Starke Erkältung --- was tun kein Ausfall im Beruf

Hallo Christel,

die Diskussion wird unfruchtbar. Du bist eben der Ansicht, daß den Mitarbeitern des öD das Äußerste abgepreßt wird - na ja.

… warum allein in meiner Abteilung von 42 Leuten in einem :Jahr 5 einen Herzinfarkt…

Ich bin kein Mediziner und deshalb nicht in der Lage, Dir Erschöpfendes über Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen zu erzählen. Aber so viel vermag ich doch zu sagen: Wenn so ein großer Teil der Belegschaft mit Herzkasper darnieder liegt, kann das schlicht Zufall sein. Die klassischen Risikofaktoren sind aber massives Übergewicht, zu wenig Bewegung, unvernünftige Ernährung, Rauchen und Suff… Arbeit als Risikofaktor kommt da nicht vor. Auch Streß (deutlicher ist wohl Anspannung, Anstrengung, Einsatz, Engagement) ist grundsätzlich nichts Schlimmes, im Gegenteil, es sind eigentlich unverzichtbare Lebenselixiere. Es ist hierzulande eher ein Mangel daran zu beobachten, der Menschen frühzeitig körperlich und geistig vergreisen läßt. Natürlich gibt es auch psychische Anspannungen, die einen Menschen zerstören können, etwa Existenzängste. Aber solche Sorgen gibts im öD nicht! Da kommt das Gehalt, weil der Monat zu Ende ist und dies ganz unabhängig davon, ob jemand etwas zustande gebracht hat oder nicht. Abgesehen vom Einstehen für persönlich zurechenbare kriminelle Verfehlungen gibt es im öD nicht die Spur persönlicher Verantwortung. Sobald jemand versucht, Auswüchsen auf der Hängematte zu begegnen, wird die Angelegenheit zur Personalratsveranstaltung.

Aber lassen wir’s gut sein. Falls Du mich von der Sklavengaleere unbedingt überzeugen möchtest, besuche ich Dich gerne. Kiel ist mit seinen Behörden und Ministerien ja sehr überschaubar. Wo schläfst, ähem, sitzt Du? Lorentzendamm…? Hindenburgufer…?

Gruß
Wolfgang