Hallo,
Im Grunde hatte ich bei der Studienarbeit ja schon genügend
kritische Gedanken eingebracht, diese aber immer so
formuliert, dass es am Ende wieder nicht wirkte.
Hat das der Dozent/Prüfer so gesagt? Ich komme zwar aus einem anderen Fach, aber wenn ich den Studenten sage, sie hätten zu wenig kritsche Gedanken eingebracht, dann heisst das:
- zu wenig Auseinandersetzung mit der einschlägigen Literatur, d.h. Meinungen werden zwar nebeneinandergestellt, aber es fehlt eine eigene, begründete Entscheidung des Studenten, warum er sich für welche entscheidet
- Der Argumentationsgang ist nicht als eigener ersichtlich, d.h. es ist nicht deutlich, dass der Student sich eigenständig mit dem gewählten Thema auseinandergesetzt hat (leicht z.B. daran erkennbar, wenn über die gesamte Arbeit hinweg ein bestimmtes Buch zitiert wird und die Seitenverweise auf diese Buch anzeigen, dass man sich nur vom Aufbau des Buches hat leiten lassen).
- Nur Zitate / Paraphrasen, d.h. der Student stellt eigentlich nur aus der Literatur zusammen und gibt den Autoren recht
Darf man in einer Diplomarbeit Redewendungen benutzen wie
„meines Erachtens nach“, „meiner Meinung nach“? Das würde
einiges leichter machen. ann wäre auch ersichtlich, dass es
meine eigenen kritischen gedanken sind.
„meines Erachtens“ oder „m.E.“ ist schöner akademischer Brauch. Seine eigene Meinung kann man auch durch Einleitungssätze wie „richtig stellt N.N. fest,…“; „daraus ist klar ersichtlich“, „anzuzweifeln ist, ob…“. Letztere stellen den eigenen wissenschaftlichen Standpunkt klar und deutlich heraus, „m.E.“ formuliert vorsichtiger.
ich weiß nur, dass ich kein „ich“ verwenden darf, also kein
„ich denke“,… Sind oben genante Redwendungen dann auch tabu?
Das gibt hier bestimmt eine Diskussion, allerdings gehöre ich auch zu denen, die kein „ich“ in einer wissenschaftlichen Arbeit zulassen.
Wie kann ich dann eigene kritische Gedanken kennzeichnen? Wie
erkennt man, das ich das nicht nur aus irgendeinen buch
abgeschrieben habe, wenn ich es nicht benutze?
Siehe oben. Hier empfiehlt sich vor allem die Entwicklung eines eigenen Zugangs zum Thema. Ich empfehle immer nach der gründlichen Lektüre einschlägiger Literatur, erst einmal eine Nacht darüber zu schalfen und sich selbst dabei am nächsten Tag zielgerichtet auf die Fragestellung hin ein eigenes mündliches Referat zu halten. So kommt man ganz gut auf einen Argumentationsgang und auf einen Aufbau der Arbeit (wobei sich erfahrungsgemäß der Aufbau immer wieder ändert).
Ansonsten würde ich noch einmal zu dem Dozenten gehen, der die letzte Arbeit bewertet hat und um konkrete Verbesserungsvorschläge bitten.
Grüße,
Taju