Erstlingsopfer

Hallo Harald,

Ich wollte den jüdischen Experten nicht vorgreifen.
Auf deren Antwort wirst Du aber noch etwas warten müssen.
Jetzt ist Schabat.

Du hast recht - sie können sicher etwas mehr Licht auf diese Stelle werfen. Warten wir’s ab.

Im Zusammenhang mit dem Erstlingsopfer ist ja auch Ex 13,13 zu
sehen "Jeden Erstling vom Esel aber löse durch ein Schaf
aus! Willst du ihn nicht auslösen, dann brich ihm das Genick!
Jeden Erstgeborenen deiner Söhne musst du auslösen.

Da bist Du der Antwort schon sehr nahe gekommen.

Israel M. Lau erklärt in seinem Buch:„Wie Juden leben“
[ISBN:3-579-02155-9 Buch anschauen]
Dieses Gebot geht auf den Auszug aus Ägypten zurück. Unsere
Vorfahren durften erst aus Ägypten ausziehen, nachdem der Herr
Ägypten mit der zehnten Plage geschlagen hatte: mit dem Tod
alles Erstgeborenen.

Deshalb ist es selbstverständlich, dass die Erstgeborenen dem
Herrn Dank schulden.

Ich muss ehrlich gestehen dass ich dieser Argumentation nicht so recht zu folgen vermag. Von der zehnten Plage waren nur die Ägypter betroffen, ‚profitiert‘ haben von ihr alle Juden. Wieso sollten deshalb speziell jüdische Erstgeborene ihrem Gott zu besonderem Dank verpflichtet sein?

Freundliche Grüße,
Ralf

Hi Carlos

Es gab ganz klar keine Menschenopfer.

Ich wusste nicht, dass Du Isaak nicht als Menschen betrachtest. :wink:
Gruß,
Branden

Hallo Branden,

Ich wusste nicht, dass Du Isaak nicht als Menschen
betrachtest. :wink:

Wurde der geopfert?

Gruß
Carlos

Hallo Ralf,

Ich muss ehrlich gestehen dass ich dieser Argumentation nicht
so recht zu folgen vermag. Von der zehnten Plage waren nur die
Ägypter betroffen, ‚profitiert‘ haben von ihr alle Juden.

Nein von der zehnten Plage waren alle betroffen. Schutz vor dem Tod des Erstgeborenen bekamen die Familien dadurch, dass sie das Pessach-Lamm aßen und etwas von seinm Blut an ihre Türen spritzten. (1.Mose 12:12-13)
Israeliten, die sich nicht daran hielten, waren von der Plage betroffen, während Ägypter, die diesen Ritus vollzogen, geschützt waren. Es kam darauf an, dass man den Aussagen Mose glaubte und sich an die Anweisungen hielt.

Gruß
Carlos

Hallo Carlos

Das verhinderte Qpfer Abrahams war ein Muster für ein späteres
Menschenopfer, welches nicht verhindert wurde. Nämlich die
Opferung Jesu Christi.

Jesus wurde hingerichtet.
Oder sprichst du an, dass Gottvater seinen Sohn zum Opfer brachte? Kann ich mir nicht vorstellen, dass du das meinst.
Gruß, Geris

Ich wusste nicht, dass Du Isaak nicht als Menschen
betrachtest. :wink:

Wurde der geopfert?

So gut wie, Carlos, so gut wie.
Ich habe mal einen Patienten (in meiner Psychiatrie-Zeit) erlebt, der hörte eenfalls eine Stimme, die ihm sagte, wenn er seinen Vater jetzt tötet, dann käme dieser in den Himmel. Er hats darauf getan (die zweite Simme wie bei Abraham blieb aus, sonst alles ähnlich) und kam in die Psychiatrie statt als Urvater gefeiert zu werden.
Gruß,
Branden

Hallo Carlos,

Was geschah denn am achten Tag mit den Söhnen?
Sie wurden beschnitten.

Nur die Erstgeborenen?

Gehörten diesen Kinder noch ihren Eltern?
Nein sie waren Teil des Bundesvolkes Gottes. Sie gehörten
Gott.

Schön, und alle Nachgeborenen werden nicht beschnitten?
Das ist IMHO heute aber anders. Wann hat sich das geändert?
Entspricht dann die Beschneidung aller männlichen Juden überhaupt den biblischen Vorschriften?
Oder hat da wieder mal jemand „frei interpretiert“?

