Kollegin in Panik

Hallo an alle,

ich bin neu im Job (Team-Sekretärin) und habe nach einem Monat eine ebenfalls neue Kollegin bekommen, die direkt mit mir fürs Team arbeitet. Uns steht frei, wie wir uns die Arbeit aufteilen. Da ich selbst noch nicht alles geblickt habe und es kaum Instruktionen und Infos gibt, machen wir momentan erstmal beide alles.

Leider wissen die Leute im Team nicht so genau, wer für was zuständig ist und wenden sich in der Mehrzahl der Fälle an mich, da sie mich einen Monat länger kennen.

Die neue Kollegin ist nun ständig total mit den Nerven fertig (sie ist sehr empfindlich und meint, alle wollten sie rausdrängen), weint plötzlich los und kann kaum noch eine Aufgabe richtig erledigen.

Ich habe ihr angeboten, zusammen mit dem Team über dieses Problem zu reden, sie will das aber partout nicht. Außerdem hat sie verlauten lassen, dass sie schon plant, wieder zu kündigen.

Das finde ich schon unfähr, will sie aber andererseits auch nicht reinreiten, sie ist meiner Meinung nach sehr nett und auch fähig.

Was tun? An irgend jemanden wenden oder das ganze geheim halten?

Danke für Tipps

n’dambi

Hallo.

Wieder so eine schwierige Situation…:-/ Meines Wissens nach wurde ein Artikel mit dem Thema „Angst als …“ („Alzheimer“) in im Stern/Spiegel/Focus/??? letzte Woche abgedruckt („Alzheimer 2“). Das sollte das Thema tangieren.
Aber lassen wir mal den cand. autodidactus Hobby-Psychologe mal ran:
" Ich empfehle der neuen Kollegin Aufgaben zuzuteilen, die diese auch mit 100%-iger Sicherheit erledigen kann. Auch ohne dass Emotionen eher behindernd wirken. Das dient der Motivation der Neuen, mal abgesehen davon kann damit der Durchhaltewille demonstriert werden und die damit erworbene Qualifikation kann sie auch für andere Aufgaben qualifizieren (diesem Punkt mit Nachdruck betonen). Aber dazu muss das Individuum auch den Willen etwas erreichen zu dürfen besitzen. Pech hat man in dem Fall, wenn die Betroffene schon innnerlich gekündigt hat und ‚den Bettel endgültig hinwirft‘ ".
Immerhin kann man’s ja versuchen.

HTH
mfg M.L.

Hallo Markus,

" Ich empfehle der neuen Kollegin Aufgaben zuzuteilen, die
diese auch mit 100%-iger Sicherheit erledigen kann.

Das Problem ist, sie fühlt sich dann minderwertig und klagt auch dementsprechend…

Pech hat man in dem Fall, wenn die Betroffene schon innnerlich
gekündigt hat und ‚den Bettel endgültig hinwirft‘ ".

Ja das trifft die Sache sehr gut.
Bei ihr kommt hinzu, dass sie privat große Probleme mit ihrer Familie hat, die ihr jede Menge Stress aufbürdet und sie gleichzeitig als minderwertig hinstellt. Ständig bekommt sie Anrufe von ihnen.

Das ist echt schwer, ich hab das Gefühl sie bricht jeden Moment zusammen. :frowning:

Ich kann da nicht einfach drüberwegsehen! Nur will ich sie auch nicht beim Chef „verraten“ und ihren Job evt. gefährden.

n’dambi

Hi Du,

ich glaube, Deiner Kollegin mangelt es erheblich an gesundem Selbstvertrauen. Mit ziemlicher Sicherheit hat sie auch private Probleme gleicher Art. Aber egal… Ihr seid Kolleginnen und auf der Arbeit - nicht in einem Selbstfindungsseminar. Das klingt jetzt vielleicht ein wenig kaltschnäuzig, aber ich habe selber schon die Erfahrung gemacht, dass Sachlichkeit erheblich mehr zu einem angenehmeren Lebensgefühl führen kann.

Ich kann Dir nur raten, mit Deiner Kollegin nicht ewig über ihr „Problem“ zu diskutieren. Helfe ihr immer wieder und mit Selbstverständlichkeit Aufgaben über, stehe auch vor den Kollegen fest hinter ihr. DAS verstehe zumindest ICH unter TEAM. Wenn jemand sich an Dich wendet mit einer Sache, die er genauso gut von ihr hätte erledigen lassen können, dann nehme das entgegen und äußere Dich möglichst vor allen Kollegen in etwa wie: „Ich geb das mal Frau XY, die ist da super fit drin.“ Deine Kollegin wird das mehr stärken, auch ihre Stellung im Team, als eine offene Diskussion.

Leider wissen die Leute im Team nicht so genau, wer für was
zuständig ist und wenden sich in der Mehrzahl der Fälle an
mich, da sie mich einen Monat länger kennen.

Das liegt an euch. Ihr könnt klare Vorgaben machen, an die sich die anderen bestimmt gerne halten werden.

Die neue Kollegin ist nun ständig total mit den Nerven fertig
(sie ist sehr empfindlich und meint, alle wollten sie
rausdrängen), weint plötzlich los und kann kaum noch eine
Aufgabe richtig erledigen.

Kein Wunder. Baue sie etwas subtiler auf - siehe oben. Aber bemitleide sie auch nicht zu sehr. Ihre Reaktionen sind unangemessen der Situation, das kannst Du ihr auch durch indirekte Bemerkungen und/oder Verhaltensweisen deutlich machen. Zum Beispiel tröste sie kurz, und dann gib euch eine Aufgabe, die jetzt aber auch erledigt werden muss, schlage dabei eine feste Zeit vor, an der ihr „über alles reden“ könnt. Das lenkt dann erst einmal ob, ohne dass sie das Gefühl hat, niemand wolle ihr zuhören.

Ich habe ihr angeboten, zusammen mit dem Team über dieses
Problem zu reden, sie will das aber partout nicht. Außerdem
hat sie verlauten lassen, dass sie schon plant, wieder zu
kündigen.

Darauf würde ich nicht weiter herumreiten.

Das finde ich schon unfähr, will sie aber andererseits auch
nicht reinreiten, sie ist meiner Meinung nach sehr nett und
auch fähig.

Dann zeige ihr, dass Du an ihre Fähigkeiten glaubst!

Alles Gute und viel Glück,
Jana

Ich kann da nicht einfach drüberwegsehen! Nur will ich sie
auch nicht beim Chef „verraten“ und ihren Job evt. gefährden.

Nochmal hallo.

Da werden wohl wesentlich härtere Mittel ranmüssen (=u.a. TRENNUNG von der Familie (via Telefon), professionelle Hilfe…) um dem Problem gerecht zu werden. Kann man der Kollegin eigentlich keine andere Aufgabe zuweisen (lassen) ?

mfg M.L., der in punkto Arbeitspsychologie leider nicht auf dem neusten Stand der Dinge ist…

Hi!

Kann man das Aufgabengebiet nicht irgendwie nach Buchstaben, Aktenzeicdhen, o.ä. aufteilen, dass beide zwar alles machen, aber jeder nur seinen Bereich?

Wenn sie nicht klar kommt, kannst Du ihr immer noch helfen…

LG
Guido