Nochmal: Die Nibelungen

Hallo Fritz,

meinerseits vielen Dank an dich, dass du mir den Anstoß gegeben hast noch ein wenig weiter zu graben.

Noch eine kleine Pikanterie am Rande:
Jener Reichskanzler Bernhard Fürst von Bülow, der den Begriff „Nibelungentreue“ wohl erstmals in die Politik einbrachte, ist ein Vorfahre eines gewissen Vicco von Bülow alias Loriot, der vor ein paar Jahren „Wagners Ring an 1 Abend“ auf die Bühne und CD brachte.
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Beide sind mit dem Dirigenten Hans von Bülow verwandt, dem Richard Wagner einst die Ehefrau Cosima ausspannte. Nibelungentreue in Familientradition … :wink:

Grüße
Wolfgang

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Hi!

Dietrich von Bern, ein Vasall Etzels (als historische Figur bekannt als Theoderich der Große) ist entsetzt über das kaltblütige Töten Kriemhilds und tötet seinerseits Kriemhild.

Wundervoll, lieber Heinrich, mir graust es gar nicht vor dir,
angesichts dieser treffenden Zusammenfassung des Endes der
Nibelungen.

Nur eins, es war nicht Dietrich von Bern, sondern dessen
Waffenmeister Hildebrandt:

Hildebrant mit zorne zuo Krimhilde spranc,
er sluoc der küneginne einen swaeren swertes swanc.

Uppsss…

Kann sein. So genau hatte ich das nicht mehr im Kopf. :wink:

Grüße
Heinrich

Nicht:

Kann sein.

sondern: So ist es!
Fritz

Dann aber, bester Ray,
wundern mich deine kurze Zusammenfassung, deine Einschätzung der Personen und vor allem deren Namen noch mehr.
Hast du nicht was falsch verstanden?

Fritz

mal abgesehen davon
Hallo Fritz Ruppricht,

mal abgesehen davon, dass das original Versmass in der Tat äusserst schwierig zu lesen ist und ich ja deshalb zu der Übertragung von Felix Genzmer gegriffen habe (auch wäre mir die Reise nach Copenhagen nur deshalb zu aufwendig) erkenne ich den Grund für Deine Verwunderung nicht.

Bei der Edda handelt es sich um eine Vers- bzw. auch Liedsammlung nordisch/germanischen Ursprungs (isländisch/dänisch). Das sogenannte „Niebelungenlied“ selbst gibt es gar nicht - es ist zusammengetragen aus den verschiedenen Teilen aus Liedern über Brunhilde (da gibt es mehrere Lieder).

Es gibt dort keine sogenannte „Heldenverehrung“ zu lesen.
Es gibt dort keine Vorlagen zur Einschätzung der genannten Personen.

Dies kam alles erst sehr viel später und wurde von entsprechend geneigten Kreisen hineininterpretiert.

Nimm`s doch einfach mal so wie es in der Edda steht:smile:

Ich hoffe ich konnte Dir hier helfen.

Freundliche Grüsse
Anonym

ganz abgesehen davon
Hallo, Anonym!

Bei der Edda handelt es sich um eine Vers- bzw. auch
Liedsammlung nordisch/germanischen Ursprungs
(isländisch/dänisch). Das sogenannte „Niebelungenlied“ selbst
gibt es gar nicht - es ist zusammengetragen aus den
verschiedenen Teilen aus Liedern über Brunhilde (da gibt es
mehrere Lieder).

Du trägst Eulen nach Athen! Und zwar ziemlich wunderliche Eulen!

Nimm`s doch einfach mal so wie es in der Edda steht:smile:

Ganau das tue ich, du aber nicht!

