Gewichtsreduktion

Selbstdisziplin
Hallo Sams,

danke für den Erfahrungsbericht! Es ist sehr interessant zu lesen, wie jemand vorgeht, der ein ähnliches Problem kennt.

Ich habe mir eine Tabelle an den Schrank gepinnt, in der ich zu Anfang täglich, mittlerweile zweimal wöchentlich mein Gewicht eintrage. Die Kurve, die sich stetig weiter nach unten bewegt, motiviert beinahe mehr als der Anblick der Waage.

Das glaub ich :smile: Weiterhin viel Erfolg! Was ist Dein anvisiertes Zielgewicht?

Fast alle Diäten sind kein dauerhaftes Heilmittel gegen Übergewicht, weil meist nach Beendigung der Diät „wie vorher“ weitergegessen wird.

Genau das macht ja auch den JoJo-Effekt aus. Meines Erachtens hilft allenfalls eine dauerhafte Ernährungsumstellung, die sich aber nicht zu weit von den ursprünglichen Eßgewohnheiten entfernen darf.

Viel (!!) Trinken ist ganz wichtig - aber diese theoretischen Kenntnisse hat er sicher alle, oder?

Ja - aber deshalb setzt er sie noch lange nicht in die Tat um…

Wenn er nicht in der Öffentlichkeit sporteln mag, bietet sich vielleicht ein Trainigsgerät für daheim an: ich habe einen Crosstrainer und schaue z.B. nebenbei einen Video.

Den hat er sogar schon…*räusper*…nutzt ihn aber nicht. Er bewegt ich überhaupt eher ungern. Kein Wunder, wenn man soviel an Masse bewegen muß wie er…

Was neben allem anderen für mich wichtig ist: Ich „darf“ auch mal über die Stränge schlagen, mir auf einer Party zwei Portionen Lasagne nehmen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Klar, danach hab ich Stillstand (oder sogar wieder 500 g mehr) auf der Waage. Wenn ich aber immer nur diät-mäßig esse, kommt unweigerlich irgendwann eine Heißhungerattacke oder ich werde hochgradig unzufrieden.

Kann ich mir gut vorstellen. Vor kurzem hatten wir im Suchtbrett eine Diskussion darüber, wie man Eßsüchten beikommen kann, da man das Suchtmittel ja zur Lebenserhaltung weiter konsumieren muß (während Alkis etc. komplett abstinent leben können).

Es war nach etwa vier Wochen eine ganz neue Erfahrung für mich, daß mein Magen tatsächlich „satt“ signalisieren konnte - auch wenn noch etwas auf dem Teller lag.

Dieses Gefühl kennt er ja auch nicht mehr…

Es gibt ein Ernährungsprogramm, welches nicht mit vorgefertigten Rezepten arbeitet…

Das klingt nicht schlecht, erfordert aber ein hohes Maß an Disziplin. Im sich-selbst-diziplinieren ist er kein sehr erfolgreicher Zeitgenosse…

Das ist jetzt ziemlich unsortiert „aus dem Bauch (sic) raus“ geschrieben, vielleicht hilft es etwas weiter.

Ja, auf jeden Fall :smile:

Viele Grüße
Diana

Nur ein ganz aktueller Link-Tipp
Hallo Diana,

vielleicht mag sich dein Bekannter ja mal auf dieser Seite umgucken:
http://www.bayern-light.de

Ich glaube nicht, dass man Bayer sein muss, um da mitmachen zu können…

Grüße
Uschi

Doch nur für Bayern…sorry (o.w.T.)
Uschi :frowning:

Separatisten! (owt :wink:
Trotzdem danke :smile:)

Fill the gap
Hallo Xelya,

meiner Erfahrung nach beginnt das Abnehmen nicht beim Umsetzen neuer Essgewohnheiten, sondern damit, sich ein vernünftiges, genaues Ziel zu setzen, das so attraktiv ist, dass dein Bekannter es auch gerne erreichen möchte.

Ja, es fängt im Kopf an.

Diese Sekundärgewinne sind natürlich so unterschiedlich wie die Menschen und sollten daher auch so individuell behandelt werden.

Ja, das vermute ich auch. Essen erfüllt hier eine Funktion, fills a gap, die bei anderen durch anderes er/gefüllt wird.

Gesundheitliche Folgen treten beim Abnehmen dann oftmals auf, wenn derjenige zu schnell zu viel abnimmt. Das Herz muss sich ja (trotz aller Entlastung) auch erst einmal darauf einstellen, weniger Körper versorgen zu müssen. Wird zusätzlich zur Gewichtsreduktion bzw. deren Unterstützung Sport im aeroben Bereich (mit rel. niedriger Pulsfrequenz also) betrieben, dann besteht die Chance, dass sich seine Haut bei langsamer Gewichtsabnahme mit rückbildet.

Das ist eine guter Hinweis :smile:

Hilfreich zur mentalen Annäherung an dieses Thema mag dieses Buch sein

Klingt gut, schau’s mir in der Buchhandlung mal an.

Zur Überbrückung ist es natürlich wichtig, erst einmal ein neues Essverhalten zu lernen, um zB eben festzustellen, wann man denn eigentlich satt ist. Das ist durchaus machbar, führt hier aber wahrscheinlich etwas zu weit.

Siehe das Posting vom Sams & meine Antwort darauf.

