Bayrischer Abend

Hallo Leute,

ich möchte mein Geburtstagsfest „bayrisch“ feiern, zumindest was das Kulinarische angeht.

Ich dachte an Weißwurst, süßen Senf, Brezel, Radi. Und da gehen mir schon die Ideen aus. Was kann man noch dazu machen? Es werden ca. 12 Personen da sein.

Danke
S

Servus Susanne,

die eigentlichen Schmankerl will ich Berufeneren überlassen, aber ein Abend mit Weißwürst geht fei nicht, gell!

„Willst Du die Weißwurst mit Verstand genießen,
musst Du die rechte Zeit dazu auch wissen -
um zwölf Uhr, lieber Freund, endet die Frist,
danach sie nicht mehr koscher ist!“

(Weiß Ferdl, „Münchner Weißwurst“)

Schöne Grüße

MM

Hi!

Ich denke, wenn du ein wenig im Internet mit den richtigen Schlagworten forscht, wirst du mit Rezepten überschlagen. Spontan fällt mir noch ein…

  • Obatzer
  • Leberkäs
  • Semmelknödel
  • Schweinsbraten
  • Haxn

Gruß
Falke

Hallo,

die eigentlichen Schmankerl will ich Berufeneren überlassen,
aber ein Abend mit Weißwürst geht fei nicht, gell!

„Willst Du die Weißwurst mit Verstand genießen,
musst Du die rechte Zeit dazu auch wissen -
um zwölf Uhr, lieber Freund, endet die Frist,
danach sie nicht mehr koscher ist!“

(Weiß Ferdl, „Münchner Weißwurst“)

Das ist zwar ein echt bayrisches Lied, hat aber inhaltlich völlig ausgedient, denn die Empfehlung, die Wurst bis Mittag zu essen, kommt aus der Zeit, in der es noch keine Kühlschränke gab.
Also: Schöne Folklore, aber eine Weißwurst von heute, schmeckt auch abends!
Pflicht ist nur die Begleitung:
Brezn, süßer Senf, Weißbier.

Grüße
Capman42

Servus,

ja, ich weiß:

Weißbier

im Februar, comme il faut. Ungefähr wie Ratatouille oder Kässpätzle als Beilage. No, wenns schee macht…

Weiß Ferdls Schaffenszeit erstreckt sich beiläufig auf die 1910er bis 1940er Jahre. Der Lindesche Kühlapparat, mit dessen Eis Münchner Brauer, Wirtsleute und Schlachter arbeiten, seit es ihn gibt, ist von 1876.

Schöne Grüße

MM

Hallo, Susanne,

ich möchte mein Geburtstagsfest „bayrisch“ feiern, zumindest
was das Kulinarische angeht.

Ich dachte an Weißwurst, süßen Senf, Brezel, Radi. Und da
gehen mir schon die Ideen aus. Was kann man noch dazu machen?

vielleicht findest Du hier was Passendes:

http://www.bayernservice.de/Bayrische%20Rezepte%20Au…

http://www.food-from-bavaria.de/de/reg_spez/produkte…

http://www.hacker-pschorr.de/freizeit/rezepte/conten…

http://www.br-online.de/umwelt-gesundheit/unserland/…

Gruß
Kreszenz

Hallo,

wow, und *

Die „klassischen“ Bayerischen Gerichte wie Obatzter, Schweinshaxen, Bayerische Crème, … wurden ja schon genannt; ansonsten:

  • Rahmschwammerl
  • falsche Hirnsuppn (klingt schlimmer als es ist …)
  • Kälberner Schlegel
  • Bayerisches Bratl
  • Schwabentopf (geographisch anteilig auch Bayern *gg*)
  • Maultaschen ( s.o. )
  • Taubenfuchser (Zubereitungsart des Schweinebratens)
  • Fleischpflanzl
  • Leberkäs’
  • Krebs-Muß
  • Grillhändl
    und zum Dessert
  • Apfelküchl
  • Holler Küchl
  • Dampfnudeln
  • Kaiserschmarrn (naja, eingentlich aus Österreich aber …)
  • Marillen- oder Zwetschgenknödel
  • Quarknockerln

Gruß
mΔx

PS: Falls Ihr (entgegen aller Tradtion) nach dem 12-Uhr-Läuten abends noch Weißwürst’ macht, hier der passende selbstgemachte Weißwurst-Senf:

  • 125 g grünes Senfmehl
  • 250 g gelbes Senfmehl
  • 250 g Farinzucker
  • 1/2 l Weinessig
  • 3/4 l Wasser
  • 5 Wachoderbeeren
  • 1 Zwiebel
    Senfmehl mit Zucker vermischen. Essig, Wasser, Wachoderbeeren u. Zwiebel aufkochen und das Senfmehl in den kochenden Sud langsam einrühren. Das ganze nochmal kurz ! aufkochen. Danach abfüllen und auskühlen lassen. Je länger die anschließende Lagerungszeit um so milder wir der Senf.
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Servus,

Weiß Ferdls Schaffenszeit erstreckt sich beiläufig auf die
1910er bis 1940er Jahre. Der Lindesche Kühlapparat, mit dessen
Eis Münchner Brauer, Wirtsleute und Schlachter arbeiten, seit
es ihn gibt, ist von 1876.

