Notruf tätigen, wenn jemand Wespe im Mund hat?

Ganz Deiner Meinung… meine Schwester hat sich vor 6 Wochen
die Augen lasern lassen, das macht man auch nicht beim Augenarzt
um die Ecke, der sich gerade soon Gerät gekauft hat.

Ich habe letzte Woche im Fernsehen ne Sendung über angehende
Ärzte gesehen und über deren erste Operationen. Da ist es mir
eiskalt den Rücken runtergelaufen, bei dem Gedanken dass ich da
liege. Ich meine irgendwann hat jeder seine erste Operation, aber
wenns geht nicht an mir.

Alex

Bei Wespen/Bienenstichen IM Hals ist die Luftröhre trotz
Kühlung innerhalb von max. 5 Minuten dicht… dann brauchste
auch keine Spritze mehr.

Alex

Hi,

und Du denkst daß Du in guten Händen bist wenn ein Notarzt da ist? Das kann so sein, muß aber nicht.

Viele Ärzte werden „gezwungen“ als Notärzte tätig zu werden weil sie sich an einer Klinik/einem Krankenhaus beworben haben, bei dem bestimmte Abteilungen auch für die Besetzung eines Notarztfahrzeugs zuständig sind.
Das bedeutet oft: Fachkundenachweis Rettungsdienst im Schnellverfahren absolvieren und dann geht’s raus. Der junge Arzt steht dann ganz alleine unter oft suboptimalen Bedingungen, die er so im Krankenhaus nie hat, vor den Einsätzen. Er kann niemanden fragen wenn es schwierig wird, er hat meistens nur die rechtlich notwendige Mindestanzahl an Intubationen oder Einsätzen bescheinigt bekommen (und Glück wenn er sie tatsächlich absolviert hat, manchmal hilft der Dienstplan nach daß die Bescheinigung erstellt wird, wenn jemand auf der Position eingesetzt werden soll) und soll jetzt seine Aufgabe in kritischen Situationen erledigen.

Selbst wenn jemand schon länger als Notarzt tätig ist hat z. B. ein Internist nicht notwendigerweise die Übung, die man einem Anästhesisten unterstellt, um z. B. zu intubieren oder Zugänge legen. Letzteres kann jeder PJler, jede Arzthelferin, oft auch jeder Rettungsassistent oder sogar jeder drogenabhängige Patient besser - weil die das tagtäglich dutzende Male machen.

Man in den Händen eines erfahrenen Rettungsassistenten nicht zwangsläufig schlechter aufgehoben als bei einem Notarzt.
Rettungsassistenten haben regelmäßig mehr Einsatzerfahrung als die üblichen „Gelegenheits“-Notärzte, sie haben lang und breit nicht nur medizinisches Wissen gepaukt, sondern auch eine sehr umfangreiche einsatztaktische Ausbildung absolviert, Strukturen von „Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben“ (neben dem Rettungsdienst z. B. die Polizei, Feuerwehr, THW, …) kennen gelernt und sind in vielen Fällen auch auf diesen benachbarten Gebieten, z. B. in Feuerwehrtechnik, ausgebildet - mindestens in Grundzügen.

Nicht jeder Patient braucht ausschließlich medizinische Versorgung, sondern das „Drumherum“, wie geht man mit dem Patienten um, wie verhält man sich in speziellen Einsatzsituationen, wie funktionieren technische Rettungsmaßnahmen oder andere BOS-Dienste, mit denen man zusammen tätig wird, wie lenkt man Angehörige…, da sind hauptberufliche Rettungsassistenten oft wesentlich geübter und standfester als ein Klinikarzt, der nur gelegentlich laut Dienstplan als Notarzt arbeiten muß.

Das medizinische Wissen eines Arztes ist sicher in seinem Gesamtumfang größer als das eines Rettungsassistenten. Das nutzt aber vielleicht nicht viel wenn Kenntnisse auf einem Gebiet gefragt sind, die nicht das Fachgebiet des Arztes sind.
Rettungsassistenten wissen oft sehr genau auch über invasive Maßnahmen Bescheid. Das Problem ist allein daß sie rechtlich sehr wenig machen dürfen - im Gegensatz zum Ausland, wo es sehr gut funktioniert daß auch Paramedics Medikamente applizieren oder intubieren.
Es scheitert hier allerdings weniger daran daß RA’s „zu blöd“ wären - denn sie lernen lang und breit auch invasive Maßnahmen - sondern sie werden gesetzlich gehemmt. Klar daß dadurch auch teilweise eine Übung fehlen mag - aber ein Internist oder Chirurg hat meistens auch keine Übung im intubieren, reponieren kann ein Chirurg regelmäßig besser als alle anderen Fachärzte… Ein Notarzt ist nicht automatisch ein Fachmann, in dessen Händen man gerne Patient sein möchte.

