Nazi-Hetze in Schulbüchern

hallo wolfgang

ich verstehe den sinn deines postings nicht. was genau willst du uns damit sagen?

daß a) die politische propaganda damals in deutschland nicht ärger war als anderswo? wird wohl so sein. ich habe ein psychologiebuch aus der ddr. herrlich. eine einzige lektion in marxistisch-dialektischem materialismus.

oder daß b) gar nicht indoktriniert wurde und gewissermaßen der naziwahnsinn einfach so geschah?

klär mich bitte mal auf.

gruß!

Hallo Barbara,

zunächst sage ich Dankeschön dafür, daß Du noch mit mir diskutierst.

in der Bevölkerung hingenommen worden: Die antisemitische
Propaganda hatte gute Arbeit geleistet.

… und sollte nun verschwinden? Ich weiß nicht. Inzwischen habe ich ein Buch aus dem Jahre 1940 durchgesehen, das als äußerst übles Machwerk der Nazipropaganda gilt. Es berichtet „im Auftrage des Auswärtigen Amtes“ über „polnische Greueltaten an den Volksdeutschen in Polen“. Das Buch ist absolut frei von Antisemitismus. Ein einziger, für mich jüdisch klingender Name kommt darin vor, nämlich Leon Blum als einer der Unterzeichner einer Protestnote französischer Politiker und Intellektueller gegen polnischen Polizeiterror im Jahre 1924.

so brennden interessiert, solltest du dich zunächst mit der
NS-Schul- und Jugendpolitik allgemein beschäftigen, um
wenigstens grob eine Idee von den Rahmenbedingungen zu haben.

Das wäre sicherlich gut, doch zunächst interessiert mich die Frage, inwieweit ideologische und antisemitische Propaganda die verschiedenen Lebensbereiche durchdrungen hat.

meine Lehrer hatten früher oft selbst Kopiertes verwendet und
in einigen Jahrgangsstufen haben wir damals gar nicht in den
vorgeschriebenen Bücher geguckt. Oft sind die Teile ja auch

Es gab damals noch keine Fotokopierer, wieviele Lehrer hatten wohl Schreibmaschinen für die Hektograph-Matrizen?

Es geht doch beim wissenschaftlichen Forschen nicht um ein
moralisches Verurteilen oder ein moralisches Rechtfertigen,
sondern um eine Bestandsaufnahme, eine Analyse. Am Ende kann
ich dann Urteile abgeben. Als Historikerin bin ich aber nicht
an moralischen Urteilen interessiert. Das ist dann Aufgabe der

Das mit dem Urteil am Ende halte ich für eine honorige Auffassung vom Historikerberuf. Als gelernter Soziologe weiß ich allerdings auch, daß das Urteil auch am Anfang der Forschung steht, und man mit dieser Tatsache umzugehen hat.

hat, wie der Faschismus die ganze Gesellschaft durchdrungen
hat. Eben auch die Schulen.

Ja, genau.

Es wäre mir neu, dass wir eine staatliche Jugendorganisation
haben, in der die verschiedenen christlichen und
konfessionlosen Pfadfinder, die evangelischen, katholischen
und parteilichen Jugendorganisationen aufgelöst wurden. Soweit

Touchez! „Gleichschaltung als institutioneller Vorgang“. Nachlässiger Wortgebrauch meinerseits.

mir bekannt ist, haben wir hier Pluralismus.