Der erste Schritt ist meiner Meinung nach das Ziel (ganz genau, positiv, terminiert, überprüfbar -auch gefühlsmäßig- und attraktiv… das kennst du ja eh vielleicht *g*)

Wenn hier mal nicht der Weg das Ziel ist *gg*

Spaß beiseite: Vielen herzlichen Dank für die Tipps!

Liebe Grüße
Diana

die deinem Bekannten die Daumen drückt…

…ich auch

Hallo, Diana!

Das glaub ich :smile: Weiterhin viel Erfolg! Was ist Dein
anvisiertes Zielgewicht?

Danke. Hm, Wunschgewicht? Ich würde gern insgesamt 40 kg abnehmen. Immerhin habe ich ca. 15% schon geschafft. (c;

Meines Erachtens
hilft allenfalls eine dauerhafte Ernährungsumstellung, die
sich aber nicht zu weit von den ursprünglichen Eßgewohnheiten
entfernen darf.

Ja, das sehe und erlebe ich genauso. Daher suche ich auch lieber nach fettarmen Alternativen, als auf bestimmte Lebensmittel ganz zu verzichten. Wenn euer Freund z.B. gerne fett ist (was an sich ja noch gar nicht schlimm ist, die Menge macht’s halt), ist die oben erwähnte Mayo statt Butter eine prima Alternative. Bei vielen Dingen dauert es eine Weile, bis man eine wirklich schmackhafte Lösung gefunden hat. Auch beim Trinken verhält es sich so. Ich bringe z.B. keine zwei Liter Wasser täglich runter. Aber inzwischen habe ich eine ziemliche Batterie an diversen Früchtetees (nicht unbedingt die Kaufhaus-Massenware) zu Haus; Fruchtsaft-Schorle geht auch.

Selbstdisziplin läßt sich erlernen, in kleinen Schritten. Tipp für den Heimtrainer: Vor’s Videogerät und sehr eisern nur die 10 Minuten Film gucken, die ich auf dem Gerät aushalte. Auf die Art und Weise dauert ein Krimi unter Umständen zwar drei Tage, aber es spornt an. Belohnungen für „Wohlverhalten“ sind wichtig, auch für noch so kleine Erfolge. Vielleicht macht er sich mal Gedanken darüber, was ihm eine (kleine) Freude bereitet, außer Essen? Ein neues Buch, eine CD, ein Kinobesuch etc. pp. Spätestens nach 2 Monaten kann die Belohnung vielleicht schon in einem Kleidungsstück eine Größe kleiner bestehen?

Wenn man einen solchen Berg Arbeit vor sich hat (und nichts anderes ist Abnehmen bei so starkem Übergewicht), ist das vergleichbar mit einem großen beruflichen Projekt: Es gibt die kleinen Erfolge, aber auch Rückschläge zwischendurch. Kaum jemand käme bei einem beruflichen Projekt auf die Idee, beim ersten Rückschlag alles hinzuwerfen mit den Worten: „Ach, klappt doch sowieso nicht. Kann ich nicht.“ Beim Abnehmen tritt aber genau dieser Effekt oft ein. Man schämt sich, doch wieder „schwach geworden“ zu sein, die gesteckten Ziele verfehlt zu haben. Der Druck auf das Selbstwertgefühl ist ungleich höher als bei beruflichen Anforderungen.

Hier noch ein Linktipp zum Thema: http://www.diaeten-sind-doof.de

Alles Gute auf jeden Fall -

Sams

P.S. Ich führe (mehr oder weniger regelmäßig) online ein (Diät-)Tagebuch. Das Wissen um diese „Kontrolle“ von außen, wenn auch meist recht anonym, und die Rückmeldungen helfen mir weiter. Nur so als Anregung…

2 „Gefällt mir“

Hai, Diana,

ich hab Ende des Teenageralters, Anfang Zwanzig gemerkt, daß ich ein - sagen wir - merkwürdiges Verhältnis zum Essen hatte - kurz, ich war dabei, mich zum Frustfresser zu entwickeln, habe ohne Sinn und Verstand Futter in mich reingestopft. Die Kurve habe ich folgendermaßen gekriegt:

