Ein paar Gedanken zu Jobebenen und Geld

Hallo,

ich möchte zunächst ein paar Aspekte in den Raum stellen:

  1. Ist es nicht so, dass ein Arbeitnehmer mehr Wert ist als sein Chef ihm bezahlt? Denn um einen Gewinn zu haben müssen ja die Ausgaben (Löhne,…) geringer sein als die Einnahmen.
    Somit ist jeder Arbeitnehmer, gleich welchen Job er hat, immer ein „Gewinnverhelfer“ für den Chef, bzw. Betrieb. Dies hat zur Folge, dass ein Arbeitnehmer für sich betrachtet durch seine Arbeit ein Verlustgeschäft betreibt.

  2. Viele sprechen von einem Trend von Zeitarbeitsfirmen und Dienstleistern, die ihre Mitarbeiter nach festem Gehalt bezahlen, und dann in unterschiedliche Firmen und Aufgaben stecken, je nach Bedarf. Die Firma bezahlt dann an den Dienstleister, welcher wiederum seinen Mitarbeiter bezahlt.
    Die Frage ist nun, wodurch überlebt der Dienstleister? Er zwackt sich einfach einen Teil des von der Firma bezahlten Geldes ab, und gibt den Rest an seinen Mitarbeiter. Somit ist der Arbeitnehmer am Ende dieser Kette gleich doppelt gestraft.
    Wenn der Arbeitnehmer direkt bei der Firma arbeiten würde, bekäme er dann das gleich Geld, was sonst an den Dienstleister geht? Oder bezahlen Firmen aus mir nicht ersichtlichen Gründen mehr als das was Sie einem bei Ihnen angestellten Arbeitnehmer geben würden? Dadurch hätte die Firma doch mehr Verlust bei Einsatz von Dienstleistern.

  3. Ist es nicht so, dass Punkt 1 zunehmend an Bedeutung verliert, je höher man in die Firmenhierarchie schaut?
    Am Beispiel erklärt: Eine Firma stellt Radios her. Der Arbeiter, der am Fliessband arbeitet, steht im direkten Zusammenhang mit dem erzeugten Produkt. Sein Abteilungsleiter hat mehr Distanz zu den produzierten Radios durch sein Aufgabengebiet. Der Ingenieur, der das Radio entwirft steht zwar auch im Zusammenhang mit dem Produkt, nicht aber mit der Produktmenge, wodurch sein Gehalt wiederum in manchen Fällen mehr betragen kann als er Wert ist. Beim Chef wird dieser Sachverhalt noch deutlicher.

Ok soweit ein paar Gedanken dazu. Bitte äussert euch mit eurer Meinung dazu, und korrigiert mich, wenn ich falsche Denkmuster an den Tag gelegt habe.
Bin schon gespannt auf die Antworten…

hallo,

ich empfehle erst einmal ein paar grundlegende überlegungen über das konstrukt arbeitgeber/arbeitnehmer in europa, z.b. bzgl. der tätigkeiten von arbeitgebern (diese scheinen ja nach deinen ausführungen nur abzukassieren). vielleicht rückst du dann in realistischere vergleichsebenen.

wolfff

Hallo Robby,

ich möchte zunächst ein paar Aspekte in den Raum stellen:

Schön, dass mal wieder einer eine Diskussion anregt, die Potential für längere Threads hat.

  1. Ist es nicht so, dass ein Arbeitnehmer mehr Wert ist als
    sein Chef ihm bezahlt? Denn um einen Gewinn zu haben müssen ja
    die Ausgaben (Löhne,…) geringer sein als die Einnahmen.
    Somit ist jeder Arbeitnehmer, gleich welchen Job er hat, immer
    ein „Gewinnverhelfer“ für den Chef, bzw. Betrieb. Dies hat zur
    Folge, dass ein Arbeitnehmer für sich betrachtet durch seine
    Arbeit ein Verlustgeschäft betreibt.

Was hindert dann die AN sich einfach selbstständig zu machen und diese „Beträge“ abzuschöpfen ? Nach einer alten Faustregel (woeher sie kommt weiss ich nicht, gilt auch nur produzierende Industriebetriebe) gilt ein Umsatz von 100 - 150 T€ / AN jährlich als normal. Bei angenommenen Materialkosten in Höhe von 50% ergibt das einen Deckungsbeitrag von 50 - 75 T€ / AN jährlich. Nach Abzug aller Kosten sollte eine Umsatzrendite von ca. 5% übrig bleiben, d.h. 5 - 7,5 T€ / AN jährlich. Gleichzeitig liegen die Lohnkosten bei geschätzt 35 - 50 T€ (je nach Branche, AN usw.), so dass 1. nach Abzug der Personalkosten ein Deckungsbeitrag von 0 - 40 T€ / AN jährlich übrig bleibt (also im Zweifelsfall Verlust für das Unternehmen) und 2. der Gewinn des Unternehmens bezogen auf die Personalkosten bei ca. 10 - 20% liegt

In Anbetracht des Risikos, welches der AG übernimmt und der Tatsache, dass z.B. mit den Lohnforderungen einiger Gewerkschaften von den 10% nur noch 3,5% übrig bleiben würden, halte ich somit den erzielbaren Gewinn als nicht zu hoch.

Übrigens kostet jeder AN auch Resourcen des Chefs, so dass dieser ab spätestens 10 MA neben dem Chef-sein keine eigenen Aufgaben mehr erfüllen kann. Für jeden MA muß man daher noch 10% der Chef-Gehaltskosten dazuzählen.

Die klassische Handwerker-Milchmädchen-Rechnung („ich bekomme nur 25 DM / Stunde, mein Chef verlangt für mich 65 DM / Stunde und kassiert damit 40 DM / Stunde in die eigene Tasche“) gilt halt einfach nicht.

Übrigens: würdest Du als Unternehmer mehr AN einstellen, wenn Du damit nicht auch einen höheren Gewinn hättest ?

  1. Viele sprechen von einem Trend von Zeitarbeitsfirmen und
    Dienstleistern, die ihre Mitarbeiter nach festem Gehalt
    bezahlen, und dann in unterschiedliche Firmen und Aufgaben
    stecken, je nach Bedarf. Die Firma bezahlt dann an den
    Dienstleister, welcher wiederum seinen Mitarbeiter bezahlt.
    Die Frage ist nun, wodurch überlebt der Dienstleister? Er
    zwackt sich einfach einen Teil des von der Firma bezahlten
    Geldes ab, und gibt den Rest an seinen Mitarbeiter.

Ja, dem ist so. Ein Handwerker von einer Zeitarbeitsfirma kostet den AG ca. 35 - 40 DM / Stunde (hatte mal so ein Angebot auf dem Tisch), was natürlich höher ist, als ein fest angestellter MA kostet (dafür muß ich ihn nur bezahlen, wenn ich Aufträge habe). Natürlich ist der Lohn für den Zeitarbeits-MA oftmals niedriger als der eines Festangestellten. Da die Zeitarbeitsfirmen keinerlei Materialkosten haben, dürfte ein Zuschlag auf die MA-Kosten in Höhe des oben angegebenen Gewinns / MA als realistisch gelten, somit könnte ich mir vorstellen, dass die Zeitarbeitsfirma insgesamt 15 - 20% bei der AN-Verleihung auf die AN-Kosten aufschlägt.

Somit ist

der Arbeitnehmer am Ende dieser Kette gleich doppelt gestraft.
Wenn der Arbeitnehmer direkt bei der Firma arbeiten würde,
bekäme er dann das gleich Geld, was sonst an den Dienstleister
geht?

Nein, er würde mehr bekommen. Das Problem von vielen Leuten ist, dass sie bei einem potentiellen AG oftmals keine Chance hätten, direkt in die Firma zu kommen (evtl. aufgrund persönlicher Vorgeschichte). Bei Zeitarbeitsfirmen haben sie allerdings, auch aufgrund des niedrigeren Lohns, eine Chance auf einen Arbeitsplatz. Die Firma hat dann die Chance, den Leiharbeiter über längere Zeit zu beobachten. Gefällt er ihm nicht, dann geht der AN nach seiner Arbeit wieder, gefällt er dem AG, dann wird er einfach übernommen. Risiko für AG = 0, da er den AN dann schon kennt (Stichwort Arbeitsergebnisse).

Oder bezahlen Firmen aus mir nicht ersichtlichen Gründen

mehr als das was Sie einem bei Ihnen angestellten Arbeitnehmer
geben würden? Dadurch hätte die Firma doch mehr Verlust bei
Einsatz von Dienstleistern.

Wenn die Firma ständig Dienstleister einsetzt, dann sind die Lohnkosten höher. In Branchen mit stark schwankender Auslastung (z.B. saisonbedingt oder aufgrund stark schwankender Nachfrage, z.B. in der Textilmaschinen-Industrie) können die Lohnkosten dadurch aber gesenkt werden, da bei sinkender Nachfrage keine Sozialplan-Kosten entstehen.

  1. Ist es nicht so, dass Punkt 1 zunehmend an Bedeutung
    verliert, je höher man in die Firmenhierarchie schaut?
    Am Beispiel erklärt: Eine Firma stellt Radios her. Der
    Arbeiter, der am Fliessband arbeitet, steht im direkten
    Zusammenhang mit dem erzeugten Produkt. Sein Abteilungsleiter
    hat mehr Distanz zu den produzierten Radios durch sein
    Aufgabengebiet. Der Ingenieur, der das Radio entwirft steht
    zwar auch im Zusammenhang mit dem Produkt, nicht aber mit der
    Produktmenge, wodurch sein Gehalt wiederum in manchen Fällen
    mehr betragen kann als er Wert ist. Beim Chef wird dieser
    Sachverhalt noch deutlicher.