Vielleicht besser: „…haben wir hier heute mehr Pluralismus als damals“

Wer jedoch als BRDeutscher an einer ideologiekritischen
Würdigung des 3. Reiches arbeitet,

Was ist jetzt nochmal eine ideologiekritische Würdigung - sags
nochmal für Blondinen im Geiste ;-D,

Bei einem Wahlreklameplakat einer Partei handelt es sich um Propaganda, das ist klar. Wenn man nach Propaganda sucht, die versteckt vorkommt, braucht man Kriterien, um diese zu entdecken.
Mein ursprünglicher Ansatz der operationalen Definition von antisemitischem Inhalt war, das Vorkommnis irgendeines jüdischen Elements, z.B. eines jüdisch klingenden Namens als Indikator zu verwenden. Das hat für die Textaufgaben genügt, würde aber z.B. eine Sammlung der weisen und witzigen Geschichten der Chassidim als hoffnungslos antisemitisch werten.
Zum Auffinden von Propaganda, die sich auf subtilere Weise versteckt, benötigen wir den Begriff der Ideologie. Dieser aber ist wertend, und die Wertung muß der eigentlichen Forschungsarbeit vorausgehen. Wir haben also ein am Anfang einer historischen Forschungsarbeit liegendes Urteil. Dieses Urteil steht wiederum unter dem Einfluß der offen oder versteckt daherkommenden Propaganda in der eigenen Lebenswelt des Forschers.
Das bedeutet z.B. in der Praxis, daß man nicht jede in der NS-Zeit getane nationalistische Äußerung als ideologisch werten kann, wozu man jedoch verständlicherweise neigt, weil in der BRDeutschland generell eine antinationalistische Ideologie (?) herrscht.

Gruß

Wolfgang Berger *

Hallo Lehitraot,

ich verstehe den sinn deines postings nicht. was genau willst
du uns damit sagen?

Denkt man als von den Massenmedien informierter Laie an „NS-Schulbücher“, dann erinnert man sich sofort an eine bestimmte, menschenverachtende Textaufgabe, die offenbar als repräsentativ hingestellt wird. Ich konnte nun vorläufig nachweisen, daß das dieses Bild Propaganda ist.

psychologiebuch aus der ddr. herrlich. eine einzige lektion in
marxistisch-dialektischem materialismus.

Das ist, meine ich, ein anderes Thema.

oder daß b) gar nicht indoktriniert wurde und gewissermaßen
der naziwahnsinn einfach so geschah?

Das betrifft weitreichende Folgerungen, die besser nicht an den Anfang einer Forschungsarbeit gestellt werden.

Gruß

Wolfgang Berger

hallo wolfgang

Das betrifft weitreichende Folgerungen, die besser nicht an
den Anfang einer Forschungsarbeit gestellt werden.

ohja. sehr wohl. es würde bedeuten, daß damals gar keine gehirnwäsche nötig war, um menschen zum massenmord zu treiben.

eine wahrlich erschreckende these, die man wirklich nicht gern an den anfang einer forschungsarbeit stellt.

gruß!

Naazipropaganda…
Hi Wolfgang
Die Propaganda der Nationalsozialisten war halt nicht nur antisemitisch… sie war auch antidemokratisch, antipolnisch (Antislavisch um genau zu sein) und antikommunistisch.
Zum Teil war sie sogar sehr subtil.

In dem von die angesprochenen Buch müsste man nun alle aufgeführten Vorfälle anhand unabhängiger Quellen auf ihren Wahrheitsgehalt durchleuchten. Bzw auf die Wahrscheinlichkeit, in wie weit die darin geschilderten Vorkommnisse tatsächlich so stattgefunden haben. Es ist ausserdem anzunehmen, das das werk nicht neutral ist, also alle greueltaten, egal von wem begangen, nennt, die zu diesem themenkomplex gehören, sondern auswählt, um den Angriff auf Polen zu rechtfertigen.

Mein ursprünglicher Ansatz der operationalen Definition von
antisemitischem Inhalt war, das Vorkommnis irgendeines
jüdischen Elements, z.B. eines jüdisch klingenden Namens als
Indikator zu verwenden. Das hat für die Textaufgaben genügt,

Überprüfe nun, ist der Genannte Name negativ belegt, also z.B. mit einem „typisch jüdischem Beruf“ (Händler, Pfandleiher, etc ausgestatten) Sprich: vermittelt die Namens-Berufs-Assoziation ein bestimmtes, negatives Bild des Judentums. Nur ein Beispiel für einen möglichen weiterführenden Ansatz

würde aber z.B. eine Sammlung der weisen und witzigen
Geschichten der Chassidim als hoffnungslos antisemitisch
werten.

da sind die Jüischen Namen aber sowohl „negativ“ als auch „positiv“ belegt, gelle…

Zum Auffinden von Propaganda, die sich auf subtilere Weise
versteckt, benötigen wir den Begriff der Ideologie. Dieser
aber ist wertend, und die Wertung muß der eigentlichen
Forschungsarbeit vorausgehen. Wir haben also ein am Anfang
einer historischen Forschungsarbeit liegendes Urteil.

