Es ist mir sehr peinlich

Du hast das einzig richtige gemacht…
gruß

dennis

Es ehrt Dich!
Hallo!

So sehr ich körperliche Gewalt verabscheue - speziell gegen „Kinder“, so sehr kann ich Dein Tun nachvollziehen und sogar gutheißen!

Ich denke, über die Sache mit Notwehr und Gefahrenabwehr wurde hier genug geschrieben…

Ich hätte vermutlich ähnlich, wenn nicht heftiger reagiert!

Was Dich so sehr ehrt ist die Tatsache, dass Du Dir wirklich Gedanken darüber machst, ob Du etwas Falsches getan hast! So etwas nenne ich Gewissen. Aber lass Dir gesagt sein: Diese Gedanken sind überflüssig! Du hast absolut korrekt gehandelt!

Liebe Grüße
Guido

Hallo!

nicht ganz klar mit mir, weil, einerseits mußte ich eingreifen, andererseits verabscheue ich auch Schläge. Es macht mir zu schaffen.

Deshalb freuen mich diese Postings hier so, nach dem Lesen fühl ich mich nicht ganz so mies, wie ich mich eh schon fühle

Hab Dank
Herzlichst
d.

So sehr ich körperliche Gewalt verabscheue - speziell gegen
„Kinder“, so sehr kann ich Dein Tun nachvollziehen und sogar
gutheißen!

Ich denke, über die Sache mit Notwehr und Gefahrenabwehr wurde
hier genug geschrieben…

Ich hätte vermutlich ähnlich, wenn nicht heftiger reagiert!

Was Dich so sehr ehrt ist die Tatsache, dass Du Dir wirklich
Gedanken darüber machst, ob Du etwas Falsches getan hast! So
etwas nenne ich Gewissen. Aber lass Dir gesagt sein: Diese
Gedanken sind überflüssig! Du hast absolut korrekt gehandelt!

Liebe Grüße
Guido

Hallo Dilarah!

Natürlich bin ich ausgeflippt und hab die größte der Mädchen
und einen der Jungen geschnappt und geohrfeigt. Ich hab sowas
noch nie gemacht, aber als ich mein kleines dünnes Mädchen sah
und dieses Kinder (das eine Mädel war nen Kopp größer als ich
und wiegt wahrscheinl. das doppelte) bin ich „ausgerastet“.

Deshalb wirst Du auch nichts dagegen haben, wenn ein Elter Dein Kind aus einem Grund schlägt, der zwar nicht für Dich, aber für diese Person nachvollziehbar ist? - Nein, ich erwarte keine Antwort auf diese Frage, aber vielleicht regt sie zum Nachdenken an.
   Ich bin kein besonders kinderfreundlicher Mensch. Als ich jedoch beim Überfliegen dieses Brettes die Entgegnungen auf Deine Zeilen las, wusste ich nur ungläubig den Kopf zu schütteln, welch grossen Zuspruch Dein Vorgehen erntete. Sicherlich, man kann Deine Gewalt als Handlung im Affekt sehen, um Dein Kind zu schützen. Das ist zwar nachvollziehbar, aber keine dermassen zu billigende Tat, wie dies in diesem Thread geschehen ist. Ich bedauere diese Antworter, aber noch mehr, sofern sie welche haben, deren Kinder.
   Praktische Gewalt ist nun wahrlich das schlechteste Vorbild, und dieser oder jener wird früher oder später wieder einmal ratlos seufzen, in welch einer Welt wir eigentlich leben. Vor allem ist es doch immer wieder „interessant“ zu sehen, wer dabei die Schuld trägt: es sind nicht von Zweifeln am eigenen Tun geplagte Erwachsene, die erst diese Kinder (v)erzogen haben, sondern es sind die Kinder selbst - weshalb man „selbstverständlich“ bei solch missratenen Bälgern auch einmal zulangen darf.
   Es kommt mir vor, als würde darüber hinaus einmal mehr die Frage vergessen werden, woher solche Gewalt und insbesondere die - so habe ich den Eindruck - stetig sinkende Hemmschwelle rührt. (So kann ich mich nicht entsinnen, dass beispielsweise zu meiner Jugendzeit noch auf jemanden eingetreten wurde, wenn er nach einer Balgerei oder Schlägerei am Boden lag.) Ich habe meine eigenen Thesen dazu, deren Darstellung lang werden würde, weshalb ich in aller Kürze nur einen Teil benennen will. Insbesondere Fernsehen und Kino sehe ich als „Vorbildcharakter“: Küchenpsychologie, Klischees und Hauruckmethoden dienen der Problembewältigung; nur nicht zu kompliziert, möglichst einfach und unterhaltend gestrickt; es wird nicht mehr diskutiert, sondern geschrieen; Lautstärke und Gewalt dienen als Ersatz für Argumente: das Bewusstsein bestimmt letzten Endes das Sein.

