Hallo Pit,
sehr gut! Ich kann mich Dir vollumfänglich anschließen. Kleine Ausnahme: „Die über den Tellerrand blickenden Künstler“ müssen auch Leben. Und da sie auf die Medien angewiesen sind, besteht auch für sie das Problem, durch das anglophile Sieb zu fallen.
Leider bleibt die Frage nach Lösungsansätzen offen. Ich bin da auch relativ pessimistisch. Denn die angeführten Probleme sind alle Teil eines großen Gesamtproblems. Nämlich unser aller, völlig außer Rand und Band geratener, Kapitalismus und Materialismus.
Ich vermute, dass die Konsumwut der westlichen Gesellschaften aus einem Defizit an Lebensinhalten kommt. Fatalerweise vergrössert sich nach dem konsumieren die Leere, und fordert neuen Konsum!
Diese Situation ist aber gewollt und wurde bewusst herbeigeführt. Konsumiert es sich doch viel besser, wenn man das Gehirn ausschaltet.
Und weil das in den USA so blendend funktioniert, will man uns gleich auf die selbe Art „beglücken“.
Dies funktioniert am besten über die sog. „Freien Medien“.
Leider traut sich keiner der in der Verantwortung stehenden Politiker, wirklich etwas dagegen zu tun. Thierses Vorschlag bzgl. deutscher Sprache ist ja nur ein kleiner schüchterner Versuch, den Medienmultis entgegenzutreten!
Wenn es zur Konkretisierung solcher Vorschläge kommt, kannst Du darauf warten bis das Schlagwort „Nazi-Patriotismus“ wieder kommt!!
Das viel größere Problem ist das Fernsehen, bei dem man von Jahr zu Jahr die zunehmende geistige Verrottung - sowohl von „Machern“, als auch von Konsumenten - beobachten kann.
Aber: Solange die in den Werbeblöcken beworbenen Produkte der Sender-Kunden (Industrie) dermaßen gut gekauft werden, sprich: solange der Konsument den Schrott, der ihm angpriesen wird kauft („Geiz ist geil“), bleibt alles beim Alten.
Du als Werbekaufmann weißt sicher ein Lied davon zu singen, worum es in den Privat-Medien wirklich geht.
UMSATZ AUS WERBEEINNAHMEN!
Was kann man tun? Wie kann man den heute 18-30jährigen klarmachen, dass sie die Melkkühe der Industrie sind.
Anders ausgedrückt: Welcher junge Mensch glaubt einem, dass Lebensqualität nicht über Konsum zu erlangen ist, und dass unser Konsumwahn in riesige Probleme führt. Diese sind bereits - nicht von mir - definiert: Einsamkeit, Depression, Sucht!
Sind wir krank? Vermutlich. Anders kann ich mir das verhalten unserer Gesellschaft nicht erklären.
Hast Du einen Lösungsansatz?
Beste Grüße
Günther
von mir hast du dafür auch ein sternchen bekommen, weil sich
dein beitrag sehr differenziert und analytisch mit der sache
befaßt.
ich möchte aber noch auf was ganz anderes eingehen:
MÜNDIGKEIT contra DIE MACHT DER MEDIEN
in deutschland (und bestimmt nicht nur hier) sind - was
musikgeschmack, mode, lifestyle und zeitgeist (politische
meinungsbildung auch, das gehört jetzt nicht hierher)
anbelangt, bestimmt 90% der bevölkerung mediengesteuert,
kritiklos, träge, mit scheuklappen, gehirnamputiert. und da
braucht mir keiner mit dem spruch „über geschmack kann man
nicht streiten“ kommen. das hat nämlich nix mit liberalität
und individualität zu tun, wenn der mainstream den geschmack
von den medien eingehämmert bekommt.
hut ab aber vor denen, die sich die eigenständigkeit bewahren,
hinterfragen, übern tellerrand schauen. die brauchen keine
deutschquote. aber was macht man mit den 90%? die hören doch
nicht britney spears, joe cocker oder las ketchup, weil die
musik so toll ist …
eine firma microsoft wird zu 497 mio. euro verdonnert, weil
die ihre marktbeherrschende wettbewerbsposition gegen ihre
konkurrenten eingesetzt haben. warum muß das so sein? es kann
doch jeder user für sich entscheiden, ob er statt m$ lieber
linux, mac-os, netscape, realplayer und quicktime auf seiner
kiste installiert! richtig, aber schaut euch die realität an:
die gleichschaltung ist bestimmt bei über 95% der user
präsent. aus geistiger trägheit heraus wird halt das
gefressen, was man vorgesetzt bekommt, bis man voller inbrunst
singt: „mc donalds, ich liebe es!“ und mit tcg (ehem. tcpa)
und nscgb (windows „longhorn“) sind die nächsten eckpfeiler
der globalisierten gleichschaltung gesetzt.
die frage ist also, ob man (die politiker, die radiosender
usw.) es zulassen soll, daß die große empfängliche masse der
musikkonsumenten weiterhin der übermächtigen promotion- und
lifestylemaschinerie usa aussetzt ist, oder ob da auch ein
bildungs- und informationsauftrag ausgeführt wird, damit die
kleine konkurrenz namens „deutsche sprache, kultur und
eigenständigkeit“ nicht erdrückt wird. ich sehe das nicht so,
daß hier entmündigung droht, denn das setzt ja erstmal eine
gewisse mündigkeit voraus
)
müssen wir denn alle so blöd wie die amis (oder 90% von denen)
werden, die hunde in die microwelle stecken, und nicht wissen,
ob deutschland auf der anderen seite eines ozeans liegt? nur
wegen dem liberalitätsgedanken?
lg, pit