Warum ist der Begriff „Ideologie“ wertend?
(Ich verstehs wirklich nicht)

Das bedeutet z.B. in der Praxis, daß man nicht jede in der
NS-Zeit getane nationalistische Äußerung als ideologisch
werten kann, wozu man jedoch verständlicherweise neigt, weil
in der BRDeutschland generell eine antinationalistische
Ideologie (?) herrscht.

Moment, jede nationalistische äusserung ist ideologisch, es mag sein, das die Äusserung nicht der NS-Ideologie entspringt. Allerdings ist die NS-ideologie notwendigerweise nationalistisch.

Übrigens ist auch jede antinationalistische Äusserung ideologisch.

Gruß
Mike

Hallo Michael,

ich freue mich, daß Du wieder mit mir sprichst.

In dem von dir angesprochenen Buch müsste man nun alle
aufgeführten Vorfälle anhand unabhängiger Quellen auf ihren
Wahrheitsgehalt durchleuchten. Bzw auf die Wahrscheinlichkeit,
in wie weit die darin geschilderten Vorkommnisse tatsächlich
so stattgefunden haben. Es ist ausserdem anzunehmen, das das
werk nicht neutral ist, also (nicht) alle greueltaten, egal von wem
begangen, nennt, die zu diesem themenkomplex gehören, sondern
auswählt, um den Angriff auf Polen zu rechtfertigen.

Ganz Deiner Meinung! „In dubio pro reo“ hat auch in der Geschichtsforschung zu gelten, wenigstens insofern, als es bis heute fortwirkende Anklagen betrifft.
Allerdings habe ich dieses Buch ausdrücklich nicht zum Thema der polnischen Minderheitenpolitik in der Vorgeschichte des 2. Weltkrieges herangezogen, sondern als eine i.a. als besonders scheußliche Nazipropaganda von 1940 bekannte Schrift. Und dann habe ich diese auf Antisemitismuspropaganda getestet, und siehe sie war absolut frei davon! Das war, was ich sagen wollte.

Das war Antwort auf Barbaras These, daß die antisemitische Propaganda ab 1942 sehr wohl verschwunden sein könnte, weil sie ihre Zweck längst erreicht hatte.

Mein ursprünglicher Ansatz der operationalen Definition von
antisemitischem Inhalt war, das Vorkommnis irgendeines
jüdischen Elements, z.B. eines jüdisch klingenden Namens als
Indikator zu verwenden. Das hat für die Textaufgaben genügt,

Überprüfe nun, ist der Genannte Name negativ belegt, also z.B.
mit einem „typisch jüdischem Beruf“ (Händler, Pfandleiher, etc
ausgestatten) Sprich: vermittelt die Namens-Berufs-Assoziation
ein bestimmtes, negatives Bild des Judentums. Nur ein Beispiel
für einen möglichen weiterführenden Ansatz

Es ging, ich zitierte das ja, um einen Kaufmann namens Adam, der seine Schulden nicht über Jahre abstottern, sondern in einer Summe abzahlen wollte. Bereits das hatte ich als antisemitisch gewertet, also ein hochempfindliches Testverfahren gewählt, das keinen positiven Fall ausläßt, aber oft falsch positiv meldet, wenn Du verstehst, was ich meine.

würde aber z.B. eine Sammlung der weisen und witzigen
Geschichten der Chassidim als hoffnungslos antisemitisch
werten.

da sind die Jüdischen Namen aber sowohl „negativ“ als auch
„positiv“ belegt, gelle…

Ja, auf jeden Fall stehen halt viele davon im Text.

