weiß. daß Gastronomen mehr oder weniger 30% des Umsatzes am FA vorbei machen, ist Branchensitte, aber so eklatant Steuern hinterziehen zu wollen, gehört schon gestraft.

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Hallöchen,

ich finde es immer toll, wenn Leute, die noch nie außerhalb des universitären Betriebes gearbeitet haben, anderen Leuten die praktische Welt erklären wollen. Die Gründe, warum allein die Vorstellung, die Kreditinstitute würden vorsätzlich größere Beträge in Bargeld tauschen, um sie nicht als Guthaben halten zu wollen, gelinde gesagt abenteuerlich ist, habe ich bereits dargelegt. Auf die Theorie, die EZB habe den 500 Euro-Schein deswegen abgeschafft, will ich gar nicht näher eingehen.

Im übrigen läßt sich die Theorie ja ganz leicht belegen bzw. widerlegen: man besorge sich die Jahresabschlüsse von rd. 50 Kreditinstituten der Jahre 2009-2018 und vergleiche die Höhe der Bargeldbestände der Jahre 2014-2018 mit denen der Jahre 2009-2013 - absolut und im Verhältnis zu Bilanzsumme und Notenbankguthaben. Zwar müßte man das ganze um Sondereffekte bereinigen - wie z.B. die Lage der Feiertage bzw. des 31.12. -, aber im Grunde sollte das schon reichen.

Ich habe das mal anhand der Jahresabschlüsse des Rheinischen Sparkassen und Giroverbandes (enthält die Zahlen von etwas über 30 Sparkassen) für die Jahre 2010 - 2017 (2009 und 2018 waren nicht mehr bzw. noch nicht verfügbar):

2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
0,556% 0,513% 0,723% 0,688% 0,710% 0,688% 0,738% 0,741%
29,22% 23,51% 38,56% 37,31% 38,48% 30,02% 20,36% 15,77%

Das erste ist der Anteil der Barreserve an der Bilanzsumme, das zweite der Anteil der Barreserve an der Summe aus Barreserve und Guthaben bei der Notenbank. Dann kann man spaßeshalber die Zeiträume vor und nach Einführung des Strafzinses gegenüber stellen - also 2010-2013 und 2014-2017. Das habe ich für die zweite Größe - also den Anteil der Barreserven an den Liquiditätsreserven (also Summe aus Barreserve und Guthaben bei der Notenbank):
2010-2013: 32,15%
2014-2017: 26,15%

Das heißt, in der Zeit vor Einführung des Negativzinses war der Anteil der Barreserven an der gesamten Liquiditätsreserve um gut 20% höher als danach. Anders formuliert: es wurde nach Einführung des Negativzinses weniger Bargeld gehalten als davor. Und noch ein Faktum : den geringsten Anteil hatte die Barreserve 2017, den zweitniedrigsten 2016 - also just in den beiden Jahren, die auf die Erhöhung des negativen Zinssatzes auf 0,4% folgten.

Theorie widerlegt, Thema hoffentlich erledigt.

Gruß
C.

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Nur 1 Beispiel:

Du hast geschrieben: " Solange Deutschland allein die EU-Staaten stützt". davon kann nicht die Rede sein, es sei denn, man legt den Begriff „allein“ sehr, sehr mutig aus.

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Und hier im Vergleich Bevölkerungszahlen: https://crp-infotec.de/wp-content/uploads/eu-vergleich-einwohner-bip.gif
Auf der gleichen Seite findet man auch BIP-Zahlen.

Ansonsten: was C-Punkt schreibt.

Siboniwe

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Was zum Henker haben die Mitgliedszahlungen zum Haushalt denn mit ‚Stützen‘ zu tun?

„Rosen, sie reden irre!“

Btw. D ist das Land, das weitaus am meisten von der EU profitiert. Das ist den Schwätzern der AFD natürlich völlig unbekannt.

Der „digitale Klingelbeutel“ wird inzwischen auch in Deutschland schon getestet. Noch sind das einzelne Kirchen, die so etwas anbieten. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich das weiter verbreiten wird. Wenn man sich ansieht, dass es inzwischen diverse Anbieter gibt, die Lesegeräte für einen Appel und ein Ei anbieten, und die Provisionen erträglich sind, dann wundert es mich ehrlich gesagt, dass es überhaupt noch Läden, … gibt, die so ein Ding nicht einsetzen.

Das mit dem „Schweden ist/wird bargeldloses Land…“ da bin ich auch drauf reingefallen.

Komplett bargeldlos… das wird nie klappen. Alleine schon weil man als Geschäftsmann die Kunden mitnehmen möchte, die „Bar“ zahlen wollen.

Keine Panik!!