Hallo,
du weißt doch, dass ich kein hebräisch kann und daher die
Antwort nicht verstehe.
genau deswegen frage ich mich, warum Du immer wieder den (hebräischen oder - für das NT - griechischen) "Original"text von anderen einforderst, wenn Du diesen Text nicht lesen kannst. Du forderst von anderen, was Du selbst nicht kannst. Das finde ich (hier konkret gegen speedytwo) unfair. Deshalb:
Mich damit für diesen thread zu disqualifizieren finde ich hier deplatziert,
möchte ich Dir zeigen, wie Deine ständige Forderung danach auf mich wirkt: unverständlich.
Ich verstehe einfach nicht, warum in diesem thread
portugisische, französische und sonstige Übersetzungen der
Bibel als Argumente herangezogen werden, wenn doch der Tanach
seit dem Babylonischen Exil unverändert (?) erhalten ist und
daher zumindest der größte Teil des Alten Testaments
unverfälscht vorliegt.
Ich habe Dir aus dem hebräischen „Original“ zitiert und Du verstehst es nicht. Deshalb braucht man / brauchst Du Übersetzungen (die Du dann weiter unten in Deinem Posting tatsächlich - und das ist ein Widerspruch in sich - einforderst).
Oder liest Du alle Texte, z.B. Romane, immer nur in der Originalsprache? Werke von z.B. Tolstoi oder Dostojewski immer nur im russischen Original? Und welches Original? Selbst von solch profanen Werken gibt es mitunter mehrere Fassungen. Welche ist jetzt das „Original“? Der Erstentwurf?
Der Vergleich verschiedener Übersetzungen kann zeigen, ob und wie der übersetzte Text zu verstehen ist. Das ist ein Grund, warum es sinnvoll ist, verschiedene Übersetzungen - auch in verschiedenen Sprachen - heranzuziehen und miteinander zu vergleichen. Dazu sollte man noch die Kommentare berücksichtigen (z.B. in der Einheitsübersetzung oder der Elberfelder). Ergibt sich unter dieser Berücksichtigung eine Bedeutungsübereinstimmung, kann man guten Gewissens eine dieser Übersetzungen heranziehen. Tatsächlich stimmen viele deutsche Übersetzungen grundsätzlich und an vielen Stellen so weit überein, daß die ständige Forderung nach dem „Original“ überzogen und die Ablehnung dieser Übersetzungen pedantisch (kleinlich) auf mich wirkt, insbesondere wenn Du das „Original“ gar nicht lesen kannst.
Und: Übersetzungen sind nicht grundsätzlich „Verfälschungen“. Das ist eine falsche Prämisse. Sie enthalten natürlich Interpretationen, aber das sind nicht grundsätzlich Verfälschungen. Der heutige Tanach ist auch nicht das „Original“. Eigentlich gibt es kein Original. Jeder Text hat eine Entstehungsgeschichte.
http://de.wikipedia.org/wiki/Tanach#Textgeschichte
Die Ansicht, es gebe ein in Stein gemeißeltes (Moses Steinplatten) oder in Metallplatten eingraviertes und damit unverändertes und unveränderliches Original (Mormonenkirchengründer Joseph Smith), das Gott auf Erden herabgesandt hat, ist ein wenig naiv. In einem Guß durchgeschriebene Texte sind bei solchem Umfang extrem selten.
Daher wäre eine direkte Übersetzung des Tanach sehr nahe am Original.