Moment, jede nationalistische äusserung ist ideologisch, es
mag sein, das die Äusserung nicht der NS-Ideologie entspringt.

Warum ist jede nationalistische Äußerung ideologisch? Und jede antinationalistische auch? Ist auch jede demokratische oder monarchistische Äußerung ideologisch? Was ist denn dann nicht ideologisch?

Gruß

Wolfgang Berger

Hallo Lehitraot,

ganz sicher bin ich mir nicht, ob ich auf diesem Niveau diskutieren möchte.

Was meinst Du, war antisemitische Propaganda im 3. Reich allgegenwärtig?

Gruß

Wolfgang Berger

Hallo Wolfgang,

ich kann mich nur wiederholen, wenn du das Thema systematisch und wissenschaftlich aufziehst, reicht es einfach nicht, sich hier und da mal ein Buch zu schnappen und zu schauen, ob was über Juden drinsteht. So kommst du zu keinem Ergebnis, dass einen wissenschaftlichen Wert hat.

Ich habe btw einige Jahre in zeitgeschichtlichen Archiven gejobbt und im Zuge meiner Filmrecherchen habe ich auch sehr viel altes Wochenschaumaterial angeschaut - und die Durchdringung des NS war schon erschreckend.

Zu Propaganda allgemein: Ich würde mir jetzt erstmal die Frage stellen: Wer war für den Inhalt der Schulbücher zuständig? Das Reichsministerium für Völksaufklärung und Propaganda? Oder gar der Reichsjugendführer? oder wer/was?

Als Modell der ns Erziehung galten übrigens die Nationalpolitischen Erziehungsanstalten. Für künftige Parteifunktionäre wurden dann zwölf Adolf-Hitler-Schulen eingerichtet.

Achja, Literatur für deine Arbeit:

Heinmann, Manfred (Hg): Erziehung und Schulung im Dritten Reich, 2. Bde. Stuttgart 1980.
Scholtz, Harald: Erziehung und Unterricht unterm Hakenkreuz, Götinngen 1985
Herrmann, Ulrich: Die Formung des Volksgenossen. Der „Erziehungsstaat“ des Dritten Reiches, Weinheim/Basel 1985.

Das mit dem Urteil am Ende halte ich für eine honorige
Auffassung vom Historikerberuf. Als gelernter Soziologe weiß
ich allerdings auch, daß das Urteil auch am Anfang der
Forschung steht, und man mit dieser Tatsache umzugehen hat.

Nein, kein Urteil, aber natürlich deine eigene Position und die sollte man natürlich als ordentlicher Wissenschaftler reflektieren.

Vielleicht besser: „…haben wir hier heute mehr Pluralismus
als damals“

Das Prinzip des Führerstaates war die Gleichschaltung aller Lebensbereiche, was kontinuierlich durchgesetzt wurde. Pluralismus war unerwünscht.

Das bedeutet z.B. in der Praxis, daß man nicht jede in der
NS-Zeit getane nationalistische Äußerung als ideologisch
werten kann, wozu man jedoch verständlicherweise neigt, weil
in der BRDeutschland generell eine antinationalistische
Ideologie (?) herrscht.

Nationalismus selbst ist eine Ideologie (wie Sozialismus, Liberalismus auch) und von daher muss man sie natürlich als Ideologie bezeichnen. Was du tun willst, ist diese ns Äußerung umdeuten oder anders bewerten. Das steht dir in unserem Land, dass Meinungsfreiheit als Prinzip hat, frei.