Dies macht mich so zornig, dass ich am liebsten auch dreinschlagen möchte! Aber nicht auf Kinder, sondern auf jene Menschen, die den einfachen, unkomplizierten Weg wählen und lieber in den Kindern die Schuldigen sehen, statt in diversen Medienmachern und Politikern, die mehr oder weniger unterschwellig den Egoismus predigen und sich anschliessend darüber echauffieren, dass es keine Moral mehr gebe.

Eine kleine Literaturempfehlung:

"Am Anfang war Erziehung", Alice Miller
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3518374516/302…

Siehe hierzu auch: http://www.hausarbeiten.de/rd/faecher/hausarbeit/pac…, wovon ich einen Satz an dieser Stelle herausgreifen möchte: „Sie stellt die Behauptung auf, dass erstens die Folgen der Traumatisierung der Kinder unweigerlich auf die Gesellschaft zurückschlagen (vgl. Miller 1980, S.13) und zweitens will sie belegen, dass das Verwehren von adäquaten Reaktionen auf erlittene Kränkungen und insbesondere die Verdrängung derartiger Verletzungen nicht nur zu Neurosen führen (vgl. Miller 1980, S.21).“

Marco

Hallo ,

aber…

Deshalb wirst Du auch nichts dagegen haben, wenn ein Elter
Dein Kind aus einem Grund schlägt, der zwar nicht für Dich,
aber für diese Person nachvollziehbar ist? - Nein, ich erwarte
keine Antwort auf diese Frage, aber vielleicht regt sie zum
Nachdenken an.

Das ist ja mein Problem, nur ist es so, wenn Du gesehen hättest, wie brutal diese „Kinder“ zu ihr waren (vom Alter her sind sie ja Kinder)
und wie gleichgültig andere zugesehen haben (Erwachsene)…Ich wußte
mir halt nicht anders zu helfen.

   Ich bin kein besonders kinderfreundlicher Mensch. Als ich
jedoch beim Überfliegen dieses Brettes die Entgegnungen auf
Deine Zeilen las, wusste ich nur ungläubig den Kopf zu
schütteln, welch grossen Zuspruch Dein Vorgehen erntete.

Ich glaub dies siehst Du etwas anders, wenn Du solch eine Situation mal aus eigener Erfahrung heraus machst. Deswegen hab ich es ja auch gepostet.

Sicherlich, man kann Deine Gewalt als Handlung im Affekt
sehen, um Dein Kind zu schützen. Das ist zwar nachvollziehbar,
aber keine dermassen zu billigende Tat, wie dies in diesem
Thread geschehen ist.

Niemand hier billigt Gewalt. Nicht einer der Poster, sondern manche haben ähnl. erlebt und wissen, was ich empfunden hab in diesem Moment.

 Praktische Gewalt ist nun wahrlich das schlechteste

Vorbild, und dieser oder jener wird früher oder später wieder
einmal ratlos seufzen, in welch einer Welt wir eigentlich
leben.

Ja, das ist mir ja klar, aber wenn Du zuschauen mußt, wie Dein Kind so zusammengetreten wird und kein Gespräch möglich ist (wirklich!), was kann ich denn tun, außer sie für den ersten Moment zu schützen?

Vor allem ist es doch immer wieder „interessant“ zu

sehen, wer dabei die Schuld trägt: es sind nicht von Zweifeln
am eigenen Tun geplagte Erwachsene, die erst diese Kinder
(v)erzogen haben, sondern es sind die Kinder selbst - weshalb
man „selbstverständlich“ bei solch missratenen Bälgern auch
einmal zulangen darf.

Marco, das ist sehr unfair, weil Du nicht weisst, wie wir leben und nichts über mich oder das Kind weisst.

 s kommt mir vor, als würde darüber hinaus einmal mehr die
Frage vergessen werden, woher solche Gewalt und insbesondere
die - so habe ich den Eindruck - stetig sinkende Hemmschwelle
rührt. (So kann ich mich nicht entsinnen, dass beispielsweise
zu meiner Jugendzeit noch auf jemanden eingetreten wurde, wenn
er nach einer Balgerei oder Schlägerei am Boden lag.)

