Guten abend,
Nun, hier sehe ich lieber den Menschen als die Paragraphen.
Selbstverständlich macht ein Mensch Fehler, auch wenn es durch
den Gesetzgeber verboten ist.
natürlich, aber dann werden diese sanktioniert und zwar nach ihren Auswirkungen bzw. ihrer Schwere.
Aber für eine Sekunde unachtsamkeit sehe ich lieber den
menschlichen Aspekt. Ich weiss ja nicht genau, was dein Gebiet
ist, aber stell dir vor du gibst einem Kunden anstatt ein
gelbes, ein grünes Formular. (jaja ich weiss) Dem Kunden
kostet das seine Existens. Nach deinem Ermessen müsstest du
jetzt schwer bestraft werden, z.b. durch Arbeitsverbot ect.
Akzeptabel für dich?
An einem Formular scheitert keine Existenz (und eine - wie dargestellt - überfahrene rote Ampel ist mit einem falschen Formular nicht vergleichbar), aber wenn ein Kunde falsch und entgegen seiner Vorstellungen beraten wird und er dann Geld verliert, verklagt er die Bank und bekommt im Zweifel recht. Da der Angestellte nur Erfüllungsgehilfe des Kreditinstituts ist, haftet er nach außen nicht. Welche Konsequenzen das intern nach sich zieht, kommt auf den Einzelfall an.
Im fließenden Straßenverkehr ist jedoch der Fahrzeugführer allein verantwortlich. Das gibt es in meinem Beruf übrigens auch: Übersehe ich offensichtlich geldwäscherelevante Vorgänge (was dann schon eher der roten Ampel entspricht), kann ich mich persönlich strafbar machen. Das kann dann Bußgelder von einigen zigtausend Euro nachsichziehen.
Warum wirfst Du
mir Einschätzungen vor, die der Gesetzgeber genauso geregelt
hat?
Der Gesetzgeber hat auch die Möglichkeit geregelt, von einem
Fahrverbot abzusehen. Aber dies scheinst du nicht zu
akzeptieren, habe ich zumindest deiner Antwort an Häger
entnommen.
Das hast Du mißverstanden: Ich bin nicht der Ansicht, daß Berufskraftfahrer unbedingt härter bestraft werden sollten, nur sehe ich es nicht ein, daß sie milder bestraft werden als andere, nur weil ihr Arbeitsplatz davon abhängt. Gerade weil sie Berufskraftfahrer mit entsprechender Fahrleistung und Verantwortung sind, sollten sie die bestehenden Regeln besonders gut kennen und besonders genau befolgen - nicht zuletzt, weil eben ihr Arbeitsplatz davon abhängen kann. Wenn er dann gegen die Regeln verstößt, hat er mindestens die gleichen Folgen zu tragen, wie jeder andere auch.
Gruß,
Christian