Gruss,

barbara

Was meinst Du, war antisemitische Propaganda im 3. Reich
allgegenwärtig?

spezielle propaganda war vielleicht gar nicht nötig. der boden wurde schon jahrhunderte vorher gut aufbereitet, sodaß die saat gut aufging. es vermischte sich der christliche antijudaistische schwachfug à la gottesmörder mit damals modernen wissenschaftlichen pseudotheorien wie rassenkunde, abstammungslehren usw. dazu paßte auch der darwinismus (der tod der schwächeren macht platz für die stärkeren, „kampf der arten“ um den „lebensraum“) und die aufkommende genetik. alles paßte wunderbar zusammen. der judenhaß war ein element unter vielen ähnlich gearteten „theorien“, die dann auch in ähnlichen aktionen gipfelten, nämlich der „natur“ ein wenig unter die arme zu greifen und die „minderwertigen“ auszuselektieren und platz für die „höherwertigen“ zu machen, wobei aber die juden das am besten bedachte opfer waren. eigene gehirnwäsche war gar nicht nötig. es war einfach normal, dieses zeugs zu glauben. so sehe ich das.

gruß!

Hallo Barbara,

und wissenschaftlich aufziehst, reicht es einfach nicht, sich
hier und da mal ein Buch zu schnappen und zu schauen, ob was
über Juden drinsteht. So kommst du zu keinem Ergebnis, dass
einen wissenschaftlichen Wert hat.

Moment bitte. Ausgangspunkt war die These einer starken Durchdringung der Schulbücher mit antisemitischer Propaganda, so daß diese eine Textaufgabe repräsentativ sei. Diese These läßt sich (unwissenschaftlich) durch gezieltes Aufsuchen korroborativer Beispiele stützen und ist durch den Nachweis antisemitismusfreier Bücher (wissenschaftlich) widerlegbar.
Die von mir verwendete operationale Definition antisemitischer Textstellen kann wohl kaum als zu unempfindlich angegriffen werden; das hat ja auch niemand versucht.
Meine kleine Studie könnte man sehr wohl als nicht umfassend genug kritisieren, nicht aber nach Kriterien des wissenschaftlichen Vorgehens.

Zu Propaganda allgemein: Ich würde mir jetzt erstmal die Frage
stellen: Wer war für den Inhalt der Schulbücher zuständig? Das
Reichsministerium für Völksaufklärung und Propaganda? Oder gar
der Reichsjugendführer? oder wer/was?

Auch das sind sicherlich interessante Fragen.

Achja, Literatur für deine Arbeit:

Vielen Dank für die Hinweise auf Fachliteratur aus der späten Nachkriegszeit.

Pluralismus war unerwünscht.

Also nicht die geringste Meinungsäußerungsfreiheit, nicht den Hauch von Pluralismus gab es? Und das ist vielleicht noch gar offenkundig?

Ideologie bezeichnen. Was du tun willst, ist diese ns Äußerung
umdeuten oder anders bewerten. Das steht dir in unserem Land,
dass Meinungsfreiheit als Prinzip hat, frei.

Ich möchte eine prekäre „ns Äußerung“ umdeuten oder anders bewerten, hm, was immer das bedeuten mag, es mag ja sein. Im Zusammenhang mit der zeitgeschichtlichen Forschung die Meinungsfreiheit als Prinzip unseres Landes hinzustellen, das allerdings halte ich für Propaganda.

Gruß

Wolfgang Berger

Hallo Lehitraot,

einerseits gestehe ich Dir gerne zu, daß eine antisemitische Einstellung im Deutschland z.B. im 19. oder 18. Jahrhundert zwar wohl eine Minderheitenmeinung, aber von der Mehrheit als respektabel anerkannt war. Das läßt sich zwanglos aus unverdächtigen Quellen ersehen.

Andererseits schaudert es mich, wie Du Dir mein kleines Forschungsergebnis zu eigen machst, es übertreibst, so daß antisemitische Propaganda und damit auch gleich Hitler, Göbbels etc. aus der Rechnung herausfallen und nur noch ein paar *.ismen übrigbleiben und natürlich das allböse Deutsche Volk.

