Hallo Dirk
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"…Praktikanten setze ich z.B. ein, wenn
- ich einen intelligenten, flexiblen Knecht für rel. einfache
bis mittelkomplexe Arbeiten brauche…"
frage 1
somit fallen Praktikanten die ein Ing.Studium nahezu beenden
damit raus, denn ing.nivau ist eigentlich hochkomplexer art
Sei mir nicht böse, aber darüber kann ich nur lächeln (selber Ing.)
Du bist frühestens nach 1-2 Berufsjahren ein komplett einsatzfähiger Mitarbeiter. Das erste halbe Jahr lernst Du fachliches, das nächste Jahr lernst Du, Dich in einer Organisation zurechtzufinden und stößt Dir die Hörner ab und danach kannst Du wirklich alleine rennen. Glaubs mir…
Und deswegen setze ich erfolgreich und gerne fast fertige Ings. als Praktikanten ein, da diese über ein gutes, theoretisches(!) Wissen verfügen, aber normalerweise meist durchaus zurecht ihre Grenzen kennen. Dafür versuche ich ihnen aber auch ein Spielfeld zum ausprobieren ihrer Fähigkeiten zu bieten…
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- ich einen Mitarbeiter suche (Kennenlernen)
Frage:
kann ich das nicht mit der „probezeit“ regeln? immerhin kommt
es auf das selbe raus ausser den kosten, na die kann ich ja
auch praktikantennivau halten, während der probezeit.
Warum sollte ich das mit der Probezeit machen? Das ist riskanter, teurer und ärgerlicher, als ein ggf. vergeigtes Praktikum…
was will ich dem praktikanten abverlangen, wenn hochkomplexe
themen nicht zugetraut werden, aber jener es DRINGEND
benötigt, wozu er ja eine hochanspruchsvolle ausbildung
absolviert hat?
Kann es sein, dass Du Deine Ausbildung im Moment etwas überbewertest? Das Studium ist schlicht eine Eintrittskarte. Ich z.B. brauche derzeit außer ein paar methodischer Dinge nichts mehr von meinem Studium. Die Tätigkeiten, die ich Berater ausübe, habe ich mir durch meine bisherige Berufserfahrung erarbeitet, wobei ein Großteil meines Erfolg oder Misserfolgs schlicht von der erfolgreichen Zusammenarbeit mit Menschen abhängt. Und das gerade lernst Du in einer theoretischen Ausbildung am wenigsten…
zu 4.
- ich ein kurzfristiges, nicht allzu anspruchsvolles Projekt
habe (Flexibilität)
da gibt es scheinbar generell ein erheblichen überhang in
germany. oder?
Das mag sein, leider werden aber die wenigsten ausreichend bezahlt
zu 5.
Volleinstellen werde ich z.B., wenn
- ich eine mittelfristige Perspektive für den Erhalt der
Stelle habe (Finanzierung)
werden da die praktikantenarbeiter bei dir in erinnerung
gerufen…?
Mit Sicherheit, siehe oben. Warum soll ich auf ein neues Pferd setzen, wenn ich ein anderes Pferd bereits kenne?
- ich ein längeres Projekt habe (Kontinuität)
- ich Aufgaben habe, die eines erfahrenen und ausgebildeten
Mitarbeiters bedürfen (Qualität und Effizienz)
also langjährige berufserfahrung, je nach Branche gewollt oder
realisierbar kann jemand über diese auch verfügen.
Nicht nur. Es kann auch bedeuten, dass ich mir jemanden ins Team hole, weil ich ahne, dass jemand anderes abspringen wird und ich den Knowhow-Transfer sichern will. (Kontinuität)
zu 6.
welche arbeitsrechtlichen unterschiede bestehen zw. beiden?
Die Frage ist nicht Dein Ernst?
doch. ich dachte, das kurzzeitige Arbeitsverhältnisse „ohne
Haftung“ sind. ich kann es nur erahnen.
Es gibt IMHO mehrere Stufen. Explizite Praktika im Rahmen eines Studiums sind meines Erachtens völlig unkritisch. Praktika, die befristeten Anstellungen gleichen, haben das Risiko, dass sie nach wiederholter Verlängerung ggf. in ein unbefristetes Anstellungsverhältnis übergehen. Und was „normale“ Arbeitsverhältnisse in D für einen Arbeitgeber bedeuten, sollte klar sein.
zu 7.
zum anderen einen ing.
studierenden als PRAKTIKANTEN zu „halten“ aber als Endlösung,
den ING, zu verdammen?
Flexibilität und niedrige Kosten.
Somit verbleibt der ING. ein dauerpraktikant, schlecht für
beide seiten.
Nicht wirklich, denn beide Seiten müssen einen gewissen Vorteil daraus ziehen, damit das auf Dauer funktioniert. Und wenn es für den AN die Vermeidung von Arbeitslosigkeit ist.
Aber:
Praktikanten sind zumindest zum Teil mit recht hohem Aufwand
anzulernen.
Zu den unteren Ausführungen:
da ist ein Praktikant mit bereits vorhandenen langjährigen
Erfahrungen scheinbar aller-erste-wahl und wunschkandidat?
Bisher habe ich die erfahrung machen muessen, das
berufserfahrene insgeheim gewünscht werden, andererseits, wenn
er vor der tür steht verflucht werden, weil sie JETZT
„überqualifiziert“ (ein schwachsinniges wort, denn wohl dem
der fähig ist) gilt. eigentlich rettet genau jener die
Situation.
Folgendes: Praktikant kann nach üblicher Meinung nur ein Übergangsstatus sein. Wird dieser Übergangsstatus zum Dauerzustand, dann wird es seltsam.
Der Arbeitsmarkt ist ein Markt fast wie jeder andere auch. Jeder versucht, für seine spezeille Arbeitskraft (Angebot) das möglichste herauszuholen. Wenn jemand lange Jahre nur wenig in unsicheren Positionen verdient, dann wird sich jeder Bewerbungsempfänger schlicht fragen: Was ist bei dem los? Und wenn gleichzeitig eine Bewerbung eines jung-dynamischen Hochschulabsolventen daneben liegt…
Sie haben häufig keinerlei Erfahrung, sich in Teams und
Organisationen erfolgreich zu bewegen.
Sie sind schnell überfordert, gerade was Projektgeschäft
angeht.
letzteres kann man „retten“, wenn doch blos aufträge da wären,
stimmts?
Nicht unbedingt. Projektleute müssen eigenständig funktionieren, sonst knallts an allen Ecken. Und deswegen sind normalerweise Praktikanten fürs eingenständige Projektgschäft denkbar ungeeignet bzw. bedürfen einer straffen Führung.
Grüße
Jürgen