Gehalt Ingenieur Elektrotechnik

Hallo liebe Wissenden,

schreibe hier, weil ich über den gestrigen Anruf eines Freundes etwas schockiert war.

Dieser hat eine Ausbildung als Elektriker hinter sich gebracht und anschließend Elektrotechnik Fachrichtung Automatisierungstechnik studiert. Aktuell arbeitet er an seiner Diplomarbeit.

Diese Diplomarbeit wird bei einem großen Konzern mit über 90000 Mitarbeitern weltweit in Deutschland ausgeführt.

Nun wurde Ihm angeboten Ihn nach dieser Arbeit auch zu behalten, sprich Ihn als Ingenieur einzustellen. Freut meinen Kollegen sehr, da sich so ein Arbeitgeber im Lebenslauf ja immer gut macht und ihm auch die Arbeit da gefällt.

Dann kam der Hammer:

Jahresgehalt - 35.000 € ! Alles drum und dran mit Zulagen, Weihnachtsgeld usw. Soll angeblich für 2 Jahre festgeschrieben sein, da er auch nen 2 Jahresvertrag bekommt.

Das hat mich echt geschockt und er weiß jetzt nicht was er machen soll. Zufrieden ist er damit auch nicht, hatte mit mindestens 10.000 € mehr gerechnet und weiß auch nicht wie er mit dem Geld einen Wohnsitz in einer der wenigen Metropolen Deutschlands bezahlen soll usw.

Habt Ihr Informationen, wo man so als Anfänger Ingenieur so liegt vom Gehalt her? Ich finde 35.000 € echt wenig. Da verdient ein anderer Freund von mir in der Fabrik am Hochofen fast genausoviel und das als Ungelernter.

Danke für Tipps.

Gruß

Martin

P.S.: Falls das wichtig ist - er hat irgend was von einer Budgetverantwortung für Projekte von 60.000 € erzählt. Persnalverantwortung soll nach 6 Monaten folgen.

Es gibt durchaus Unternehmen, die die genannten 10000 mehr bezahlen.
Leider ist es nicht angebracht, hier Namen zu nennen.
Im Durchschnitt ist man momentan bei etwa 41000 angekommen.

Hallo.

Bei frisch absolvierten Absolventen sind 35.000 € meiner Ansicht nach noch akzeptabel.

Wichtig ist auch zu wissen, ob er FH-Ingenieur ist, oder Uni-Diplom hat.

Hallo,

das wird ne Fachhochschule gewesen sein, meine ich.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

tja, sowohl mein Freund als auch ich hatten echt gedacht, das es auch höher sein wird.
Das ärgerliche daran ist, das er schon eine Zeit hingehalten wurde und Ihm damals irgendwas knapp über 50.000 € gesagt wurden. Bzw. da waren so 2 Zahlen in der Luft einmal ein Monatsgehalt von 3600 € oder aber halt diese irgendwas knapp über 50.000 jährlich. Wurde wohl so dargestellt, als wenn es nur diese beiden Varianten geben würde und jetzt guckt er echt in die Röhre.

Wie schätzt Ihr die Nachverhandlungsmöglichkeiten jetzt bzw. sagen wir mal in 6 Monaten ein? Er ist der Meinung, das der Konzern eine " Friß oder stirb" Taktik fahren würde und es da keinerlei Möglichkeiten gäbe noch was zu machen. So ganz bin ich mit seiner Aussage allerdings nicht zufrieden. Ich bin eher der Meinung, das er sagen sollte, das Interesse vorhanden ist, Sie aber das Gehalt noch einmal überdenken sollten. Also Quasi den Ball zurück spielen und nicht gleich das erstbeste annehmen.

Wie schätzt Ihr die Möglichkeiten ein? Ich kann da schlecht was zu sagen, weil ich keine Erfahrungen in Großbetrieben gemacht habe, aber so ein bisschen Spielraum ist doch immer, oder? Und so ein paar Tausend Euro rauf oder runter dürfte doch einem Personaler keine Tränen in die Augen treiben, oder?

Danke für Rat!!

Gruß

Martin

P.S.: Woher nimmst Du die 41000 €? Gibt es da nen Richtwert, ne unverbindliche Empfehlung oder etwas sonstiges, was man als Argumentationsgrundlage nutzen kann?