Gruß

Wolfgang Berger

hallo,

zwar wohl eine Minderheitenmeinung, aber von der Mehrheit als
respektabel anerkannt war.

glaube das war einfach volksglaube. und ist es auch noch. am land hängen immer noch viele der gottesmörderthese und anderen hirngespinsten nach. wenn dus nicht glaubst, schau in die foren diverser tageszeitungen, wo sich anonyme trauen, auch im nüchternen zustand ein paar sprüche zu rülpsen. erschreckend!

Andererseits schaudert es mich, wie Du Dir mein kleines
Forschungsergebnis zu eigen machst, es übertreibst, so daß
antisemitische Propaganda und damit auch gleich Hitler,
Göbbels etc. aus der Rechnung herausfallen und nur noch ein
paar *.ismen übrigbleiben und natürlich das allböse Deutsche
Volk.

also paß auf, daß dein forschungsergebnis kein schuß in den ofen wird. und verrate uns, was du uns eigentlich damit sagen willst. das verstehe ich immer noch nicht.

gruß!

Hallo Lehitraot,

zwar wohl eine Minderheitenmeinung, aber von der Mehrheit als
respektabel anerkannt war.

glaube das war einfach volksglaube. und ist es auch noch. am
land hängen immer noch viele der gottesmörderthese und anderen
hirngespinsten nach. wenn dus nicht glaubst, schau in die

Schau mal:

Aus Nikolaus Galler: „Bericht der Reise, die ich mit dem Grafen Franz von Vichold von Salzburg nach Straßburg im Monat November 1782 gemacht habe“ (in der Handschriftenabteilung der Münchner Staatsbibliothek)

„Als ich vom Posthaus ins Wirtshaus kam, trat eine schöne Wirtin vor mich, sah mir sehr bedenklich ins Gesicht und tat verschiedene Querfrage, die ich wegen mangels an Kenntnis der hiesigen Provinzialaussprache nur halb beantworten konnte. Da mir das viele Questionieren an Wirten unausstehlich ist, so sagte ich etwas rauh, sie sollte mir geradezu sagen, ob ich bei ihr auf einige Tage Bett und Tisch haben könnte. Mit einiger Schüchternheit gab sie mir endlich zu verstehen, sie habe mich so halb für einen Juden angesehen und ich weiß nicht zu welchem Heiligen ein Gelübde getan, keinen Juden zu beherbergen. Bald hätte ich die Türe wieder in die Hand genommen, söhnte mich aber anderen Tages, als mein etwas zu großer Bart abgeschoren war, mit der hübschen Judenhasserin förmlich und feierlich aus und befinde mich jetzt recht wohl bei ihr.“

glaube das war einfach volksglaube. und ist es auch noch. am
land hängen immer noch viele der gottesmörderthese und anderen
hirngespinsten nach. wenn dus nicht glaubst, schau in die
foren diverser tageszeitungen, wo sich anonyme trauen, auch im
nüchternen zustand ein paar sprüche zu rülpsen. erschreckend!

Achso, die Landbevölkerung der BRDeutschland haßt in ihrer Mehrheit die Juden, naja, wenn Du meinst.

also paß auf, daß dein forschungsergebnis kein schuß in den
ofen wird. und verrate uns, was du uns eigentlich damit sagen
willst. das verstehe ich immer noch nicht.

Was meinst Du damit: eine Forschungsarbeit kann ein Schuß in den Ofen sein, wenn sie kein Ergebnis erbringt.

Was ich herausgefunden zu haben glaube, das müßte eigentlich deutlichgeworden sein: die Schulbücher im Hitlerdeutschland waren nicht antisemitisch.

