absurd leben
Habe ich so weit seine Philosophie richtig verstanden?
soweit, im Grundzug, ja
Was mir unklar ist, wie soll diese Revolte (Aufstand) aussehen?
Meint Camus durch annehmen der Absurdität gibt es dem leben einen Sinn?
Nein. Es gilt, die Absurdität (etwa: „es gibt keinen Sinn des Lebsn“) zu durchschauen. Sie annehmen heißt aber nicht liebkosen. Es gilt, sich ihr nicht zu unterwerfen. D.h. im vollen Bewußtsein der Unmöglichkeit, einen Sinn zu finden, nicht aufzuhören, ihn zu suchen. Die Konsequenz: „So gut wie möglich und so lange wie möglich zu leben“. Das ist die Revolte. Nicht aufhören, zu streben, und sich von der Gewißheit unmöglicher Erfüllung nicht hindern lassen. Scheitern ist ok, aufgeben nicht.
Also z.B. der Suizid ist keine Lösung (siehe auch „Der Fremde“). Es wäre eine Unterwerfung unter die Sinnlichkeit. Schau dir an, wie er
a) den Sisyphus beschreibt: Er lächelt beim Heraufrollen des Steins in Vorfreude auf die Freiheit und ist niedergeschlagen, wenn er unbelastet vom Berg absteigt in Vorwissen der zukünftigen Last
und b.) den Don Juan: Was er an Qualität nicht erreichen kann, ersetzt er durch Quantität: Er bleibt nicht bei einer, die er nicht kriegen kann, sondern geht immer weiter von einer zur nächsten und ist selbst derjenige, der sie verläßt.
Beides sind für ihn absurde Menschen und es gilt, absurd zu leben. Das IST die Revolte.
Es steht in gewissem Gegensatz zur Absurdität bei Kafka. Dazu siehe:
/t/kafka-k-wird-von-einem-torwaechter-gehindert/4409…
und
/t/kafka-k-wird-von-einem-torwaechter-gehindert/4409…
Bei beiden ist klar, was mit Sinnlosigkeit gemeint ist, aber es bleibt unbestimmt, worin denn „Sinn“ bestehen könnte. Das ist entscheidend.
Gruß
Metapher