Hallo Roby,
Du bist mir der Liebste in diesem Thread, denn du bringst
Fakten 
Was manchmal aber auch einen ganz schönen Aufwand mit sich bringt, da man nicht alle Fakten so einfach rumliegen hat.
T6/4 (Gehalt nach 8 Jahren): 3586,20 + 10%
Leistungszulage
50.000 Euro p.a. = 3773,58 Euro mtl. bei 13,25 Gehältern, wird
von einem „normalen“ Ingenieur (normale Leistungszulage, keine
Führungskraft) nach ca. 8 Jahren erreicht.
Also stimmt meine These, dass sich ein Ingeuieur nicht mit den
50 T€ begnügt?
Wie oben geschrieben: nach 8 Jahren haben die meisten Ingenieure die 50T€-Schranke noch nicht durchbrochen (Senkrechtstarter-Karrieren ausgenommen).
Wo bekommt man diese Tabellen im Internet her?
Beteiligungen werden auch in Tarifverträgen vorgeschrieben?
http://www.igmetall.de/tarife/tarifdatenbank/
Übrigens: auch das unterscheidet einen Vielverdiener von Bandarbeitern (mal von Verantwortung + Arbeitszeit abgesehen): selbstständige Beschaffung von Informationen.
Raumausstatter haben keinen beschissenen job? Kann doch
überall unangenehm sein. Der Giesserei Zuschlag sorgt eben für
einiges. Aber lang kann das auf die Dauer kaum einer machen,
oder?
Natürlich kann es auch einen Raumausstatter auf einem Rohbau mal beschissen erwischen (schlechter sind noch die Maler dran, da die i.A. die Aussenwände machen, während die Raumausstatter im Innenbereich tätig sind), aber Giesserei ist halt kaum zu übertreffen. Beim Daimler werden Giesserei-Mitarbeiter dann mit 55J bei vollem Lohnausgleich in eine normale Abteilung versetzt.
Womit rechnet man eigentlich den Stundenlohn? Du schreibst
hier auch inkl. Urlaub? Also
Jahresgehalt/230/Tagesarbeitsstunden oder nicht?
AG-Lohnkosten pro Jahr = Jahresbruttogehalt (inkl. Weihnachts- und Urlaubsgeld) x 1,30(Sozialabgaben, Berufsgenossenschaft und weitere kleine Kosten wie z.B. Betriebskantine, Lohnbuchhaltung, Fahrtkostenzuschuss, VWL usw.)
Jahresarbeitszeit = 365 Tage / Jahr abzgl. 104 Samstage / Sonntage abzgl. ca. 11 Feiertage im Ø abzgl. 30 Tage Urlaub = 220 Arbeitstage = Zwischenergebnis
220 Arbeitstage -5% Krankenquote -5% Weiterbildung / Einarbeitung = 198 Arbeitstage = Netto-Arbeitstage
Nettoarbeitstage x 7 Stunden / Tag (IG-Metall) = 1.386 Arbeitsstunden
AG-Lohnkosten je Stunde = AG-Lohnkosten pro Jahr / Jahresarbeitszeit
Dann schau Dir mal die Konkurse / Firmenaufgaben / Insolvenzen
usw. an. Bei den Textilreinigungen leben z.B. 60% aller
Firmeninhaber am Existenzminimum.
Die Frage ist, warum machen sies?
Weil sie in jungen Jahren mit viel Elan angefangen haben, zu Lange selbstständig waren (oftmals lässt man sich als altgedienter Handwerker nicht mehr viel von anderen sagen), nie Kalkulation gelernt haben und jetzt mit > 50 Jahren auf dem Buckel nichts anderes mehr finden würden. Einen Kredit zur Sanierung des Betriebs gibt’s von den Banken aber auch nicht mehr, da diese angesichts des Alters das Risiko scheuen.
Kommt auf die Regelungen an. Bei 23 DM Brutto, 40 Stunden je
Woche und 30 Tagen Urlaubsanspruch kommt inkl. Sozialkosten,
Krankheit (bei max. 20 MA im Betrieb), Weiterbildung usw. ca.
40 DM raus. Bei der Industrie sagt man Bruttolohn x 1,8 als
Faustformel (bei Ingenieuren ist der Faktor übrigens geringer,
da 1. weniger Krankheit, 2. das Gehalt bzgl. den Sozialabgaben
schon über der Beitragsbemessungsgrenze ist und 3. Ingenieure
oftmals privat krankenversichert sind.
Aha, interessant finde ich Punkt 1, wieso sind die weniger
krank? Ich höre das zum ersten mal. Bin mal auf die Antwort
gespannt…
War neulich bei einem Lieferanten auf der schwäbischen Alb. Krankenstand Fertigung: 6 - 7 %, Angestellte 4%.
Liegt zum einen an der geringeren Unfallgefahr im Büro und zum zweiten daran, dass beim Arbeiter einfach ein Anderer die Arbeit macht, während beim Ingenieur die Arbeit liegen bleibt, bis man wieder da ist (oder sich die Kollegen sehr für die zusätzliche Arbeit bedanken). Da überlegt man sich schon eher, ob man die Überstunden hinterher macht, die man vorher beim Krankmachen (z.B. wegen irgendeiner Lapalie) verplempert.