Das Gehalt eines Ingenieurs schlägt natürlich nicht direkt auf die Produktkosten durch, sondern vielmehr auf die Gemeinkosten. Wenn diese AN zu viel verdienen würden, dann steigen die Gemeinkosten zu sehr an und das Unternehmen hat ein finanzielles Problem.

Im Unterschied zum Bandarbeiter, der nach genau 7 Stunden das Handtuch wirft, hat ein Ingenieur länger zu arbeiten („Überstunden sind pauschal mit dem Gehalt abgegolten“) und wird viele Probleme des Arbeitstages auch in seiner Freizeit nicht los (kenne ich an mir selbst auch, viele Problemlösungen fallen mir mitten in der Nacht ein, wenn ich mal wieder nicht schlafen kann).

Ausserdem verdient ein Ingenieur sein erstes Gehalt meistens im Alter von 24 - 28 Jahren, da hat ein AN mit / ohne Lehre schon bis zu 13 Berufsjahren mit Gehalt. Wir (mehrere Ingenieure) haben mal ausgerechnet, dass es bis zum Alter von ca. 40 Jahren dauert, bis ein Uni-Ingenieur das durch die längere Ausbildung verlorene Geld (im Vgl. zum Mechaniker) wieder aufgeholt hat.

Unter solchen Umständen darf man gar nicht erst anfangen, an einen Stundenlohn zu denken (gilt übrigens verstärkt für Selbstständige).

Ok soweit ein paar Gedanken dazu. Bitte äussert euch mit eurer
Meinung dazu, und korrigiert mich, wenn ich falsche Denkmuster
an den Tag gelegt habe.

Anmerkungen siehe oben.

Frage zum Abschluss: was machst Du beruflich ?

Freue mich auf die Weiterführung der Diskussion.

Grüsse

Sven

Hallo Roby,

ich möchte zunächst ein paar Aspekte in den Raum stellen:

  1. Ist es nicht so, dass ein Arbeitnehmer mehr Wert ist als
    sein Chef ihm bezahlt? Denn um einen Gewinn zu haben müssen ja
    die Ausgaben (Löhne,…) geringer sein als die Einnahmen.

Naja, manchmal scheint mir das auch so. Aber um einen Gewinn zu erwirtschaften, gehört weit mehr als nur die Lohnkosten. Im übrigen zahlt der AG auch dann den Lohn, wenns mal schlechte Zeiten hat. Er muss also in den verdienststarken Zeiten entsprechende Rücklagen bilden.

Somit ist jeder Arbeitnehmer, gleich welchen Job er hat, immer
ein „Gewinnverhelfer“ für den Chef, bzw. Betrieb. Dies hat zur
Folge, dass ein Arbeitnehmer für sich betrachtet durch seine
Arbeit ein Verlustgeschäft betreibt.

Nun, er kann sich selbständig machen. Aber dann gehen den meisten die Augen auf, was da alles so an Kosten auf sie zukommt.
Der Arbeitgeber zahlt verdammt viel (BG-Beiträge, Versicherungen etc.), wovon viele Arbeitnehmer nichts wissen oder wissen wollen.

  1. Viele sprechen von einem Trend von Zeitarbeitsfirmen und
    Dienstleistern, die ihre Mitarbeiter nach festem Gehalt
    bezahlen, und dann in unterschiedliche Firmen und Aufgaben
    stecken, je nach Bedarf. Die Firma bezahlt dann an den
    Dienstleister, welcher wiederum seinen Mitarbeiter bezahlt.
    Die Frage ist nun, wodurch überlebt der Dienstleister? Er
    zwackt sich einfach einen Teil des von der Firma bezahlten
    Geldes ab, und gibt den Rest an seinen Mitarbeiter. Somit ist
    der Arbeitnehmer am Ende dieser Kette gleich doppelt gestraft.

Das ist falsch, denn der Dienstleister zahlt das Gehalt auch dann an den Arbeitnehmer, wenn dieser momentan nicht vermittelt ist. Dafür gilt wieder obiges mit den Rücklagen. Natürlich verdient der Dienstleister dabei, aber das ist ja wohl auch legitim.

Wenn der Arbeitnehmer direkt bei der Firma arbeiten würde,
bekäme er dann das gleich Geld, was sonst an den Dienstleister
geht? Oder bezahlen Firmen aus mir nicht ersichtlichen Gründen
mehr als das was Sie einem bei Ihnen angestellten Arbeitnehmer
geben würden? Dadurch hätte die Firma doch mehr Verlust bei
Einsatz von Dienstleistern.

Arbeitnehmer aus Zeitarbeitsfirmen sind für einen AG in der Regel teurer, dafür geht man bei der Inanspruchnahme von Zeitarbeitern aber ein geringeres Risiko bezüglich der Kündigungsfristen ein. So kann man personelle Engpässe besser überbrücken. Dies war auch der Grund, warum sich Arbeitnehmer-Überlassungs-Firmen überhaupt etablieren konnten.

  1. Ist es nicht so, dass Punkt 1 zunehmend an Bedeutung
    verliert, je höher man in die Firmenhierarchie schaut?
    Am Beispiel erklärt: Eine Firma stellt Radios her. Der
    Arbeiter, der am Fliessband arbeitet, steht im direkten
    Zusammenhang mit dem erzeugten Produkt. Sein Abteilungsleiter
    hat mehr Distanz zu den produzierten Radios durch sein
    Aufgabengebiet. Der Ingenieur, der das Radio entwirft steht
    zwar auch im Zusammenhang mit dem Produkt, nicht aber mit der
    Produktmenge, wodurch sein Gehalt wiederum in manchen Fällen
    mehr betragen kann als er Wert ist. Beim Chef wird dieser
    Sachverhalt noch deutlicher.

Nein. Das siehst Du mE falsch. Ohne den Chef keine Firma, ohne den Ingenieur kein Radio, ohne den Abteilungsleiter keine strukturierung der Produktion. Also: ohne diese Leute gäbe es keine Arbeit für den Mann am Fliessband. Nach Deiner These dürften Buchhalter überhaupt nicht bezahlt werden, da sie nach Deiner These kein Geld einbringen. Das tun sie aber letztlich doch, denn wenn keiner die Zahlen einer Firma unter Kontrolle hätte, wäre auch schnell Schluss mit Deinem Fließbandarbeiter.
Ich selbst arbeite als Abteilungsleiter oft 10-12 Stunden täglich. In dieser Zeit mache ich mir neben meiner eigentlichen Arbeit Gedanken über die Möglichkeiten der Ertragssteigerung. Letztlich kann ich den Arbeitsplatz meiner Kollegen z.B.im Lager angenehmer gestalten durch die Anschaffung entsprechender Hilfsmittel. Aber die kann ich nur einkaufen, wenns der Ertrag hergibt. Ausserdem kenne ich Kollegen, die für keine Gehaltserhöhung meinen Job haben wollen. Im Gegensatz zu meinen Kollegen trage ich nämlich auch eine gewisse Portion Verantwortung. Und das schlägt sich natürlich auch im Gehalt nieder. Solange ich vernünftig wirtschafte, bleibt mein Arbeitsplatz und der meiner Kollegen erhalten.
Ich weiß ja nicht, was Du beruflich machst, aber diese Denkweise bringt einen beruflich nicht weiter. Die ganze Firma ist als Team anzusehen. Jeder hat eine Funktion die wichtig ist, auch wenn es auf den ersten Blick oft nicht so erscheint.
Gruss Sebastian

… Im übrigen zahlt der AG auch dann den Lohn, wenns

mal schlechte Zeiten hat. Er muss also in den verdienststarken
Zeiten entsprechende Rücklagen bilden.

Ja ich habe es einfach vereinfacht ausgedrückt. Durch die konstate Zahlung des Gehalts egal wie die Auftragslage ist, muss das Gehalt eben so niedrig angesiedelt sein, dass man schlechte Zeiten überbrücken kann. Und deshalb meine ich, verdient der Mitarbeiter verglichen zur erbrachten Leistung zu wenig.

Nun, er kann sich selbständig machen. Aber dann gehen den
meisten die Augen auf, was da alles so an Kosten auf sie
zukommt.
Der Arbeitgeber zahlt verdammt viel (BG-Beiträge,
Versicherungen etc.), wovon viele Arbeitnehmer nichts wissen
oder wissen wollen.

Nein das geht wiederum nicht, denn wenn sich jeder selbständig macht, funktioniert das ganze nicht. Die meisten Produkte erfordern es, dass bestimmte Berufsgruppen in einem Betrieb zusammmen arbeiten. So kann sich der Fliessbandarbeiter nicht einfach mit einem Fliessband selbständig machen.

Arbeitnehmer aus Zeitarbeitsfirmen sind für einen AG in der
Regel teurer, dafür geht man bei der Inanspruchnahme von
Zeitarbeitern aber ein geringeres Risiko bezüglich der
Kündigungsfristen ein. So kann man personelle Engpässe besser
überbrücken. Dies war auch der Grund, warum sich
Arbeitnehmer-Überlassungs-Firmen überhaupt etablieren konnten.

Aber es ist doch so, dass ein Arbeitnehmer weniger verdient wenn er bei einem Dienstleister angestellt ist, als wenn er selbst bei der Firma eingestellt wäre. Die Frage ist nur, ob er genausoviel verdienen würde, wie die Firma an den Dienstleister zahlt.

