Organspende- Frage dazu

Hi,

Okay, angeblich spürt man keinen Schmerz, aber man könnte doch
dennoch eine Art Narkose geben, oder ist das sozusagen
„rausgeschmissenes Geld“ und eher eine Sparmaßnahme der
Gesundheitsreform?

ich kenne die Gründe die gegen eine Narkose sprechen nicht. Aber bedenke, dass sich die Narkose-Medikamente dann ja auch in dem entnommenem Organ befinden. Die werden ja uU auch nicht abgebaut und bleiben dort solange, bis sie an den Blutkreislauf des Empfängers angeschlossen werden. Kann mir nicht vorstellen, dass das gut wäre…

Grüße,
J~

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danke, ich glaube, das überzeugt mich

Schön… Die heutigen Monitoringsysteme arbeiten zunehmend mit Gehörüberwachung (das ist der Sinn, der als allerallerletztes abschaltet - folglich geht der Blutdruck sofort hoch, wenn du etwas hörst, was dir Angst macht). Das ist schon ziemlich gut ausgeklügelt.

Okay, angeblich spürt man keinen Schmerz, aber man könnte doch
dennoch eine Art Narkose geben, oder ist das sozusagen
„rausgeschmissenes Geld“ und eher eine Sparmaßnahme der
Gesundheitsreform?

So firm in puncto Preise der Anästhetika bin ich nun auch wieder nicht. Man könnte sicher - aber das wäre eher eine Spielerei zur Beruhigung der Angehörigen. Ich meine, wenn ich tot bin, bin ich tot und du kennst doch den Spruch mit der Eiche und der Sau… :wink: Auch wenn es brutal klingt: ein Rechtsmediziner verpasst einer Leiche, die er zu obduzieren hat, ja auch nicht erst eine Narkose, bevor er das Skalpell zum Y-Schnitt ansetzt. Ich weiß, ich bin böse und es gibt gleich wieder Geschrei ob meiner mangelnden Sensibilität, aber nach dem Hirntod ist ein Organspender nicht mehr und nicht weniger als eine Leiche, quasi ein Gefäß, in dem die wertvollen Organe kurzfristig, vorübergehend und adäquat aufbewahrt werden können. Punktum.

Fragen über Fragen, aber primär geht es mir darum, dass ich
einfach nicht noch leiden will, wenns eh schon so traurig ist.

Nein, Du würdest nicht leiden, Sarah. Wenn es je so weit kommen sollte, bist du schon ganz weit weg…

Grüße
Renee

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Hallo Diana,

bevor Du dir damals entschlossen hast, ein Organspendeausweis
bei Dir zu tragen, hast Du dich doch bestimmt über Vor- und
Nachteile informiert.

Nein, hab ich nicht. Mir war einfach klar, dass ich das „Zeugs“ dann eh nicht mehr brauche, und falls es noch jemandem nützlich sein könnte, wäre es doch schön, wenn mein Tod nicht ganz sinnlos wäre, sondern einfach noch jemandem (oder ggf. mehreren) nützlich. In welcher Form mir Organe entnommen würden, daran habe ich nie gedacht. Nur, dass es so sei. Ich weiß, dass das alles schnell gehen muss, und dass der Körper solange auch „intakt“ gehalten wird. Das fand ich nicht schlimm. Mehr Gedanken hab ich mir nicht gemacht, warum auch.

Mein Entschluß war vor vielen Jahren, wo das noch gar nicht so „IN“ war.

Grüße

Sarah

danke an alle
Hallo liebe Wissende,

ich habe reichlich Informationen mit Links bekommen. Scheinbar hab ich mich da doch zu Unrecht aufregen lassen (von dem Fernsehbericht). Dann behalte ich mal meinen Spenderausweis und hoffe, dass er noch recht alt in meiner Brieftasche wird :smile:

Eure Informationen waren sehr informativ für mich und haben mir doch wieder die Angst genommen. Ich meine, wenn ich schon meine letzte Reise antrete, dann soll es ja keine schmerzvolle sein.

