Die wesentlichen Treiber sind meiner Ansicht nach die anhaltende Zinsfantasie und umfangreiche Aktienrückkäufe . Wir erleben nach wie vor eine Liquiditätshausse , die sich selbst speist:
Institutionelle wie auch private Anleger schichten mangels attraktiver Alternativen weiterhin Kapital in Aktien um – insbesondere in Large Caps und Tech-Werte.
Ein oft übersehener Faktor ist, dass die regelmäßigen Dividendenausschüttungen vieler Unternehmen – speziell im zweiten Quartal – nicht einfach konsumiert, sondern reinvestiert werden (müssen), vor allem in Fonds, ETFs oder über automatische Sparpläne. Das schafft zusätzliche Nachfrage.
Konkret:
- Im S&P 500 sind die Aktienrückkäufe im 1. Halbjahr 2025 wieder auf Rekordniveau, mit Unternehmen wie Apple, Meta oder Alphabet an der Spitze (Quellen: Standard & Poor’s, Bloomberg).
- Die Erwartung von Zinssenkungen ab Herbst 2025 ist inzwischen eingepreist – auch wenn die Fed und EZB vorsichtig bleiben, spielt die Fantasie bereits in die Bewertungen hinein.
- In Europa fließen die Dividendenerträge von DAX- und Stoxx50-Unternehmen mit zweistelligen Milliardenbeträgen wieder zurück in den Markt – Stichwort: Dividenden-Recycling.
Solange diese Kombination aus billigem Geld, rückgekauften Aktien (die das EPS künstlich stützen) und reinvestierten Dividenden anhält, ist die Rally zwar nicht gesund, aber erklärbar. Ob sie nachhaltig ist, bleibt eine andere Frage.