Von mir bestimmt nicht.

Ich habe

meine eigenen Thesen dazu, deren Darstellung lang werden
würde, weshalb ich in aller Kürze nur einen Teil benennen
will. Insbesondere Fernsehen und Kino sehe ich als
„Vorbildcharakter“: Küchenpsychologie, Klischees und
Hauruckmethoden dienen der Problembewältigung; nur nicht zu
kompliziert, möglichst einfach und unterhaltend gestrickt; es
wird nicht mehr diskutiert,

Unsinn, es wird sehr wohl diskutiert …und wie!! Auch hier z.B.
Und in der Minnifamilie. Ich hab einen Fehler gemacht, dass weiss ich,
aber ich wußte mir halt wirkl. nicht anders zu helfen. Es tut mir selbst mehr weh, als Du für möglich hälts. Aber ich darf doch nicht zulassen, zuschauen, wie mein (oder was für ein Mensch auch immer) geschlagen, getreten, bespuckt wird .

sondern geschrieen; Lautstärke und

Gewalt dienen als Ersatz für Argumente: das Bewusstsein
bestimmt letzten Endes das Sein.

Dann muß Dein Gegenüber aber auch für Argumente empfänglich sein.

Dies macht mich so zornig, dass ich am liebsten auch
dreinschlagen möchte! Aber nicht auf Kinder, sondern auf jene
Menschen, die den einfachen, unkomplizierten Weg wählen und
lieber in den Kindern die Schuldigen sehen, statt in diversen
Medienmachern und Politikern, die mehr oder weniger
unterschwellig den Egoismus predigen und sich anschliessend
darüber echauffieren, dass es keine Moral mehr gebe.

Hier fehlen mir ehrlich gesagt die Argumente…ich versteh es nicht.

Eine kleine Literaturempfehlung:

Oh bitte, ich bin kein Verbrechen, wenn ich mich auch grad so fühle,
aber Erfahrung mit den eigenen Kindern ist doch was anderes als ein Buch zu lesen und zornige Gedanken zu haben.

Ich danke Dir für Dein Posting, Du sagst eben auch ehrl. Deine Meinung und dieses weiss ich sehr wohl zu schätzen.

Herzl. Grüße
d-

Irgendwo fühle ich mich auch angesprochen…
Hi Marco,

Deshalb wirst Du auch nichts dagegen haben, wenn ein Elter
Dein Kind aus einem Grund schlägt, der zwar nicht für Dich,
aber für diese Person nachvollziehbar ist? - Nein, ich erwarte
keine Antwort auf diese Frage, aber vielleicht regt sie zum
Nachdenken an.

Eigentlich darf ich hierrauf nicht antworten, weil Du Dilarah persönlich ansprichst. Nun - ich mache es trotzdem - aus meiner Sicht!
Wenn mein Kind sich kriminell verhält und für eine andere Person eine akute Gefahr darstellt (auf ein Kind eintreten zähle ich mal dazu), dann wäre ich zwar nicht begeistert, könnte aber mit einer Ohrfeige leben!

Ich bedauere diese Antworter, aber noch
mehr, sofern sie welche haben, deren Kinder.

Es ist ja ganz nett, dass Du mich und mein Kind bedauerst, aber es tut nun wirklich keine Not! Ein klein wenig anmaßend ist das schon von Dir!

Praktische Gewalt ist nun wahrlich das schlechteste
Vorbild, und dieser oder jener wird früher oder später wieder
einmal ratlos seufzen, in welch einer Welt wir eigentlich
leben. Vor allem ist es doch immer wieder „interessant“ zu
sehen, wer dabei die Schuld trägt: es sind nicht von Zweifeln
am eigenen Tun geplagte Erwachsene, die erst diese Kinder
(v)erzogen haben, sondern es sind die Kinder selbst - weshalb
man „selbstverständlich“ bei solch missratenen Bälgern auch
einmal zulangen darf.

