ich habe mal im Duden Band 4 - Die Grammatik (7. Aufl., 2006, Randziffer 771-773) nachgeschlagen:
Der Konjunktiv kennzeichnet einerseits die indirekte/berichtete Rede („Indirektheitskonjunktiv“), andererseits die Distanz zum Berichteten, wenn dieses keine gesicherte Tatsache („Nichtfaktivität“) darstellt. Die Dudenredaktion hält erstere Funktion für die wichtigere, aber sie nennt Autoren mit abweichenden Lehrmeinungen: Peter Eisenberg; Rolf Thierhoff.
In deinem Beispiel besteht jedenfalls kein Zweifel über die Tatsache, dass der Sprecher lebt, denn er sagt ja noch etwas - also kein Konjunktiv nötig, um Zweifel aufrechtzuerhalten. Ferner schreibt der Duden: „Verben des Wissens (wissen, erfahren, einsehen) und Wahrnehmungsverben (sehen, hören, fühlen, spüren) verbinden sich heute normalerweise mit dem Indikativ.“ Also wieder kein Grund, leben in den Konjunktiv zu versetzen, im Gegenteil.
Vielen Dank für Ihre sehr umfassende Antwort, die mich übrigens vollends überzeugt hat! Die meisten, die noch geantwortet hatten, plädierten übrigens für Variante 1, meist mit der Begründung, den Konjunktiv in der indirekten Rede doch bitte durchgängig einzuhalten (oder gleich alles in den Indikativ zu setzen).
Demnach wäre Variante 2 richtig. Es scheint aber eine gewisse Freiheit dabei zu geben. Von denjenigen, die noch geantwortet hatten, plädierten übrigens die meisten für Variante 1.