Fragen ohne antworten

hallo Rudi,

das solltest Du uns wissen lassen, Du mußt doch ein Fazit draus gezogen haben, musst um Deinetwillen. Oder glaubst Du, die Depression als Krankheit an sich ist Schuld? Ich könnte mir das denken. Denn dann war der Versuch, der Höhepunkt der Krankheit.
Und weißt Du eigentlich, was ganz erstaunlich ist? Das die Depression meist dann im Abklingen ist, wenn der „Patient“ aktiv wird (das ist doch ein Witz, oder…, denn gerade dann, wenn sich die meisten Depressiven umbringen, sind sie gerade auf dem Weg der „Besserung“)…das ist die gefährlichste Zeit, alles kann dann Auslöser sein.
Ich hoffe, Du bist in guter Behandlung, so daß die Krankheit nicht Dein Leben bestimmt.

Liebe Grüße
H.-D.

ich habe an dieser stelle eignetlich keine direkten fragen an
euch… es sind nur gedankengänge, die mich beschäftigen.

Hallo,
bin zwar kein Experte, kann nur mal zwei Beispiele anführen:
War selbst in Klinik wegen Depression, lerne junge Frau
kennen, die wegen Suizidversuch (sie wusste nicht!!! warum sie
sich die Pulsadern aufgeschnitten hatte) schon länger dort
war. Ich fühlte sehr mit ihr, da ich selber solche Gedanken
hatte, sie war mein Alter und mir überhaupt (zufällig) sehr
ähnlich. Ebenfalls zufällig spielen wir zusammen Tischtennis
und haben (etwas) Spass dabei. Abend unterhalten wir (mehrere)
uns und sie rennt ständig mitten in der Unterhaltung zum
Fernseher, ist geistig abwesend und lacht unheimlich vor sich
hin (Freude auf den Freitod?). Am nächsten Morgen erfahren
wir, dass sie sich vor ca. 1 h erhängt hat, einen
Abschiedsbrief hatte sie hinterlassen. Die Utensilien musste
sie aber schon länger dazu versteckt haben. Und selbst: Hatte
ich mir auch immer genug Tabletten im „Rückhalt“ gelassen,
weil die seelischen Qualen der Depression so heftig waren. Ich
fuhr am morgen an einen ruhigen Platz in schönstem
Sonnenschein und dachte: Wie weit ist es von den Gedanken (die
ich allerdings schon länger hatte) an einen Suizid bis zur
Verwirklichung? Hänge lange irgendwelchen Gedanken nach, fahre
wieder nach Hause, denke dann nichts!! mehr, spüre nur diesen
unerträglichen „Schmerz“, nehme reichlich der Tabletten und
räume den Rest wieder weg. Als man mich nach vielen Stunden
tief bewusstlos fand, wusste niemand, was mit mir war. Ich
wachte irgendwann auf; was mich seltsamer Weise nicht
wunderte, dass ich auf einer ITS „rumlag“. Verarbeitet habe
ich das ganze nie so richtig.
Fazit…???
Gruss Rudi

das solltest Du uns wissen lassen, Du mußt doch ein Fazit
draus gezogen haben, musst um Deinetwillen. Oder glaubst Du,
die Depression als Krankheit an sich ist Schuld? Ich könnte
mir das denken.

Hallo Dilarah,
danke für die Aufmunterung.
…es ist die Krankheit, obwohl ich einen Suizid immer als eine Art Depression des Lebens sehe.

Denn dann war der Versuch, der Höhepunkt der
Krankheit.