Nein. Das siehst Du mE falsch. Ohne den Chef keine Firma, ohne
den Ingenieur kein Radio, ohne den Abteilungsleiter keine
strukturierung der Produktion. Also: ohne diese Leute gäbe es
keine Arbeit für den Mann am Fliessband. Nach Deiner These
dürften Buchhalter überhaupt nicht bezahlt werden, da sie nach
Deiner These kein Geld einbringen. Das tun sie aber letztlich
doch, denn wenn keiner die Zahlen einer Firma unter Kontrolle
hätte, wäre auch schnell Schluss mit Deinem Fließbandarbeiter.
Ich selbst arbeite als Abteilungsleiter oft 10-12 Stunden
täglich. In dieser Zeit mache ich mir neben meiner
eigentlichen Arbeit Gedanken über die Möglichkeiten der
Ertragssteigerung. Letztlich kann ich den Arbeitsplatz meiner
Kollegen z.B.im Lager angenehmer gestalten durch die
Anschaffung entsprechender Hilfsmittel. Aber die kann ich nur
einkaufen, wenns der Ertrag hergibt. Ausserdem kenne ich
Kollegen, die für keine Gehaltserhöhung meinen Job haben
wollen. Im Gegensatz zu meinen Kollegen trage ich nämlich auch
eine gewisse Portion Verantwortung. Und das schlägt sich
natürlich auch im Gehalt nieder. Solange ich vernünftig
wirtschafte, bleibt mein Arbeitsplatz und der meiner Kollegen
erhalten.
Ich weiß ja nicht, was Du beruflich machst, aber diese
Denkweise bringt einen beruflich nicht weiter. Die ganze Firma
ist als Team anzusehen. Jeder hat eine Funktion die wichtig
ist, auch wenn es auf den ersten Blick oft nicht so erscheint.
Gruss Sebastian

Nein, so habe ich es nicht gemeint. Ich versuche nur die „Entkopplung“ vom tatsächlichen Produkt zu sehen. Je mehr jemand vom tatsächlichen Produkt entkoppelt ist, desto eher hat er die Chance mehr zu verdienen als er eigentlich leistet im Bezug auf das Endprodukt. Ich stelle das rein als Sachverhalt dar, ohne Absichten das ändern zu wollen.

Nach einer alten Faustregel

(woeher sie kommt weiss ich nicht, gilt auch nur produzierende
Industriebetriebe) gilt ein Umsatz von 100 - 150 T€ / AN
jährlich als normal. Bei angenommenen Materialkosten in Höhe
von 50% ergibt das einen Deckungsbeitrag von 50 - 75 T€ / AN
jährlich. Nach Abzug aller Kosten sollte eine Umsatzrendite
von ca. 5% übrig bleiben, d.h. 5 - 7,5 T€ / AN jährlich.
Gleichzeitig liegen die Lohnkosten bei geschätzt 35 - 50 T€
(je nach Branche, AN usw.), so dass 1. nach Abzug der
Personalkosten ein Deckungsbeitrag von 0 - 40 T€ / AN jährlich
übrig bleibt (also im Zweifelsfall Verlust für das
Unternehmen) und 2. der Gewinn des Unternehmens bezogen auf
die Personalkosten bei ca. 10 - 20% liegt

Das finde ich eine gute Darstellung. Das Gehalt ist dann der durchschnittswert pro Arbeitnehmer. Dann muss noch in unterschiedliche Gruppen eingeteilt werden, denn der Ingenieur, der schon Berufserfahrung hat wird sich kaum mit den 35-50 T€ begnügen.

Die klassische Handwerker-Milchmädchen-Rechnung („ich bekomme
nur 25 DM / Stunde, mein Chef verlangt für mich 65 DM / Stunde
und kassiert damit 40 DM / Stunde in die eigene Tasche“) gilt
halt einfach nicht.

Naja wenn die ganzen Abzüge nicht wären würde die Rechnung schon stimmen :smile:

Übrigens: würdest Du als Unternehmer mehr AN einstellen, wenn
Du damit nicht auch einen höheren Gewinn hättest ?

Das ist ja klar. Aber irgendwie denke ich grad wie viele Handwerker sagen: Ich verdiene richtig gutes Geld. Der Chef, der ja Gewinn mit ihm machen muss, müsste noch breiter Grinsen und sagen: der bringt mir noch viel besseres Geld ein, als er verdient.

Ja, dem ist so. Ein Handwerker von einer Zeitarbeitsfirma
kostet den AG ca. 35 - 40 DM / Stunde (hatte mal so ein
Angebot auf dem Tisch), was natürlich höher ist, als ein fest
angestellter MA kostet (dafür muß ich ihn nur bezahlen, wenn
ich Aufträge habe). Natürlich ist der Lohn für den
Zeitarbeits-MA oftmals niedriger als der eines
Festangestellten. Da die Zeitarbeitsfirmen keinerlei
Materialkosten haben, dürfte ein Zuschlag auf die MA-Kosten in
Höhe des oben angegebenen Gewinns / MA als realistisch gelten,
somit könnte ich mir vorstellen, dass die Zeitarbeitsfirma
insgesamt 15 - 20% bei der AN-Verleihung auf die AN-Kosten
aufschlägt.

Was kostet der Handwerker den AG denn sonst pro Stunde, wenn er fest angestellt ist?

Nein, er würde mehr bekommen. Das Problem von vielen Leuten
ist, dass sie bei einem potentiellen AG oftmals keine Chance
hätten, direkt in die Firma zu kommen (evtl. aufgrund
persönlicher Vorgeschichte). Bei Zeitarbeitsfirmen haben sie
allerdings, auch aufgrund des niedrigeren Lohns, eine Chance
auf einen Arbeitsplatz. Die Firma hat dann die Chance, den
Leiharbeiter über längere Zeit zu beobachten. Gefällt er ihm
nicht, dann geht der AN nach seiner Arbeit wieder, gefällt er
dem AG, dann wird er einfach übernommen. Risiko für AG = 0, da
er den AN dann schon kennt (Stichwort Arbeitsergebnisse).

Würde der Arbeitnehmer mehr bekommen als die Auftragsfirma dem Dienstleister bezahlt? Du meintest sicher was anderes.

Wenn die Firma ständig Dienstleister einsetzt, dann sind die
Lohnkosten höher. In Branchen mit stark schwankender
Auslastung (z.B. saisonbedingt oder aufgrund stark
schwankender Nachfrage, z.B. in der Textilmaschinen-Industrie)
können die Lohnkosten dadurch aber gesenkt werden, da bei
sinkender Nachfrage keine Sozialplan-Kosten entstehen.

Ok aber für den Fall dass alles konstant ist, und die Firma die Wahl hat zwischen Einstellen oder Auftrag an Dienstleister geben?

Das Gehalt eines Ingenieurs schlägt natürlich nicht direkt auf
die Produktkosten durch, sondern vielmehr auf die
Gemeinkosten. Wenn diese AN zu viel verdienen würden, dann
steigen die Gemeinkosten zu sehr an und das Unternehmen hat
ein finanzielles Problem.

Da aber vergleichsweise wenig Ingenieure da sind, können diese einfach eine ganze Ecke mehr verdienen im Bezug auf die Erzeugnisse, als die Fliessbandarbeiter. Ich spreche hier nur vom Verhältnis zwischen Lohn/(Leistung fürs Produkt in Stunden gemessen). Die Gemeinkosten haben eine höhere Schmerzgrenze wie die Produktkosten, obwohl die ja auch zusammenhängen.

Im Unterschied zum Bandarbeiter, der nach genau 7 Stunden das
Handtuch wirft, hat ein Ingenieur länger zu arbeiten
(„Überstunden sind pauschal mit dem Gehalt abgegolten“) und
wird viele Probleme des Arbeitstages auch in seiner Freizeit
nicht los (kenne ich an mir selbst auch, viele Problemlösungen
fallen mir mitten in der Nacht ein, wenn ich mal wieder nicht
schlafen kann).

Ich denke nicht dass es selbstverständlich ist, dass die Überstunden pauschal abgegolten sind. Das man nicht abschalten kann, ist durchaus möglich, aber wird das im Gehalt berücksichtigt?

Ausserdem verdient ein Ingenieur sein erstes Gehalt meistens
im Alter von 24 - 28 Jahren, da hat ein AN mit / ohne Lehre
schon bis zu 13 Berufsjahren mit Gehalt. Wir (mehrere
Ingenieure) haben mal ausgerechnet, dass es bis zum Alter von
ca. 40 Jahren dauert, bis ein Uni-Ingenieur das durch die
längere Ausbildung verlorene Geld (im Vgl. zum Mechaniker)
wieder aufgeholt hat.

Au ja, erzähle mir mehr darüber. Das klingt interessant.

Frage zum Abschluss: was machst Du beruflich ?

Ohne mein Privatleben austreten zu wollen, würde ich behapten einige der erwähnten Stufen durchgemacht zu haben.

Hi Roby,

… Im übrigen zahlt der AG auch dann den Lohn, wenns

mal schlechte Zeiten hat. Er muss also in den verdienststarken
Zeiten entsprechende Rücklagen bilden.

Ja ich habe es einfach vereinfacht ausgedrückt. Durch die
konstate Zahlung des Gehalts egal wie die Auftragslage ist,
muss das Gehalt eben so niedrig angesiedelt sein, dass man
schlechte Zeiten überbrücken kann. Und deshalb meine ich,
verdient der Mitarbeiter verglichen zur erbrachten Leistung zu
wenig.

Ja, aber jeder weiss eigentlich auch, daß das arbeiten über Zeitarbeitsfirmen nur eine Übergangslösung ist. Man hat halt etwas mehr, als das Arbeitlosengeld, aber die Chance in einem Betrieb übernommen zu werden.

Nun, er kann sich selbständig machen. Aber dann gehen den
meisten die Augen auf, was da alles so an Kosten auf sie
zukommt.
Der Arbeitgeber zahlt verdammt viel (BG-Beiträge,
Versicherungen etc.), wovon viele Arbeitnehmer nichts wissen
oder wissen wollen.

Nein das geht wiederum nicht, denn wenn sich jeder selbständig
macht, funktioniert das ganze nicht. Die meisten Produkte
erfordern es, dass bestimmte Berufsgruppen in einem Betrieb
zusammmen arbeiten. So kann sich der Fliessbandarbeiter nicht
einfach mit einem Fliessband selbständig machen.

