Kündigung erhalten während Krankheit /befr.Vertrag

Hallo,

eine Bekannte hat bei einem deutschlandweit bekanntem Einzelhandelsunternehmen in den neuen Bundesländern einen befristeten Arbeitsvertrag.

Während dieses Arbeitsvertrages erkrankte sie an Brustkrebs, wurde operiert/Chemotherapie/Bestrahlung wobei sehr gute Heilungsaussichten bestehen.

Während der Krankheit lief der befristete Arbeitsvertrag worauf sie kurzlich die Kündigung bekam.

In dem Kündigungsschreiben wurde ein Rückantwortblatt beigelegt indem sie per Unterschrift zustimmen soll auf den Anspruch auf Rest-Urlaubstage und die Zahlung von aussenstehenden Überstunden verzichten soll.

Frage:

  1. Ist eine Kündigung eines befristeten Arbeitsvertrages während einer Krankheit möglich?
  2. Können nicht beanspruchte Urlaubstage als Arbeitszeit berechnet werden?
  3. Wieso will das Unternehmen keine Überstunden bezahlen?

Was soll sie tun? In einer Gewerkschaft (=kostenloser Anwalt beim Arbeitsgericht) ist sie nicht. Ein Anwalt würde sich bei dem streitigen Betrag nicht lohnen.

Hi!

Während der Krankheit lief der befristete Arbeitsvertrag
worauf sie kurzlich die Kündigung bekam.

Lief der Vertrag aus?

In dem Kündigungsschreiben wurde ein Rückantwortblatt
beigelegt indem sie per Unterschrift zustimmen soll auf den
Anspruch auf Rest-Urlaubstage und die Zahlung von
aussenstehenden Überstunden verzichten soll.

Frage:

  1. Ist eine Kündigung eines befristeten Arbeitsvertrages
    während einer Krankheit möglich?

Komm mal weg von „während der Krankheit“! Die Tatsache der Arbeitsunfähigkeit hat niemals irgendeine Schutzwirkung (war auch noch nie so!).

Aber: Ist im Arbeitsvertrag vereinbart, dass der befristete Vertrag vor Ablauf gekündigt werden kann? Das kann auch in einem Tarifvertrag stehen!
Wenn dem nicht so ist, kann der Vertrag vor Ablauf nicht gekündigt werden - außer mit wichtigem Grund außerordentlich (also fristlos)!

  1. Können nicht beanspruchte Urlaubstage als Arbeitszeit
    berechnet werden?

Es wäre nicht ganz unwichtig zu wissen, um welchen Urlaub es sich handelt und wann sie wieder arbeitsfähig sein wird.
Aber erst mal pauschal: Nein!

  1. Wieso will das Unternehmen keine Überstunden bezahlen?

Um Geld zu sparen?

Was soll sie tun? In einer Gewerkschaft (=kostenloser Anwalt
beim Arbeitsgericht) ist sie nicht. Ein Anwalt würde sich bei
dem streitigen Betrag nicht lohnen.

Naja - in der ersten Instanz braucht sie den auch theoretisch nicht!

Ein paar Infos mehr wären echt hilfreich!

Liebe Grüße
Guido

Hi!

Während der Krankheit lief der befristete Arbeitsvertrag
worauf sie kurzlich die Kündigung bekam.

Lief der Vertrag aus?

Sorry, da fehlte wohl ein Wort:

Während der Krankheit lief der befristete Arbeitsvertrag aus
worauf sie kurzlich die Kündigung bekam.

Also die Frage ist ob sie während sie krankgeschrieben ist (die Krankenkasse zahlt seit längerem Krankengeld) aus einem befristeten Arbeitsvertrag entlassen werden kann.

Dann wäre noch die Frage ob sie es unterschreiben soll auf die Urlaubstage/Überstunden zu verzichten was zumindest im Falle der Überstunden eigentlich eine Frechheit ist.

Gab es dazu Gerichtsurteile, wie ist dazu die Rechtssprechung?

Befristete Arbeitsverhältnisse sind unkündbar. Es sei denn sie beklaut oder verhaut den Chef.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Komm schon jetzt mal ernst bleiben,

es geht hauptsächlich darum das die Firma (deren Chef Multimillionär ist) fordert das sie unterschreiben soll auf eine Bezahlung der Überstunden zu verzichten.

Was würdet ihr machen?

Erst lesen, dann schreiben?
Hi!

Befristete Arbeitsverhältnisse sind unkündbar. Es sei denn sie
beklaut oder verhaut den Chef.

Das ist pauschal ebenso blödsinnig, wie am Thema vorbei!

Ein befristeter Vertrag kann vor Ablauf gekündigt werden, wenn das im Vertrag (AV oder TV) so geregelt ist!

Darum ging es aber hier schon nicht mehr! Der Vertrag lief aus und braucht somit gar nicht gekündigt zu werden (es sei denn, es ist vereinbart!)
Siehe TzBfG §15

LG
Guido

Moment!
Huhu!

Während der Krankheit lief der befristete Arbeitsvertrag aus
worauf sie kurzlich die Kündigung bekam.

Bekam sie die Kündigung nach Ablauf der Befristung?
Grundsätzlich ist es so, dass ein zeitlich befristeter Vertrag mit Erreichen des Datums ausläuft! Es muss gar nicht gekündigt werden.
Da ist es auch egal, ob der Arbeitnehmer krank oder sogar schwanger (wohl härtester Kündigungsschutz) ist!

Da sie krank ist, wird sie auch nicht nach Ablauf der Befristung noch beim Arbeitgeber aufgetaucht sein, oder? (das wäre eine Möglichkeit, aber lassen wir das)

Also die Frage ist ob sie während sie krankgeschrieben ist
(die Krankenkasse zahlt seit längerem Krankengeld) aus einem
befristeten Arbeitsvertrag entlassen werden kann.

Sie wurde ja nicht entlassen! Er lief aus!
Also keine Chance!

Dann wäre noch die Frage ob sie es unterschreiben soll auf die
Urlaubstage/Überstunden zu verzichten was zumindest im Falle
der Überstunden eigentlich eine Frechheit ist.

Sie soll auf keinen Fall unterschreiben und auf die Vergütung bestehen! Wobei hier zu klären wäre, wann sie wieder arbeitsfähig ist und um welchen Urlaub es sich handelt!
Außerdem wäre zu klären, was zum Thema Überstunden vereinbart ist!

Gab es dazu Gerichtsurteile, wie ist dazu die Rechtssprechung?

Die Befristung ist im TzBfG geregelt (der wichtige Teil im § 15).

Zur Vergütung von Urlaub und Mehrarbeit/Überstunden müsste ich mehr wissen!

Liebe Grüße
Guido