  1. Schritt: ich musste als Kind immer den Teller leer essen - also blieb ab sofort von allem ein Bissen liegen „Ich darf mein Tellerchen nicht leer essen…“
  2. Schritt: Jeder Bissen wird bewußt zum Hunger-Stillen eingesetzt. Also erstmal überlegen „Habe ich jetzt Hunger oder eß ich nur, weil es die traditionelle Zeit zum Essen ist?“. Dann jedesmal gründlich kauen und vor dem nächsten Bissen überlegen: hab ich tatsächlich noch Hunger? Oder ess ich nur weiter, weil man eben aufißt oder es so gut schmeckt? Wird Frage 1 mit ja beantwortet, wird wieder abgebissen, wird Frage 2 mit ja beantwortet wird sofort mit dem Essen aufgehört - ich kann mir ja wieder was machen, selbst, wenn ich schon in einer halben Stunde wieder Hunger habe.
    Das ganze hat mehrere Folgen: zum einen ißt man nicht mehr einfach so (weil eben gerade Frühstückszeit ist oder noch was auf dem Teller liegt). Der Magen zieht sich langsam wieder zusammen, da man dadurch die einzelnen Mahlzeiten kontinuierlich verkleinert. Der Körper bekommt wieder eine Chance, tatsächlich Hunger- und Satt-Signale zu produzieren und zu senden.
    Die erste Zeit habe ich dauernd einmal angebissene Brötchen weggeworfen, weil ich angefangen habe zu essen, obwohl ich eigentlich gar keinen Hunger hatte und dann kam immer das schlechte Gewissen hoch, daß man mir in der Kindheit antrainiert hatte („Die armen Kinder in Afrika“) - ignorieren, das legt sich.
    Als ebenfalls hilfreich habe ich es empfunden, aufrissig zu essen; also nicht einfach Mett auf’s Brötchen zu klatschen (mit gut Butter drunter), sondern statt Butter mal Majo zu probieren, ein paar Salatblättchen drunter zu packen, ein geschnittenes Tomätchen dazu und ein fein blättrig geschnittenes Gürkchen. Oder beim Mittag immer erst eine leichte Suppe, immer einen grünen Salat, immer schön den Teller anrichten (ruhig „übersichtlich“ - sollte man noch Hunger haben, kann man sich ja eine zweite Portion anrichten).
    Dadurch dauert Essen so lange, daß der Körper Zeit hat, überhaupt zu bemerken, daß er schon satt ist - und wieder: sofort aufhören zu essen, wenn kein Hunger mehr da ist, nicht erst wenn man satt ist (was ja eigentlich bedeutet, daß man schon über den Hunger hinaus gegessen hat)…
    Wenn denn aber Hunger da ist: nicht unterdrücken - etwas essen!
    Auch Süßkram ist nichts Fürchterliches, was man sich unbedingt verbieten muß - eine Banane, schön in Scheibchen geschnitten und abwechselnd mit Schokolade auf einem Teller angerichtet und genußvoll verzehrt, ist keine Sünde.
    Dazu noch jeden Tag ein bischen Bewegung (einmal zügig um den Block gehen, Treppe statt Fahrstuhl, 10 Sachen auf den Boden werfen und abwechselnd mit Knie- und Rumpfbeugen wieder aufheben) und das Problem sollte sich langsam aber sicher in Wohlgefallen auflösen.
    Eine Anmerkung muß ich noch loswerden: Dein Freund wird wahrscheinlich sein Lebtag kein ranker Knabe mit Waschbrettbauch werden - das ist auch weder beabsichtigt noch gesund und damit auch nicht erstrebenswert! Wichtig ist einzig und allein sein Wohlfühlgewicht - wenn er ohne Pause in den 4. Stock laufen kann und oben sofort Name und Begehr nennen kann, dann ist das OK so, völlig egal, ob irgendwelche Gewichtstabellen, BMIs oder Schönheitsidealverbreiter ihn zum pathologisch Fettleibigen erklären wollen (drum ist meine Waage inzwischen auch in der Tonne)

Gruß
Sibylle

Huhu!

Bei der AOK wird gerade ein interessantes Programm angeboten.
Allerdings nur für Mitglieder. Vielleicht ist er das ja?
Oder andere KK bieten sicherlich auch soetwas an.

Bye, Vanessa

Mit Vorsicht zu genießen
Hallo Jaro,

das Magenband ist aus meiner Sicht mit Vorsicht zu genießen.
Ich habe eines, und zwar seit November 2001.
Doch eigentlich, das weiß ich aus heutiger Sicht, war ich eine absolut ungeeignete Patientin dafür. Und das, obwohl der MDK dem zugestimmt hat.
Das Problem beginnt im Kopf. Übergewicht ist in den meisten Fällen psychisch bedingt. Eine Eßstörung.
Ich bin eßsüchtig. Und in Phasen, in denen es mir nicht gut geht, kann auch das Magenband nicht die Freßanfälle aufhalten.
Die Folge: mein Verlauf sieht seit November so aus.
OP - ca. 25 Kilo abgenommen
dann Probleme bekommen, weil die Selbstdisziplin nachließ (das war nach ca. einem Jahr)
Folge: Pouchdilatation. Zweite OP im März 2002.
Ich komme aus Kiel und war in Osnabrück in Behandlung.
Beim zweiten KLinikaufenthalt hab ich mit mit meinem bis dahin behandelnden Arzt überworfen.
Das heißt, seit der zweiten OP ist das Magenband nicht wieder geblockt (enger gestellt) worden.
Folge: von den 25 abgenommenen Kilos hab ich inzwischen 15 wieder drauf.

Ich bin wahrscheinlich nicht gerade eine Vorzeigepatientin. Doch leider werden immer nur die positiven Aspekte des Magenbandes (oder der Gastroplastik, eine andere Form der Magenverkleinerung) hochgehalten, und alles ist sooo toll, aber kaum einer redet darüber, wenn er versagt.
Ist natürlich auch kein tolles Gefühl. Ich fühle mich wie eine Versagerin, ja. Ich hab die Krankenkasse einen Haufen Geld gekostet und weiß im Moment nicht, ob ich einen neuen Arzt finde, der mich zukünftig behandeln wird. Eigentlich hätte nach ca. zwei bis zweieinhalb Jahren, also ziemlich genau zu diesem Zeitpunkt, mein Gewicht so weit reduziert sein sollen, daß die ersten Operationen (Bauchdeckenstraffung, Bruststraffung) hätten gemacht werden können. Tja… Pech gehabt.