Moderne deutschsprachige Übersetzungen des AT beruhen auf dem Tanach, im Wesentlichen auf dem masoretischen Text des Tanach in textkritischer Form!
de.wikipedia.org/wiki/Biblia_Hebraica
Beispielsweise die Lutherbibel 1984
http://www.die-bibel.de/bibelwissen/bibeluebersetzun…
die Elberfelder Bibel
http://www.die-bibel.de/bibelwissen/bibeluebersetzun…
die Zürcher Bibel
http://www.die-bibel.de/bibelwissen/bibeluebersetzun…
die Schlachter Bibel
http://www.die-bibel.de/bibelwissen/bibeluebersetzun…
die Einheitsübersetzung
http://www.die-bibel.de/bibelwissen/bibeluebersetzun…
Wenn darauf hingewiesen wird, daß es so ist, kommen anonyme (!) User in diesem Forum daher und behaupten irgend etwas anderes. Denen glaubst Du dann. Die Tatsachen verdrängst Du und forderst wieder Übersetzungen nahe am Original. Die vorliegenden textkritischen und unter Berücksichtigung bibelwissenschaftlicher Erkenntnisse angefertigten Übersetzungen nahe am Original lehnst Du dagegen ab.
Meinst Du ernsthaft, daß irgend ein anonymer (!) oder anonym schreibender User in diesem Forum hier, Dir eine bessere Bibelübersetzung aus dem Hebräischen (AT) oder Altgriechischen (NT) bieten kann als die große Anzahl von Philologen und Theologen, deren Namen Du in den Bibelübersetzungen nachlesen kannst und die sich in jahr- und jahrzehnte(!)langer Arbeit mit dem „Original“ beschäftigt haben?
Darüber hinaus gewinnst Du nichts dabei (außer vielleicht das ästhetische Vergnügen, hebräische Buchstaben vor Dir zu sehen), den hebräischen Text „im Original“ vor Dir zu haben, wenn und weil Du ihn nicht verstehst.
Das AT ist originär jüdisches Kulturgut, da würde die
Einbeziehung einer jüdischen Übersetzung
Welche? Die Septuaginta beispielsweise
http://de.wikipedia.org/wiki/Septuaginta#Textkritik
ist eine jüdische Übersetzung ins Altgriechische, weicht aber vom hebräischen „Original“ ab. Also Deiner Meinung nach eine Verfälschung. Tatsächlich ist aber wohl die Septuaginta an manchen Stellen näher am „Original“ als das heutige jüdische „Original“, der masoretische Text
http://de.wikipedia.org/wiki/Septuaginta#Textkritik
Da macht es doch Sinn, wenn Bibelübersetzungen sowohl den masoretischen Text als auch die Septuaginta berücksichtigen. Und das macht z.B. die Einheitsübersetzung
http://www.die-bibel.de/bibelwissen/bibeluebersetzun…
indem sie z.B. bei schlechter Textqualität oder Textlücken im hebräischen „Original“ das altgriechische „Original“ heranzieht, und das dann in den Anmerkungen mit Kürzel G kennzeichnet.
Diese eigentlich positive Eigenschaft wird von manchem wieder anonymen (!) User hier dann als unbrauchbares „Patchwork“ herabgewürdigt, obwohl bereits das „Original“, also das hebräische AT, ein Patchwork ist. Oder will jemand ernsthaft behaupten, der hebräische Tanach habe nur einen Autor, der ihn am Stück durchgeschrieben hat?
Aus all diesen Gründen verstehe ich nicht, was Deine ständige Forderung nach dem „Original“ und der Nähe zum „Original“ soll, wenn man Dir doch das „Original“ in moderner textkritischer Übersetzung präsentiert, z.B. in Form der Schlachterbibel 2000, der Lutherbibel 1984, der Einheitsübersetzung usw. und Du weder den masoretischen Text noch die Septuaginta lesen kannst, weil Du die Sprachen nicht verstehst. Also weder das hebräische jüdische „Original“ noch das altgriechische jüdische „verfälschte“ „Original“ des AT.
Fazit: Es muß möglich sein, deutsche oder andersprachige Übersetzungen heranzuziehen - und Worttreue, so wie es hier häufig als Maßstab angelegt wird - ist und kann kein Absolutkriterium sein, sonst wären praktisch nur Interlinear-Übersetzungen zulässig, aber die sind nicht der Gipfel der sprachlichen Verständlichkeit. Heißt: Du würdest sie unlesbar finden.
Beste Grüße
Oliver