Gruß

Wolfgang Berger

hallo noch einmal,

„Bericht der Reise, die ich mit dem
Grafen Franz von Vichold von Salzburg nach Straßburg im Monat
November 1782 gemacht habe“

LOL. und was sagt uns das jetzt? war wohl so damals. und ab und zu gibts auch heute noch ähnliches. erinnere mich daran, was mir eine studienkollegin (in deutschland, sie war zweitfach theologin, christin) erzählt hat, als sie sich nach einem besuch der synagoge von ebenjenem orte mit einem taxi abholen ließ. sie war ganz entsetzt, was der taxifahrer alles geliefert hat. nein kein haß, eher das gegenteil, unsicherheit, überfreundlichkeit.

einmal hat ein fahrer sich geweigert, unsere koffer zu tragen, mit der bemerkung das tut er nicht für juden.

oder eine israeltouristen (christlich) und chatfreundin, die wieder daheim in deutschland ein souvenir - einen handgemalten davidstern - einrahmen lassen wollte. auf einmal hatten die kein passendes holz in dem laden. und keine mitarbeiter. und und und. so ist das als jude. ob dus bist oder nicht, spielt eigentlich gar keine rolle. schublade auf, vorurteil raus.

Achso, die Landbevölkerung der BRDeutschland haßt in ihrer
Mehrheit die Juden, naja, wenn Du meinst.

habe ich nicht gesagt. aber sowas kommt anscheinend vor. wer schreibt sonst dieses zeugs mit wohnortangabe da rein?

willst. das verstehe ich immer noch nicht.

Was meinst Du damit: eine Forschungsarbeit kann ein Schuß in
den Ofen sein, wenn sie kein Ergebnis erbringt.

oder nicht das gewünschte :smile:

die Schulbücher im Hitlerdeutschland
waren nicht antisemitisch.

und was bringt uns diese these? ist es eine rehabilitierung der schulbuchschreiber oder eine belastung für das deutsche volk, das sozusagen von sich heraus urböse ist?

gruß!

Aussage Fehlerhaft…
Hi Wolfgang
so löblich deine Untersuchungen sind, die aus deiner Stichprobe gefolgerte Aussage:

Was ich herausgefunden zu haben glaube, das müßte eigentlich
deutlichgeworden sein: die Schulbücher im Hitlerdeutschland
waren nicht antisemitisch.

ist falsch
Für eine generelle Aussage ist deine Stichprobe zu klein
Sie müsste lauten: „Schulbücher waren nicht generell Antisemitisch“

Ansonsten empfehle ich mal ein Sozialkunde oder ein Biobuch dieser Zeit… die sind wirklich witzig…

Gruß
Mike

Hi Michael,

Für eine generelle Aussage ist deine Stichprobe zu klein
Sie müsste lauten: „Schulbücher waren nicht generell
Antisemitisch“

Danke für die Korrektur.

Ansonsten empfehle ich mal ein Sozialkunde oder ein Biobuch
dieser Zeit… die sind wirklich witzig…

In der Tat ist mir das Fehlen antisemitischer Propaganda als erstes bei Biologie für 3. Klasse Gymnasium aufgefallen, in dem sich davon nicht mehr als der eine einzige Satz findet, die Deutschen würden von nur wenigen Familien abstammen, die Juden z.B. jedoch nicht von diesen und seien daher Fremdkörper.

Selbstverständlich wären Lehrmittel für Geschichte, Deutsch etc. insbesondere der Prima höchst interessant, liegen mir aber leider nicht vor.

Allerdings läßt sich vorsichtig vermuten, daß die Gründe dafür, die ersten 2, 3 Klassen des Gymnasiums mit antisemitischer Propaganda zu verschonen, auch in den höheren Klassenstufen weiter vorhanden gewesen sein könnten.

Gruß

Wolfgang Berger

Aus den Massenmedien haben wir gelernt, daß die Schulbücher
der NS-Zeit so von menschenverachtender Hetze geprägt waren,
daß selbst noch die mathematischen Textaufgaben zum Massenmord
aufriefen.

Aus welchen Medien hat wer wann was gelernt?

Ich habe niemals eine solche Aussage gehört. In der Schule wurde das 3.R. bei uns in drei Fächern je zwei Jahre lang wiederholt aus allen Richtungen betrachtet. Nach meinem Eindruck war zum einen der Unterricht, wie auch heute, in seiner Ausgestaltung sehr vom jeweiligen Lehrer abhängig, zum anderen ist die Heranziehung eines Buches zur Prüfung einer solch umfassenden Aussage richtig oberflächlich, gell?