Gehen wir davon aus, dass auch 1930 nicht jeder Dorfmetzger einen lindeschen Kühlschrank hatte.
Gehen wir weiter davon aus, dass der Weiß Ferdl Intrepret, aber nicht der Autor dieses Verses ist.
Es dürfte sich um ein älteres, überliefertes Stück handeln.
Und wenn doch, dann lag auch er schon daneben, bzw. hat noch ein weiteres Klischee der „Bairischen Lebensart“ verbreitet. Das macht die Bayern doch so interessant - glauben sie zumindest!
Sinn - vom Standpunkt des Genusses und der Gesundheit - hat die 12-Uhr-Regel jedenfalls heute keinen mehr.

Grüße
Capman42

Servus,

Gehen wir davon aus, dass auch 1930 nicht jeder Dorfmetzger
einen lindeschen Kühlschrank hatte.

Gar keiner hatte einen. Der Kühlapparat nach Linde diente zur Erzeugung von Stangeneis, welches dann in Eisschränken verwendet wurde. Die Münchner Weißwurst ist keine dörfliche Angelegenheit (falls man z.B. Schwabing, die Au, Obergiesing etc. nicht als Dörfer bezeichnen will), sie wurde vor 150 Jahren in München unter leichter Modifikation aus der Münchner Bockwurst entwickelt.

Gehen wir weiter davon aus, dass der Weiß Ferdl Intrepret,
aber nicht der Autor dieses Verses ist.

Weiß Ferdl hat fast ausschließlich eigene Couplets gesungen. In der Hymne an die Münchner Weißwurst erkennt man den Autoren zweifelsfrei an dem Vers:

„Die Unschuld ist bekanntlich weiß -
und ich, das freut mich, auch so heiß!“

Freilich sind von Weiß Ferdl auch Volkslieder wie „Schön ists mit’m Umgang gehn…“ aufgegriffen worden, aber er war zumindest ab der Zeit, als er das „Platzl“ führte, ein Volkssänger, kein Folkloresänger. Was man an seinen Texten beiläufig leicht erkennen kann.

Und wenn doch, dann lag auch er schon daneben, bzw. hat noch
ein weiteres Klischee der „Bairischen Lebensart“ verbreitet.

Hier wird es eigentlich interessant: Ohne Minkaner Lebenspraxis frag ich jetzt einfach einmal: Wer isst in München Weißwürste nach Mittag, wenn kennst Du, wen hast Du dabei beobachtet?

Sinn - vom Standpunkt des Genusses und der Gesundheit - hat
die 12-Uhr-Regel jedenfalls heute keinen mehr.

Diesen hatte sie nie. Es handelt sich um eine sog. Tradition, die keinen Sinn haben muss. Allenfalls diesen, dass die aus der Bockwurst abgeleitete Weißwurst genau wie das Bock selber zum Frühschoppen gehört. So wie das Froschkuttelessen in Riedlingen zum Aschermittwoch, das Heringessen mancherorts zu Neujahr, das Kässpätzle- und Dampfnudelessen am Freitag etc. etc.

Schöne Grüße

MM

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Tach,

numussichmeinensenfauchdazugeben… :wink:

…und das beim Thema Weißwurst *g*

Abgesehen von der Kühl-thematik habe ich auch mal gehört (also keine Quellenangabe möglich) dass das mit dem 12 Uhr Läuten auch daher rührt, dass die Weißwurst eine Brotzeit für die kleinen Leute war. Ab 12 kamen dann die „hohen Herrschaften“ zum Mittagessen, und bis dahin wollte man die „Grattler“ (oder was auch immer) aus dem Wirtshaus haben.

Ich finde die Theorie interessant - zumindest eine Überlegung und Beachtung wert.