Okay, das war jetzt ein langer Vortrag, aber ich wollte doch auch mal drauf hinweisen, daß auch diese vielgepriesenen Operationen nicht immer der heilige Gral sind. Man muß sehr sorgfältig abwägen, ob jemand dafür geeignet ist.

Viele Grüße,
Fabienne

3 „Gefällt mir“

Hi Diana,

teils schaue ich in die Einkaufswägen anderer Leute, u.a. um mich zu inspirieren und öfter stelle ich immer wieder fest, wie viele „ungesunde“ Lebensmittel die Leute einkaufen. Das sind dann allerdings schon in der Regel Normalgewichtige. Besonders erstaunt bin ich dann, wenn mitunter gerade sehr schlanke Menschen, „dürre“ Menschen, im Einkaufswagen Joghurt, Pizza und Cola haben. Andere Leute müssen teils nur das Fettgedruckte einer Zeitung lesen und haben schon ein paar Kilo auf der Waage.

In solchen Empfehlungen wird immer gesagt, was man lassen soll, z.B. fettreduziert und zuckerarm essen, kalorienreiches Essen meiden, Kohlehydrate ja, Ballaststoffe ja, kleine Sünden ja… doch nie werden all die Menschen erwähnt, die all diese ungesunden Sachen essen und dennoch schlank sind bzw. wesentlich schlanker sind als so manch adipöser Mensch, der weniger ißt oder sich sogar (temporär) gesünder ernährt.

Also, das Essen ansich kann es allein nicht sein. Sicherlich hat das auch mit dem Typ zu tun, z.B. welcher Futterverwerter man ist. Doch was ist es, das einen Menschen die Dinge eher festhalten läßt, vielleicht sogar „geizig“ einlagert, während ein anderer großzügig alles ausscheidet?

Dringend zu empfehlen ist zunächst ein ärztlicher Check, bei der vor allem die Schiddrüse gecheckt wird. Ist der Hormonhaushalt okay? Teilweise reichen auch schon Jodetten aus. :smile:

Will er abnehmen? Falls ja, weshalb will er das? Will er das, weil er den gesellschaftlichen Druck nachgibt um z.B. sich akzeptierter, gewollter zu fühlen? Meines Erachtens sollte er es dann lassen. Selbst wenn er das durchziehen könnte, so würde das was die Ursachen für das Übergewicht sind, auf einer anderen Ebene sich seinen Weg bahnen.

Weshalb ißt er? Kennt er die Gründe? Derer gibt es viele. Sicherlich kommt im Laufe der Zeit Gewohnheit hinzu. Manche essen aus Frust, Langeweile, Stress, Wut… Was steckt hinter dem sehnsüchtigen Hunger? Was will der Mensch, das er mit Essen zu kompensieren sucht?

Hier kan eine Psychotherapie (Einzeltherapie) und eventuell zusätzlich eine Gruppentherapie mit Menschen die denselben Problemreis haben, hilfreich sein. Es geht ja auch darum herauszufinden, was einen außer Hunger zwecks Energieaufnahme essen läßt? Wieder oder gar erstmals zu lernen zu unterscheiden, wann ißt man zur Enegieaufnahme und wann ißt man aus kompensatorischen Gründen, ist schon ein großer Schritt. Doch dann gilt es auch das Gefühl auszuhalten, wenn man spürt, daß man aus Wut, Langeweile, Frust… essen möchte. Es gilt sich bewußt zu machen, was man „eigentlich“ haben möchte und dies gilt es zu lernen sich zu besorgen.

Das Gefühl der inneren Unruhe die hochkommen kann, das man sonst mit Essen zugestopft hat, und sich so wieder künstlich beruhigt hat, muß man lernen auszuhalten. Und dann kommen höchstwahrscheinlich auch sehr schmerzliche Gefühle hoch, der Schmerz über die Dinge, die man sich selbst teils viele Jahre, eventuell sein Leben lang sogar, versagt hat. Je länger diese Sucht schon anhält, desto schwieriger wird es, allein die Gesundung hinzukommen.

Natürlich können und sollen Freunde eine Stütze sein. Doch ich denke auch, daß hier ein Fachmann bzw. eine Fachfrau nötig ist, die a, die Professionalität hat und b, auch den nötigen Abstand. Denn in Beziehungen, so liebevoll sie auch sind, gibt es einfach auch Verletzungen. Und so kann es sein, daß jemand dann Verhalten, Verletzungen auf sein Übergewicht bezieht, obwohl es damit gar nichts zu tun hat. Hier kann eine „neutrale“ Person meines Erachtens wie man sie in einer Psychotherapie hat, viel hilfreicher sein.

Selbst bin ich ein Mensch der die Ansicht vertritt, Sport ist Mord und jede Bewegung schlafft ab. Also, zum Sporteln kriegt mich keiner. :smile: Allerdings schwimme ich gerne, was ich nicht als Sport ansehe. Nicht nur daß jeder sich im Wasser leichter fühlt, es werden auch die meisten Muskelgruppen beansprucht. Laufen ist natürlich auch nicht so mein Ding. Allerdings fotografiere ich z.B. gerne. Das heißt, bin ich dann z.B. im Botanischen Garten oder wo auch immer unterwegs, so merke ich gar nicht, daß ich mich bewege. Verstehst Du, was ich damit sagen möchte?