Woher kommt also diese These? Lief gerade ein Bericht über die NaPoLAs? Die hatten bestimmt andere Lehrbücher als der Rest der Schulen.

Ich kann mich allerdings auch an ein Beispiel für genau so eine Textaufgabe erinnern. Ging etwa so: „Ein Laib Brot hat x Kalorien. Welchen Anteil davon erhält der Insasse eines Arbeitslagers pro Tag wenn …?“ - Reicht das noch nicht an Menschenverachtung? Dann ist da ja noch die Teilausbildung am MG. Sehr vielen Schülern dürfte schon damals ganz bewußt gewesen sein, wozu so ein Ding gut oder schlecht ist. Die Erinnerungen an Langemarck und alles was folgte waren zwar auch da nicht mehr ganz frisch aber durchaus vorhanden.

Davon mal ab, ist doch sowieso egal was in Lehrbüchern steht. Die meisten können einfach nicht die richtigen Schlüsse aus der Geschichte ziehen. Sonst würde sich der Mist ja nicht dauernd wiederholen.

Tschüs, Sven.

daß selbst noch die mathematischen Textaufgaben zum Massenmord
aufriefen.

Aus welchen Medien hat wer wann was gelernt?

Meinst Du also nicht?

Ich habe niemals eine solche Aussage gehört. In der Schule

eine Textaufgabe erinnern. Ging etwa so: „Ein Laib Brot hat x
Kalorien. Welchen Anteil davon erhält der Insasse eines
Arbeitslagers pro Tag wenn …?“ - Reicht das noch nicht an
Menschenverachtung? Dann ist da ja noch die Teilausbildung am

Meinst Du also doch?

MG. Sehr vielen Schülern dürfte schon damals ganz bewußt
gewesen sein, wozu so ein Ding gut oder schlecht ist. Die

Ja natürlich.

Erinnerungen an Langemarck und alles was folgte waren zwar
auch da nicht mehr ganz frisch aber durchaus vorhanden.

Langemarck, was da wohl dran war.

der Geschichte ziehen. Sonst würde sich der Mist ja nicht
dauernd wiederholen.

NS wiederholt sich dauernd? Ja wenn Du meinst.

Gruß

Wolfgang Berger

Aus welchen Medien hat wer wann was gelernt?

Meinst Du also nicht?

Also mal ganz einfach erklärt: Ich habe in „den Medien“ (meinst Du allgemein verstanden die Nachrichtenmedien?) die von dir erwähnte Aussage über die verseuchten Schulbücher noch nicht gehört oder gelesen. (Oder sind Lehrmittel=Lehrmedien gemeint?)

Und eine einzige derartige Matheaufgabe verseucht das Buch tatsächlich. Auch wenn ansonsten Blümchen und Bienen abgezählt werden! Auf die von Dir geforderte Menge an Aufgaben kann es nicht ankommen.

>Je weiter man zurückblicken kann, desto weiter wird man vorausschauen.

Hallo Sven,

von dir erwähnte Aussage über die verseuchten Schulbücher noch

Wie die verbreitete Vorstellung von der „verseuchten“ Schulliteratur entstanden sei, gehört zur Rezeptionsgeschichte. Das ist ein Themenkreis, in dem revisionistische Argumente so durchschlagend sind, daß ich im Interesse der Fairness in der Diskussion in diesem Forum generell darauf verzichte.

Und eine einzige derartige Matheaufgabe verseucht das Buch
tatsächlich. Auch wenn ansonsten Blümchen und Bienen abgezählt
werden! Auf die von Dir geforderte Menge an Aufgaben kann es

Bittesehr, wenn Du meinst. Aber dann ist, ich erwähnte es bereits, die heutige Entsprechung meines Nazi-Mathebuches ein Pamphlet für den automobilen Alkoholismus.

Gruß

Wolfgang Berger