Und zu Punkt 3, bekommen Ingenieure mehr Gehalt wenn der
Arbeitgeber weniger Abgaben hat?
Nein, den Vorteil, den der AG durch einen PKV-Versicherten hat, gibt er i.A. nicht weiter (übrigens schnell mal 100 Euro mtl.)
Ich denke aber dass die
Anzahl der privat krankenversicherten abnimmt, weil die
Versicherer nicht die Beitragsentwicklung im Laufe des Lebens
rausrücken und das doch zur Verunsicherung beiträgt.
Es gibt eine Handvoll Versicherer, die schon seit über 30 Jahren stabile Beitragssätze haben. Übrigens sind das nicht die großen Versicherungen mit den tollen Gebäuden, sondern so kleine Bauern-klitschen wie SDK, LVM usw.
Schliesslich kommt da keiner leicht wieder raus und
Gesellschaft wechseln ist auch nicht drin, wegen des hohen
Einstiegsalters bei der neuen Versicherung.
Weshalb der Umstieg wohl überlegt sein will (Stichwort Familienplanung).
Heisst also Dienstleister werden selten gute Leute haben?
Ausser die neu eingestellten, bis die weg sind?
Ja, weshalb die Dienstleister auch immer Leute suchen. Meiner Meinung nach sind sie beim Arbeitsvermitteln damit (unfreiwillig) effektiver als das Arbeitsamt.
Ja ich gehe von konservativeren Produkten aus wie
Nahrungsmittel, Bäcker, Handtuchhersteller oder auch
Kühlschränke und Radios usw.
Also ich habe beim Bänder noch nie einen Ingenieur hinter der Theke gesehen. Und Handtücher werden i.A. in Asien hergestellt.
Radios: schau Dir mal die Anzahl an Radios an, die ständig neu auf den Markt kommen.
Weisse Ware: auch hier hält der Computer Einzug => hoher Engineering-Aufwand.
Aber du hast trotzdem die Möglichkeit innerhalb des Monats die
Zeit auszugleichen. Ok, manchmal ist Termindruck da, dann
lässt es dir eben auszahlen.
Sorry, aber auszahlen ist i.A. nicht angesagt (würde mein Chef gerne machen, wird aber vom Betriebsrat nicht genehmigt). Und der Termindruck ist (vor allem bei den Automobilzulieferern) so gross, dass man lieber die Stunden freiwillig verfallen lässt, als durch Abgabe schlechter Arbeit einen auf’n Deckel zu bekommen.
Und wenn du keine dieser
Möglichkeiten hast… Tja, wer arbeitet denn umsonst? Wie wäre
es denn wenn man zuwenig arbeitet und die Minusstunden am
Monatsende einfach verfallen? Behandle den Arbeitgeber so wie
er dich behandelt 
Da wünsch ich Dir mal viel Spass dabei !!! Erstens werden bei > 20 Minustunden die Urlaubstage zum Kontenausgleich verwendet und zweitens verfallen diese Stunden nicht.
Ok angenommen die LKehre+Zivi durchschnittl. 1000 DM monatl.
Macht nach 4 Jahren ca. 50.000 DM. Dann 5 Jahre lang 50.000
im Jahr macht insgesamt mit 25 einen Verdienst von 300 TDM.
Hast Du mal einen Fabrikarbeiter gesehen, der sich 5 Jahre lang mit 50.000 DM p.a. zufrieden gibt ?
Nix verdienen während Studium (obwohl die meisten eben doch
was arbeiten),
dazu hat der Arbeiter aber im Rahmen eines Nebenjobs auch die Möglichkeit.
dann beginn sagen wir einmal mit 26 Jahren.
Gehalt für die nächsten 4 Jahre sagen wir mal 75000 DM pro
Jahr (ist niedrig angesetzt). Dann hat er mit 30 das aufgeholt
was der Arbeiter bis 25 Verdient hat.
Und bis der Arbeiter 30 ist hat er locker mal wieder 5 x 60.000 DM p.a. = 300.000 DM verdient, d.h. es steht im Alter von 30 Jahren 600.000 zu 300.000 DM
Angenommen, der Arbeiter bleibt bei 60.000 DM p.a. stehen und der Ingenieur kommt in den nächsten Jahren auf Ø 110.000 DM p.a. Die Differenz ist dann 50.000 DM p.a. und somit hat der Ingenieur den Arbeiter mit 36 eingeholt. Wäre da nur nicht die Verzinsung des vom Arbeiter zur Seite gelegten Kapitals, womit wir dann locker bei 37 - 38 Jahren sind, bevor der Ingenieur den Arbeiter eingeholt hat. Sollte der Ingenieur allerdings Uni gemacht haben und somit erst mit 28 anfangen, dann haben wir schnell mal die 40 Jahre-Schallmauer durchbrochen.
Dann haben wir wohl einiges gemeinsam.
Wobei Du Dich wohl noch nie mit Kosten befasst zu haben scheinst.
Grüsse
Sven