Gruß,

MecFleih

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Hi,

ich gebe dir, in dem was du sagst, völlig recht.
Wie schon gesagt, in ländliche gebieten mag das durchaus probleme darstellen. Das bonner system schreibt aber zwingend vor, dass man anästhesist sein muss, um notarzt zu fahren. Das find ich ganz klasse; auch wenn es dem ohnehin schon übergroßen ego der anästhesisten, noch einen schub verleit.
So kam mal ein dozent (anästhesie-assi) in unseren seminarraum, baute sich auf und frug: „Wer rettet???“
Ich konnte da nicht an mich halten und antwortete: „Die feuerwehr!“

Die rechtlichen fesseln bei den rettungs-assis spielen ja nicht nur auf die kompetenzen an, sondern hauptsächlich auf die verantwortung…

LG Alex:smile:

ich weiss garnicht,was das für eine frage ist…wartet ab,ob es anschwillt.
mich hat mal eine wespe auf der zunge gestochen und ich bin sofort mit notarzt! in die klinik gekommen.wäre das alles nicht so schnell passiert,hätt ich durch die schwellung ersticken können.
ich würde immer in solchem fall gleich den notarzt rufen,bvevor es eventuell zu spät ist…

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Notärzte
Hi,

ich gebe dir, in dem was du sagst, völlig recht.
Wie schon gesagt, in ländliche gebieten mag das durchaus
probleme darstellen. Das bonner system schreibt aber zwingend
vor, dass man anästhesist sein muss, um notarzt zu fahren.

das hat nix mit ländlich oder nicht zu tun. In anderen Städten, auch größeren als Bonn, gibt es eine solche Vereinbarung nicht. Und junge, unerfahrene Notärzte gibt’s überall.

find ich ganz klasse; auch wenn es dem ohnehin schon
übergroßen ego der anästhesisten, noch einen schub verleit.

Dito. Mir sind Anästhesiologen auch die liebsten Notärzte - sie sind es gewohnt, erstmal Ruhe zu bewahren, aber in Krisensituationen dann auch konzentriert zu reagieren und vor allem sind sie zu faul, sich in Sachen einzumischen, die nicht zu ihrem originären Aufgabenbereich gehören. Dort lassen sie dann gern die Profis ihre Arbeit machen (Alles unter dem üblichen Vorbehalt der Verallgemeinerung :wink:).

In meinem alten Wachgebiet hatten wir gelegentlich einen Psychiater als Notarzt, der war allerdings auch verdammt cool, selten soviel Spaß gehabt *gg*

Gruß,

Malte

Hi,

Wie schon gesagt, in ländliche gebieten mag das durchaus
probleme darstellen. Das bonner system schreibt aber zwingend
vor, dass man anästhesist sein muss, um notarzt zu fahren.

Ich kenne den Bonner Rettungsdienst sehr gut und gerade dort hat sich, seit U. Heister die Leitung hat, eine außergewöhnliche Qualität herausgebildet. Gerade in Bonn ist die Qualität des nichtärztlichen Personals besonders hoch. Wenn Du in Bonn mal mitgefahren bist oder Einblicke hast weißt Du Heister JEDES Protokoll durchliest, ggf. Rückfragen stellt (ohne die Leute dabei zu kritisieren) und daß die RA’s dort überdurchschnittlich gut sind.
Ich würde das also nicht nur den Landrettern zugestehen.

Äh, ich sehe gerade daß Du über die Ärzte schriebst… Gut, in Bonn ergibt es sich so daß Anästhesisten den NA stellen und ich bevorzuge sie generell als Notärzte. Aber da kann es theoretisch genauso passieren daß jemand, nur weil er Anästhesie an der Uni macht, auch zum NA „gezwungen“ wird.

Das
find ich ganz klasse; auch wenn es dem ohnehin schon
übergroßen ego der anästhesisten, noch einen schub verleit.

In Bonn sind sie wirklich arrogant. Kommt aber auch durch die historisch gewachsene Eigenart daß sich das NEF-Team in Bonn generell als besonders wichtig empfindet. Nirgendwo sonst war es üblich daß der NEF-Fahrer mit dem Doc in den RTW-Patientenraum steigt und der RTW-Beifahrer das NEF hinterherfahren muß. Die Zeiten sind zwar vorbei, aber „arrogant“ trifft den bestimmenden Eindruck über NEF-Fahrer doch noch häufig. Bonner Eigenarten…

So kam mal ein dozent (anästhesie-assi) in unseren
seminarraum, baute sich auf und frug: „Wer rettet???“
Ich konnte da nicht an mich halten und antwortete: „Die
feuerwehr!“

Und laß mich raten, der Dozent hieß Rüschner…

Die rechtlichen fesseln bei den rettungs-assis spielen ja
nicht nur auf die kompetenzen an, sondern hauptsächlich auf
die verantwortung…

Das stimmt wohl. Würden sie bestimmte Dinge täglich machen, nachdem sie darin geschult wurden und rechtlich auf der sicheren Seite stehen, würde kein Hahn mehr danach krähen.

Gruß,

MecFleih

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