Du schreibst:

Es waren dies die Könige Gunther, König Gernot und König Giselher. Die drei königlichen Brüder hatten auch eine Schwester. Ihr Name war Kriemhild. Der Vater der drei Könige und Kriemhildes war König Dankrat und die Mutter hiess Ute.
Zum Gefolge dieses Hofes gehörten Hagen von Tronje, dessen Bruder Dankwart, Ortwin von Metz, die Markgrafen Gero und Eckewart, Volker von Alzay, Rumold, Sinbold und Hunold.
Hagen von Tronje war Quartiereister am Hof zu Worms und keineswegs so ein schlimmer Finger wie es später gerne dargestellt wurde.
Der schlimme Finger war ein junger aufbrausender eitler und massloser Königssohn aus den Niederlanden. Sein Name war Siegfried und sein Vater hiess Siegmund, war dort der König und seine Mutter hiess Sieglind. Ihre Burg war zu Xanten am Unterrhein.

Alle diese unterstrichenen Namen finden scih NICHT in der Edda!

Nachzulesen in der Edda.

Eben nicht! So nicht! So ganz und gar nicht!

Ich hoffe ich konnte Dir hier helfen.

Ganz und gar nicht. Dein Beitrag bringt vieles durcheinander - um es ganz vorsichtig und zurückhaltend zu sagen - und verwirrt Leute, die nicht mit den Texten vertraut sind!

Freundliche Grüsse

Fritz Ruppricht

Ja, das stimmt
Ja Fritz,

Du hast natürlich recht.

Ich habe keine andere Erklärung dafür, als dass ich zum falschen - zeitgleich hier aufgeschlagenen Buch gegriffen hatte - ich war unkonzentriert und unaufmerksam.

In der Edda stehen diese Namen nicht.
In der Edda finden wir die Gudrunlieder welche die Grundlage für die sogenannte „Niebelungensage“ bzw. das sogenannte „Niebelungenlied“ lieferten.
In diesem „Niebelungenlied“ tauchen erst diese Namen auf.

Ich bitte um Nachsicht für meine dilletantische Arbeitsweise (ist sonst eigentlich nicht meine Art - hoffe ich - und ich muss mich über mich selbst wundern).

mea culpa

Anonym

danke und Frage
Hallo allerseits,

danke schön für eure Ausführungen. Die Diskussion ist lange nicht fertig, aber ich muss mich ja irgendwann bedanken.

Ich hätte eine zusätzliche, eher subjektive Frage:
Abweichung vom Original findet fast immer statt. So wurde auch der Herr der Ringe als Film verändert. Ich fand zwar ganz persönlich, dass bei den Nibelungen die Veränderungen gravierend waren, aber nun zur Frage: Wie fandet ihr die Veränderungen?

Gruss, Omar Abo-Namous

Gutgutgut
komm wieder runter!
Es ging doch um die Sache!
FR

Ich hätte eine zusätzliche, eher subjektive Frage:

Sollst auch eine subjektive Antwort bekommen:

Wie fandet ihr die
Veränderungen?

Ich war dermassen enttäuscht!
Es ist zwar lange, lange her, dass ich die Nibelungen in irgendeiner Interpretation gelesen habe, aber eines weiss ich ganz gewiss: Die platte Schwarz-Weiß-Malerei alá Hollywood hat die Story ruiniert. Wie bringt ein Drehbuchschreiber es nur fertig, jeglichen Tiefgang, den man in der Sage von Siegfried finden kann, so komplett auszublenden. Bekommt der Akkordlohn?

Filmisch:
Dass der Hauptdarsteller starke Sprachprobleme hat, wäre in einem Tatort vielleicht nicht aufgefallen, aber in einem Heldenepos ist es derb daneben.
Typisch deutsch (bzw. europäisch koproduktiv): Die Kamera kriegt alles klein. Egal ob Burgen, Landschaften, Berge - alles wirkt durch die unkundige Handhabung der Blickwinkel klein und Kulissenhaft.
Schauspielerisch hat einzig Kristanna Loken axtschwingend überzeugt, den Rest hätte eine Schultheatergruppe wirklich schöner hingekriegt. Dieser Hieb geht vor allem auch gegen die Regie!

Jammerschade, wie Sendezeit und Produktionsgelder inspirationslos vergeudet werden…

Gruß,
Peter