Und wenn dem nicht so ist, dann suche ich euch als „ghost-troll der erste“ heim :smile:

Vielen Dank für das feed-back

Grüße

Sarah

Um diese Zwischenstufen zu benennen gibt es
eben Begriffe wie den Hirntod.

ah ja, hoffentlich weiß der organspender auch, wie zur nämlichen zeit der hirntod gerade definiert ist. sonst könnte er doch glatt auf die idee kommen, dass er noch lebt. das wäre aber dann natürlich eine dummheit seinerseits …

was spricht eigentlich gegen einen würdigen tod? ich meine ohne die materialistische denke, dass man alles und jedes reparieren kann und es auch tut?

gruß
ann

Hallo Sarah,

danke, ich glaube, das überzeugt mich

schön.

aber man könnte doch
dennoch eine Art Narkose geben, oder ist das sozusagen
„rausgeschmissenes Geld“ und eher eine Sparmaßnahme der
Gesundheitsreform?

das ist weniger ein Geldproblem, als vielmehr ein medizinisches.
Die (wie schon gesagt völlig unnützen Narkotika) können die entnommenenen Organe belasten, daß eine erfolgreiche Retransplantation erschwert wird und im Extremfall zu einem späteren Ausfall des eingesetzten Organs führen kann. Das wiederum kann zum Tod der Person führen oder dazu, daß das Organ wieder entnommen werden muß oder es wird abgestoßen.

Fragen über Fragen, aber primär geht es mir darum, dass ich
einfach nicht noch leiden will, wenns eh schon so traurig ist.

Wenn Du tot bist, wird Dein Körper nichts mehr spüren. Denn ohne Hirn kein Schmerz.

Gandalf

Verehrte A.

ah ja, hoffentlich weiß der organspender auch, wie zur
nämlichen zeit der hirntod gerade definiert ist.

muss er ja nicht. Weder zum nämlichen, noch zu anderen Zeitpunkten. Er kann sich auch ganz unserer Gesellschaft, dessen Teil er ist entziehen und Leben und Sterben wie er selbst das möchte.
Wenn er aber Teil bleibt gibt er einen ebensolchen ab über den er dann nicht mehr ganz selbst entscheiden kann. Oder, wie in diesem Falle, kann er zwar noch selbst entscheiden, aber die Form seiner Artikulation wird fremdbestimmt.

was spricht eigentlich gegen einen würdigen tod? ich meine
ohne die materialistische denke, dass man alles und jedes
reparieren kann und es auch tut?

Manches spräche sicher dafür, anderes dagegen. Wer bewertet das Für und Wider?

Her(z)liche Grüße,
J

Hallo Sahra,
es freut mich und den anderen sicherlich auch das wir Dir weiterhelfen konnten. Ich selber bin kein Organspender, finde es aber gut das Du das machst, denn viele Menschen brauchen hilfe und warten manchmal Jahre auf ein Spenderorgan. Also DICKER DAUMEN hoch für Dich.
Aber bevor Dir Organe entnommen werden, genieße Dein Leben noch weiter und später wenn man Deine Organe entnommen hat um anderen Menschen das Leben zu retten, dann schau vom Himmel und denke lächend an denen,den Du damit geholfen hast. Auch sie werden es Dir danken.

Gruß Diana

Hallo Sarah

Ja, das sagst Du, aber ist das tatsächlich so? Man sagt doch
auch über Komapatienten, dass sie hören und fühlen. Kann es
nicht sein, dass auch ein Hirntoter noch fühlt?

Dieser Gedanke wäre mir einfach unerträglich.

Ja, natürlich kennen wir (fast) alle diese Art von Gedanken und Empfindungen. Ich z.B. habe auch testamentarisch festgelegt, nicht beerdigt zu werden, weil ich auch fürchte, man könnte da unten doch noch was mitkriegen und sich dann nicht mehr aus dem Sarg rühren. Edgar Allen Poe und viele andere hatten auch diese Ängste. Das ist großentels irrational, aber so sind wir nunmal gebaut. Vielleicht hilft es Dir, wenn ich Dir sage, dass es anderen Menschen, auch Ärzten wie mir, ähnlich geht. Auch wir bestehen nicht nur aus rationalen Gedankengängen.
Es grüßt Dich
Branden

oT
Hi,

Ich z.B. habe auch testamentarisch
festgelegt, nicht beerdigt zu werden,

stattdessen? Ab ins Mausoleum? Sorry, Branden. Aber deine Profilneurose scheint mit dir durchzugehen. Meinst du, es würde jemand Eintritt bezahlen?

J~

stattdessen? Ab ins Mausoleum?

