Schizophrenie... Umgang damit?

Lieber Uwe!

mit Hochmut hat das nicht viel zu tun, denke ich - im
Gegenteil: ich hoffe, daß ich mein Leben lang noch dazulerne.

So wie ich.

Doch an der Uni habe ich in vielen Fächern haarsträubendes
Dogma erlebt, über das schon seit Jahrzehnten nicht mehr
nachgedacht wurde (aber vielleicht hat sich das ja seit meinem
Studium verbessert?).

Ich denke schon, daß es bei uns am Institut keine Dogmen gibt.

Deshalb die BITTE: Nicht einfach alles
glauben, nur weil es ein Prof. gesagt hat!

Arbeitest Du immer mit Unterstellungen? Woher weißt Du, daß ich alles glaube, nur weil es ein Prof. sagt?

Laß uns eine sachliche Debatte führen!

Freundliche Grüße,

Oliver

Hi Robby,
es ist oft in Deutschland das Problem, daß niemand zuständig ist (insbesondere bei zwischenmenschlichen Problemen). Leider ist Berlin von mir aus gesehen ein bißchen weit weg, sonst würde ich mal eben vorbeikommen. Von hier aus kann ich wirklich nicht viel dazu schreiben.

Vielleicht hilft es schon, ihr eine Puppe vor die Tür zu legen. Wenn sie die „adoptiert“, ist sie eventuell beschäftigt.

Alles Gute

Uwe

Richtig :smile:
Hallo Oliver,
wir scheinen in den meisten Fällen gleicher Meinung zu sein (was ja auch nicht verwundert). Nur scheint es mir bei vielen Experten so (egal in welcher Disziplin), daß bei vermeintlichen Symptomen (wir haben ja beide die Frau nicht gesehen) ein kleiner Schalter im Kopf umgelegt wird (ich schließe mich da gar nicht aus) und man sich sagt: „Aha, die Daten sind typisch, also handelt es sich um…“ Da kann man schon mal schnell auf der falschen Spur landen.

Labeling kenne ich nicht, aber wenn er eine alternative Extremmeinung vertritt, sollte zwischen ihm und der heutigen Lehrmeinung doch Luft für eine Synthese sein. Außerdem war zu allen Zeiten ein großer Teil der gültigen Lehrmeinung falsch, gerade auch in der Medizin. Wir machen uns heute über den Aderlaß des Mittelalters lustig, aber wer weiß, was wir heute den Patienten alles antun? Und ich persönlich vertraue im Zweifelsfall eher meiner Erfahrung als einer bestimmten Lehrmeinung (wobei ich damit natürlich auch falsch liegen kann).

Zum Beispiel gelten heute Patienten, die berichten, sie könnten Strom hören oder gar sehen, als sehr verdächtig. Doch wer sagt uns, ob es nicht eine besondere Art der Kognition gibt, die genau das ermöglicht (Tiere haben ja auch besondere Wahrnehmungsorgane). Und manche Symptome können auch parapsychologisch erklärt werden.

Bei Beeinträchtigung des Alltagslebens muß den Betroffenen natürlich geholfen werden, keine Frage.

Alles Gute

Uwe

Hallo Oliver!

Ich denke schon, daß es bei uns am Institut keine Dogmen gibt.

Wow, meinen Glückwunsch (ernst gemeint)!

Laß uns eine sachliche Debatte führen!

Gern, bei Bedarf können wir oben weiterschreiben.

Bis dann

Uwe

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Vielleicht fragst Du mal die Betreuerin, ob die Frau einen
eigenen Hund halten darf? Vielleicht ist sie dann beschäftigt.

einer Schizophrenen/Geisteskranken die Verantwortung fuer ein Tier zu uebertragen halte ich fuer hoechst „unverantwortlich“ und falsch.
Das Tier soll hier nicht als Spielzeug oder fuer die Beschaeftigung enden, es muss gut versorgt werden und es darf nicht die Gefahr bestehen, dass ihm Schaden zugefuegt wird.

jima

Tiere als Therapie
Hallo jima,
in fast allen Therapiebereichen hat sich gezeigt, daß Kranke nicht nur eine Verbesserung der eigenen Situation durch Pflegetiere erfahren, sondern auch durchaus Verantwortung für dieses Tier übernehmen. Für die meisten Schizophrenen gilt das ebenso, aber wenn ich das noch weiter ausführe, wollen wieder alle mit mir diskutieren, statt Robbys Frage zu beantworten (1:23) :wink:

Das Tier soll hier nicht als Spielzeug oder fuer die
Beschaeftigung enden, es muss gut versorgt werden und es darf
nicht die Gefahr bestehen, dass ihm Schaden zugefuegt wird.