Das ist natürlich richtig. Aber sehr viele Leute, die ich kenne, wollen das auch gar nicht. Sie sind zufrieden mit dem Job und wollen auch keine Verantwortung übernehmen.

Arbeitnehmer aus Zeitarbeitsfirmen sind für einen AG in der
Regel teurer, dafür geht man bei der Inanspruchnahme von
Zeitarbeitern aber ein geringeres Risiko bezüglich der
Kündigungsfristen ein. So kann man personelle Engpässe besser
überbrücken. Dies war auch der Grund, warum sich
Arbeitnehmer-Überlassungs-Firmen überhaupt etablieren konnten.

Aber es ist doch so, dass ein Arbeitnehmer weniger verdient
wenn er bei einem Dienstleister angestellt ist, als wenn er
selbst bei der Firma eingestellt wäre. Die Frage ist nur, ob
er genausoviel verdienen würde, wie die Firma an den
Dienstleister zahlt.

Nein. Das siehst Du mE falsch. Ohne den Chef keine Firma, ohne
den Ingenieur kein Radio, ohne den Abteilungsleiter keine
strukturierung der Produktion. Also: ohne diese Leute gäbe es
keine Arbeit für den Mann am Fliessband. Nach Deiner These
dürften Buchhalter überhaupt nicht bezahlt werden, da sie nach
Deiner These kein Geld einbringen. Das tun sie aber letztlich
doch, denn wenn keiner die Zahlen einer Firma unter Kontrolle
hätte, wäre auch schnell Schluss mit Deinem Fließbandarbeiter.
Ich selbst arbeite als Abteilungsleiter oft 10-12 Stunden
täglich. In dieser Zeit mache ich mir neben meiner
eigentlichen Arbeit Gedanken über die Möglichkeiten der
Ertragssteigerung. Letztlich kann ich den Arbeitsplatz meiner
Kollegen z.B.im Lager angenehmer gestalten durch die
Anschaffung entsprechender Hilfsmittel. Aber die kann ich nur
einkaufen, wenns der Ertrag hergibt. Ausserdem kenne ich
Kollegen, die für keine Gehaltserhöhung meinen Job haben
wollen. Im Gegensatz zu meinen Kollegen trage ich nämlich auch
eine gewisse Portion Verantwortung. Und das schlägt sich
natürlich auch im Gehalt nieder. Solange ich vernünftig
wirtschafte, bleibt mein Arbeitsplatz und der meiner Kollegen
erhalten.
Ich weiß ja nicht, was Du beruflich machst, aber diese
Denkweise bringt einen beruflich nicht weiter. Die ganze Firma
ist als Team anzusehen. Jeder hat eine Funktion die wichtig
ist, auch wenn es auf den ersten Blick oft nicht so erscheint.
Gruss Sebastian

Nein, so habe ich es nicht gemeint. Ich versuche nur die
„Entkopplung“ vom tatsächlichen Produkt zu sehen. Je mehr
jemand vom tatsächlichen Produkt entkoppelt ist, desto eher
hat er die Chance mehr zu verdienen als er eigentlich leistet
im Bezug auf das Endprodukt. Ich stelle das rein als
Sachverhalt dar, ohne Absichten das ändern zu wollen.

Das sehe ich anders. Der Ingenieur z.B. ist eigentlich dem Produkt deutlich näher als der Arbeiter am Fliessband. Schliesslich hat er es entwickelt, während der Arbeiter am Band oft nicht einmal genau weiß, was er da zusammenschraubt.
Ausserdem lässt sich das nicht so aus dem Zusammenhang nehmen.
Nur durch das Zusammensetzen am Fliessband verdient man kein Geld. Dazu bedarf es dem Vertrieb, dem Versand, dem Ein- und Verkauf usw.
Genau das ist der Fehler, den viele nicht sehen. Man kann nicht nur seinen Job sehen. Erst das Zusammenspiel aller Beteiligten bringt das Ergebnis, das allen zum Gehaltsscheck verhilft.
Gruss Sebastian

ich empfehle erst einmal ein paar grundlegende überlegungen
über das konstrukt arbeitgeber/arbeitnehmer in europa, z.b.
bzgl. der tätigkeiten von arbeitgebern (diese scheinen ja nach
deinen ausführungen nur abzukassieren). vielleicht rückst du
dann in realistischere vergleichsebenen.

Nein ich spreche nicht von abkassieren. Ich versuche andere Sachverhalte darzustellen, wie die „Bindung“ des Gehalts quer durch alle Schichten im Berzug auf das Endprodukt.

Hallo Roby,

Das finde ich eine gute Darstellung. Das Gehalt ist dann der
durchschnittswert pro Arbeitnehmer. Dann muss noch in
unterschiedliche Gruppen eingeteilt werden, denn der
Ingenieur, der schon Berufserfahrung hat wird sich kaum mit
den 35-50 T€ begnügen.

Aus dem Tarifwerk der IG Metall für Ingenieure (Tarifbezirk Nordbaden / Nordwürttemberg):

T5/1 (Anfangsgehalt eines Ingenieurs): 2913,85
T5/4 (Gehalt nach 4 Jahren): 3248,24 + 10% Leistungszulage
T6/4 (Gehalt nach 8 Jahren): 3586,20 + 10% Leistungszulage

50.000 Euro p.a. = 3773,58 Euro mtl. bei 13,25 Gehältern, wird von einem „normalen“ Ingenieur (normale Leistungszulage, keine Führungskraft) nach ca. 8 Jahren erreicht.

Wenn man davon ausgeht, dass ein Arbeiter bei 3-Schichtbetrieb mit Akkord und Giesserei-Zuschlag das Gleiche verdienen kann, dann stellt sich schon die Frage, warum man studiert hat (natürlich hat der Arbeiter in der Giesserei einen beschissenen Job, aber er verdient immer noch mind. 2x so viel wie ein Raumausstatter)

Die klassische Handwerker-Milchmädchen-Rechnung („ich bekomme
nur 25 DM / Stunde, mein Chef verlangt für mich 65 DM / Stunde
und kassiert damit 40 DM / Stunde in die eigene Tasche“) gilt
halt einfach nicht.

Naja wenn die ganzen Abzüge nicht wären würde die Rechnung
schon stimmen :smile:

Nun, wenn man die 25 DM Brutto auf Netto umrechnet, dann kommen da noch ca. 15 - 16 DM raus. Wenn ich dann noch Urlaub usw. rechne, dann kommt der AN auf ca. 19 - 20 DM je Stunde (je nach Branche mehr oder weniger). Bei 65 DM / Stunde kommt übrigens heutzutage kein Handwerker mehr so richtig auf einen grünen Zweig, ausser er verdient am verkauften Material.

Übrigens: würdest Du als Unternehmer mehr AN einstellen, wenn
Du damit nicht auch einen höheren Gewinn hättest ?

Das ist ja klar. Aber irgendwie denke ich grad wie viele
Handwerker sagen: Ich verdiene richtig gutes Geld. Der Chef,
der ja Gewinn mit ihm machen muss, müsste noch breiter Grinsen
und sagen: der bringt mir noch viel besseres Geld ein, als er
verdient.

Dann schau Dir mal die Konkurse / Firmenaufgaben / Insolvenzen usw. an. Bei den Textilreinigungen leben z.B. 60% aller Firmeninhaber am Existenzminimum.

Ja, dem ist so. Ein Handwerker von einer Zeitarbeitsfirma
kostet den AG ca. 35 - 40 DM / Stunde (hatte mal so ein
Angebot auf dem Tisch), was natürlich höher ist, als ein fest
angestellter MA kostet (dafür muß ich ihn nur bezahlen, wenn
ich Aufträge habe). Natürlich ist der Lohn für den
Zeitarbeits-MA oftmals niedriger als der eines
Festangestellten. Da die Zeitarbeitsfirmen keinerlei
Materialkosten haben, dürfte ein Zuschlag auf die MA-Kosten in
Höhe des oben angegebenen Gewinns / MA als realistisch gelten,
somit könnte ich mir vorstellen, dass die Zeitarbeitsfirma
insgesamt 15 - 20% bei der AN-Verleihung auf die AN-Kosten
aufschlägt.

Was kostet der Handwerker den AG denn sonst pro Stunde, wenn
er fest angestellt ist?

Kommt auf die Regelungen an. Bei 23 DM Brutto, 40 Stunden je Woche und 30 Tagen Urlaubsanspruch kommt inkl. Sozialkosten, Krankheit (bei max. 20 MA im Betrieb), Weiterbildung usw. ca. 40 DM raus. Bei der Industrie sagt man Bruttolohn x 1,8 als Faustformel (bei Ingenieuren ist der Faktor übrigens geringer, da 1. weniger Krankheit, 2. das Gehalt bzgl. den Sozialabgaben schon über der Beitragsbemessungsgrenze ist und 3. Ingenieure oftmals privat krankenversichert sind.

Würde der Arbeitnehmer mehr bekommen als die Auftragsfirma dem
Dienstleister bezahlt? Du meintest sicher was anderes.

Nein, der AN würde mehr bekommen, wenn er direkt bei der Auftragsfirma arbeiten würde. Da kommt er aber oftmals (evtl. aufgrund persönlicher Umstände) nicht direkt rein, da der AG evtl. Bedenken hat. Kommt der AN über einen Dienstleister, dann ist das Risiko für den AG sehr gering, da er den AN wieder an den Dienstleister zurückgeben kann. Wenn sich der AN aber bewährt, dann kann er zum AG wechseln und erhält den dort üblichen Lohn.

Ok aber für den Fall dass alles konstant ist, und die Firma
die Wahl hat zwischen Einstellen oder Auftrag an Dienstleister
geben?

