Besuchsrecht des Vaters

Hallo Nadine,

nachdem ich mich durch den bisherigen Baum gelesen habe, möchte ich nun auch meinen Senf loswerden:

Das wichtigste ist in meinen Augen, daß Dein Sohn jetzt zeitnah darüber aufgeklärt wird, daß er neben seinem sozialen Vater noch einen biologischen hat. Idealerweise macht Ihr das gemeinsam - das signalisiert dem Kind, daß diese Tatsache nichts mit der Beziehung zu seinem sozialen Vater zu tun hat.

Zum zweiten würde ich Dir empfehlen selbst auf das Jugendamt zuzugehen und dort um Unterstützung zu bitten. Wenn Du dort Deine Geschichte erzählst und dabei deutlich machst, daß Du den Kontakt des Jungen zum leiblichen Vater unterstützt Dir aber nur nicht klar über einen vernünftigen Weg dorthin bist (denn das Kind erfährt erst aktuell von der Situation und hat keine Erinnerung an den leibl. Vater), wird man Euch sicher helfen.

Dem leibl. Vater würde ich sagen, daß ich seinen Wunsch nach Kontakt zum Kind unterstütze, daß er aber nicht erwarten kann nach den bisherigen Vorfällen nur eine SMS zu schreiben um dann den Jungen kurz darauf abzuholen. Er muß akzeptieren, daß das erste Treffen eine gewisse Vorbereitung (vor allem für den Jungen) und evtl. einen besonderen Rahmen (begleitet, auf neutralem Boden, zeitlich eingeschränkt) benötigt.

Angst vor Jugendamt oder dem Familiengericht brauchst Du im Moment wirklich nicht zu haben.

Mit den besten Wünschen
Stefan

Hallo,

Dein Kind ist nicht von zwei Papas überfordert.

Das nicht, aber der leibliche Vater scheint doch ein
ziemlicher Sponti zu sein, der anscheinend nicht das Wohl des
Kindes, sondern das Durchsetzen seiner augenblicklichen Launen
(oder was auch immer) in den Vordergrund stellt.

Hier interpretierst du aber wild drauflos.
Ich könnte genauso interpretieren, dass der Vater sich zurückgezogen hat, weil es immer Ärger gab, weshalb er jetzt gleich mit rechtlichen Schritten droht.
Das bringt doch nichts.
Es geht um den allgemeinen Ausspruch: ich möchte ihn durch zwei Papas nciht überfordern. Dem kann man allgemein widersprechen.

ganz gute Karten hat, da ja bewiesen werden kann, dass
der Vater bis vor Kurzem keinerlei Interesse an dem Kind
hatte.

Wie gesagt: Spekulation.

Ich stelle mir vor, dass man zumindestens verlangen könnte,
dass sich zuerst die Eltern treffen (eventuell zusammen mit
einem Jugendamtsmitarbeiter) und einen Rahmen besprechen, in
dem das oder die Treffen mit dem Kind stattfinden sollen (wie
Hanni ja schon vorgeschlagen hat).

Ja, guter Vorschlag. Wo habe ich dem in irgendeiner Weise widersprochen?

  • Wenn der Vater so ist,
    wie man ihn nach der Schilderung einschätzt,

Wie du ihn einschätzt. Wie ich gezeigt habe, kann man das auch ganz anders lesen.
Wenn das so weitergeht,werde ich mich gänzlich auf Maltes Seite in diesen Diskussionen schlagen müssen, dass hier manche nur mit einer „alle Väter sind erstmal schlecht“-Brille lesen.

würde es zu einem
solchen Treffen dann wohl gar nicht erst kommen.

Selbst in der Vergangenheit weniger gute Väter haben die Chance, sich zu ändern und dass auf diese Änderungen angemessen reagiert wird.

Gruß
Elke

2 „Gefällt mir“

und was ist daran so schlimm, wenn der Vater den jungen *nur*
ein- zweimal sieht, oder den jungen gar versetzt?

Dass sich das Kind fragen wird warum sein Papa es nicht mag und was es falsch gemacht hat. Ein Kind mit drei Jahren ist nicht in der Lage sich zu denken, dass es halt Menschen mit geringerem Verantwortungsgefühl gibt, er wird den Fehler u.U. nicht beim Vater sondern bei sich selbst suchen.

Das Leben ist nun mal so, es gibt auch enttäuschungen, darüber
kommt auch ein dreijähriger hinweg.