Och komm - jetzt sinkt Dein Niveau!
Stell Dir doch mal die Situation mit Erwachsenen vor! Einige Erwachsene junge Männer treten auf einen wehrlosen Menschen ein. Schaust Du dann nur zu?
Oder schaust Du weg?
Oder unternimmst Du den Versuch der Kommunikation (ich stelle mir das Ganze jetzt noch etwas drastischer mit ein paar Glatzen vor), sodass es anschließend nicht ein sondern zwei Opfer gibt?

Es kommt mir vor, als würde darüber hinaus einmal mehr die
Frage vergessen werden, woher solche Gewalt und insbesondere
die - so habe ich den Eindruck - stetig sinkende Hemmschwelle
rührt. (So kann ich mich nicht entsinnen, dass beispielsweise
zu meiner Jugendzeit noch auf jemanden eingetreten wurde, wenn
er nach einer Balgerei oder Schlägerei am Boden lag.) Ich habe
meine eigenen Thesen dazu, deren Darstellung lang werden
würde, weshalb ich in aller Kürze nur einen Teil benennen
will. Insbesondere Fernsehen und Kino sehe ich als
„Vorbildcharakter“: Küchenpsychologie, Klischees und
Hauruckmethoden dienen der Problembewältigung; nur nicht zu
kompliziert, möglichst einfach und unterhaltend gestrickt; es
wird nicht mehr diskutiert, sondern geschrieen; Lautstärke und
Gewalt dienen als Ersatz für Argumente: das Bewusstsein
bestimmt letzten Endes das Sein.

Schön! Ich stimme Dir bei diesem Artikel weitestgehend zu. Nur: Nicht Dilarahs Tochter hat geprügelt - sie WURDE verprügelt!!!
Also wärst Du zwar bei den Eltern der „Prügelkinder“ an der richtigen Adresse, hier hast Du Dich allerdings in der Hausnummer geirrt.

Dies macht mich so zornig, dass ich am liebsten auch
dreinschlagen möchte! Aber nicht auf Kinder, sondern auf jene
Menschen, die den einfachen, unkomplizierten Weg wählen und
lieber in den Kindern die Schuldigen sehen, statt in diversen
Medienmachern und Politikern, die mehr oder weniger
unterschwellig den Egoismus predigen und sich anschliessend
darüber echauffieren, dass es keine Moral mehr gebe.

Das bringt aber im Moment der Gefahr recht wenig (wenn ich Dir auch hier zustimme)

Ich kann Dir ein nettes Beispiel zum Thema „Die armen prügelnden Kids“ geben! Vor knapp zwei Jahren wurde die Schwester einer Arbeitskollegin von 8 Kindern (zwischen 13 und 15) derart verprügelt, dass sie in absehbahrer Zukunft nicht wieder richtig wird laufen können.
Sorry, auf der einen Seite klagt unsere Gesellschaft über mangelnde Zivilcourage, auf der anderen Seite gibt es Moralapostel, die Gewalt derart ablehnen, dass sie solche Dinge einfach geschehen lassen?!

Zu meiner Person: Ich habe meinen Sohn noch nie geschlagen, ich werden meinen Sohn auch nie schlagen, und ich erziehe ihn auch zur Gewaltlosigkeit. Das geht natürlich nur, wenn ich mich intensiv mit ihm befasse und ihn nicht vor irgendeiner Flimmerkiste verwahrlosen lasse (wenn ich ihm auch weder Computer noch TV vorenthalte - das Maß und der Inhalt machen es halt).
Ich gehe jeder körperlichen Auseinandersetzung aus dem Weg, wenn ich es mit meinem Gewissen vereinbaren kann (Lao-Tse: Ein verhinderter Kampf ist ein gewonnener Sieg), allerdings habe ich immer (und werde es immer tun) mit den notwendigen Mitteln eingegriffen, wenn ich dadurch ein Unglück verhindern kann! Wenn jetzt hier mit zwei Ohrfeigen gegen eine Horde von Tretern vorgegangen wurde, dann halte ich die Verhältnismäßigkeit der Mittel gewahrt!

Natürlich hast Du das Recht auf eine eigene Meinung und diese sollst Du hier auch bitte kund tun! Aber vielleicht relativiert sich Deine Sicht vielleicht ein klein wenig, wenn Du meine Beweggründe versuchst zu verstehen.

