Hallo Johannes
Eins vorweg klar weis ich dass man nie ein 100% sicheres OS
haben kann.
Diese Aussage ist völlig Ok und wird auch von mir nicht bestritten.
Zu meiner Frage bzw Aussage (wie mans nimmt): Beim Hacken
[…]
einfach nur um Schaden an zu richten, richtig?
Seit mehreren Jahren verstärkt und seit ca 1,5 Jahren ausschlieslich. Die Zeiten, in welchen von irgendwelchen Leuten voller Stolz ein Tool installiert wurde, welches zB Bereiche der Festplatte zerstörte ist Out. Heute geht es nur noch um Beschaffung von Daten oder/und die Integration in ein Bot.
Jetzt mal angenommen die ganze Situation wäre umgedreht: Linux
[…]
oder seh ich das grade falsch? wenn ja wo ist mein Denkfehler?
Das ist die falsche Voraussetzung und wird trotzdem oft als Argument benutzt. Linux ist OpenSource und es ist problemlos möglich den gesamten Quelltext auf Fehler zu analysieren, was ja weltweit auch getan wird. Die bei ClosedSource übliche Praxis der Tests mit Exploids ist unnötig und auch viel zu langwierig. Wird ein Fehler gefunden, kann auch jederzeit vom „Finder“ die Codezeile genannt werden und es dauert in der Regel nur wenige Wochen, bis die Korrektur verfügbar ist. Fakt ist, das Updatekarussell dreht sich in der Opensource wesentlich schneller als bei Closed. Manche Hersteller sind regelrecht Besinnungslos.
Um es Mal andersrum zu sagen: Ich habe seit Mai vergangenen Jahres zwei Updates für das Kernel erlebt und das Nächste ist schon angekündigt. Die Updates sind oft problemreicher als die die Fehler, die sie beseitigen. Aus dem Grund ist es übrigens sinnvoll so aller halben Jahre sich eine UpdateDVD aus einen Spezial am Kiosk zu kaufen.
Nun zu den Möglichkeiten mittels Trojaner in Workstationen einzudringen:
Ein automatscher Download zB. über Embedded-Scripte oder BHOs, wie sie Windows an der Tagesordnung, sind entweder unbekannt oder wirkungslos. Es ist kein einziger Browser dazu zu bewegen, eine binären Code auszuführen. Das funktioniert übrigen nur beim IÄ egal welcher Version. ich habe am Anfang des Jahre mal sowas hier auf dem Brett demonstriert. Einfach einen Link zu Notepad.exe auf dem Desktop erstellen und dem IÄ in die Adresszeile schieben… Funktioniert bei keinem anderen Browser. Du hättest die Experts mal hören müssen.
Linux ist nicht gleich Linux. Jede Distributation hat ihrer Besonderheiten. Wenn ich jetzt in Suse einen Download installieren will, wird er im Adminmodus von Yast oder einem anderen Tool auf Kompatibilität geprüft und wenn er nicht meiner Kernelversion entspricht oder fehlerhaft verpackt ist, wird das Dings zurückgewiesen. Es sind auch mehrere eindeutige Fragen zu beantworten. Automatisch geht nichts. Du weißt von was ich spreche.
Malware für Windows ist aus unterschiedlichen Gründen unfähig. Das habe ich schon geschrieben. Es muss also eine ganz spezielle Malware her, die genau meinen Bedingungen entspricht. Wilde Downloadarchive wie bei Windows gibt es nicht und kein Linuxuser würde sich darauf einlassen. Hinter jedem Paket steht ein Name und es fühlt sich irgend jemand persönlich verantwortlich. Du kannst dich mal bei http://packman.links2linux.de/ genauer umsehen, du wirst erstaunt sein.
Ich kann mir einfach nicht vorstellen dass es den
Windowsmenschen sch*** egal ist dass ihr OS unsicher ist wie
es in den Witzen immer so einfach gesagt wird.
Du übersiehst einen wesentlichen Fakt. Billyboy erzählt seinen Anwendern sugestiv, welchen Sicherheitslevel seine Produkte besitzen. Du erlebst es bei jeder Neuinstallation:
„Irgendwann wird auch die größte Lüge zur Wahrheit. Du musst sie nur oft genug wiederholen.“ A.C.Springer
die Programmierer doch auch ihren Stolz und bauen auch nicht
grad mit Absicht Sicherheitslücken ein um den Hackern ne
freude zu machen (jedenfalls ist es bei mir so… )
Nein, das wäre eine Unterstellung. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie es funktioniert. Im Prinzip kannst du jede Einzelheit ausprogrammieren und bist damit sicher, das du auch keine Variable oder ein Speicherbereich vergessen hast. Dies wird aber nur im Ausnahmefall praktiziert. Normalerweise greift der Coder in die Windows-API und spart sich damit hunderte Zeilen, die er sonst selbst schreiben müsste. Aber genau in dieser API steckt der Teufel im Detail. Sie stammt zum Teil noch aus Zeiten, als Win32 geschrieben wurde. Kein Mensch hat sich damals für ihre Qualität interessiert und die Gefahren erahnt, nun ist aber das Dilemma groß. BG hat nicht umsonst verlangt, für Vista alles neu zu schreiben. Ob es getan wurde, werden die ersten Exploid beweisen oder auch nicht.
Aber genau das hat z.B. OpenSuse ja auch gemacht wenn ich an
die Distribution 10.1 denke.
Zugegeben, hier wurden Fehler gemacht. Diese Distri hätte man weglassen können. Dafür hat die 10.2 andere Eier. Ich muß wieder mal vorbei gehen und guggen, ob es nun für meinen Fritz! einen funktionierenden Treiber gibt. Wenn nicht, werde ich wohl selber in die Tasten greifen müssen.
weniger Probleme. demnach müssten wir auch erst bei Vista
warten bis SP1 rauskommt um zumindest dort genaue vergleiche
zu ziehen.
Der Sprung von XP zu Vista gestaltet sich aus meiner Sicht noch schwieriger als damals die Einführung des SP2 für XP. Da wird es mit ein paar Updates der verwendeten Programme nicht getan sein. Wenn wirklich die API neu programmiert wurde, dürften nur noch Programme lauffähig sein, die diesen neuen Bedingungen entsprechen. Die Hersteller der Programme und Treiber werden sich das bezahlen lassen und der auf die Werbung hereingefallene Kunde wird es bezahlen müssen.
der hinterwäldler