Nur: die Krankheit verläuft in „Wellen“, d.h. es gibt auch mal in einer tiefen Phase kleine Hochs. Es war einer! der Tiefpunkte, es gab mehrere davon, leider.
Mit Fazit meinte ich, wobei sich da jeder selbst etwas Gedanken machen sollte, dass vielleicht ein Suizidant nicht ganz plötzlich handelt, sondern schon im Vorfeld darüber nachdenkt. Es bedeutet auch, dass Menschen im Umgang mit anderen hellhörig durchs Leben gehen sollten. Das bezieht sich jetzt nicht auf den Beitrag von McFly, schliesslich kann niemand hellsehen. Aber es gibt eine HP u.a., wo die Mutter den Abschiedsbrief ihres Sohnes, bei dem der Suizid gelang, veröffentlicht, vielleicht hilft es McFly, URL habe ich.

Und weißt Du eigentlich, was ganz erstaunlich ist? Das die
Depression meist dann im Abklingen ist, wenn der „Patient“
aktiv wird

Oh, das lässt mich ja hoffen. Ich meine die Aktivierung erfolgte bei mir durch absolute Verzweiflung und tatsächlich kann man ringsherum nichts mehr spüren, so seltsam das klingen mag.
Leider bestimmt sie mein Leben schon eine Weile und immer noch.
In Behandlung bin ich schon, es ist aber sehr schwierig die „richtige“ (hilfreiche Therapie) zu finden.
Liebe Grüsse Rudi

Nur: die Krankheit verläuft in „Wellen“, d.h. es gibt auch mal
in einer tiefen Phase kleine Hochs. Es war einer! der
Tiefpunkte, es gab mehrere davon, leider.

Ja, ich weiß, ich hab einen Freund, der darunter leidet und einige Jahre sogar stationär verbringen mußte.

Oh, das lässt mich ja hoffen. Ich meine die Aktivierung
erfolgte bei mir durch absolute Verzweiflung und tatsächlich
kann man ringsherum nichts mehr spüren, so seltsam das klingen
mag.

Ich habe solche Situationen zu Hauf bei ihm mitgemacht, im wahrsten Sinnne des Wortes…und natürlich hoffnungslos, versucht, zu fühlen, wie er fühlt, was in ihm vorgeht, um zu helfen. Aber er hat mich gar nicht wahrgenommen. Ich hatte viel Angst um ihm, eigentlich immer, wenn ich so unseren Schriftwechsel verfolge, war da immer zu erst meine zögerl./ängstl. gestellte Frage, wie geht es Dir?
Erst als ich das Buch von Herdis Möllehave „Le und die Knotenmänner“ ISBN 3-353-00469-6 Buch anschauen „zufällig“ las, konnte ich ein wenig besser verstehen.

Leider bestimmt sie mein Leben schon eine Weile und immer

noch.
In Behandlung bin ich schon, es ist aber sehr schwierig die
„richtige“ (hilfreiche Therapie) zu finden.

Was eigentlich unglaublich ist, weil gerade diese Krankheit
fast schon zur Volkskrankheit mutiert ist, verzeih die Ausdrucksweise, mich macht das wütend, nicht Du, sondern unfähige Therapeuten!!! Was diese meinem Freund angetan haben,
ist unglaublich. Zu den Methoden der Abt. , wo er stat. war, hab ich ganz spontan gesagt, dazu fallen mir KZ und Nazis ein, die Therapie war haarsträubend, man verbot auch jeglichen Kontakt zu mir, aber die Rechnung ging nicht auf, ich habe dann was anderes gefunden, dort ging es wesentlich humaner zu. Nun, da er „geheilt“ ist, ist er wesensverändert, ob das von der Therapie oder den Medikamenten kommt weis ich nicht. Ich finde keinen Zugang mehr zu ihm und er ist Therapeutenabhängig wie ich es noch niemals erlebt hab, ich sehe allerdings keine greifbare
Veränderung. Im Grunde genommen ist er in gleicher Verfassung, nur er selber empfindet es anders u. da dies die Hauptsache ist, hab ich aufgegeben. Es geht ja nicht um mich, sondern um ihn.