Dann ist der Dienstleister natürlich teurer, kann aber als Ausleseverfahren für neue Mitarbeiter durchaus sinnvoll sein (siehe oben).

Da aber vergleichsweise wenig Ingenieure da sind, können diese
einfach eine ganze Ecke mehr verdienen im Bezug auf die
Erzeugnisse, als die Fliessbandarbeiter. Ich spreche hier nur
vom Verhältnis zwischen Lohn/(Leistung fürs Produkt in Stunden
gemessen). Die Gemeinkosten haben eine höhere Schmerzgrenze
wie die Produktkosten, obwohl die ja auch zusammenhängen.

Vorsicht, nur weil das eine meistens nicht messbar ist (ausser die Firma arbeitet mit Prozesskostenrechnung) heisst es noch lanage nicht, dass die Kosten geringer wären. Insbesondere bei sehr kurzen Produktzyklen (z.B. bei Handys oder PCs) sind die reinen Herstellungskosten (fast) Nebensache.

Übrigens ist der Verwaltungsanteil in vielen (Industrie-)Firmen bei ca. 15 - 20% der Herstellkosten zzgl. indirekter Fertigungslöhne (Meister, Einsteller, Saaldiener, Instandhaltung usw.)

Ich denke nicht dass es selbstverständlich ist, dass die
Überstunden pauschal abgegolten sind. Das man nicht abschalten
kann, ist durchaus möglich, aber wird das im Gehalt
berücksichtigt?

Selbst dann, wenn die Überstunden nicht pauschal abgegolten sind (vor allem in grösseren Betrieben mit Betriebsrat), verfallen die Überstunden einfach am Ende des Monats, sobald eine bestimmte Grenze überschritten wird. Ausserdem kann ich nicht einfach um 15.00 Uhr bei einer Besprechung sagen: „so, ich gehe jetzt heim, es ist mir egal, wer die Arbeit fertigmacht“, sondern ich muss dann bis zum bitteren Ende bleiben (z.B. wenn das Angebot noch am gleichen Tag zum Kunden muss). Dann kann’s halt auch mal Freitag abends (nach 21.00 Uhr) werden. Und alle Stunden > 10 Stunden am Tag werden sowieso aufgrund arbeitsrechtlicher Vorschriften nicht mitgezählt.

Au ja, erzähle mir mehr darüber. Das klingt interessant.

Lässt sich einfach rechnen:
Arbeiter:
mit 16 Schule verlassen und Lehre beginnen (3 Lehrjahre mit entsprechendem Lohn), Bundeswehr / Zivi, danach (also mit 20 Jahren) volles Gehalt

Ingenieur:
mit 20 Schule verlassen, Bundeswehr / Zivi, danach (also mit 21 Jahren) Beginn Studium, Dauer Ø 4,5 - 5 Jahre (Uni: 6,5 Jahre), d.h. erstes Gehalt mit 25 - 28 Jahren.

Leider habe ich die Berechnung gerade nicht mehr da, mit Excel lässt sich das Ganze aber sehr schnell rechnen. Wichtig: Vergangenheitswerte immer auf aktuellen Barwert inflationieren (nicht was der Arbeiter damals verdient hat, sondern was der Verdienst heute Wert ist, Inflation langfristig ca. 3%)

Ohne mein Privatleben austreten zu wollen, würde ich behapten
einige der erwähnten Stufen durchgemacht zu haben.

Dann lass mal wenigstens ein paar Grundlagen raus. Stichwort: Branche und Schul- / Berufsabschluss. Ich mach mal einfach den Anfang: Ingenieur / Fahrzeugzulieferindustrie. Rest siehe Vika.

Grüsse

Sven

Ja, aber jeder weiss eigentlich auch, daß das arbeiten über
Zeitarbeitsfirmen nur eine Übergangslösung ist. Man hat halt
etwas mehr, als das Arbeitlosengeld, aber die Chance in einem
Betrieb übernommen zu werden.

Sehen das die Zeitarbeitsfirmen auch so?

Das ist natürlich richtig. Aber sehr viele Leute, die ich
kenne, wollen das auch gar nicht. Sie sind zufrieden mit dem
Job und wollen auch keine Verantwortung übernehmen.

Das die sich auf die Dauer nicht langweilen…

Genau das ist der Fehler, den viele nicht sehen. Man kann
nicht nur seinen Job sehen. Erst das Zusammenspiel aller
Beteiligten bringt das Ergebnis, das allen zum Gehaltsscheck
verhilft.

Trotzdem sind nicht alle Mitarbeiter im gleichen Verhältnis bezahlt im Bezug auf ihre Abgegebene Leistung.

Du bist mir der Liebste in diesem Thread, denn du bringst Fakten :smile:

Aus dem Tarifwerk der IG Metall für Ingenieure (Tarifbezirk
Nordbaden / Nordwürttemberg):

T5/1 (Anfangsgehalt eines Ingenieurs): 2913,85
T5/4 (Gehalt nach 4 Jahren): 3248,24 + 10%
Leistungszulage
T6/4 (Gehalt nach 8 Jahren): 3586,20 + 10%
Leistungszulage

50.000 Euro p.a. = 3773,58 Euro mtl. bei 13,25 Gehältern, wird
von einem „normalen“ Ingenieur (normale Leistungszulage, keine
Führungskraft) nach ca. 8 Jahren erreicht.

Also stimmt meine These, dass sich ein Ingeuieur nicht mit den 50 T€ begnügt? Wo bekommt man diese Tabellen im Internet her?
Beteiligungen werden auch in Tarifverträgen vorgeschrieben?

Wenn man davon ausgeht, dass ein Arbeiter bei 3-Schichtbetrieb
mit Akkord und Giesserei-Zuschlag das Gleiche verdienen kann,
dann stellt sich schon die Frage, warum man studiert hat
(natürlich hat der Arbeiter in der Giesserei einen
beschissenen Job, aber er verdient immer noch mind. 2x so viel
wie ein Raumausstatter)

Raumausstatter haben keinen beschissenen job? Kann doch überall unangenehm sein. Der Giesserei Zuschlag sorgt eben für einiges. Aber lang kann das auf die Dauer kaum einer machen, oder?

Nun, wenn man die 25 DM Brutto auf Netto umrechnet, dann
kommen da noch ca. 15 - 16 DM raus. Wenn ich dann noch Urlaub
usw. rechne, dann kommt der AN auf ca. 19 - 20 DM je Stunde
(je nach Branche mehr oder weniger). Bei 65 DM / Stunde kommt
übrigens heutzutage kein Handwerker mehr so richtig auf einen
grünen Zweig, ausser er verdient am verkauften Material.

Womit rechnet man eigentlich den Stundenlohn? Du schreibst hier auch inkl. Urlaub? Also Jahresgehalt/230/Tagesarbeitsstunden oder nicht?

Dann schau Dir mal die Konkurse / Firmenaufgaben / Insolvenzen
usw. an. Bei den Textilreinigungen leben z.B. 60% aller
Firmeninhaber am Existenzminimum.

Die Frage ist, warum machen sies?

Kommt auf die Regelungen an. Bei 23 DM Brutto, 40 Stunden je
Woche und 30 Tagen Urlaubsanspruch kommt inkl. Sozialkosten,
Krankheit (bei max. 20 MA im Betrieb), Weiterbildung usw. ca.
40 DM raus. Bei der Industrie sagt man Bruttolohn x 1,8 als
Faustformel (bei Ingenieuren ist der Faktor übrigens geringer,
da 1. weniger Krankheit, 2. das Gehalt bzgl. den Sozialabgaben
schon über der Beitragsbemessungsgrenze ist und 3. Ingenieure
oftmals privat krankenversichert sind.

Aha, interessant finde ich Punkt 1, wieso sind die weniger krank? Ich höre das zum ersten mal. Bin mal auf die Antwort gespannt…
Und zu Punkt 3, bekommen Ingenieure mehr Gehalt wenn der Arbeitgeber weniger Abgaben hat? Ich denke aber dass die Anzahl der privat krankenversicherten abnimmt, weil die Versicherer nicht die Beitragsentwicklung im Laufe des Lebens rausrücken und das doch zur Verunsicherung beiträgt. Schliesslich kommt da keiner leicht wieder raus und Gesellschaft wechseln ist auch nicht drin, wegen des hohen Einstiegsalters bei der neuen Versicherung.

Wenn sich der AN

aber bewährt, dann kann er zum AG wechseln und erhält den dort
üblichen Lohn.

Heisst also Dienstleister werden selten gute Leute haben? Ausser die neu eingestellten, bis die weg sind?

Vorsicht, nur weil das eine meistens nicht messbar ist (ausser
die Firma arbeitet mit Prozesskostenrechnung) heisst es noch
lanage nicht, dass die Kosten geringer wären. Insbesondere bei
sehr kurzen Produktzyklen (z.B. bei Handys oder PCs) sind die
reinen Herstellungskosten (fast) Nebensache.

Ja ich gehe von konservativeren Produkten aus wie Nahrungsmittel, Bäcker, Handtuchhersteller oder auch Kühlschränke und Radios usw.

Selbst dann, wenn die Überstunden nicht pauschal abgegolten
sind (vor allem in grösseren Betrieben mit Betriebsrat),
verfallen die Überstunden einfach am Ende des Monats, sobald
eine bestimmte Grenze überschritten wird. Ausserdem kann ich
nicht einfach um 15.00 Uhr bei einer Besprechung sagen: „so,
ich gehe jetzt heim, es ist mir egal, wer die Arbeit
fertigmacht“, sondern ich muss dann bis zum bitteren Ende
bleiben (z.B. wenn das Angebot noch am gleichen Tag zum Kunden
muss). Dann kann’s halt auch mal Freitag abends (nach 21.00
Uhr) werden. Und alle Stunden > 10 Stunden am Tag werden
sowieso aufgrund arbeitsrechtlicher Vorschriften nicht
mitgezählt.