Ich würde mich zutiefst dagegen verwehren mich zu bewegen, Sport zu machen um abzunehmen. Doch wenn ich etwas tue, das mir Spaß macht und ein positiver Nebeneffekt eine Gewichtsreduktion ist, was will ich bitte mehr. Abnehmen kann, muß meines Erachtens auch Spaß machen. Wenn man einem Süchtigen was nimmt, so muß man das was man nimmt auch mit etwas ersetzen, das er stattdessen haben möchte.

Ich mag es mal überspitzt so formulieren, es geht gar nicht darum primär abzunehmen, sondern es geht viel mehr darum sich wohlzufühlen. Und dazu gehört eben auch, daß man Interessen hat und denen nachgeht. Wer ein Buch liest und sich damit unterhält oder weiterbildet, muß nicht unbedingt was essen. Wer mit Freunden spazieren geht oder einen Einkaufsbummel macht, schwimmen geht, eine Radtour macht, … muß nicht unbedingt das Gefühl haben abnehmen zu müssen. Viel wichtiger finde ich, daß man lernt herauszufinden was man möchte und dies dann mehr und mehr er-lebt. Umso mehr kann man dann auch auf das kompensierende Essen verzichten.

Natürlich gibt es viele kleine Tricks, z.B. sich bewußt einzucremen, wieder einen Bezug zum Körper herzustellen, sich wieder lernen besser zu spüren und wahrzunehmen oder vor dem Essen Wasser oder Früchtetees zu trinken oder, oder, oder… Doch Abnehmen beginnt meines Erachtens eher dann, wenn man sich wohl-er fühlt. IHr könnt’ natürlich sagen, es ist genau umgekehrt, man fühlt sich wohler, nachdem man abgenommen hat. Ja, das ist ein zusätzlicher Effekt. Doch ich sehe es eher andersrum, daß man einfach mal herausfinden muß, was man statt der übermäßigen Nahrungszufuhr haben möchte, wo herrscht ein Mangel und wie kann man diesen ausgleichen? Letztendlich ist es immer eine Angelegenheit auch von (Selbst-)Liebe, die ja bekanntlich durch den Magen geht. :smile: Gib Dir das was Du brauchst, und Du brauchst keinen Ersatz, der nie so befriedigend sein kann.

Du schreibst, Dein Freund hätte als Kind schon soviel essen wollen… Möglicherweise war Essen das Einzige das ihm Wohlgefühl gebracht hat. Oder es war wenigstens am einfachsten zu bekommen? Ich bin der Ansicht, eine intensive Auseinandersetzung mit seinem Leben, beginnend mit seiner Kindheit, gehört zu seinem Weg um mit seinem Gewicht mehr ins Gleichgewicht zu kommen.

Seufz. Tut mir leid, sollte ich recht wirr geschrieben haben, doch ich nehme gerade mal wieder ein homöopathisches Mittel das mich recht benebelt fühlen läßt.

Ciao,
Romana

…his majesty
Hallo Sibylle,

vielen Dank für Deinen Beitrag :smile:

2. Schritt: Jeder Bissen wird bewußt zum Hunger-Stillen eingesetzt. Also erstmal überlegen „Habe ich jetzt Hunger oder eß ich nur, weil es die traditionelle Zeit zum Essen ist?“.

Das könnte auch für ihn hilfreich sein, er ist ein sehr unüberlegter Esser. Beispiel (hat er mir mal geschildert): Wenn er sich in der Küche vier Brötchen schmiert und sich damit vor den Fernseher setzt, ißt er vier Brötchen. Wenn er die große Tüte mit den Brötchen, Aufschnitt, Butter etc. mit ins Wohnzimmer nimmt und sie sich vorm Fernseher schmiert, ißt er alle - und das können dann schnell mal 10-12 sein.

Als ebenfalls hilfreich habe ich es empfunden, aufrissig zu essen; also nicht einfach Mett auf’s Brötchen zu klatschen (mit gut Butter drunter), sondern statt Butter mal Majo zu probieren, ein paar Salatblättchen drunter zu packen, ein geschnittenes Tomätchen dazu und ein fein blättrig geschnittenes Gürkchen. Oder beim Mittag immer erst eine leichte Suppe, immer einen grünen Salat, immer schön den Teller anrichten ruhig „übersichtlich“ - sollte man noch Hunger haben, kann man sich ja eine zweite Portion anrichten).

Das macht er - er ist nicht nur Gourmand, sondern auch Gourmet und zelebriert gutes Essen ziemlich - nur leider ohne jedes Maß…

Eine Anmerkung muß ich noch loswerden: Dein Freund wird wahrscheinlich sein Lebtag kein ranker Knabe mit Waschbrettbauch werden - das ist auch weder beabsichtigt noch gesund und damit auch nicht erstrebenswert!

Das will er auch gar nicht, er war nie schlank, ein BMI von 28-30 würde ihm reichen. Er ist auch durchaus nicht unattraktiv, einer dieser großen, majestätischen Pavarotti-Typen :wink:

Allerdings war er früher z.B. muskulöser, als er noch harte körperliche Arbeit geleistet hat. Seit er am Schreibtisch sitzt, ist er kurzatmiger geworden und hat eine Menge an „reiner“ Fettmasse hinzugewonnen.

