Hallo.
(Hab heute bei Schnee mal nen heckgetriebenen Wagen
gefahren… grausam trotz ASR)
Hm. Kleiner Auszug aus meiner Erfahrungsliste : VW 1600, BMW 1800, Fiat 131, MB A-, C-, E-Klasse, Audi 100, VW Golf II und III, div. Ford Fiasko …
Ich fahre nach sechs Elchjahren wieder einen heckgetriebenen MB, und obendrauf noch einen Kombi. Logisch, dass der eher mal mit dem Bobbes wackelt als der Purzel …
aber : Jede Heckschleuder lässt sich, wenn man’s nicht gar zu arg übertreibt, im Wegrutschen abfangen. Versuch mal, mit einem Fronttriebler auf glatter, abschüssiger Strecke aus dem Rutschen wieder ins Lenken zu kommen - es geht einfach nur noch gnadenlos geradeaus. Das Gleiche mit Heckantrieb - es ist noch was zu retten. Es ist einfach so, dass der Hecktriebler Dir als Fahrer sehr viel eher mitteilt, dass die Traktion endet. Damit kommst Du als Normalfahrer nicht so nahe an den physikalischen Grenzbereich und hast noch wesentlich mehr Spielraum zum Ausgleichen.
Zu den konstruktiven Gründen : Schau Dir bei Gelegenheit mal einen älteren Audi beim Anfahren an. Der macht Männchen, und zwar wesentlich stärker als ein heckgetriebenes Fahrzeug. Beim Männchenmachen wird mit Frontantrieb der Antrieb entlastet => Traktion geht verloren. Mit Heckantrieb wird der Antrieb belastet => Traktion bleibt zumindest erhalten (jaja, so lange wie man keinen Burnout veranstaltet …).
Ein weiterer Grund ist die Unterbringung der verschiedenen Aggregate : Wenn Du einen Frontantrieb konstruierst, musst Du neben dem üblichen Motorgelump auch noch das Ausgleichgetriebe und die Antriebswellen vorn unterbringen, was das Ganze zu einer recht engen Angelegenheit werden lässt. Das wirkt sich direktemang auf die Wartungsfreundlichkeit aus. Bei manchen Kisten, zum Bleistift einem meiner Fiestas, musste zur Unterbringung des ganzen Gedönses einiges außermittig angeordnet werden. Das führte dann zu Lastwechselreaktionen bei Gasgeben und -wegnahme. Grundiziell und prinzisätzlich wirst Du immer eine Kollission der „Interessen“ von Lenkung und Antriebsleistung haben. Die konstruktiven Maßnahmen zu deren Behebung sind ebenfalls aufwendig.
Endgültig gelitten hat der Frontantrieb bei sehr leistungsstarken Motoren, weil durch das Männchenmachen die Kraft gar nicht mehr auf die Straße kommt. Das führt dann zu erhöhtem Reifenverschleiß - und, s.o., dazu, dass sich immer weniger Spanner nachts im Wald verstecken, auch bei korrekter Scheinwerfereinstellung 
Gruß kw

Leider hab ich das noch nicht so richtig raus. Sobald das Heck ausschert, gehe ich vor Schreck vom Gas und der Wagen ist so gutmütig, dass er sich wieder fängt.