Ja zumindest sofern diese Enttäuschungen dem Alter angemessen sind. Den Abbruch einer Bindung seitens der Bezugsperson zu verarbeiten ist für einen Dreijährigen KEINE Erfahrung über die er einfach mal so hinweg kommt. Wenns blöd läuft lernen Kinder durch eine solche Erfahrung, dass sie wertlos sind und sie es deshalb nicht verdienen geliebt zu werden oder aber, dass andere Menschen grundsätzlich unzuverlässig sind und man sich am besten nicht auf eine Bindung zu ihnen einlässt.
Das Argument das Leben ist halt so ist bei einem Dreijährigen völlig unangebracht…es gibt viele Dinge, die im Leben halt so sind und trotzdem von einem so kleinen Kind noch nicht verarbeitet werden können.

Und bisherige Enttäuschungen, weil das Kind versetzt wurde sind :keine Kindeswohlgefährdungen.

Fällt tasächlich eher in die Kategorie seelische Grausamkeit…je nachdem wie sich das gestaltet (darüber möchte ich mir hier kein Urteil erlauben) kann das aber zur Kindeswohlgefährdung führen.
Inkonsistente Bezugspersonen sind mit das schlimmste was einem Kind passieren kann…in diesem Fall scheint das Kind ansonsten ein stabiles Umfeld zu habe, was den zu befürchtenden Schaden reduziert.

Hallo Nadine,
die mehrfach angesprochene Idee, dass du einen Termin beim JA machst finde ich sehr gut, am besten nimmst du den Erzeuger mit und ihr versucht mithilfe einer neutralen dritten Person eine feste Regelung zu treffen.
Zunächst wird der Vater vermutlich ohnehin nicht das Recht erhalten sich alleine mit dem Kind zu treffen, d.h. du bist bei den Treffen dabei.
Ob dein Kind verstehen kann, dass es einen Erzeuger und einen sozialen Vater hat, hängt davon ab wie weit er in seiner Entwicklung ist und welche Erfahrungen er hat, auf die er zurück greifen kann. Weiß der Kleine ungefähr wo Babys herkommen? Gibt es in eurem Umfeld vergleichbare Familienkonstellationen, anhand derer du ihm erklären könntest, dass Erzeuger manchmal nicht Väter sind/ dass man zwei Väter haben kann/ dass Eltern ihren Pflichten manchmal nicht nachkommen (können)???
Wichtig wäre für den Kleinen (so meine Einschätzung), dass du ihm nachdrücklich erklärst, dass sein momentaner Papa das ist und bleibt, dass du und sein (sozialer) Papa ihn lieb haben und sich auch daran nichts ändert und dass die Unzuverlässigkeit seines Erzeugers nichts mit ihm (also Ben) zu tun hat, sondern eben mit seinem Erzeuger. Wobei du beim letzten Punkt vorsichtig sein solltest um den neuen Kontakt zum Erzeuger nicht noch zusätzlich zu erschweren. Hilfreich könnte hier sein Ben zu erklären, dass auch Erwachsene manchmal Fehler machen, die sie hinterher bereuen…Beispiele helfen ihm das zu verstehen.
Vielleicht hat sich ja der Erzeuger tatsächlich geändert und kann nun Verantwortung für sein Kind übernehmen.
Ich drück euch die Daumen.
Liebe Grüße

Zauberwort Begleitung
Hinfallen ist blöd, es tut weh, kein kind nimmt es persönlich, wenn es auf den boden fällt.
Wenn dem Kind vermittelt wird, dass es halt leute gibt, die verabredungen nicht einhalten, dann werden sie es nicht persönlich nehmen, wenn sie versetzt werden.

Die Frage war ja:
Kann der Vater den Umgang erwirken?
Ja, auch wenn er 3 Jahre unzuverlässig war, so kann er doch sich ändern und das sollte man zu gunsten des kindes annehmen.

So würde ich handeln:
(wen es nicht interessiert, kann nun wegklicken)

ich würde dem guten Mann sagen, dass es vorerst besuche nur mit meiner begleitung gibt, weil der knabe seinen vater nicht wiedererkennt.
um eine eventuelle enttäuschung zu vermeiden, würde ich die besuche selbst toll gestalten:

*wir treffen den jochen, und gehen dann gemeinsam in den zoo*

sollte jochen nicht auftauchen, geht man halt ohne ihn in den Zoo.

Lutzie

2 „Gefällt mir“

*wir treffen den jochen, und gehen dann gemeinsam in den zoo*

jochen ist was anderes als Papa

sollte jochen nicht auftauchen, geht man halt ohne ihn in den
Zoo.

find ich super
und im übrigen sind wir dann wohl einer Meinung :wink:
(s. meine 2. Antwort etwas weiter oben)
Liebe Grüße

1 „Gefällt mir“

ich finde die vorschläge alle sehr gut,doch mein kind ist noch 2 und ich bezweifel das ich meinem kind den untershied zwischen den beiden (Vätern)erklären kann und er damit versteht was ich meine, und in dem alter weiß er natürlich auch noch nicht wo babys her kommen, den das fnd ich definitiv zu früh. Das macht die sache ja so schwierig, den ben ist zwar seinem alter entsprechend und echt nicht doof aber das ist dann doch etwas zu kompliziert um sie ihm zu erklären.