Liebe Grüße
Guido, der gerade sieht, dass es ein halber Roman geworden ist

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Hallo Dilarah,

damit wir hier nicht endlose Zeilen von Frage und Antwort haben, kürze ich etwas zusammen.
   Um einem Missverständnis vorzubeugen, möchte ich den Hauptaugenmerk nochmal darauf legen, dass Deine Affekthandlung nachvollziehbar ist, und es würde wohl kaum ein Elternteil die Hände in den Schoss legen, wenn das eigene Kind brutal geschlagen wird. Insofern ist Deine Vorgehensweise natürlich nachvollziehbar
   (Und wie würde man/frau bei einem fremden Kind reagieren? Und weshalb verteidigen Eltern ihre Kinder, wenn sie von Fremden geschlagen werden, zu Hause aber selbst wiederum „Hand anlegen“? - Fragen, die aus mehr oder weniger eigenen Beobachtungen und Erfahrungen herrühren.)
   In meiner Entgegnung an Dich habe ich weniger Dich und Deine Tat verurteilt - weshalb Du in Deiner Antwort an mich einige Zeilen zu persönlich nimmst -, als mich vielmehr über die grosse Akzeptanz und die allgemeine Schuld der Kinder gewendet.
   Das kann man auch anderweitig sehen, doch es ist mein Eindruck. Oder anders gesagt: Wenn sich tatsächlich so viele (zumindest öffentlich) gegen Gewalt aussprechen, weshalb verroht unsere Gesellschaft trotzdem? Es scheinen ja stets „die anderen“ zu sein, deren Kinder brutal sind.

Oh bitte, ich bin kein Verbrechen, wenn ich mich auch grad so
fühle,
aber Erfahrung mit den eigenen Kindern ist doch was anderes
als ein Buch zu lesen und zornige Gedanken zu haben.

Ein „Oh“ von mir zurück, denn diese Buchempfehlung sollte keine „oberlehrerhafte“ Überheblichkeit meinerseits sein. Das Buch ist tatsächlich gut!

Marco

Hallo Guido,

natürlich darfst Du antworten. Ich habe zwar Dilarah angeschrieben, aber aus meiner Antwort geht hervor, dass sie an alle gerichtet ist.

Es hätte mich gewundert, hätte man meine Zeilen nicht in dem einen oder anderen Punkt als anmassend empfunden. „Das ist mein Kind, das ist meine Erziehung, und die geht niemanden etwas an“ - ist das nicht der allgemeine Standpunkt, auf den sich zurückzogen wird, wenn man sogenannte Erziehungspraktiken kritisiert? Aber auch hier sollte sich so etwas wie Zivilcourage zeigen, wenn Eltern mit ihren Kindern in merkwürdiger Weise umgehen. Leider scheitert das an der Praxis, wenn man beispielsweise schon allein mit offenen Augen durch eine grössere Fussgängerzone geht.

Übrigens, weil Du ein Beispiel mit Skinheads und eines mit der Schwester einer Arbeitskollegin wähltest, hatte ich in keiner Zeile erklärt, dass Zuschauen ein probates Mittel gegen Gewalt wäre (siehe hierzu meine Antwort an Dilarah).
   Hatten wir eigentlich schon immer Probleme mit Skinheads oder sind sie nur ein „temporäres Problem“ oder woher kommt deren Erscheinung und Auftreten? Und haben bei dieser von acht Kindern versprügelten Schwester andere Leute ebenfalls zugeschaut, oder diente das Beispiel unterschwellig einer Rechtfertigung für bisweilen doch „prophylaktische“ Ohrfeigen", weil Kinder eben doch brutal sind? (Bitte keinen Adrenalinschub - ich habe Deinen allerletzten Absatz gelesen.)
   Merkwürdig, dass man gleich zum Moralapostel stilisiert wird, nur weil man sich gegen diese allgemeine Akzeptanz der Gewalt wendet. Als gälte das Aufwerfen solcher Fragen bereits als unzumutbar - und nicht die Gewaltanwendung selbst.

Es ist nett, dass Du Dein Kind nicht „vor irgendeiner Flimmerkiste verwahrlosen“ lässt. Natürlich wäre es schön, angenehm und wesentlich vorteilhafter für die gesamte Gesellschaft, wenn Eltern nicht nur den Willen, sondern auch tatsächlich die Zeit für ihre Kinder besässen. (Die Ausführungen hierzu müssten allerdings eher im Politik-Brett stehen.) Dann, darüber bin ich mir sicher, bräuchten wir gar nicht erst solche Diskussionen wie diese hier führen.

Marco

Liebe Grüße und Ciao
d.

ok
Hallo Marco!