Aber du hast trotzdem die Möglichkeit innerhalb des Monats die Zeit auszugleichen. Ok, manchmal ist Termindruck da, dann lässt es dir eben auszahlen. Und wenn du keine dieser Möglichkeiten hast… Tja, wer arbeitet denn umsonst? Wie wäre es denn wenn man zuwenig arbeitet und die Minusstunden am Monatsende einfach verfallen? Behandle den Arbeitgeber so wie er dich behandelt :smile:

Lässt sich einfach rechnen:
Arbeiter:
mit 16 Schule verlassen und Lehre beginnen (3 Lehrjahre mit
entsprechendem Lohn), Bundeswehr / Zivi, danach (also mit 20
Jahren) volles Gehalt

Ok angenommen die LKehre+Zivi durchschnittl. 1000 DM monatl. Macht nach 4 Jahren ca. 50.000 DM. Dann 5 Jahre lang 50.000
im Jahr macht insgesamt mit 25 einen Verdienst von 300 TDM.

Ingenieur:
mit 20 Schule verlassen, Bundeswehr / Zivi, danach (also mit
21 Jahren) Beginn Studium, Dauer Ø 4,5 - 5 Jahre (Uni: 6,5
Jahre), d.h. erstes Gehalt mit 25 - 28 Jahren.

Nix verdienen während Studium (obwohl die meisten eben doch was arbeiten), dann beginn sagen wir einmal mit 26 Jahren. Gehalt für die nächsten 4 Jahre sagen wir mal 75000 DM pro Jahr (ist niedrig angesetzt). Dann hat er mit 30 das aufgeholt was der Arbeiter bis 25 Verdient hat. Ok der Rest geht nun langsamer voran, aber die Gehaltserhöhungen beim Ingenieur sehen anders aus als die des Arbeiters.

Dann lass mal wenigstens ein paar Grundlagen raus. Stichwort:
Branche und Schul- / Berufsabschluss. Ich mach mal einfach den
Anfang: Ingenieur / Fahrzeugzulieferindustrie. Rest siehe
Vika.

Dann haben wir wohl einiges gemeinsam.

Nein ich spreche nicht von abkassieren. Ich versuche andere
Sachverhalte darzustellen, wie die „Bindung“ des Gehalts quer
durch alle Schichten im Bezug auf das Endprodukt.

Hi Roby,

hier liegt einer der Fehler in den Grundannahmen:

Das Gehalt ist nicht an das Produkt gebunden, sondern der Preis des produktes ergibt sich u.a. aus der Summe der beteiligten Gehälter/Löhne.

Jede Arbeit ist betriebswirtschaftlich ihr Geld wert.

Jemand der nur imstande ist, tagtäglich 8 Stunden ein- und dieselbe Schraube an ein- und denselben Ort zu befestigen, muss leistungsmäßig anders bewertet werden, als derjenige, der das Produkt entwickelt hat, bzw. derjenige der das Produktionskapital zur Verfügung stellt.

Mein Beispiel an anderer Stelle war Bill Gates.

Der hat ja nun ein Betriebssystem entwickelt, daß sich millionenfach verkauft hat. Frage: Welchen Anteil hat derjenige, der die CD beschriftet am Produkt?

gruss
winkel

Hi Roby,

Ja, aber jeder weiss eigentlich auch, daß das arbeiten über
Zeitarbeitsfirmen nur eine Übergangslösung ist. Man hat halt
etwas mehr, als das Arbeitlosengeld, aber die Chance in einem
Betrieb übernommen zu werden.

Sehen das die Zeitarbeitsfirmen auch so?

Gute Firmen ja. Schlechte Firmen nein. Ich mache zur Zeit ein Seminar, an dem auch eine Leiterin einer Zeitarbeitsfirma teilnimmt. Sie behauptet jedenfalls, das sie ihre „Zeitarbeiter“ dahingehend impft, daß das nur eine Zwischenlösung sein kann.

Das ist natürlich richtig. Aber sehr viele Leute, die ich
kenne, wollen das auch gar nicht. Sie sind zufrieden mit dem
Job und wollen auch keine Verantwortung übernehmen.

Das die sich auf die Dauer nicht langweilen…

Tja, verstehen tue ich das auch nicht. Aber das klassische nine to five Denken ist immer noch sehr verbreitet. Ich habe da so ein paar Mitarbeiter…

Genau das ist der Fehler, den viele nicht sehen. Man kann
nicht nur seinen Job sehen. Erst das Zusammenspiel aller
Beteiligten bringt das Ergebnis, das allen zum Gehaltsscheck
verhilft.

Trotzdem sind nicht alle Mitarbeiter im gleichen Verhältnis
bezahlt im Bezug auf ihre Abgegebene Leistung.

Zugegeben, da klaffen oftmals Lücken. Modernere Unternehmen wirken aber dagegen. Nur das Geld ist eben auch nur ein Motivator für 48 Stunden. Wichtiger sind ein gutes Arbeitsklima,
interessante Aufgabengebiete und vor allem Spass an der Arbeit.
Gruss Sebastian

Hallo Roby,

Du bist mir der Liebste in diesem Thread, denn du bringst
Fakten :smile:

Was manchmal aber auch einen ganz schönen Aufwand mit sich bringt, da man nicht alle Fakten so einfach rumliegen hat.

T6/4 (Gehalt nach 8 Jahren): 3586,20 + 10%
Leistungszulage

50.000 Euro p.a. = 3773,58 Euro mtl. bei 13,25 Gehältern, wird
von einem „normalen“ Ingenieur (normale Leistungszulage, keine
Führungskraft) nach ca. 8 Jahren erreicht.

Also stimmt meine These, dass sich ein Ingeuieur nicht mit den
50 T€ begnügt?

Wie oben geschrieben: nach 8 Jahren haben die meisten Ingenieure die 50T€-Schranke noch nicht durchbrochen (Senkrechtstarter-Karrieren ausgenommen).

Wo bekommt man diese Tabellen im Internet her?
Beteiligungen werden auch in Tarifverträgen vorgeschrieben?

http://www.igmetall.de/tarife/tarifdatenbank/

Übrigens: auch das unterscheidet einen Vielverdiener von Bandarbeitern (mal von Verantwortung + Arbeitszeit abgesehen): selbstständige Beschaffung von Informationen.

Raumausstatter haben keinen beschissenen job? Kann doch
überall unangenehm sein. Der Giesserei Zuschlag sorgt eben für
einiges. Aber lang kann das auf die Dauer kaum einer machen,
oder?

Natürlich kann es auch einen Raumausstatter auf einem Rohbau mal beschissen erwischen (schlechter sind noch die Maler dran, da die i.A. die Aussenwände machen, während die Raumausstatter im Innenbereich tätig sind), aber Giesserei ist halt kaum zu übertreffen. Beim Daimler werden Giesserei-Mitarbeiter dann mit 55J bei vollem Lohnausgleich in eine normale Abteilung versetzt.

Womit rechnet man eigentlich den Stundenlohn? Du schreibst
hier auch inkl. Urlaub? Also
Jahresgehalt/230/Tagesarbeitsstunden oder nicht?

AG-Lohnkosten pro Jahr = Jahresbruttogehalt (inkl. Weihnachts- und Urlaubsgeld) x 1,30(Sozialabgaben, Berufsgenossenschaft und weitere kleine Kosten wie z.B. Betriebskantine, Lohnbuchhaltung, Fahrtkostenzuschuss, VWL usw.)

Jahresarbeitszeit = 365 Tage / Jahr abzgl. 104 Samstage / Sonntage abzgl. ca. 11 Feiertage im Ø abzgl. 30 Tage Urlaub = 220 Arbeitstage = Zwischenergebnis

220 Arbeitstage -5% Krankenquote -5% Weiterbildung / Einarbeitung = 198 Arbeitstage = Netto-Arbeitstage

Nettoarbeitstage x 7 Stunden / Tag (IG-Metall) = 1.386 Arbeitsstunden

AG-Lohnkosten je Stunde = AG-Lohnkosten pro Jahr / Jahresarbeitszeit

Dann schau Dir mal die Konkurse / Firmenaufgaben / Insolvenzen
usw. an. Bei den Textilreinigungen leben z.B. 60% aller
Firmeninhaber am Existenzminimum.

Die Frage ist, warum machen sies?

Weil sie in jungen Jahren mit viel Elan angefangen haben, zu Lange selbstständig waren (oftmals lässt man sich als altgedienter Handwerker nicht mehr viel von anderen sagen), nie Kalkulation gelernt haben und jetzt mit > 50 Jahren auf dem Buckel nichts anderes mehr finden würden. Einen Kredit zur Sanierung des Betriebs gibt’s von den Banken aber auch nicht mehr, da diese angesichts des Alters das Risiko scheuen.

Kommt auf die Regelungen an. Bei 23 DM Brutto, 40 Stunden je
Woche und 30 Tagen Urlaubsanspruch kommt inkl. Sozialkosten,
Krankheit (bei max. 20 MA im Betrieb), Weiterbildung usw. ca.
40 DM raus. Bei der Industrie sagt man Bruttolohn x 1,8 als
Faustformel (bei Ingenieuren ist der Faktor übrigens geringer,
da 1. weniger Krankheit, 2. das Gehalt bzgl. den Sozialabgaben
schon über der Beitragsbemessungsgrenze ist und 3. Ingenieure
oftmals privat krankenversichert sind.

Aha, interessant finde ich Punkt 1, wieso sind die weniger
krank? Ich höre das zum ersten mal. Bin mal auf die Antwort
gespannt…

War neulich bei einem Lieferanten auf der schwäbischen Alb. Krankenstand Fertigung: 6 - 7 %, Angestellte 4%.

