Hallo Huttatta
Ausreichend wofür? Bzw. wogegen? Man muss zuerst herausfinden,
welche Gefahren es gibt, welche einen selber betreffen
(können) und mit diesen Informationen dann nach geeigneten
Massnahmen, um diese Gefahren zu vermeiden, suchen.
Einzig das halte ich für leicht daneben, wenngleich du da mit
Sicherheit auch absolut Recht hast.
Nein, es ist absolut nicht daneben. Sondern elementar. Deconstruct hat ja einen Vergleich gebracht, der das verdeutlicht.
Nur klär mich mal bitte darüber auf, welche Gefahren mich „selber
betreffen“.
Auch da hat Deconstruct ja schon einiges erläutert. Daher an dieser Stelle nur soviel:
Wenn Du z.B. keinerlei Filesharing-Tools verwendest, kannst Du alles, was Gefahren dieser Art betrifft (Sicherheitslücken in den Tools selber, Unsicherheit darüber, ob sich in den geladenen Dateien Viren verstecken…) ignorieren. Wenn Du selber keinen Server betreibst, kannst Du entsprechende Sachen ebenfalls ignorieren.
Wie du vielleicht mitbekommen hast, bin ich in sowas kein Fachmann.
Das macht nichts. Erstens war ich auch mal in der selben Situation. Und zweitens muss nicht jeder zwingend Fachmann werden. Dazu aber gleich mehr.
Ich verfüge über genau das Wissen, was wahrscheinlich 95%
aller PC-Benutzer haben.
Möglich. Aber das muss ja nicht so bleiben. Du hast grundsätzlich zwei Möglichkeiten zur Auswahl.
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Du scheust den Aufwand, Dich tiefer in die Materie einzulesen. Das ist völlig ok. In diesem Fall solltest Du aber die saubere Konfiguration, allfällige Reparaturen und so weiter jemandem anvertrauen, der über dieses Wissen verfügt. Genauso wie Du Dein Auto für Wartung und Reparaturen in eine KFZ-Werkstatt bringst oder für die Reparatur des Abflusses einen Sanitär-Monteur bestellst.
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Du nimmst die Sache in Deine eigenen Hände. In diesem Fall musst Du zwangsläufig Dein Wissen vergrössern. Je umfassender Dein Wissen, desto besser kannst Du die ganzen Gefahren einschätzen und geeignete Massnahmen ergreifen.
Viren kann ich mir wie auch Trojaner übers Internet, Downloads
oder Emails holen
Aber auch über Datenträger (CDs, Disketten, USB-Sticks…).
Würmer können sich über irgendwelche freie Ports in meinem System
einnisten, Hacker können ebenfalls von außen viele böse Dinge
anrichten.
Freie bzw. offene Ports gibt es nur dort, wo ein Dienst lauscht. Es ist daher grundsätzlich die beste Lösung, Dienste, die nicht unbedingt benötigt werden, zu beenden. Oder zumindest so zu konfigurieren, dass sie nur lokal erreichbar sind. Beendet man einen Dienst, ist der betreffende Port geschlossen. An einem geschlossenen Port beissen sich Würmer und Hacker die Zähne aus. Da müsste es schon eine Sicherheitslücke im TCP/IP-Stack selber geben, die ausgenutzt werden kann.
Die Hersteller Suggerieren, dass man eine Firewall braucht.
Logisch, denn die wollen Dir ja etwas verkaufen. Die Berichterstattung in PC-Zeitschriften ist ebenfalls sehr kritisch zu sehen. Teils weil die Autoren der Artikel leider immer öfter wenig bis keine Ahnung von der Materie haben, teils weil auch da etwas verkauft werden soll (Auflage, Inserate…). Dazu empfiehlt sich folgende Lektüre:
http://www.4players.de/4players.php/kolumne_show/All…
http://www.4players.de/rendersite.php?sid=&LAYOUT=sp…
Das Erste ist eine fiktive Geschichte, die aber offenbar die Realität durchaus trifft. Jedenfalls ist das Zweite als Reaktion auf den ersten Link entstanden und das ist dann, gemäss den Angaben, nicht mehr fiktiv. Es geht da zwar um Computerspiele. Aber auch bei anderen PC-Zeitschriften wird nur mit Wasser gekocht und die Hersteller von ‚Sicherheitssoftware‘ hat ähnliche Interessen wie die Spiele-Hersteller, nämlich möglichst viele Programmpakete zu verkaufen. Von daher halte ich es für durchaus denkbar, dass es da ähnlich zugeht.
Ich will mich damit auch gar nicht so intensiv beschäftigen. Dafür
gibt’s Fachleute, von denen ich annahm, dass sie solche Fragen auch
ohne Ironie beantworten können.
Gut, dann tust Du aber gut daran, so einen Fachleut damit zu betrauen, Dein System sauber einzurichten und zu pflegen.
Das Einzige, was ich wollte, war, einmal von einem Experten
klar zu erfahren, ob das, was ich vorhabe, zur relativen,
angepassten Sicherheit meines Rechners ausreicht, ja oder
nein.
Tja, und das kann man eben so nicht beantworten, weil man für eine passende Antwort genauere Informationen benötigen würde.
Dass ich mit dem Win-XP-Rechner an einem Router mit
HW-Firewall hänge, der wiederum an Internet hängt, wurde ja
bereits erklärt. Dies ist ein Setup, wie es heute seeehr viele
Rechner haben. Was sind denn da bei ganz durchschnittlichem
Surf- und Spielgewohnheiten nun die Gefahren, die mich „selber
betreffen“ und welchen Vorschlag kannst du machen?
Ein Router bedeutet, dass Dein Rechner nicht direkt am Internet hängt. Der Router sorgt also dafür, dass Würmer wie z.B. Blaster, der eine Sicherheitslücke im RPC-Dienst ausnutzt, gar nicht erst bis zu Deinem Rechner gelangt. Sorge aber dafür, dass der Router von aussen kommende Sachen, die nicht als Antwort auf von Dir angeforderte Anfragen daherkommen, nicht annimmt. Vergib ein einigermassen sicheres Kennwort für den Admin des Routers. Und stelle ein, dass man den Router nur von Deinem PC aus bzw. vom LAN aus konfigurieren kann.
Dank dem Router brauchst Du weder eine Personal Firewall noch musst Du Dir um die Konfiguration der Windows-Dienste grosses Kopfzerbrechen machen.
Was Du aber auch mit einem Router machen musst:
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Möglichst nur mit einem eingeschränkten Benutzer arbeiten. Administrator nur für Sachen wie etwa das regelmässige Besuchen von Windows Update oder andere Wartungsarbeiten.
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Inhärent unsichere Software wie den IE 6 möglichst nicht verwenden. Besser eine Alternative verwenden, die weniger unsicher ist, z.B. Firefox.
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Das System und die Programme vernünftig konfigurieren. Z.B. im E-Mailprogramm einstellen, dass alle E-Mails als ‚Nur Text‘ angezeigt werden. Und selber auch nur solche E-Mails erstellen.
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Das System und die Programme aktuell halten, indem verfügbare Updates regelmässig und rasch eingespielt werden.
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Vorsicht im Umgang mit Downloads, E-Mailattachments etc.
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Daten regelmässig sichern. Nicht nur wegen der Gefahr von Viren, sondern auch weil die Harddisk unvermittelt ausfallen kann und so weiter.
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Wissen aneignen.
CU
Peter