Nachdem ich diese Antwort und die Antwort an Dilarah gelesen haben (aber nur zusammen im Paket), verstehe ich erst, worauf Du hinaus willst.
Dass Du eher die Gesellschaft (und damit die Antworter) als Dilarah
meinst, ging nicht ganz so hervor. Allerdings bitte ich Dich, zu bedenken, dass eigentlich alle auf diese eine Reaktion eine Antwort gaben! Und da selbst Du diese nachvollziehen kannst…

Es hätte mich gewundert, hätte man meine Zeilen nicht in dem
einen oder anderen Punkt als anmassend empfunden. „Das ist
mein Kind, das ist meine Erziehung, und die geht niemanden
etwas an“ - ist das nicht der allgemeine Standpunkt, auf den
sich zurückzogen wird, wenn man sogenannte Erziehungspraktiken
kritisiert? Aber auch hier sollte sich so etwas wie
Zivilcourage zeigen, wenn Eltern mit ihren Kindern in
merkwürdiger Weise umgehen. Leider scheitert das an der
Praxis, wenn man beispielsweise schon allein mit offenen Augen
durch eine grössere Fussgängerzone geht.

Richtig! Sprich mal ein in der Fußgängerzone schlagendes Elternteil laut und deutlich in einer Fußgängerzone an und achte mit einem halben Auge auf die Reaktion der anderen. Ich habe es mal bei unserer letzten Kirmes gemacht - vorher schüttelten alle Leute den Kopf über diese Mutter, nach meinem freundlichen Hinweis an diese Mutter, dass Gewalt gegen Kinder verboten sei, drehten sich alle weg…

Hatten wir eigentlich schon immer Probleme mit Skinheads
oder sind sie nur ein „temporäres Problem“ oder woher kommt
deren Erscheinung und Auftreten?

Keine Ahnung - es gab sie in den frühen 80ern genau so wie heute! Meiner Meinung nach nimmt diese Erscheinung ab.

Und haben bei dieser von acht
Kindern versprügelten Schwester andere Leute ebenfalls
zugeschaut,

Ist anzunehmen - war am Bahnhof in Düsseldorf.

oder diente das Beispiel unterschwellig einer
Rechtfertigung für bisweilen doch „prophylaktische“
Ohrfeigen", weil Kinder eben doch brutal sind? (Bitte keinen
Adrenalinschub - ich habe Deinen allerletzten Absatz gelesen.)

Nein - es galt nicht als Rechtfertigung. Ich wollte nur von Dir hören, was Du in einer solchen Situation gedenkst zu tun. Von Prophylaxe kann übrigens keine Rede sein - das hat was mit Vorbeugung zu tun! Wenn es zur Ausschreitung kommt, muss doch irgendwie gehandelt werden…

Merkwürdig, dass man gleich zum Moralapostel stilisiert
wird, nur weil man sich gegen diese allgemeine Akzeptanz der
Gewalt wendet.

Och weißt Du - nach Deiner Interpretation setze ich mir den Stempel selbst mitten auf die Stirn! Ich verabscheue Gewalt!
Ich wurde hier im Brett Eltern und Kinder mal ziemlich zerfetzt dafür, dass ich jeden, der seine Kinder erzieherich schlägt (nur der Klaps auf den Po - und ähnlicher Schwachsinn) unterschwelig als erziehungsunfähig titulierte. Das Interessante damals war, dass mir alle (meistens die, die schon mal geschlagen haben) erklärten, ich könne nie wissen, ob ich mein Kind nicht auch irgendwann mal schlagen würde. Aber zum einen ist das ein anderes Thema, zum anderen rege ich mich jetzt schon wieder auf.

Natürlich wäre es schön,
angenehm und wesentlich vorteilhafter für die gesamte
Gesellschaft, wenn Eltern nicht nur den Willen, sondern auch
tatsächlich die Zeit für ihre Kinder besässen. (Die
Ausführungen hierzu müssten allerdings eher im Politik-Brett
stehen.)

Naja - wenn der Wille da ist, dann nimmt man sich auch die Zeit! Das sehe ich ähnlich, wie die Entwöhnung von der Zigarette: Entweder ich will es - dann mache ich es, oder ich will es nicht!

Dann, darüber bin ich mir sicher, bräuchten wir gar
nicht erst solche Diskussionen wie diese hier führen.

Da stimme ich Dir zu.

Liebe Grüße
Guido