Seit wann wurde lesbische Liebe von Männern erotisiert?

@FBH-Dankeschön für die vielen Infos ! :slight_smile:

Lieber Stefan,

sehr neckisch, Deine Fragen. Und erst die Wortwahl (Hosenrolle!)?

Hach Gott, und was für ein spannendes Thema! Die lesbische Liebe steht irgendwo in einer Ecke der Geschichte und wartet darauf, von Männern (vom wem sonst?) erotisiert zu werden. Geschah dies in einem Staatsakt? Oder per Ukas von ganz oben?

Die Weiberliebe macht mich an,
das gilt sofort für jeden Mann!

gez.
Pabst Unnutzus

Es bedurfte keiner wie auch immer begründeten Menschwerdung, um die verschiedensten Ausprägungen von Sexualität zu generieren. Lesbische Beziehungen gibt es auch im Tierreich zuhauf und sie finden ihr Interesse beim männlichen Teil der Spezies. Sexualität, in welcher Form auch immer, findet immer Aufmerksamkeit, und zwar bei allen vier oder fünf oder zwei Geschlechtern.

Für Männer wäre es vielleicht an der Zeit, die heterosexuelle Beziehung wieder mal ein wenig zu erotisieren. Wenn ich Untersuchung lese, wonach manche Frauen mit vierzig oder fünfzig noch nie einen Orgasmus hatten, wirft das ein entlarvendes Licht auf die ars amandi der Männer des 21. Jahrhunderts.

Freundliche Grüße, Hans-Jürgen Schneider

Was soll an meinen Fragen neckisch sein? Mich interessiert, ob es bereits im 17. und 18. Jahrhundert die Ansicht gab, dass die „Weiberliebe“ etwas Erotisches hat, oder ob das erst später aufkam.
Und „Hosenrolle“ ist keine Wortschöpfung von mir, sondern ein offizieller Begriff aus der Theatersprache. (Das männl. Pendant dazu ist die sog. „Rockrolle“)

Dass sie Aufmerksamkeit erzeugt bestreite ich nicht - die Frage ist nur, welcher Art diese Aufmerksamkeit ist. Möglich wäre auch, dass die Aufmerksamkeit eine negative ist, dass einem solche Dinge sauer aufstoßen und man sie „unnatürlich“ oder „ekelhaft“ findet, aber keineswegs erotisch.
Deswegen habe ich auch nach der Erotisierung dieser Verbindungen gefragt, nicht etwa danach, ob es Homosexualität bereits damals gab.

Schade, dass du meine Frage nicht beantworten kannst. Hast du belegte Textstellen aus literarischen Werken oder Bilder aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die belegen können, dass man lesbische Liebe schon damals erotisch fand? Oder möchtest du diesen Thread gar nicht ernst nehmen?

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Hallo Stefan,

Du hast recht. Ich nehme das nicht ernst. Natürlich waren das meistens positive Reaktionen. Du hast doch wahrlich genug feedback bekommen, von FHB zum Beispiel, Geh doch einfach mal in ein Museum, das Erotik (auch unter dem geschichtlichen Aspekt) thematisiert, Du wirst Dich wundern.

Womit ich absolut nichts anfangen kann, ist die Frage, wann die lesbische Liebe von Männern erotisiert? wurde.

Wurde die lesbische Liebe nicht in erster Linie von jenen erotisiert, die sie ausübten? Und wurde sie nicht von Menschen erotisiert, die beim Zusehen sexuell erregt wurden, egal ob Mann oder Frau? Was steckt hinter Deinem Insistieren auf die Rolle des Mannes? Oder bist Du nur katholisch?

Geschlechtliche Aktivitäten zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern haben sehr wenig mit Geschichte, aber sehr viel mit Naturwissenschaften zu tun. Ganz sicher fühlen sich manche Frauen auch zum eigenen Geschlecht hingezogen, weil eine Frau als Sexualpartnerin das einhält, was Männer nur versprechen. Zumindest ist das eine häufige Antwort, wenn man sich mit lesbischen Frauen unterhält.

Du meinst die Erotisierung lesbischer Liebe? Oder lediglich die bloße Darstellung?

Mach mir bitte mal den Unterschied klar.

Gruß, Hans-Jürgen Schneider

Und hast dir gedacht „ich zerschieße jetzt einfach mal dieses Thema, das MIR überhaupt nichts gibt und nicht zusagt“, oder wie?

Und ich kann mit Fragen zum Thema Autoreifen wechseln nichts anfangen - aber deswegen poste ich dort auch nicht und lasse die antworten, die dazu etwas beitragen können.

Diese Fragen hättest du gerne stellen können bevor du dich darüber lustig machst. Da du das nicht getan hast, gehe ich davon aus, dass es dir egal ist, und lasse es lieber bleiben.

Hat mit meiner Frage aber rein gar nichts zu tun. Du rennst da offene Türen ein.

Für dich ist also jedwede Darstellung lesbischer Liebe automatisch eine Erotisierende, wenn ich das richtig verstehe. Nun, für mich nicht. Es gibt garantiert auch Darstellungen, die sie dämonisieren, als etwas Verwerfliches oder Sündhaftes darstellen.

Es gibt bereits Geschichten im 19. Jahrhundert, die, wenn auch unterschwellig, dennoch eindeutig erotisch gemeint sind, und in denen es um lesbische Liebe geht. Der Roman „Carmilla“ von Sheridan LeFanu aus den 1870er Jahren wäre ein gutes Beispiel dafür. Natürlich musste er, um keine Probleme zu bekommen, vieles nur andeuten, und die lesbische Vampirin als Bösewicht darstellen.
Die Frage ist aber, ob man auch im 18. und 17. Jahrhundert bereits solche Fantasien hatte, oder ob diese Fantasien, dieser Gefallen an lesbischer Liebe bzw. lesbischen Liebesspielen erst im 19. Jahrhundert aufkamen.
Vielleicht kannst du dich doch zu einer ernstgemeinten Antwort durchringen.

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Es hat aber leider nicht mehr funktioniert. Und es gab auch keine Alternative.

Alles hat sein Zeit. Und irgendwann ist sie leider vorbei.

Ich bin eine heterosexuelle Frau und mir gefällt es, zwischenmännliche Sexualität und Liebe zu sehen.

Vielleicht geht es vielen heterosexuellen Männern schlicht und einfach genauso bezüglich zwischenweiblicher Aktivitäten.

Wenn man mich fragen würde, warum ich es mag, schwule Liebe zu sehen und erotisch zu finden, da muss ich etwas überlegen. Einerseits bekomme ich auf diese Weise sozusagen Männlichkeit im Doppelpack geboten, und bekomme Männer zu sehen die küssen, die zärtlich sind, die sich ausziehen, usw.

Vielleicht ist es einfach der Reiz, Intimes zu sehen und dennoch ist der persönliche Abstand besser möglich. Bei einem Hetero-Porno z.B. kann ich quasi nicht anders, als mich selbst in der dargestellten weiblichen Rolle zu erleben und den Porno so mitzufühlen.

Wenn ich aber zwei schöne Männer in Aktion sehe, das ist was anderes, da kann ich mir Sexuelles mit einem von beiden oder mit beiden vorstellen, aber keine Vorstellung drängt sich auf, wie es bei Darstellung des heterosexuellen Aktes der Fall ist. Vielleicht ist es das für mich, warum ich Schwulen-Pornos mag.