Vielleicht will er einfach nur nicht verbuddelt, sondern verbrannt werden, J ~. Oder auf den Mond geschossen… :wink:

Sorry, Branden. Aber deine
Profilneurose scheint mit dir durchzugehen.

*breitgrins*

Grüße
Renee

Vielleicht will er einfach nur nicht verbuddelt, sondern
verbrannt werden, J ~.

In D ist es gesetzlich vorgschrieben, dass man auch nach einer Verbrennung verbuddelt wird. Kommt man durch diese Methode also nicht drum rum…

Oder auf den Mond geschossen… :wink:

Geht, ist aber „ziemlich“ teuer. Selbst die Asche Roddenberrys wurde IMHO nicht vollständig im Weltraum abgelegt…

Sorry, Branden. Aber deine
Profilneurose scheint mit dir durchzugehen.

*breitgrins*

Das war gar nicht so böse gemeint wie du vielleicht denkst :wink:

J~

was spricht eigentlich gegen einen würdigen tod? ich meine
ohne die materialistische denke, dass man alles und jedes
reparieren kann und es auch tut?

Ach weisst Du… Wenn man wie ich das letzte halbe Jahr Chemotherapie bekommen hat und deswegen nicht mit 28 gestorben ist, findet man „die materialistische denke, dass man alles und jedes
reparieren kann und es auch tut“ ganz ok…
Wenn ich heute nicht so gut aufgelegt wäre würde ich mich vor soviel Menschenverachtung nur noch den Kopf schütteln…

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Hallo Branden,

und Empfindungen. Ich z.B. habe auch testamentarisch
festgelegt, nicht beerdigt zu werden, weil ich auch fürchte,
man könnte da unten doch noch was mitkriegen und sich dann
nicht mehr aus dem Sarg rühren. Edgar Allen Poe und viele

Du wirst lachen… aber genau diese Angst war u.a. ein Grund, warum ich mich vor vielen Jahren entschieden habe, Organspender zu werden. Spätestens nach der Entnahme wäre man ja definitiv tot.

Ich habe als Teenie einfach sehr viele Geschichten über „scheintot begraben“ gehört und gelesen. Soooo abwegig finde ich das nicht. obwohl das sicherlich heute nicht mehr so häufig vorkommen wird. Aber früher, ganz bestimmt.

Und ich möchte auch nicht begraben werden. Aus diesem Grunde wird es für „den Rest“ eine Verbrennung mit anschließender Seebestattung geben.

andere hatten auch diese Ängste. Das ist großentels
irrational, aber so sind wir nunmal gebaut. Vielleicht hilft

Ist das wirklich so irrational? Man hat den Hirntod als Tod heute festgelegt. Wer weiß, in 200 Jahren gibt es vielleicht ein anderes Wissen und man hat Möglichkeiten von denen wir heute noch nicht mal träumen können. Vor vielen Jahren, in Anbetracht des Alters der Erde, noch gar nicht sooo lange her, glaubte man auch, dass die Erde eine Scheibe ist. Und dass Menschen mal fliegen würden, war schier unglaublich.

Grüße

Sarah

Hallo Sarah!

andere hatten auch diese Ängste [lebendig begraben zu werden] . Das ist ::großentels
irrational, aber so sind wir nunmal gebaut.

Ist das wirklich so irrational? Man hat den Hirntod als Tod
heute festgelegt. Wer weiß, in 200 Jahren gibt es vielleicht
ein anderes Wissen und man hat Möglichkeiten von denen wir
heute noch nicht mal träumen können.

Man ist mittlerweile bei Techniken angelangt, die die Funktionalität einzelner Nervenzellen im Körper überprüfen lassen. Man hat also jetzt eine wirklich hohe Auflösung. Und wenn die Zellen tot sind und daher nicht mehr funktionieren ist Ende im Gelände, das ist sicher. Die lassen sich ganz bestimmt nicht wiederbeleben. Wer das könnte, der würde vermutlich dafür sorgen können, dass wir nicht mehr altern etc.
THEORETISCH ist es nicht völlig auszuschließen, dass es möglich wäre, ein totes Gehirn mit Stamm- und/oder Vorläuferzellen zu rekonstituieren. Das wäre dann sowas wie eine Wiederbelebung „des Fleisches“.
ABER: Das wärst dann nicht DU. Du wärst da schon längst ganz weit weg.

Gruß, Stefan