Wichtig ist einzig und allein sein Wohlfühlgewicht - wenn er ohne Pause in den 4. Stock laufen kann und oben sofort Name und Begehr nennen kann, dann ist das OK so

Schön beschrieben :smile: Genau das ist auch der Grund, weshalb er etwas verändern möchte.

Viele Grüße
Diana

Masse
Hi Romana,

Also, das Essen ansich kann es allein nicht sein. Sicherlich hat das auch mit dem Typ zu tun, z.B. welcher Futterverwerter man ist.

klar, jeder kennt das: Menschen, die essen können ohne anzusetzen und Menschen, die ansetzen ohne viel zu essen. Er will ja auch nicht schlank werden. Nur schlanker :wink:

Dringend zu empfehlen ist zunächst ein ärztlicher Check, bei der vor allem die Schiddrüse gecheckt wird. Ist der Hormonhaushalt okay? Teilweise reichen auch schon Jodetten aus. :smile:

Das wäre sicher sinnvoll. Wobei er schlicht auch Unmengen ißt: Beispiele hab ich ja schon geschildert.

Will er abnehmen? Falls ja, weshalb will er das? Will er das, weil er den gesellschaftlichen Druck nachgibt um z.B. sich akzeptierter, gewollter zu fühlen?

Ja, er will abnehmen. Um Akzeptanz geht es ihm nicht, eher um seine Gesundheit. Und um ganz banale Alltagsprobleme:

Weil er merkt, daß er für einen Menschen Ende 20 viel zu kurzatmig ist. Weil er zunehmend apathisch & träge wird. Weil er, wenn er sich irgendwo hinsetzt, erst prüfen muß, ob das Sitzmöbel ihn überhaupt tragen kann. Weil es eine physisch hohe Belastung ist, in jeder Minute 180kg mit sich rumzuschleppen. Weil Bewegung (kein Sport!) nur noch Anstrengung, aber keine Freude mehr bereitet. Weil er eine Menge Geld in Klamottenläden für Spezialgrößen lassen muß (xxxxxl gibt’s nun mal nicht überall), das er lieber für anderes ausgeben würde. Es gibt viele Gründe.

Es geht ja auch darum herauszufinden, was einen außer Hunger zwecks Energieaufnahme essen läßt? Wieder oder gar erstmals zu lernen zu unterscheiden, wann ißt man zur Enegieaufnahme und wann ißt man aus kompensatorischen Gründen, ist schon ein großer Schritt. Doch dann gilt es auch das Gefühl auszuhalten, wenn man spürt, daß man aus Wut, Langeweile, Frust… essen möchte. Es gilt sich bewußt zu machen, was man „eigentlich“ haben möchte und dies gilt es zu lernen sich zu besorgen.

Sicherlich ist sein Grundumsatz bzw. Energiebedarf inzwischen sehr hoch: Diese Körpermassen wollen ja auch erhalten werden. Abgesehen davon ißt er sicherlich auch aus Langeweile oder Frust. Er ist psychisch, soweit ich mir anmaßen darf, das einzuschätzen, nicht allzu belastbar.

Natürlich können und sollen Freunde eine Stütze sein. Doch ich denke auch, daß hier ein Fachmann bzw. eine Fachfrau nötig ist, die a, die Professionalität hat und b, auch den nötigen Abstand. Denn in Beziehungen, so liebevoll sie auch sind, gibt es einfach auch Verletzungen. Und so kann es sein, daß jemand dann Verhalten, Verletzungen auf sein Übergewicht bezieht, obwohl es damit gar nichts zu tun hat.

Seine Freunde kennen und akzeptieren ihn so, zudem lebt er in einer glücklichen Beziehung. Die Gefahr liegt vielleicht sogar eher in der Gewichtsreduktion, wie es hier im Thread ja auch schon beschrieben wurde: Er ist, wenn er abnimmt, ja nicht mehr der, den wir kennen und lieben…

Ich würde mich zutiefst dagegen verwehren mich zu bewegen, Sport zu machen um abzunehmen. Doch wenn ich etwas tue, das mir Spaß macht und ein positiver Nebeneffekt eine Gewichtsreduktion ist, was will ich bitte mehr. Abnehmen kann, muß meines Erachtens auch Spaß machen. Wenn man einem Süchtigen was nimmt, so muß man das was man nimmt auch mit etwas ersetzen, das er stattdessen haben möchte.

Ich verstehe, was Du sagen willst. Z.B. Sport zu treiben wäre auch nicht sein Ding. Wobei er gerne körperlich arbeitet, allerdings nicht mehr, seit er so viel Übergewicht hat, einfach, weil jede Bewegung allein immensen Kraftaufwand fordert: Wie gesagt, wenn man 180kg stemmt, bleibt nicht mehr viel Kraft, um Bäume auszureißen. Schwimmen wäre eine Möglichkeit.

Viel wichtiger finde ich, daß man lernt herauszufinden was man möchte und dies dann mehr und mehr er-lebt. Umso mehr kann man dann auch auf das kompensierende Essen verzichten.

*nick*

Seufz. Tut mir leid, sollte ich recht wirr geschrieben haben, doch ich nehme gerade mal wieder ein homöopathisches Mittel das mich recht benebelt fühlen läßt.