Zum Thema Kühlmöglichkeit: Das mit dem Stangeneis ist schon richtig. Kaum jemand konnte sich bis in die 30er Jahre einen Kühlschrank leisten. Die ersten Linde-Kühlaggregate wurden m.W. auch in einer Münchner Brauerei verbaut :wink:

Aber solche Dinge wie Kutter oder Blitz - die gab es schon in den Metzgereien. Socleh Schnitzelwerke lassen sich bis zum Anfang des 18 Jhdt. zurückverfolgen. Ich schweife ab… Auf jeden Fall wurde und wird zur Wurstherstellung und zur Kühlung des schlachtwarmen Fleisches Eis/Kälte benötigt. Daher ist davon auszugehen, dass gerade auch Fleischereien auch über entsprechende Kühleinrichtungen verfügten…

Und der dörfliche Charakter von gewissen Stadtteilen… Wenn Du mal gucken tust: http://www.lib.utexas.edu/maps/historical/munich_185…
Ist zwar von 1858 der Stadtplan, aber jedenfalls ist Schwabing noch ein eigenes Dorf. Es wurde erst 1890 nach München eingemeindet, lag aber nichtsdestotrotz noch vor der Stadt… und Giesing kam auch erst 1854 dazu… und Au war ebenfalls ein eigenständiger Ort… Da war noch Luft dazwischen :wink:
München war ne windige Kleinstadt :wink: (Hey!! Aber das mir jetzt niemand was gegen mein München sagt!!!)
Es gibt sogar einen Bericht, dass die Fürsten von der Residenz nach Nymphenburg einen ganzen Tag über Wisen und Felder (!) unterwegs waren…

So… des war mei Sach dazu :wink:)

Mahlzeit

Midir

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Der Hauptgrund …
…lieber Martin und alle anderen,

war nicht die mangelnde Kühlung (die schon auch, aber nicht an erster Stelle),
sondern die Tatsache, dass die historische Weißwurst nicht gebrüht war, mithin
der Darm ein rohes Brät enthielt. Und das bei der wasserreichen Zusammensetzung
des extrem feinen Weißwurstbräts! Und dann noch mangelhafte Kühlung … da hätte
ich nach 12 Uhr auch keine mehr essen mögen. Heutzutage aber ist die Weißwurst,
auch in München, zu einem weit verbreiteten Mitternachtssnack geworden. Guckt
mal, was da alleine zu Silvester verkauft wird!

Gruß
Bolo

Hallo,

auf mein Ausgangsposting zurück zu kommen:
Ich werde die Weißwurst abends servieren.

vielleicht trifft mich dann nachts der Schlag. Oder ich werde am nächsten Morgen standrechtlich erschossen. Na, mal sehen.

Mit genug Weißbier wär´mir das dann auch egal (muss dann halt einfach bis zum nächsten Mittag anhalten)

Danke aber für alle Antworten

Susanne

Servus,

vielleicht trifft mich dann nachts der Schlag. Oder ich werde
am nächsten Morgen standrechtlich erschossen.

gemach, gemach! Für unsittlichen Lebenswandel gibts das Haberfeldtreiben, das überlebt man ohne viel Umstände.

Feiert schön!

MM

HOLLERKIACHEN!
du bist gemein :smile:
ich bin hier am fasten, und dann muß ich sowas lesen…

wie gut, daß es noch ein „paar“ wochen dauert, bis zur hollerblüte!

mit wasser im mund:
agnes
(die ihren senf übrigens auch immer selber macht: rezept von oma gerettet!)

du bist gemein :smile:
ich bin hier am fasten, und dann muß ich sowas lesen…

wie gut, daß es noch ein „paar“ wochen dauert, bis zur
hollerblüte!

mit wasser im mund:
agnes
(die ihren senf übrigens auch immer selber macht:

Verrätst du es??
LG Allu

rezept von
oma gerettet!)

hallo Kreszenz,

wirklich tolle Seiten.Besser gehts nicht für einen „Preissn“
Da sind viele tolle Bayrische Rezepte zum nachkochen,welche nicht mal mancher Bayer kennt.
Von mir auch einen Stern :smile:

Gruß Franz

Senfrezept
na klar :smile:

300 g gelbes Senfmehl, 200 g grünes Senfmehl und 500 g Farinzucker in einer Schüssel verrühren.

400 ml Essig (ich nehme Rotweinessig), 1 1/2 l Wasser, 1 Handvoll Salz, 2 Zwiebeln, 2 Lorbeerblätter, 5 ganze Nelken und 10 Pfefferkörner ca. 20 Minuten kochen.

Den Sud in die Schüssel abseihen; durchrühren.

Also fast so wie Maxens Rezept :smile:

Viele Grüße,
agnes

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Servus!
Ham wir letztens auch gemacht. Alles, wie vorher schon gepostet, aber wir ham noch Weißwurstsalat(!) dazugemacht. Der Knaller… Kannst dir bequem durch googeln verschiedene Rezepte holen.
An guadn

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