Liegt zum einen an der geringeren Unfallgefahr im Büro und zum zweiten daran, dass beim Arbeiter einfach ein Anderer die Arbeit macht, während beim Ingenieur die Arbeit liegen bleibt, bis man wieder da ist (oder sich die Kollegen sehr für die zusätzliche Arbeit bedanken). Da überlegt man sich schon eher, ob man die Überstunden hinterher macht, die man vorher beim Krankmachen (z.B. wegen irgendeiner Lapalie) verplempert.

Und zu Punkt 3, bekommen Ingenieure mehr Gehalt wenn der
Arbeitgeber weniger Abgaben hat?

Nein, den Vorteil, den der AG durch einen PKV-Versicherten hat, gibt er i.A. nicht weiter (übrigens schnell mal 100 Euro mtl.)

Ich denke aber dass die
Anzahl der privat krankenversicherten abnimmt, weil die
Versicherer nicht die Beitragsentwicklung im Laufe des Lebens
rausrücken und das doch zur Verunsicherung beiträgt.

Es gibt eine Handvoll Versicherer, die schon seit über 30 Jahren stabile Beitragssätze haben. Übrigens sind das nicht die großen Versicherungen mit den tollen Gebäuden, sondern so kleine Bauern-klitschen wie SDK, LVM usw.

Schliesslich kommt da keiner leicht wieder raus und
Gesellschaft wechseln ist auch nicht drin, wegen des hohen
Einstiegsalters bei der neuen Versicherung.

Weshalb der Umstieg wohl überlegt sein will (Stichwort Familienplanung).

Heisst also Dienstleister werden selten gute Leute haben?
Ausser die neu eingestellten, bis die weg sind?

Ja, weshalb die Dienstleister auch immer Leute suchen. Meiner Meinung nach sind sie beim Arbeitsvermitteln damit (unfreiwillig) effektiver als das Arbeitsamt.

Ja ich gehe von konservativeren Produkten aus wie
Nahrungsmittel, Bäcker, Handtuchhersteller oder auch
Kühlschränke und Radios usw.

Also ich habe beim Bänder noch nie einen Ingenieur hinter der Theke gesehen. Und Handtücher werden i.A. in Asien hergestellt.

Radios: schau Dir mal die Anzahl an Radios an, die ständig neu auf den Markt kommen.

Weisse Ware: auch hier hält der Computer Einzug => hoher Engineering-Aufwand.

Aber du hast trotzdem die Möglichkeit innerhalb des Monats die
Zeit auszugleichen. Ok, manchmal ist Termindruck da, dann
lässt es dir eben auszahlen.

Sorry, aber auszahlen ist i.A. nicht angesagt (würde mein Chef gerne machen, wird aber vom Betriebsrat nicht genehmigt). Und der Termindruck ist (vor allem bei den Automobilzulieferern) so gross, dass man lieber die Stunden freiwillig verfallen lässt, als durch Abgabe schlechter Arbeit einen auf’n Deckel zu bekommen.

Und wenn du keine dieser

Möglichkeiten hast… Tja, wer arbeitet denn umsonst? Wie wäre
es denn wenn man zuwenig arbeitet und die Minusstunden am
Monatsende einfach verfallen? Behandle den Arbeitgeber so wie
er dich behandelt :smile:

Da wünsch ich Dir mal viel Spass dabei !!! Erstens werden bei > 20 Minustunden die Urlaubstage zum Kontenausgleich verwendet und zweitens verfallen diese Stunden nicht.

Ok angenommen die LKehre+Zivi durchschnittl. 1000 DM monatl.
Macht nach 4 Jahren ca. 50.000 DM. Dann 5 Jahre lang 50.000
im Jahr macht insgesamt mit 25 einen Verdienst von 300 TDM.

Hast Du mal einen Fabrikarbeiter gesehen, der sich 5 Jahre lang mit 50.000 DM p.a. zufrieden gibt ?

Nix verdienen während Studium (obwohl die meisten eben doch
was arbeiten),

dazu hat der Arbeiter aber im Rahmen eines Nebenjobs auch die Möglichkeit.

dann beginn sagen wir einmal mit 26 Jahren.

Gehalt für die nächsten 4 Jahre sagen wir mal 75000 DM pro
Jahr (ist niedrig angesetzt). Dann hat er mit 30 das aufgeholt
was der Arbeiter bis 25 Verdient hat.

Und bis der Arbeiter 30 ist hat er locker mal wieder 5 x 60.000 DM p.a. = 300.000 DM verdient, d.h. es steht im Alter von 30 Jahren 600.000 zu 300.000 DM

Angenommen, der Arbeiter bleibt bei 60.000 DM p.a. stehen und der Ingenieur kommt in den nächsten Jahren auf Ø 110.000 DM p.a. Die Differenz ist dann 50.000 DM p.a. und somit hat der Ingenieur den Arbeiter mit 36 eingeholt. Wäre da nur nicht die Verzinsung des vom Arbeiter zur Seite gelegten Kapitals, womit wir dann locker bei 37 - 38 Jahren sind, bevor der Ingenieur den Arbeiter eingeholt hat. Sollte der Ingenieur allerdings Uni gemacht haben und somit erst mit 28 anfangen, dann haben wir schnell mal die 40 Jahre-Schallmauer durchbrochen.

Dann haben wir wohl einiges gemeinsam.

Wobei Du Dich wohl noch nie mit Kosten befasst zu haben scheinst.

Grüsse

Sven

Ja ich gehe von konservativeren Produkten aus wie
Nahrungsmittel, Bäcker, Handtuchhersteller oder auch
Kühlschränke und Radios usw.

Aha,

da haste dich jetzt aber reingeritten:

nahrungsmittel:

Milch: Der einzige der da produziert ist die Kuh, und die begnügt sich mit Fressen.
alle anderen sind nur Weiterreicher und Verteiler.
Melker
Milchfahrer
Molkereifacharbeiter
Händler

Deiner Logik nach sind diese beispielhaft genannten Berufe gnaz weit weg vom Produkt.

genauso:
Brot:

Das Korn wächst alleine am Halm!
Der Bauer bereitet nur vor:
planerisch (Firmenleitung)
Pflügen/säen (Entwicklungsleistung)
Warten auf den Herbst (Marketing)
Ernten (Auslieferung)

genauso kansst es beim Brot machen:
Der Bäckergeselle steht in der Backstube und wartet auf Mehl, Wasser und Salz und Hefe und das Rezept.

Und der Kunde wartet im Laden aufs Brot.

und wenn sie nicht gestorben sind, dann warten sie noch heute.

gruß
winkel

Selbst dann, wenn die Überstunden nicht pauschal abgegolten
sind (vor allem in grösseren Betrieben mit Betriebsrat),
verfallen die Überstunden einfach am Ende des Monats, sobald
eine bestimmte Grenze überschritten wird. Ausserdem kann ich
nicht einfach um 15.00 Uhr bei einer Besprechung sagen: „so,
ich gehe jetzt heim, es ist mir egal, wer die Arbeit
fertigmacht“, sondern ich muss dann bis zum bitteren Ende
bleiben (z.B. wenn das Angebot noch am gleichen Tag zum Kunden
muss). Dann kann’s halt auch mal Freitag abends (nach 21.00
Uhr) werden. Und alle Stunden > 10 Stunden am Tag werden
sowieso aufgrund arbeitsrechtlicher Vorschriften nicht
mitgezählt.

Aber du hast trotzdem die Möglichkeit innerhalb des Monats die
Zeit auszugleichen. Ok, manchmal ist Termindruck da, dann
lässt es dir eben auszahlen. Und wenn du keine dieser
Möglichkeiten hast… Tja, wer arbeitet denn umsonst? Wie wäre
es denn wenn man zuwenig arbeitet und die Minusstunden am
Monatsende einfach verfallen? Behandle den Arbeitgeber so wie
er dich behandelt :smile:

Lässt sich einfach rechnen:
Arbeiter:
mit 16 Schule verlassen und Lehre beginnen (3 Lehrjahre mit
entsprechendem Lohn), Bundeswehr / Zivi, danach (also mit 20
Jahren) volles Gehalt

Ok angenommen die LKehre+Zivi durchschnittl. 1000 DM monatl.
Macht nach 4 Jahren ca. 50.000 DM. Dann 5 Jahre lang 50.000
im Jahr macht insgesamt mit 25 einen Verdienst von 300 TDM.

Ingenieur:
mit 20 Schule verlassen, Bundeswehr / Zivi, danach (also mit
21 Jahren) Beginn Studium, Dauer Ø 4,5 - 5 Jahre (Uni: 6,5
Jahre), d.h. erstes Gehalt mit 25 - 28 Jahren.

Nix verdienen während Studium (obwohl die meisten eben doch
was arbeiten), dann beginn sagen wir einmal mit 26 Jahren.
Gehalt für die nächsten 4 Jahre sagen wir mal 75000 DM pro
Jahr (ist niedrig angesetzt). Dann hat er mit 30 das aufgeholt
was der Arbeiter bis 25 Verdient hat. Ok der Rest geht nun
langsamer voran, aber die Gehaltserhöhungen beim Ingenieur
sehen anders aus als die des Arbeiters.

Dann lass mal wenigstens ein paar Grundlagen raus. Stichwort:
Branche und Schul- / Berufsabschluss. Ich mach mal einfach den
Anfang: Ingenieur / Fahrzeugzulieferindustrie. Rest siehe
Vika.

Dann haben wir wohl einiges gemeinsam.

Gute Firmen ja. Schlechte Firmen nein. Ich mache zur Zeit ein
Seminar, an dem auch eine Leiterin einer Zeitarbeitsfirma
teilnimmt. Sie behauptet jedenfalls, das sie ihre
„Zeitarbeiter“ dahingehend impft, daß das nur eine
Zwischenlösung sein kann.