Doch, man kann folgen :wink:)

Vielen herzlichen Dank & viele Grüße
Diana

Hi Diana,

eine langjährige Bekannte (wir kennen uns nun 10 Jahre) erzählt mir gelegentlich, sie hat nur zu saufen begonnen, weil es so gut schmeckte und sie hätte immer nur gesoffen, wenn es ihr gut ging. Nur daß jemand säuft oder frißt, wenn es ihm / ihr gut geht, will ich nicht glauben. Im Gegenteil. Man meint, daß es einem mit dem Suchtmittel (danach) besser geht, was ja nur zum Schein und immer nur auf Zeit der Fall ist.

Wenn er 180 kg wiegt, hat er die sich sicherlich im Laufe von Monaten oder gar Jahren angefuttert. Wenn er so maßlos ist / ißt, schon allein um seinen Grundumsatz zu decken, kann er denn überhaupt noch stoppen und in sich horchen und unterscheiden, ob er nun aus Hunger ißt oder aus anderen Gründen? Kann er die aufsteigende Unruhe und Gefühle die er mit dem Essen runterstopfen möchte, aushalten?

Wenn das soziale Umfeld stimmt, er sogar eine glückliche Beziehung hat, weshalb betreibt er Suizid auf Raten? Wie fühlt er sich denn? Fühlt er sich geliebt? Was mag er an sich bzw. auch nicht?

Hier scheint ja gewaltig etwas nicht zu stimmen. Und mehr noch bin ich der Ansicht, daß dieser Mann professionelle Hilfe braucht. Eventuell könnte er sich auch in einer Gruppe von Eßgestörten öffnen, wenn er hört, daß andere Leute ähnliche Gedanken und Gefühle wie er selbst haben.

Mit dieser Sucht betäubt er ja auch seine Sinne und läuft vor dem eigentlichen Problem, Problemen vor dem was er haben möchte, weg. Das heißt, wenn er sich seinen Problemen stellt und seinen wahren Bedürfnissen, wird dies sicherlich nicht einfach und sogar eine schmerzliche Erfahrung werden. Von daher wäre es wohl auch wichtig Menschen um sich zu haben, die ihn unterstützen können. Damit meine ich nicht nur seinen Freundeskreis, seine Partnerin. Damit meine ich auch Menschen die ähnliche oder andere Probleme haben, wo man sich gegenseitig hilft. So hat keiner das Gefühl, nur noch auf ein Problem reduziert zu sein und er kann sich indem er selbst auch unterstützt, hier wertvoll fühlen.

Manchmal habe ich so Eingebungen, die total falsch sein können, nenne sie Dir dennoch mal. Als ich las, er hätte früher mal körperlich gearbeitet, sah ich jemanden vor mir, der Holz hackt. Wie wäre es, würde er Holz hacken? Hier würde er sich körperlich betätigen und könnte gleichzeitig Aggressionen abbauen.

Taugt ihm sein Job oder würde er lieber wieder den alten Job machen? Selbst wenn der neue Job angesehener und eventuell auch besser bezahlt sein könnte, so könnte ihm dennoch der alte Job lieber sein?

Dicken Menschen sagt man ja gerne nach, daß sie gemütlich sind, daß sie ein breites Kreuz haben. Ich sehe es eher so, daß bei Übergewichtigen mehr Menschen zu finden sind, die ihren Ärger im wahrsten Sinne des Wortes in sich hineinfressen. Ist er konfliktfähig und auch -bereit oder ist er der dufte Kumpeltyp, der es allen immer recht macht? Das ist zwar polarisierend, doch Du weißt sicherlich was ich meine. :smile:

Hier könnte man sicherlich viel noch theoretisch andenken. Meine dringende Empfehlung: 1. Arzt und Gesundheitscheck. 2. Therapie, das heißt einen Therapeuten oder eine Therapeutin finden bei der man sich angenommen fühlt und wo man den Eindruck hat, man wird verstanden und hier kann einem geholfen werden.

Er braucht Ziele, und zwar in vielen kleinen erreichbaren Etappen. Das Ziel ist, daß es ihm gut geht, daß er glücklich und zufrieden ist, daß er sich geborgen, geliebt fühlt oder wie auch immer seine Worte und seine Ziele sein mögen. Und dann kann er ja eine Liste anfertigen, auf der er so tut als wären alle Möglichkeiten offen und er schreibt alles was er gerne in seinem Leben hätte. Wie dies dann zu erreichen ist und was davon realistisch ist, kann er ja in der Therapie abklären.

Vielleicht wäre am Anfang ein stationärer Aufenthalt auch hilfreich, wo er dann von außen den Rahmen bekommt der sicherlich schon mal besser ist als das Maßlose das er gerade lebt.

Es dreht sich immer wieder alles ums selbe. Egal wieviele Ratschläge Du hier noch bekommst, und egal wie gut sie sein mögen, der Mensch braucht meiner Meinung nach professionelle Hilfe.

Du hast geschrieben, er wollte schon als Kind soviel essen und seine Mutter hätte dies noch zu unterbinden gesucht. Vielleicht hat er das was ihm mangelte eben immer schon mit dem Essen kompensiert und als erwachsener wenn auch nicht wirklich reifer Mensch hat er möglicherweise nun in einer Art Trotzhaltung gegen seine Mutter, sie kann ihn nichts mehr anhaben, so denkt er wenigstens, mit noch mehr essen begonnen.