Gruß
Carlos

Voller Fragen

Volker

nix zum Thema -
…Hi Branden,

hab mir deine HP grad angesehn.

Fällt auch dir auf, dass du Freud bald sehr ähnlich siehst ? (Die Physiognomie)

HM :smile:

Zurück zum Thema
Hallo Branden,

die ursprüngliche Frage lautete, ob eine Textstelle im Alten Testament als eine Aufopferung zum Menschenopferung zu verstehen ist.

Deine Antwort war singemäß Ja.

Historisch lassen sich keine Menschenopfer bei den Hebräern nachweisen, und um die geht es. Im alten Testament wird durch eine weitere Textstelle klar verständlich erläutert, wie der erste Text zu verstehen ist. Auch hier kein Menschenopfer.

Fachlich war deine Aussage also falsch, oder habe ich da was übersehen.

Gruß
Carlos

Hallo Volker,

Was geschah denn am achten Tag mit den Söhnen?
Sie wurden beschnitten.

Nur die Erstgeborenen?

Nein, alle. Die Beschneidung war seit Abraham eine Bedingung für alle Söhne. Ich bezog mich auf die Besonderheit des achten Tag.

Gruß
Carlos

Hallo Geris,

Jesus wurde hingerichtet.
Oder sprichst du an, dass Gottvater seinen Sohn zum Opfer
brachte? Kann ich mir nicht vorstellen, dass du das meinst.

Doch genau das meine ich. Es ist ist eine fundamentale Lehre des Christentums, dass Jesus Christus auf die Erde gesandt wurde, um für unsere Sünden zu sterben. Gott brachte seinen Sohn als ein Opfer da.

Gruß
Carlos

hallo Geris,
abgesehen davon, dass der jüdische Gott ein rachsüchtiger, blutiger Gott ist: diese Freikauferei erinnert mich an die frühere christliche kKirche, die für jeden Handstreich des Pfaffen einen extra Obulus verlangt hat.
Es riecht nach Geldquelle auftun. Denn wer zahlt nicht gerne für das Leben seines Sohnes? Besonders, da er ja nicht weiß ob er noch andere Kinder haben wird?
Grüße
Raimund

…Hi Herr Meyer,

hab mir deine HP grad angesehn.

Hab mir deine Vika grad angesehen und stelle fest, dass du einem 14-jährigen Pyromanen ähnlich bist.

VS

Hallo Geris,

Jesus wurde hingerichtet.
Oder sprichst du an, dass Gottvater seinen Sohn zum Opfer
brachte? Kann ich mir nicht vorstellen, dass du das meinst.

Doch genau das meine ich. Es ist ist eine fundamentale Lehre
des Christentums, dass Jesus Christus auf die Erde gesandt
wurde, um für unsere Sünden zu sterben. Gott brachte seinen
Sohn als ein Opfer da.

Hallo Carlos,
Nach deiner Aussage kann ich nur sagen: credo in un deo crudel.

Volker

Sprachliches
N’Abend,

da die Bibel ja nicht in Neuhochdeutsch geschrieben wurde: Könnte es vielleicht sein, dass hier auch noch eine Übersetzungsproblematik mit hineinspielt, die hier Konnotationen entstehen lässt/begünstigt?

Nur so’n Gedanke …

Grüße,
Christiane

Hallo jjl

ich würde ganz gerne wissen, wie von religiösen menschen

kommt drauf an, auf welcher Religion sie sich beziehen.

Wenn sie Christen sind, dann werden sie sich auf das Lukasevangelium Kapitel 2 Verse 23 und 24 beziehen.
Da steht nämlich, wie das mit Jesus gelaufen ist, der der männliche Erstgeborene von Maria war.

Da es sich um arme Leute handelt, haben sie ein paar Turteltauben geopfert.

Da Christen die rituellen Gebote als für sich nicht bindend ansehen, gibt es die Auslösung der Erstgeborenen in der christlichen Tradition nicht.

Wenn es Juden sind: Kommt drauf an, welcher religiösen Richtung sie angehören.

