Hallo Andreas,
Ich halte das für eine schlechte Rechtfertigung.
Was hat das mit Rechtfertigung zu tun?
Ist es nicht
so, dass die psychische Behandlung einfach versagt hat, weil
sie in die falsche Richtung ging oder falsch angewendet wurde?
Rechtfertigt eni Versagen der psychischen Behandlung denn eine
Amputation? Da habe ich meine Zweifel.
Ich denke, da machst Du es dir zu einfach. Denn Du gehst bei dieser Sichtweise implizit davon aus, dass es eine Möglichkeit gibt, den Betroffenen psychisch zu helfen, und dass diese auch bekannt ist und angewendet wird, also dass der Betroffene bislang einfach nur nicht den „richtigen“ Behandler gefunden hat. Die Gegenfrage hierzu wäre dementsprechend, wie lange man jemand mit großem Leidensdruck von Pontius zu Pilatus schicken darf, bis er vielleicht das Glück hat, die richtige und erfolgreiche Therapie zu finden? Zur rechtlichen Absicherung werden die Chirurgen ganz sicher nicht auf den ersten besten spontanen Wunsch hin handeln, sondern werden selbstverständlich zunächst mal auf den Weg psychologischer Behandlung verweisen. Stellt sich eben nur die Frage, was man machen soll, wenn jemand schon ganze Bücher voller fehlgeschlagener Therapien mitbringt?
Das ist für mich so,
als würde man bei einem Auto, bei dem man den Fehler in der
Bordelektronik nicht findet, mal eben die Hinterachse
durchsägen. Nur weil der Fahrer denkt, dass er sich dann
vielleicht besser fühlt, wenn schon der Elektriker keinen
Erfolg hat.
Diesen Vergleich würde ich als vollkommen aus der Luft gegriffen betrachten, denn der Betroffene hat hier einen klaren Wunsch, dem nachgegeben wird, weil es nicht gelungen ist, ihn hiervon abzubringen. Und wie geschilderte Fälle belegen, wurde hierdurch (wenn auch nur syptomatisch) eine Besserung erzielt. Und dieses Verfahren ist auch technisch durchaus nicht unüblich.
Unterstellt man
jetzt, dass die handelnden Ärzte keine Schlächter sind, die
aus reinem Spaß an der Freude anderen Leuten Glieder
abschneiden, sondern ihren Job ernst nehmen, dann werden sie
sicherlich genau hierauf abstellen und nicht gleich bei erster
und bester Gelegenheit zum Messer greifen.
Auch das bezweifle ich. Vor Ärzten habe ich nicht mehr
Respekt, als vor jedem anderen Beruf, in dem es von Pfuschern
nur so wimmelt, und für Geld alles getan wird. Deine
Unterstellung ist schon sehr idealistisch.
Aha, daher weht der Wind! Und wenn hier jemand etwas unterstellt, dann doch wohl nur Du, indem Du nachvollziehbare Wahrheiten ignorierst, die da sagen, dass Ärzte, wie auch alle anderen Berufe zu einem weit überwiegenden Teil einen ordentlichen Job machen, und es unter Ärzten genau wie in jedem anderen Beruf auch, selbstverständlich einen kleinen Teil von Pfuschern gibt.
Kopfschüttelnder Gruß vom Wiz