Im Internet gibt es einige Foren für Übergewichtige. Doch meines Erachtens braucht dieser Mensch bei der Masse an Gewicht und der Dauer des Leidens professionelle Hilfe vorort.

Ciao,
Romana

…und das Maß
Hallo Romana,

Wenn er 180 kg wiegt, hat er die sich sicherlich im Laufe von Monaten oder gar Jahren angefuttert.

schrieb ich ja: Schlank war er nie. Genauer gesagt, ist er schon seit langem stark übergewichtig.

Wenn er so maßlos ist / ißt, schon allein um seinen undumsatz zu decken, kann er denn überhaupt noch stoppen und in sich horchen und unterscheiden, ob er nun aus Hunger ißt oder aus anderen Gründen?

Am meisten fehlt ihm das Gefühl der Sättigung.

Wenn das soziale Umfeld stimmt, er sogar eine glückliche Beziehung hat, weshalb betreibt er Suizid auf Raten? Wie fühlt er sich denn? Fühlt er sich geliebt?

Ach Romana, frag das z.B. all die Raucher, warum sie Suizid auf Raten betreiben. Bewußt tun sie das nicht: Der gesundheitsschädliche Aspekt ist ein zwar unangenehmer, aber weit in der Zukunft liegender Nebeneffekt.

Soweit ich ihn kenne und das einschätzen kann, fühlt er sich geliebt. Er ist übrigens kein gemütlicher Dicker, sondern ein ziemlich imposant wirkender, sehr sarkastischer Zeitgenosse mit durchaus unbequemen Eigenschaften. Weiter will ich an dieser Stelle nicht psychologisieren.

Manchmal habe ich so Eingebungen, die total falsch sein können, nenne sie Dir dennoch mal. Als ich las, er hätte früher mal körperlich gearbeitet, sah ich jemanden vor mir, der Holz hackt. Wie wäre es, würde er Holz hacken? Hier würde er sich körperlich betätigen und könnte gleichzeitig Aggressionen abbauen.

Tatsächlich kommst Du mit dieser Vermutung seinem früher erlernten Beruf sehr nahe *schmunzel*. Leider ist er momentan körperlich nicht sehr belastbar, eben aufgrund des extrem hohen Gewichts.

Meine dringende Empfehlung: 1. Arzt und Gesundheitscheck. 2. Therapie, das heißt einen Therapeuten oder eine Therapeutin finden bei der man sich angenommen fühlt und wo man den Eindruck hat, man wird verstanden und hier kann einem geholfen werden.

Das ist ein guter Tipp. Mal sehen, wie er es in Angriff zu nehmen bereit ist.

Er braucht Ziele, und zwar in vielen kleinen erreichbaren Etappen.

Das sehe ich auch so. Leider ist er ebenso schnell zu begeistern wie zu entmutigen. Wenn er etwas in Angriff nimmt, macht er es sehr akribisch und detailverliebt, zumindest solange es erfolgversprechend ist. So zumindest habe ich ihn kennengelernt.

Vielen Dank nochmals und viele Grüße
Diana

Hi Diana,

eine etwas ungewöhnliche Idee, die auch total daneben sein kann. Abhängig davon, was für ein Typ Mensch Dein Freund ist, kannst Du Dir die Idee ja mal überlegen.

Was hältst Du davon eine Party zu schmeißen auf der sich alle als Übergewichtige verkleiden? Somit könnte er sich für ein paar Stunden als „normal“ fühlen bzw. würde geballt sehen können, und vielleicht selbst manchmal schmunzeln müssen, was ihm sonst eventuell sogar peinlich bei sich selbst ist, wie schwer es fällt sich hinzusetzen, zu bewegen, wie schwer man sich das Leben im wahrsten Sinn des Wortes machen kann… So würde ich wenigstens einen Sinn im Fasching sehen können. :smile:)

Am Ende der Party sollten sich alle ihres Gewichtes entledigen, ganz langsam, teils dann wieder was anziehen, um ihm zu zeigen, daß zum Erfolg Ausdauer und auch Rückschläge zu akzeptieren gehört, daß man einfach immer wieder weiter machen muß. Und es steht auch nicht der Abnehmgedanke im Vordergrund, sondern Freunde an sich und am Leben zu haben, und das Gewicht hindert ihn offenbar teils daran.

So Du ihn beschrieben hast, hat er wenig Frustrationstoleranz. Eventuell könntet Ihr ihm Gewichte schenken, die an einer Figur hängen, die er symbolisch schon immer mal abnehmen kann. Wenn er einen Bezug zu Holz hat, könnte er bei Interesse auch beginnen, seine Gefühle in Holzschnitzereien auszudrücken. Da muß er sich auch körperlich betätigen und dennoch kann er dabei was schaffen. Er bestimmt selbst sein Tempo.

Wenn Du schreibst, er hat nicht die Energie die Dinge zu tun, die er früher getan hat, so wird es aber auch nicht besser, wenn Ihr ihn weiterhin schont. Im Gegenteil, er wird zu immer weniger fähig sein. Helft ihm sich langsam wieder aufzubauen.

So, und jetzt mal ihn eine professionelle Hilfe empfehlen. :smile:

Ciao,
Romana