Hallo,

ich finde die vorschläge alle sehr gut,doch mein kind ist noch
2 und ich bezweifel das ich meinem kind den untershied
zwischen den beiden (Vätern)erklären kann und er damit
versteht was ich meine,

Nein, er wird das nicht so verstehen, wie du. Aber er wird etwas vertstehen.

und in dem alter weiß er natürlich
auch noch nicht wo babys her kommen, den das fnd ich definitiv
zu früh.

Du willst das also so machen wie früher? An einem bestimmten Zeitpunkt dein Kind hinsetzen und sagen: so, hör mal zu, also mit den Babies da ist das so…
Hast du dir schon mal eine andere Herangehensweise überlegt (erprobt und bewährt), nämlich das Kind von Anfang an aufzuklären?
Ein Beispiel (was der zwei Papa-Situation wieder näherkommt):
Meine Kinder sind adoptiert. Das haben sie bereits beim ersten Windelwickeln (sic!) erzählt gekriegt. So, dass sie das Wort schon kannten. Und ab und zu hab ich davon erzählt, wie das war, als sie zu uns gekommen sind.
Richtig verstehen (intellektuell und emotional) können Kinder Adoption erst ab sieben. Geredet haben wir darüber schon viel früher, so dass ich heute nicht sagen kann, sie haben es mit 2, mit 4, mit 10 erfahren. Es war immer Teil ihres Wissens. So wie z.B. Oma und Opa Teil ihres Wissens sind. Sie sind da. Und je älter die Kinder werden, je mehr verstehen sie, was es wirklich heißt, dass Oma die Mutter der Mutter ist (z.B.).

Das macht die sache ja so schwierig, den ben ist zwar
seinem alter entsprechend und echt nicht doof aber das ist
dann doch etwas zu kompliziert um sie ihm zu erklären.

Genau das ist das Problem: du stellst dir nur vor, es ihm zu erklären, die ganze Geschichte. Alles nicht notwendig.
Er kommt und ist da. Vielleicht könnte ihr euch vorher auf eine Namensgebung einigen (Papa/Vati / Papa/Walter / Papaeins/Papazwei), und sehen, wie der Sohn mit der Situation umgeht. Und wenn er dann anfängt Fragen zu stellen, sie ehrlich und altersgemäß beantworten, und zwar so, dass das Kind seinen biologischen Vater positiv annehmen kann, denn irgendwann wird das Verständnis soweit sein, dass er ein Teil dieses Mannes ist.

Gruß
Elke

7 „Gefällt mir“

Danke!! in der Art meinte ich das…
Ben wird das sicher nicht so verstehen wie ein Erwachsener, das ist aber auch nicht nötig, wichtig für ihn ist erst einmal, dass ihr als Mama und Papa das bleibt was ihr die ganze Zeit schon seid und sich daran nichts ändern wird.
Elkes Antwort verdeutlicht ziemlich gut was ich meinte. Dadurch, dass sie von Anfang an mit ihren Kindern darüber gesprochen hat, hat sie ihnen gezeigt, dass sie für sie da ist, gleichzeitig hat sie ihnen den „Schock“ erspart irgendwann rauszufinden, dass alles ganz anders ist als sie dachten. Dadurch dass man mit Kindern über solche aus Erwachsenen-Sicht schwierige Sachen spricht, entkompliziert man es für sie, man nimmt ihnen Ängste bzw. verhindert, dass welche entstehen. Indem man zeigt, dass man offen darüber reden darf, kann und soll zeigt man den Kindern, dass es nichts schlimmes ist.

1 „Gefällt mir“

Nein, er wird das nicht so verstehen, wie du. Aber er wird
etwas vertstehen.

aber ich möchte schon gerne das mein kind es dann schon richtig versteht und nicht nur stückhaft, weil sowas will ich vermeiden das er durcheinander kommt.

und in dem alter weiß er natürlich
auch noch nicht wo babys her kommen, den das fnd ich definitiv
zu früh.

Du willst das also so machen wie früher? An einem bestimmten
Zeitpunkt dein Kind hinsetzen und sagen: so, hör mal zu, also
mit den Babies da ist das so…
Hast du dir schon mal eine andere Herangehensweise überlegt
(erprobt und bewährt), nämlich das Kind von Anfang an
aufzuklären?

