Hi,
Also ich finde das Halbjareszeugnis in der vierten Klasse recht wichtig, da davon die witerführende Schule abhängt. Und gerade in Hamburg ist Gymnasium nicht gleich Gymnasium. Mir sind garade mal ein Paar bekannt, die auch anständige Bildung anbieten. Bei dem Rest gilt: über 100 (kein Scherz!!!) ausgefallene Stunden pro Jahr und ein ziemlicher Mangel an Motivation. Die gute Lehrer, die es in jedem Gymnasium auch gibt werden meist mit Desinteresse konfrontiert und geben doch auf. So, und da die wenige richtig gute Gymnasien auch bekannt sind, werden sie natürlich recht heftig umworben. Um in ein solches zu kommen reicht die blosse Gymnasiealempfehlung nicht.
Was die Bösartigkeit angeht - der absolut erste Satz im Zeugnis ist: " (Name) beteiligt sich teilweise an das Unterrichtsgeschehen". Weiter muss man nicht mehr lesen, oder? Gute Sachen werden mit einem zerknirschten Satz abgetan, der angebliche Tatsache, dass sich das Kind nicht genügent mündlich beteilige wird über eine Halbe Seite gewidmet. Die obere Aussage wird dann in allen möglichen Varianten wiederholt. Aslo, wenn ich, als Schulleiter / in eines guten Gymnasiums meine Schuler frei wählen dürfte, würde ich ein Kind mit solchem Zeugnis sofort ablehnen.
Anderseits hat sich meine Tochter mal beklagt, dass sie sich zwar meldet, nie aber drankommt. Darauf angesprochen sagte die Lererin „Na ja, bei ihr weiss ich ja, dass sie es weiss. Aber melden muss sie sich, auch wenn sie nicht dran kommt.“ Wie lange würde man das aushalten - sich melden wohlwissend dass man soch nie drankommt, - ohne sich dumm vorzukommen?
Und nur noch ein Beispiel: Als sie im Zeugnis für die dritte Klasse auch eine zwei in Mahte bekam obwohl alle Tests und Arbeiten Einser waren, war die Erklärung der Lehrerin (Originalzitat in meiner Anwesenheit!) -„Ach, sie ist doch ein Mädchen. Mädchen sind nun mal nie so gut in Mathe wie Jungs. Und mal ehrlich, sie brauchen Mathe später ja auch nicht.“
Wer beurteilt das Kind falsch? Wie dem auch sei, Ich habe auf direkte Anfrage eine sehr gute Antwort auf meiner Frage bekommen, die mir auch weiter hilft.
Trotzdem finde ich die Diskussion wichtig. Zweifelsohne gibt es auch die „Eislaufmütter“ (die Bezeichnung finde ich köstlich!) aber bedeutet dies, dass man sich für das Recht des eigenes Kindes gar nicht einsetzen darf, ohne gleich als eine solche abgestempelt zu werden? Für mich es bezeichnend, dass fast nur Menschen, die ähnliche bittere Erfahrungen gemacht haben es überhaupt für möglich gehalten haben, dass vielleicht doch ich Recht habe und nicht die Lehrerin. Eine grosse Mehrheit war mit Floskeln, Vorurteilen, Unterstellungen und gar Beleidigungen sofort zu Stelle. An allen, die sich hier angesprochen fühlen: nehmt euch bitte mindestens dieses Mal Zeit zum Denken!
Grüße und Dank für alle Beiträge: Marina