Es gibt durchaus Unternehmen, die die genannten 10000 mehr
bezahlen.
Leider ist es nicht angebracht, hier Namen zu nennen.
Im Durchschnitt ist man momentan bei etwa 41000 angekommen.

Hallo Martin,

ich biete einen Dipl. Ing. (FH) Automatisierungstechnik der gemäß Chemietarif West mit 2.500 EUR brutto monatlich angefangen hat. Inwiefern da noch Weihnachtsgeld und andere Nebengeräusche dazukommen weiss ich nicht. Vermögenswirksame Leistungen werden gewährt.

Ciao maxet.

Hallo Martin!

Ich finde 35.000 € echt :wenig. Da verdient ein :anderer Freund von mir in der :Fabrik am Hochofen fast :genausoviel und das als :Ungelernter.

Der ungelernte Arbeiter weiß nach ein paar Stunden, spätestens nach wenigen Tagen, was er zu tun und zu lassen hat und erhält einen Lohn, der schon recht nahe am Ende des für ihn Erreichbaren liegt.

Der frisch von der Hochschule kommende Ing. wird ein paar Jahre warmlaufen müssen, muß das Unternehmen und seine Strukturen kennen lernen und je nach Art der Tätigkeit braucht er Monate, manchmal Jahre, um sich in brauchbarer Tiefe in das Sachgebiet einzuarbeiten. Dafür beginnt er mit einem Gehalt, das sehr weit vom Ende der Fahnenstange entfernt sein kann.

Zunächst ist wichtig, was der junge Ing. will. Steht ein möglichst hohes Einkommen gleich zu Beginn im Vordergrund oder möchte er sich als Ingenieur entwickeln? So gibt es höher bezahlte Tätigkeiten, bei denen aber ein Berufsanfänger fachlich verkommt. Mir wäre eine fachlich anspruchsvolle Aufgabe am Anfang wichtiger als ein hohes Gehalt und ich meine, ein Ing. kann und sollte sich diesen „Luxus“ leisten. Immerhin liegt auch das nicht so üppige Anfangsgehalt in einer Größenordnung, dass man davon in jeder Großstadt ordentlich leben kann. Das schaffen nämlich viele Leute auch mit deutlich weniger Geld. Gut, Armani-Maßanzüge und das Anmieten einer ganzen Altbauetage nebst Porsche vor der Tür muß noch etwas warten, aber er hat mit 35 T€ p. a. brutto gewiß keine Not zu leiden.

Übrigens: Abgesehen davon, dass Budgetverantwortung für 60 T€ eher ein Witz ist, halte ich Budget- und Personalverantwortung für ein - mit Verlaub - Greenhorn für wenig förderlich. Ein E-Ing. muss in seine Aufgabe erst hinein wachsen. Andernfalls machen ihm nämlich älter gediente Kollegen, die kein Studium haben, auf dem speziellen im Betrieb zu bearbeitenden Gebiet fachlich etwas vor.

Gruß
Wolfgang

Hallo,

noch so ein paar Ergänzungen

Der ungelernte Arbeiter weiß nach ein paar Stunden, spätestens
nach wenigen Tagen, was er zu tun und zu lassen hat und erhält
einen Lohn, der schon recht nahe am Ende des für ihn
Erreichbaren liegt.

Dafür feiert er jede Stunde ab, die er mehr arbeitet oder bekommt diese usw. Kurzfristig betrachtet kann man da schon neidisch sein. Langfristig natürlich nicht . . .Hast Du vollkommen Recht.

Der frisch von der Hochschule kommende Ing. wird ein paar
Jahre warmlaufen müssen, muß das Unternehmen und seine
Strukturen kennen lernen und je nach Art der Tätigkeit braucht
er Monate, manchmal Jahre, um sich in brauchbarer Tiefe in das
Sachgebiet einzuarbeiten.

Auch da hast Du Recht!

Zunächst ist wichtig, was der junge Ing. will. Steht ein
möglichst hohes Einkommen gleich zu Beginn im Vordergrund oder
möchte er sich als Ingenieur entwickeln?

entwickeln!

Immerhin liegt auch das nicht so üppige Anfangsgehalt in einer
Größenordnung, dass man davon in jeder Großstadt ordentlich
leben kann.