Das ist jetzt länger geworden, als ich wollte, aber durch Dein Posting war mir diese Geschichte wieder ganz nah. Also pass gut
auf Dich auf, soweit Du kannst und ich wünsche Dir von Herzen einen guten, fähigen, einfühlsamen Therapeuten, der sich die Mühe macht, nicht nach „Schema F“ zu verfahren, sondern die Therapie findet, die Dir auf Dauer da raushilft.
Viel Glück

H.-D.

Ja, ich weiß, ich hab einen Freund, der darunter leidet und
einige Jahre sogar stationär verbringen mußte.

Liebe Dilarah,
jetzt ging mir aber Deine Geschichte ganz schön nahe. Einige Jahre!!! stationär? Wieso? Ein Horror. Obwohl, wenn ich mal nachrechne, war es letztes Jahr bei mir auch die Hälfte. Was hat man alles probiert? Du kannst mich auch direkt anmailen, würde mich gerne noch etwas mit Dir darüber austauschen. Vielleicht kann ich Dir ja auch etwas helfen, denn meine Familie hat es auch nicht gerade einfach damit.

Aber er hat mich gar nicht wahrgenommen. Ich hatte
viel Angst um ihm, eigentlich immer, wenn ich so unseren
Schriftwechsel verfolge, war da immer zu erst meine
zögerl./ängstl. gestellte Frage, wie geht es Dir?

Ich denke er hat es registriert, nicht wahrgenommen - kann sein, da die Emotionen nur in gringer Auswahl da sind. Hinter dieser leblosscheinenden Mauer ist ganz schön was los. Viele Gedanken! Ich registriere z.B. auch, wie vorsichtig ich nach meinem Befinden gefragt werde, fast mit einer Entschuldigung. Das ist aber Quatsch, denn es grenzt aus.

Erst als ich das Buch von Herdis Möllehave „Le und die
Knotenmänner“ ISBN 3-353-00469-6 Buch anschauen „zufällig“ las, konnte ich
ein wenig besser verstehen.

Danke für den Tipp, schau mal nach.

Was eigentlich unglaublich ist, weil gerade diese Krankheit
fast schon zur Volkskrankheit mutiert ist, verzeih die
Ausdrucksweise, mich macht das wütend,

…und mich+Angehörige OBERWÜTEND!!!
-------------wegen:

unfähige Therapeuten!!! Was diese meinem Freund angetan haben,
ist unglaublich. Zu den Methoden der Abt. , wo er stat. war,
hab ich ganz spontan gesagt, dazu fallen mir KZ und Nazis ein,
die Therapie war haarsträubend, man verbot auch jeglichen
Kontakt zu mir, aber die Rechnung ging nicht auf, ich habe
dann was anderes gefunden, dort ging es wesentlich humaner zu.

Das beste was man tun kann: woanders hin.

Nun, da er „geheilt“ ist,

keine Depris mehr?

ist er wesensverändert,

Wie meinst Du das? Hat vielleicht doch noch nicht alles so verarbeitet? Ich denke es von mir auch manchmal. Und die Erlebnisse in der Psychiatrie waren traumatische Erlebnisse, die ich auch erst wieder verarbeiten muss. Aber das sieht kein Therapeut.

der Therapie oder den Medikamenten kommt weis ich nicht. Ich
finde keinen Zugang mehr zu ihm und er ist Therapeutenabhängig

Das sollte in einer Therapie möglichst nicht passieren, hat der Therapeut wohl nicht richtig aufgepasst oder er schafft die Distanz noch.

wie ich es noch niemals erlebt hab, ich sehe allerdings keine
greifbare Veränderung. Im Grunde genommen ist er in gleicher Verfassung, nur er selber empfindet es anders u. da dies die Hauptsache ist, hab ich aufgegeben. Es geht ja nicht um mich, sondern um ihn.

Ich denke, es ist Dein Freund, also geht es genauso um DICH!! Mein Partner geht z.B. ab und zu zum Thera mit.
Das hat schon viel bewirkt.
Viel Glück, schreib mal, wenn Du magst,
Gruss Rudi