Das ist ja leider überall üblich. Verwahrloste Greisinnen, cholerische Alkoholiker oder zweijährige Kinder sind wohl noch weniger geeignet, Tiere artgerecht zu halten (wenn das überhaupt möglich ist), aber Tierschutz ist von uns immer noch weiter entfernt als der Jupiter. Wahrscheinlich müssen wir auf Cyberhaus- und Labortiere warten.

Ciao

Uwe

Hallo Uwe

ich habe eben Bedenken, bei der hier beschriebenen Geisteskranken. Sie ist offensichtlich aggressiv und der Mann muss Angst um seinen Hund haben. Da finde ich es schon gefaehrlich, dieser Frau ein Tier anzuvertrauen.

Das ist ja leider überall üblich. Verwahrloste Greisinnen,
cholerische Alkoholiker oder zweijährige Kinder sind wohl noch
weniger geeignet, Tiere artgerecht zu halten (wenn das
überhaupt möglich ist), aber Tierschutz ist von uns immer noch
weiter entfernt als der Jupiter.

Damit hast du sicher Recht!

Wahrscheinlich müssen wir auf Cyberhaus- und Labortiere warten.

Nee Danke *grusel*

jima

Hallöchen,

also ich verstehe Uwe durchaus. Letztlich kann die Frau nichts dafür. Aber wenn man ihr ein Haustier anvertrauen würde (ist ja nicht meine Entscheidung) dann bitte nur, wenn auch ein Betreuer tagtäglich dabei ist… später kann man sie ja allein mit dem tier lassen. Für mich als Psycho-Laien stellt sich da die Frage wäre es sinnvoll einer Person ein Tier anzuvertrauen mit dem sie normal umgehen muss (normal im Sinne von artgereicht, wie man sich Hundehaltung heutzutage vorstellt), wenn sie selbst mit dem „normalern“ Leben nicht klarkommt.
Ich weiss ja nicht wie das Betreuen aussieht, aber spüren oder sehen tue ich davon nichts. Wenn mir die Betreuer sagen, sie können nicht mir ihr reden, was für mich bedeutet man hat keinen Einfluss auf ihr Tun, dann ist das dann doch aber gefährlich für sie und für die Umwelt. Ich sehe da in etwa eine tickende Zeitbombe ohne Ausschalter (etwas übertrieben zwar aber tzrifft es meiner Meinung nach in etwa).
Heute war die Frau schon um 8 Uhr hier und klingelte Sturm, als ich raus kam rannte sie weg. Jeden tag passiert was wanderes… hab da echt die Nase voll… und ich finde es beschämend das keiner etwas tun kann oder will. letztlich bleibt einem ja nur noch die Selbstinitiative (wird man ja regelrecht zu gezwungen).

In der Tat habe ich auch Angst um meinen Hund. Ständig passiert was und Vorsicht ist bekanntlich Mutter der Porzellan-Kiste. Von muss ich ja stutzig werden wenn jemand versucht meinem Hund Briefe zu schreiben… Die Frau ist für mich einfach unberechbar und leider enden solche Sachen meist da wo man sie nciht erwartet.

Gruss Robby

Rückfrage off topic
Hallo.

Ich bin absoluter Laie und habe nur „mitgelesen“. Aber

Labeling kenne ich nicht, aber wenn er eine alternative

könnte es sein, dass „Labeling“ keinen dänischen Psychologen, sondern das „Etikettieren“ von Patienten aufgrund bestimmter Erscheinungen benennen soll?

Gruß kw

Hi kw,

könnte es sein, dass „Labeling“ keinen dänischen Psychologen,
sondern das „Etikettieren“ von Patienten aufgrund bestimmter
Erscheinungen benennen soll?