Also ich halte Frankfurt schon für ein verdammt teures Pflaster und nur alleine die Miete ist selbst in den Außenbezirken echt beachtlich.
Und wenn ich das mit Steuerklasse 1 mal so runter rechne haben wir netto gute 20000 €, davon dann ganz ganz vorsichtig gerechnet 7000 € jährlich für Miete abgezogen ist man bei 13.000 dann 3000 runter für Nahrung: 10.000 dann braucht er ein Auto ( wo selbst was Altes an Unterhalt gutes Geld kostet ), hat Versicherungen -ohne Kfz Versicherung- schon ca. 1600 € jährlich usw. usw.

Also ich kann da schon verstehen das er sich so seine Gedanken macht wie er zurecht kommen soll

Übrigens: Abgesehen davon, dass Budgetverantwortung für 60 T€
eher ein Witz ist,

Ist nicht wirklich viel, aber irgendwie muß er ja anfangen . . .

halte ich Budget- und Personalverantwortung
für ein - mit Verlaub - Greenhorn für wenig förderlich. Ein
E-Ing. muss in seine Aufgabe erst hinein wachsen. Andernfalls
machen ihm nämlich älter gediente Kollegen, die kein Studium
haben, auf dem speziellen im Betrieb zu bearbeitenden Gebiet
fachlich etwas vor.

Denke hier ist sehr hilfreich, dass er vor seinem Studium schon eine Ausbildung als Elektriker gemacht hat und auch mehrere Jahre als solcher gearbeitet hat aber für die Problematik hast Du auch hier Recht!

Er will ja einen Job wo er lernen kan, wo er eine Herausforderung hat usw. Allerdings wünscht er sich halt das das Finanziell auf sichereren Beinen steht und nicht so knapp bemessen wäre. Er überlegt schon da in eine WG zu ziehen wegen den Kosten. - Da pack ich mir an den Kopf! Echt! Dipl. Ing. und in ner WG wohnen müssen? Komm ich nicht mit klar!

Danke trotzdem für dieser ausführliche Statement dem ich an vielen Stellen beipflichten kann.

Gruß

Martin

Hallo

Hallo,

das wird ne Fachhochschule gewesen sein, meine ich.

Ich denke für FH ist es ein akzeptables Anfangsgehalt. Es gibt aber auch FH-Absolventen, die noch weniger bekommen.

Grüße

Hallo,

schau doch mal nach dem IGM Tarifvertrag Elektroindustrie oder demjenigen welchem der AG angehört.

Ich denke Einstieg mit T4.2 bzw max T5.1 sind heute durchaus an der Tagesordnung.
Z.B Nordwürttemberg:
T4.2 = 2.862.- / Monat -> incl maximales U und W Geld -> 2862.- * 13,2 = 37.778.- / Jahr, im Allgemeinen gibts jedoch Weihnachtsgeld je nach Betriebszugehörigkeit.
T5.1 sind es dann 42.141.-/ Jahr.
Mach Dich mal schlau und frag in welcher Tarifgruppe er den eingruppiert werdenn soll.
Kleiner Tip, bevor es T5.4 sein soll, dann lieber T6.1, gleiches Gehalt, jedoch gibt es 1 Jahr früher mehr.

Gruss Andi

Hallo Martin,

bemessen wäre. Er überlegt schon da in eine WG zu ziehen wegen
den Kosten. - Da pack ich mir an den Kopf! Echt! Dipl. Ing.
und in ner WG wohnen müssen? Komm ich nicht mit klar!

Kleiner Kommentar von meiner Seite. Ich war als Berufsanfänger als Elektrotechnik-Ing. im Ausland in London und habe dort die ganze Zeit in WGs gewohnt. Auch nach Umzug zurück nach Deutschland hab ich noch einige Zeit in einer WG gewohnt. Hat nicht nur den Vorteil von geringerem Preis sondern auch gleich zusätzlichem Kontakt mit Leuten.
Im Nachhinein, ich möcht die Zeit nicht missen und sehe hier keinen Konflikt zw. Dipl.Ing und WG.

Schönen Gruß,

Martin

was macht der Anfänger bitte genau um das Geld +20% + Gewinnmarge für das Unternehmen… dafür zu erhalten?

danke