Ne aber ich werde ihn bestimmt noch nicht mit zwei Jahren aufklären, er weiß das die babys aus dem bauch kommen und denkt bestimmt nicht das die noch vom storch kommen. doch zu frühe aufklärung muss auch nicht sein. Doch enn der zeitpunkt kommt werde ich ihn auch aufklären den ich habe keine lust das mein sohn mit 12 oder so ankommt und sagt ich werde vater.

und ist klar das ich mit schon gewisse dinge vorstelle, den ich kenne mein kind und will das er am schonendsten dabei behandelt wird, doch in der situation glaube ich das nicht.

nur mit einer „alle Väter sind erstmal schlecht“-Brille lesen.

würde es zu einem

ne das ist nicht so, nicht alle väter sind schlecht, das musste ich selber feststellen, doch ich bin der meinung er ist den in der gesaten beziehung hat er sich nie für das kind interessiert obwohl er es auch haben wollte. Und hat mich damit allein gelassen so das ich mir meine mutter als hilfe dazu holen musste( da ben ein sehr anstrengendes baby war) und deshalb finde ich es in so einer situation wie jetzt eine unverschämtheit von ihm sich zu melden obwohl er weiß das wir jetzt eine neue kleine glückliche familie sind und ich eigentlich nur denke das er das macht um uns zu schaden.

… ja und nun scheint er sich offensichtlich eines besseren
zu besinnen.

was ich nicht glauben kann, den er wollte vorher auch nie was mit dem kind zu tun haben

Ich wage nicht die Lage zu beurteilen, da ich keinen der
invovierten persönlich kenne. Ich glaube nur, dass hier ein
riesen Streit um Besuchsrechte kommen wird.

Ja das denke ich auch, doch das ist nicht das was ich gerne möchte und möchte

Hallo Elke

… aber der leibliche Vater scheint doch ein
ziemlicher Sponti zu sein, der anscheinend nicht das Wohl des
Kindes, sondern das Durchsetzen seiner augenblicklichen Launen
(oder was auch immer) in den Vordergrund stellt.

Hier interpretierst du aber wild drauflos.

Hat sie das denn nicht mehr doer weniger geschrieben?
Ich bin halt davon ausgegangen, dass es so ist, wie die Fragestellerin schreibt.

Es geht um den allgemeinen Ausspruch: ich möchte ihn durch zwei Papas nicht überfordern. Dem kann man allgemein widersprechen.

Gut, da hast du wohl recht.

  • Wenn der Vater so ist, wie man ihn nach der Schilderung einschätzt,

Wie du ihn einschätzt. Wie ich gezeigt habe, kann man das auch ganz anders lesen.

Aber doch nur, wenn man der Fragestellerin erstmal nicht glaubt. Und da sehe ich überhaupt keinen Sinn drin, einem Fragesteller einen Rat geben zu wollen, dem man nicht glaubt.

… würde es zu einem solchen Treffen dann wohl gar nicht erst kommen.

Selbst in der Vergangenheit weniger gute Väter haben die Chance, sich zu ändern und dass auf diese Änderungen angemessen reagiert wird.

Ich hab ja auch geschrieben: ‚Wenn (=Falls) der Vater so ist …‘

Viele Grüße

Hallo,
Nur dazu:

Aber doch nur, wenn man der Fragestellerin erstmal nicht
glaubt. Und da sehe ich überhaupt keinen Sinn drin, einem
Fragesteller einen Rat geben zu wollen, dem man nicht glaubt.

Im Prinzip ja (und ich hatte zum Zeitpunkt meiner Antwort noch nicht alle Repliken der UP gelesen). Andererseits - auch wenn jemand XY behauptet, kann man aus der Art, wie das behauptet wird, auch wiederum was lesen. Manchmal sind diese Interpretationen dann gar nicht so weit vom Ziel. Bei dem Posting hier bin ich mir schlichtweg nicht sicher, wie sehr man 1:1 den Behauptungen über den Vater Glauben schenken darf. Da bin ich dann einfach vorsichtig, Ratschläge zu geben, die vom „worst case“ (den Vater betreffend) ausgehen, weil das meist nur die von der UP gewünschten Möglichkeiten und Ratschläge abdeckt.

Gruß
Elke

Hallo Elke

Da bin ich dann einfach vorsichtig, Ratschläge zu geben, die vom „worst case“ (den Vater betreffend) ausgehen, weil das meist nur die von der UP gewünschten Möglichkeiten und Ratschläge abdeckt.

Stimmt auch wieder.

Viele Grüße
Simsy