Hi !
Natürlich macht eine 2-Minuten Medizin keinen Sinn. Da gibt es nichts schön zu reden. Dennoch will ich mal provokativ sein :
Es ist ein Irrglaube, dass Ärzte unbedingt durch längere Untersuchung mehr herausfinden. Es ist auch nicht so, dass alle Ärzte inkompetent sind (meistens sind sie eher Fachidioten, d.h. eher zu sehr auf ihren Fachbereich eingeengt). Was zielführend ist, kann man ggf. mit einem Blick (diagnostischer Blick) bzw. einer (allerdings ausführlichen) Anamnese erfassen. Sicher tut es dem Patienten gut (und wird seinem Leidensdruck gerecht), wenn dies ausführlich und länger passiert. Es ist aber nicht gesagt, dass durch längere Zeit beim Arzt mehr rauskommt. Wichtig ist, dass der Arzt die Richtigen fragen stellt, bzw. auf die richtigen Fragen kommt.
Ein Problem kann sein, dass ein junger AIP oder Assistenzarzt vielleicht ausführlicher und gründlicher, aber nicht so erfahren ist. Ein Oberarzt (oder Facharzt) wiederum ist vielleicht gut im Op, aber in deinem Bereich vielleicht gerade nicht so interessiert. Oder er hat halt so seine Standards, die ihm wichtig sind… Alles mögliche Gründe, warum eine Diagnostik unbefriedigend verlaufen kann.
Ich mag mich ja irren, dennoch halte ich die erforderliche Diagnostik aus dem HNO-Bereich für überschaubar. Ich bezweifel, dass durch sehr viel mehr /aufwendigere Verfahren mehr Informationen mit Relevanz zusammen kämen. Wie Peter72 geschrieben hat, sollte die Inspektion der Nase ggf. mit und ohne abschwellender Tropfen erfolgen. Das ist schnell gemacht. Dann kann man die Nasennebenhöhlen bzw. allgemein die Ventilationsbedingungen sich genauer anschauen. Ich vermute aber, dass ist bereits erfolgt.
Auch wenn es stark vereinfacht dargestellt ist (und sicher Anlass zur Kritik sein könnte) : Eine allergische Diathese kann man einerseits im Differentialblutbild anhand einer Vermehrung der sog. eosinophilen Blutkörperchen erkennen (nahezu eine Standardblutuntersuchung). Dann kann man eine Elektrophorese zur Bestimmung der Immunglobuline machen bzw. IgE, IgG und IgM sich anschauen. Und die allgemeinen Entzündungsparameter Blutbild, Blutsenkung bzw C-reaktives Protein um eine Entzündungsproblematik auszuschliessen.
Der spezielle Allergentest an sich ist dann interessant, wenn man wissen will gegen was man allergisch ist.
Ich persönlich glaube eben nicht, dass man durch 20 malige Diagnostik (und seinen es 20 oder 200 Minuten) sehr viel mehr oder bessere Diagnosen stellt. Im Gegenteil.
Meine Empfehlung geht ja gerade weg von der somatischen Diagnostik hin zu einer Selbstbeobachtung von Symptomen und Faktoren, die die Problematik beeinflussen.
Also eine Art Selbstbeobachtung von Einflüssen, wo du weniger Beschwerden hast. Krankheitsbewältigung mag ein „starker“ Begriff sein, aber was hast du zu verlieren, wenn Du eine Selbstbeobachtung von Stärke der Symptomatik, Zeitpunkt, Belästigungsgrad und Aktivitäten machst?
Die könntest Du dann auch mit einem Arzt gut durchsprechen und evtl fallen eben Dinge auf, die eine Besserung erbracht haben. Oder Zeiten, wo Du weniger Beschwerden hattest. Danach würde ich eher suchen, als auf eine einzige medizinische Krankheitserklärung zu hoffen.
Viel Erfolg
Martin
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