Oops, da hab´ ich wohl ein bißchen zu flüchtig gelesen *g* Aber das ist einer der „Probleme“, die ich ansprechen wollte: Die wenigsten „Fachleute“ denken noch selbst, keiner hat offenbar eigene Erfahrungen und in Gesprächen oder Schriftwechseln werden immer nur irgendwelche Leute zitiert, die irgendwann irgendwo mal irgendwas gesagt haben :frowning: Kein Wunder, daß da gern drüberweggehört/gelesen wird.

Aber zum Glück gibt´s ja regelmäßig neue hippe Wörter, die Entwicklungen in Fachbereichen vortäuschen, die in Wirklichkeit aber gar nicht gegeben sind, da das „neue“ Wissen schon seit Jahrhunderten bekannt ist (wenn auch unter anderen Namen).

Aber spaßig war´s schon :smile:

Uwe

Hallo Uwe!

Aber das ist einer der „Probleme“, die ich ansprechen wollte:
Die wenigsten „Fachleute“ denken noch selbst, keiner hat
offenbar eigene Erfahrungen und in Gesprächen oder
Schriftwechseln werden immer nur irgendwelche Leute zitiert,
die irgendwann irgendwo mal irgendwas gesagt haben :frowning:

Die meisten Fachleute denken selbst. In den schwierigen Gebieten, auf denen sie arbeiten, müssen sie sich gut auskennen. Daher zitieren sie viel und leiten aus den gesammelten Informationen neue Überlegungen ab. Wem das Wissen fehlt, der ist natürlich schnell außen vor, der kann nicht „mitreden“ bzw. sein „Mitredenwollen“ führt zu nicht ernstzunehmenden Sprechblasen.

Aber zum Glück gibt´s ja regelmäßig neue hippe Wörter, die
Entwicklungen in Fachbereichen vortäuschen, die in
Wirklichkeit aber gar nicht gegeben sind, da das „neue“ Wissen
schon seit Jahrhunderten bekannt ist (wenn auch unter anderen
Namen).

Tja, wenn Du die Gedanken der Antipsychiatrie-Bewegung und den „Labeling“-Ansatz aus den 60er Jahren als „regelmäßig neue hippe Wörter, die Entwicklungen in Fachbereichen vortäuschen“ abqualifizieren willst, dann disqualifizierst Du Dich selbst.

Aber spaßig war´s schon :smile:

Indeed.

Freundliche Grüße,

Oliver

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Wieso…
(Hallo Oliver)

…fühlst Du Dich scheinbar immer angegriffen, wenn ich etwas schreibe? Wenn Du zu den Leuten gehörst, die „selbst denken“, müßte Dir doch auch aufgefallen sein, daß es viele Menschen gibt, die immer nur alles nachplappern und „Prominente“ zitieren. Selbst im Alltagsleben ist das „Wie sagte doch schon xxx“ zu einem geflügelten Wort geworden. Das mach´ ich selbst ja auch, aber ist doch kein wirkliches Zeichen für Intelligenz oder Erfahrung (bestenfalls für ein gutes Gedächtnis :wink:).

Wenn ich etwas, daß angeblich seit den 60ern weltweit bekannt ist, unter diesem Namen nicht kenne, ist das nur ein Beweis für die an den Unis verbreiteten Dogmen (die mir ja auch nicht gefallen), denn bei uns war das nicht verbreitet (offenbar zu neu *g*). Aber wie gesagt hatte ich auch andere Schwerpunkte - vielleicht habe ich ja was übersehen.

Der einzige Grund, warum ich auf die Frage von Robby geantwortet habe, war der, daß sich sonst niemand die „Mühe“ gemacht hat - vielleicht, weil sie ja lieber mit mir diskutieren?

Übrigens habe ich oben einen weiteren Beweis meiner Verkalktheit geliefert - ich schreibe immer noch „daß“ mit ß :wink:

Freundliche Grüße

Uwe

PS: Dein Eifer jedenfalls läßt mich hoffen :smile:

Hallo Uwe!

Wieso fühlst Du Dich scheinbar immer angegriffen, wenn ich
etwas schreibe?