Wenn es orthodoxe Juden sind, wird das nach wie vor praktiziert durch einen Geldbetrag - das heutige Äquivalent zu dem in der Torah genannten Betrag von fünf Schekalim - wie gesagt, wenn das erstgeborene Kind ein Junge ist. Bekommt die Frau zuerst ein weibliches Kind, dann entfällt die Zeremonie.

eigentlich der
abschnitt der bibel über erstlingsopfer interpretiert wird…
in exodus 22,
28-29 steht:
„Erstlingsopfer: Deinen Reichtum und Überfluss sollst du nicht
für dich
behalten. Den Erstgeborenen unter deinen Söhnen sollst du mir
geben. Ebenso
sollst du es mit deinen Rindern, Schafen und Ziegen halten.
Sieben Tage sollen
sie bei ihrer Mutter bleiben, am achten Tag sollst du sie mir
übergeben.“
ich kann es mir nur als kinderopfer erklären…

Der Pharao ließ die hebräischen Sklaven nach der 10. Plage ziehen - nach der Tötung aller männl. Erstgeburt (Mensch und Tier) der Ägypter.

Als Erinnerung daran verfügte G-tt, daß in jeder Generation jeder männliche Erstgeborene für den Dienst am Tempel ausgesondert („gegeben“) wird

Als Moses auf dem Berg Sinai war, machte das Volk ein goldenes Kalb. Nur die Leviten beteiligten sich nicht daran. Nun waren es die Leviten, die - statt der Erstgeborenen - den Dienst im Tempel verrichten sollten (4 Buch Moses Kap 3 Vers 11 ff und für die Erstgeborenen (männlich) gilt das Auslösen (pidjon haBen)

zu dem thema hab ich bis jetzt sonst nur die geschichte von
abraham (genesis
22, 1-19) gefunden, wo zwar in den anmerkungen behauptet wird,
dass hier
deutlich wird, dass gott das kinderopfer ablehnt, aber dies
ist definitiv
keinesfalls aus dieser stelle zu herauszulesen.

In der jüdischen Tradition heißt diese Stelle „Bindung Isaaks“ (Akedah) - „Opferung“ ist eine christliche (Fehl-)Interpretation. Die Stelle will eben genau sagen, dass G-tt gegen jegliche Form von Menschenopfer ist.

Viele Grüße

Iris

Hallo Ralf,

Ich muss ehrlich gestehen dass ich dieser Argumentation nicht
so recht zu folgen vermag. Von der zehnten Plage waren nur die
Ägypter betroffen, ‚profitiert‘ haben von ihr alle Juden.
Wieso sollten deshalb speziell jüdische Erstgeborene ihrem
Gott zu besonderem Dank verpflichtet sein?

Ich denke, man versteht die Stelle nur im Zusammenhang des Midrasch (Auslegungstradition), der besagt, daß G-tt über den Tod der Ägypter weinte. Die Juden haben „profitiert“ um einen sehr hohen Preis - nämlich der Erstgeburt der Ägypter, daß sie ausziehen konnten, aber später als sie von Pharao verfolgt wurden und durch das Meer durchziehen konnten, wurden nochmals viele Ägypter getötet.

Die Auslösung der männlichen Erstgeburt hat auch den Aspekt des Gedenkens an die erstgeborenen umgekommenen Ägypter.

Außerdem gibt es für die männlichen Erstgeborenen noch einen speziellen Fastentag vor Pessach.

Viele Grüße

Iris

1 Like

Ich zweifle, daß mit Opfer gemeint ist, das Kind zu töten. Selbst Abraham könnte sich darin geiirt haben, wie es die Geschichte ja auch lehrt. Es könnte nämlich auch bedeuten, es nur hinzugeben und es nicht für sich zu beanspruchen, wie es meist Gang und Gäbe ist.

Vielleicht spielen hier frühere Gebräuche von Tieropfern eine Rolle, die man meist niederen Göttern dargebracht hat.

Aber es mag Zeiten und Kulturen gegeben haben, wo Menschenopfer gebräuchlich waren, wie z.B. bei den Mayas.

gruß
rolf

Fachlich war deine Aussage also falsch, oder habe ich da was
übersehen.

Allerdings. Du „möchtest“ sändig das herazusragende Beispiel von Abraham übersehen. Offenbar passt es Dir nicht ins Konzept. Vielleicht nimmst Du einen Radiergummi und radierst die Stellen im AT weg, die Dir nicht so gefallen. :wink:
Gruß,
Branden

Fällt auch dir auf, dass du Freud bald sehr ähnlich siehst ?
(Die Physiognomie)

Wir arbeiten dran, Herr Meyer!
Gruß,
Branden