Damit wiederum würden sie sich selber schaden, nicht?

Das ist natürlich richtig. Aber sehr viele Leute, die ich
kenne, wollen das auch gar nicht. Sie sind zufrieden mit dem
Job und wollen auch keine Verantwortung übernehmen.

Das die sich auf die Dauer nicht langweilen…

Tja, verstehen tue ich das auch nicht. Aber das klassische
nine to five Denken ist immer noch sehr verbreitet. Ich habe
da so ein paar Mitarbeiter…

So schlimm ist das denke ich nicht. Es muss auch ein Ausgleich zwischen Arbeit und Privatleben stattfinden, und da ist strikte Trennung ein wirksames Mittel. Ich verüble es keinem, wenn er so denkt. Ausnahmen kann man ja mal machen.

Zugegeben, da klaffen oftmals Lücken. Modernere Unternehmen
wirken aber dagegen. Nur das Geld ist eben auch nur ein
Motivator für 48 Stunden. Wichtiger sind ein gutes
Arbeitsklima,
interessante Aufgabengebiete und vor allem Spass an der
Arbeit.

Ich frage mich in welcher Reihenfolge die meisten hier stimmen würden.

Hi Roby,

Gute Firmen ja. Schlechte Firmen nein. Ich mache zur Zeit ein
Seminar, an dem auch eine Leiterin einer Zeitarbeitsfirma
teilnimmt. Sie behauptet jedenfalls, das sie ihre
„Zeitarbeiter“ dahingehend impft, daß das nur eine
Zwischenlösung sein kann.

Damit wiederum würden sie sich selber schaden, nicht?

Das sehe ich anders. Wer ehrlich spielt, gewinnt.

Das ist natürlich richtig. Aber sehr viele Leute, die ich
kenne, wollen das auch gar nicht. Sie sind zufrieden mit dem
Job und wollen auch keine Verantwortung übernehmen.

Das die sich auf die Dauer nicht langweilen…

Tja, verstehen tue ich das auch nicht. Aber das klassische
nine to five Denken ist immer noch sehr verbreitet. Ich habe
da so ein paar Mitarbeiter…

So schlimm ist das denke ich nicht. Es muss auch ein Ausgleich
zwischen Arbeit und Privatleben stattfinden, und da ist
strikte Trennung ein wirksames Mittel. Ich verüble es keinem,
wenn er so denkt. Ausnahmen kann man ja mal machen.

Nur verpasst man dabei einiges, was dem Arbeitsalltag mehr Würze verleiht. Sicher muss man aber da seinen persönlichen Mittelweg finden.

Zugegeben, da klaffen oftmals Lücken. Modernere Unternehmen
wirken aber dagegen. Nur das Geld ist eben auch nur ein
Motivator für 48 Stunden. Wichtiger sind ein gutes
Arbeitsklima,
interessante Aufgabengebiete und vor allem Spass an der
Arbeit.

Ich frage mich in welcher Reihenfolge die meisten hier stimmen
würden.

Untersuchungen zur Folge steht der Spass an der Arbeit an erster Stelle. Denn nur wenn die Arbeit auch Spass macht, wird ein Maximum an Motivation erreicht. Für Spass bezahlt man meistens Geld, bekommt man auch noch welches, umso besser. Alles andere sind Rahmenbedingungen, die zu mehr Spass an der Arbeit verhelfen sollen. So gesehen muss alles getan werden (natürlich in einem bestimmten Rahmen), was den „Spassfaktor“ bei der Arbeit erhöht. Geld erhöht ihn eigentlich nicht. Wem seine Arbeit keinen Spass macht, der verschmerzt es mit ein paar Euro mehr im Monat besser, aber nach ein paar Tagen schleicht sich der Alltagstrott wieder eiskalt von hinten an.
Gruss Sebastian

Damit wiederum würden sie sich selber schaden, nicht?

Das sehe ich anders. Wer ehrlich spielt, gewinnt.

Dein Wort in Gottes Ohr.

Nur verpasst man dabei einiges, was dem Arbeitsalltag mehr
Würze verleiht. Sicher muss man aber da seinen persönlichen
Mittelweg finden.

Rein zeitlich gesehen: Wieviel kann man verpassen, was sich nicht von 9 bis 5 abspielt? Ein guter Mitarbeiter verpasst auch zwischen diesen beiden Uhrzeiten nichts. Und ich denke das solche Mitarbeiter besser sind, da sie eine gute Balance zwischen Arbeit und Privatleben haben.

Untersuchungen zur Folge steht der Spass an der Arbeit an
erster Stelle. Denn nur wenn die Arbeit auch Spass macht, wird
ein Maximum an Motivation erreicht. Für Spass bezahlt man
meistens Geld, bekommt man auch noch welches, umso besser.
Alles andere sind Rahmenbedingungen, die zu mehr Spass an der
Arbeit verhelfen sollen. So gesehen muss alles getan werden
(natürlich in einem bestimmten Rahmen), was den „Spassfaktor“
bei der Arbeit erhöht. Geld erhöht ihn eigentlich nicht. Wem
seine Arbeit keinen Spass macht, der verschmerzt es mit ein
paar Euro mehr im Monat besser, aber nach ein paar Tagen
schleicht sich der Alltagstrott wieder eiskalt von hinten an.

Stimmt schon, aber ohne die richtige Bezahlung macht es auch keinen Spaß. Der Spaß hört spätestens dann auf wenn man von bekannten hört, das sie auch spass haben und mehr verdienen…

Hi Roby,

Damit wiederum würden sie sich selber schaden, nicht?

Das sehe ich anders. Wer ehrlich spielt, gewinnt.

Dein Wort in Gottes Ohr.

Ich hoffe, er hört´s :wink:

Nur verpasst man dabei einiges, was dem Arbeitsalltag mehr
Würze verleiht. Sicher muss man aber da seinen persönlichen
Mittelweg finden.

Rein zeitlich gesehen: Wieviel kann man verpassen, was sich
nicht von 9 bis 5 abspielt? Ein guter Mitarbeiter verpasst
auch zwischen diesen beiden Uhrzeiten nichts. Und ich denke
das solche Mitarbeiter besser sind, da sie eine gute Balance
zwischen Arbeit und Privatleben haben.

Nun, die Interessantesten Gespräche habe ich ausserhalb dieser Zeiten, weil man einfach mehr Zeit und Ruhe hat. Aber bei den meisten Leuten mit 9 to 5 Denkweise die ich kenne, steht der Job auch in der Arbeitszeit nicht unbedingt im Mittelpunkt. Langfristig erfolgreich kann man m.E. mit dieser Denke nicht sein.

Untersuchungen zur Folge steht der Spass an der Arbeit an
erster Stelle. Denn nur wenn die Arbeit auch Spass macht, wird
ein Maximum an Motivation erreicht. Für Spass bezahlt man
meistens Geld, bekommt man auch noch welches, umso besser.
Alles andere sind Rahmenbedingungen, die zu mehr Spass an der
Arbeit verhelfen sollen. So gesehen muss alles getan werden
(natürlich in einem bestimmten Rahmen), was den „Spassfaktor“
bei der Arbeit erhöht. Geld erhöht ihn eigentlich nicht. Wem
seine Arbeit keinen Spass macht, der verschmerzt es mit ein
paar Euro mehr im Monat besser, aber nach ein paar Tagen
schleicht sich der Alltagstrott wieder eiskalt von hinten an.

Stimmt schon, aber ohne die richtige Bezahlung macht es auch
keinen Spaß. Der Spaß hört spätestens dann auf wenn man von
bekannten hört, das sie auch spass haben und mehr verdienen…

Schon richtig :wink: Ich persönlich verdiene, denke ich mal, durchschnittlich. Aber ich kam schon öfter in den Genuss von Sachprämien (PC, Uhr, Urlaubsreisen etc.) und verfüge über einen Firmenwagen auch zur privaten Nutzung. Aber wenn die Arbeit keinen Spass macht, könnte man mir ein Vermögen bieten, ich würde es ablehnen. Zum „gut“ sein gehört Leistung ebenso wie ein gesunder Background und kritische Betrachtungsweise des Jobs.
Gruss Sebastian

Ich hoffe, er hört´s :wink:

O das hoffe ich auch.

Nun, die Interessantesten Gespräche habe ich ausserhalb dieser
Zeiten, weil man einfach mehr Zeit und Ruhe hat. Aber bei den
meisten Leuten mit 9 to 5 Denkweise die ich kenne, steht der
Job auch in der Arbeitszeit nicht unbedingt im Mittelpunkt.
Langfristig erfolgreich kann man m.E. mit dieser Denke nicht
sein.

Ok, dann ist das ein wenig schwieriger. Wodurch zeigt sich am deutlichsten wenn einer nicht ganz dabei ist? Und versuchen diese Leute es nicht zumindest „vorzutäuschen“?

Schon richtig :wink: Ich persönlich verdiene, denke ich mal,
durchschnittlich. Aber ich kam schon öfter in den Genuss von
Sachprämien (PC, Uhr, Urlaubsreisen etc.) und verfüge über
einen Firmenwagen auch zur privaten Nutzung. Aber wenn die
Arbeit keinen Spass macht, könnte man mir ein Vermögen bieten,
ich würde es ablehnen. Zum „gut“ sein gehört Leistung ebenso
wie ein gesunder Background und kritische Betrachtungsweise
des Jobs.

Du hast teilweise recht, für die richtige Summe bist auch du dabei :smile: Dann bist du sicher in keinem kleinen Unternehmen, die bieten sowas eher garnicht an. Hast also eigentlich schon Glück gehabt mit dem was du alles bekommst. Meine Frage ist immmer, wie kommt man zu einem Firmenwagen wenn man keine Arbeit im Aussendienst hat? (Ich will auch einen…)