Gegenfrage: Kann es sein, daß Du Dich leicht angegriffen fühlst, wenn Dir jemand widerspricht?

Wenn ich Teile dieses Threads ansehe, dann fällt mir auf, daß Du Deinen Mangel an Wissen damit zu verteidigen versuchst, daß Du angeblich selbständig denken kannst, andere - wer auch immer damit gemeint sein soll - aber nur Wissen reproduzieren. Damit machst Du es Dir sehr einfach. Wissen ist eine wichtige Basis, um Sinnvolles schreiben zu können. Das Verweisen auf angeblich selbständiges Denken hat zu sehr den Anschein einer billigen Ausrede für fehlendes Wissen, so daß ich mich herausgefordert fühle, einen Kollegen mal darauf hinzuweisen. Als Kollege müßtest Du doch die Zusammenhänge zwischen Wissen auf der einen Seite und analytischem wie synthetischem Denken auf der anderen Seite kennen.

Wenn Du zu den Leuten gehörst, die „selbst denken“, müßte Dir
doch auch aufgefallen sein,
daß es viele Menschen gibt, die immer nur alles nachplappern
und „Prominente“ zitieren.
Selbst im Alltagsleben ist das „Wie sagte doch schon xxx“ zu
einem geflügelten Wort
geworden. Das mach´ ich selbst ja auch, aber ist doch kein
wirkliches Zeichen für Intelligenz oder Erfahrung (bestenfalls
für ein gutes Gedächtnis :wink:).

Es ging darum, daß Du einen wohlbekannten und alten Standpunkt hier als des Weisheits letzten Schluß verkaufst, Dich mit diesem Standpunkt aber offensichtlich zu wenig auskennst, um auch dessen Schwächen zu berücksichtigen.

Zur Intelligenz noch zwei Dinge: Erinnerst Du Dich an den HAWIE (oder die revidierte Version)? Kennst Du Cattells Intelligenzkonzept? Diese Beispiele dürften Dir zeigen, daß Intelligenz und Wissen sehr wohl etwas miteinander zu tun haben. Hast Du schon einmal etwas von den Stützfunktionen der Intelligenz gehört? Wahrscheinlich nicht, denn sonst würdest Du wissen, daß dem Gedächtnis eine solche Funktion zukommt. Oder läßt Du empirische Forschungsergebnisse auch nicht gelten?

Wenn ich etwas, daß angeblich seit den 60ern weltweit bekannt
ist, unter diesem Namen nicht kenne, ist das nur ein Beweis für
die an den Unis verbreiteten Dogmen (die mir ja auch nicht
gefallen),

Wieso ist Deine mangelnde Kenntnis auf diesem Gebiet ein Zeichen für Dogmen an den Unis?
Die an den Unis verwendete Literatur präsentiert die meisten Standpunkte, die auf dem Gebiet der Klinischen Psychologie und Psychiatrie zu verzeichnen sind. Der Antipsychiatrie-Ansatz ist seit den 60er Jahren bekannt. Ihn findest Du selbst in Lexika dargestellt.

Mir kommen Zweifel daran, ob Du wirklich Psychologie studiert hast. Wie konntest Du eigentlich Psychologie mit Schwerpunkt Parapsychologie in Bochum studieren? Ich dachte, Parapsychologie kann man nur als Nebenfach studieren und das auch nur in Freiburg. Wenn Du „Labeling“ als Personennamen mißverstehst, dann kann es mit Deinem Englisch nicht sehr weit her sein. Für einen Parapsychologen wie für einen Psychologen wäre das ein Ding der Unmöglichkeit, denn Wissenschaftssprache ist Englisch.

Der einzige Grund, warum ich auf die Frage von Robby
geantwortet habe, war der, daß sich sonst niemand die „Mühe“
gemacht hat -
vielleicht, weil sie ja lieber mit mir diskutieren?

Oder weil sie die Mängel in Deiner Argumentation ziemlich schnell herausgefunden und sich darauf gestürzt haben. Dein Standpunkt geriet ja von 3 Seiten unter Beschuß.

Ich denke, wir belassen es dabei.

Mit kollegialem Gruß,

Oliver

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