Hallo nochmal,
Stimmt. Aber diese grammatische Unterschiede sind eher eine
Ausnahme als die Regel. Ich denke, die hier genannten
Beispiele sind ein Zeichen für das was ich behaupte, nämlich:
In Berlin sagt man „ich danke Dich“ (war das so?). Jedenfalls
weil diesen Satz als abweichend vom allgemeingültiger deutsche
Grammatik gesehen wird, nennen wir das eben ein Dialekt.
Das kann man so nicht sagen. Es gibt nämlich keine feste Grenze, die bestimmt, wieviel Abweichung für eine Sprache notwendig ist. Es gibt in Italien z.B. Dialekte, die vom Hochitalienischen weiter entfernt sind als das Niederländische vom Deutschen.
Ausserdem sind Dialekte meistens sehr local eingregrenzt.
Sprachen auch. In Papua-Neuguinea gibt es Hunderte von Sprachen, die jeweils nur auf ein paar km² und Sprecher beschränkt sind.
Und
meistens gibt es kaum oder sehr wenige schriftliches so
verfasst.
Das Kriterium hilft auch nicht. Es gibt sowohl schriftlose Sprachen als auch literaturreiche Dialekte.
Wenn dazu man sucht daß diese Redeart noch seit
Jahrhundert verwendet wird, findet man nichts.
Hier weiß ich leider nicht, was Du meinst.
Und somit behaupte ich, daß wenn eine Aussprache mehrere
solche Kritierien erfüllt, ist eben keine Sprache sondern ein
Dialekt.
Ich hoffe, ich habe klar gemacht, daß das nicht immer stimmt.
Ich denke, ein dialekt braucht viiiiiiiiiiiiiiele Jahren um
daraus eine eigene sprache zu werden. Von heute auf morgen
werden Sprachen nicht erfunden.
Doch, das gibt’s. Sprachen werden durchaus per Definition erzeugt, wenn die entsprechende politische Umgebung herrscht. So z.B. Zulu und Xhosa, die als eigene Sprachen geführt werden, obwohl sie sich sprachlich näher sind als Hochdeutsch und Plattdeutsch. Eine ähnliche Entwicklung erlebt man gerade mit Serbokroatisch, das im Begriff ist, in die Einzelsprachen Serbisch und Kroatisch gesplittet zu werden.
zB was man heute als Spanisch
bezeichnet war viiiiiiiiiiiele Jahre lang nur ein dialekt des
Lateins. eine Sprache hat, von Haus aus, mehr oder minder
Dialekte aufzuweisen.
Das stimmt, ist aber halt nur ein Beispiel, und wie ich oben zeige, gibt es auch genügend Gegenbeispiele.
Zum anderen gibt es Fälle, in denen sich
zwischen zwei Sprachen ein Dialektkontinuum erstreckt, bei dem
man mehr oder weniger willkürlich die Grenze ziehen muß, zu
welcher Sprache die dialekte „in der Mitte“ gehören. Hier
wechseln Vokabular und Grammatik allmählich über.
Genau! Das passiert eh ja bei (vermutlich) alle sprachen der
Welt.
Nicht bei allen, aber es kommt häufiger vor.
Das nenne ich, entwicklung der Sprache.
Das hat mit Entwicklung nichts zu tun. Ich spreche von einem synchronen Dialektkontinuum: Du fängst bei einer Hochsprache an und kannst Dich durch die existierenden Dialekte weiter und weiter von dieser fortbewegen, wobei sich zwei benachbarte Dialekte immer gut verständigen können. Irgendwann bist Du dann bei einem Dialekt angelangt, der sich mit einer zweiten Hochsprache gut verständigen kann, aber nicht mehr mit der ersten. Die Dialekte in der Mitte des Weges verstehen sich manchmal mit keiner der beiden Hochsprachen sonderlich gut. Wo ist dann die Grenze? Und warum bestimmt man nicht einfach den „mittleren“ Dialekt als Sprache und den Rest als Dialekte? Weil es eben keine linguistischen, sondern politisch-kulturelle Kriterien sind.
Nur heutzutage
hat sich diese Entwicklung total erschwert, dadurch daß
Kommunikation so schnell und grenzenüberschreitend geworden
ist.
Durch die effiziente und globale Kultur hat sich Sprachentwicklung im Gegenteil deutlich beschleunigt. Bestes Beispiel ist Englisch.
Wundert dich das? Ich meine wenn man von Sprachen redet, redet
man von einem wesentlichen Merkmal der Kultur eines Landes.
Daß dann die Definition einer Sprache kulturell bedingt ist,
sollte IMO nicht so sehr wundern, oder?
Nein, natürlich wundert mich das nicht. Aber wenn Dir das auch klar ist, wundert mich, daß Du wider besseres Wissen meinst, die Einstufung würde nach linguistischen Kriterien getroffen…
Ansonsten, gibt es vermutlich keine universell gültige
Definition von Dialekt.
Da sind wir uns einig.
Höchstens nur eine Anhäufung von
Bedingungen, die eine Aussprache nicht erfüllt, so daß der
Bezeichnung „Sprache“ (noch) nicht gerecht ist.
Und das stimmt nicht. Es gibt keine Rangordnung, nach der qualitativ minderwertige Idiome Dialekte und die höherwertigen Sprachen sind. Jede Sprache und jeder Dialekt sind qualitativ gleichwertig, man kann keinerlei wissenschaftliche Rangordnung vergeben. Und es gibt auch keine Bedingungen, die einen Dialekt zur Sprache machen, jedenfalls keine sprachwissenschaftlichen (zumindest keine allgemein anerkannten).
Grüße
Kubi