Bild und Ton laufen auseinander

Hallo Hans-Jürgen

"Zeit ist relativ und abhängig vom Objekt." hätte Einstein gesagt.

Der beschriebene Fehler entsteht immer bei der Konvertierung von einem Format ins andere. Fachleute sagen nicht umsonst, das Bild und Ton voneinander getrennt bearbeitet werden müssen und viele Profi-Tools setzen das auch voraus. Die Hersteller der Konsumertools machen daraus immer ein Geheimnis und schummeln dabei ebissl.

Was passiert bei der Konvertierung?
Das Movie besteht aus mindestens jeweils einer Spur für Bild und für Ton. Beide werden von einander getrennt (demuxt) und von verschiedenen Codecs bearbeitet. Da sie von einander unabhängig sind, haben beide Codecs auch eine eigene Zeit. Nach der Konvertierung beider Spuren werden diese wieder aneinander gefügt (gemuxt) und nun stimmen die Längen nicht mehr überein. Da der Ton meist länger ist, wird er von den Editoren ohne zu fragen großzügig hinten passend geschnitten. Auf Grund dieses Vorganges geschieht es, das im Home-Movie ein Brautpaar sich das „Ja-Wort“ gibt, nachdem es die Kirche verlassen hat!

Wenn du das Ganze bis hierher nicht begriffen hast, musst du es so lange beginnend bei Einstein neu lesen, bis du es hast.

Was kann man tun?
Du kannst das Problem minimieren , in dem du aus dem Rohmaterial einzelne Clips (an den Enden großzügig) herausschneidest und sie als selbstständige Dateien auf der Festplatte ablegst. Dabei solltest du die Konvertierung in das Endformat vorsehen. Dies ist für DVDs das MPEG-2-Format. Jeden einzelnen Clip nimmst du dann in den Editor und trennst Bild und Ton voneinander. Dieser Vorgang ist von Hersteller zu Hersteller verschieden und gelingt meist, in dem du mit der Maus die oft andersfarbige Tonspur aus der Bildspur auf eine externe Tonspur ziehst. Dieser Vorgang sollte allerdings auch in der Hilfedatei und dem Handbuch dokumentiert sein. Danach suchst du im Ton den Anfangs-Schnittpunkt und schneidest dort ab. Jetzt kannst du den Ton auf der Zeitachse verschieben und anpassen. Das Ende des Clips wird passend gemacht.

Auf diese Weise entsteht zwar auch noch eine unvermeidbare Differenz am Ende des jeweiligen Clips, aber die kann bei Home-Videos vernachlässigt werden. Da beim späteren „aneinanderkopieren“ der einzelnen Clips im Editor zum endgültigen Movie keine weitere Konvertierung stattfindet, ist ein erneuter zusätzlicher Zeitversatz nicht vorhanden.

Ich habe übrigens das Problem anders gelöst. Ich benutze seit einiger Zeit einen Festplattenrecorder. Mit diesem werden die Movies vom Band (VHS, S-VHS, Hi8 etc.) „gestreamt“ und mit Hilfe der internen Schnittfunktion in einzelne Clips geschnitten. Es wird also der Datenstrom, welcher ursprünglich für den TV vorgesehen ist, auf der Festplatte des Recorders im MPEG2-Format aufgezeichnet. Das ist bei neueren PCs mit entsprechender Hardwareausstattung (TV-Eingangsteil mit MPEG2-Unterstützung) und geeigneten Programmen auch möglich.

Das Ausgabeformat entspricht dem einer normalen DVD (.VOB-MPEG2) und wird auf DVD-RWs als einzelne kleine Movies kopiert. Jetzt erst wird im PC weiter bearbeitet. Die Movies werden zwecks höherer Bearbeitungsgeschwindigkeit mit VOB2MPEG (http://www.svcd2dvd.com/downloads.aspx#VOB2MPG) ihrem .VOB Container mit entnommen. Die Qualität ist offensichtlich besser. Der entstandene Aufwand ist nicht größer, er hat sich nur etwas verlagert.

der hinterwäldler
hofft, wenigsten ein wenig zum besseren Verständnis beigetragen zu haben.