sehe ich anders
Hallo Kapok-Kid!
Den Ursachen auf den Grund gegangen ist man durchaus.
Und hat dabei festgestellt, dass es sich bei AD(H)S um eine grob gesagt neurobiologische Störung im Gehirn handelt.
Mittels PET-Untersuchung lässt sich das verifizieren.
http://www.g-netz.de/Gesundheit_A-Z/Index_A-D/adhs/a…
Richtig ist, dass man AD(H)S noch nicht anhand von EEG, Blutwerten oder sonstigen Parametern diagnostizieren kann, sondern - weil die PET der Wissenschaft vorbehalten ist - eine Ausschlussdiagnostik durchführt.
Ebenso richtig ist auch, dass man noch immer nicht 100%ig genau weiß, wieso Methylphenidat bei AD(H)S-lern für eine Regulierung der Botenstoffe sorgt.
Man weiß nur, dass es bei fast allen AD(H)S-lern zuverlässig wirkt und für Ruhe und Konzentration im Denken und Handeln sorgt.
Mir persönlich sind Erwachsene bekannt, die bereits Anfang der 1970er Jahre Methylphenidat bekommen haben, bzw. immer noch nehmen.
Ich selbst nehme MPH sporadisch, ebenso unser Sohn.
Wir sind gesund, doch leben wir mit der Medikation Methylphenidat um ein Vielfaches besser als ohne.
Wobei, wenn man sich mit der AD(H)S-Problematik wirklich auseinandersetzt, man feststellt, dass die Begleiterkrankungen oft noch schlimmer sind als die mangelnde Konzentration.
Angefangen bei Suchterkrankungen und aufgehört bei schwersten Depressionen.
Und auch in diesem Posting ziehe ich wieder den Vergleich mit der Brille heran.
Ohne Brille kann ein Kurzsichtiger beim aller-allerbesten Willen nicht das lesen, was an der Tafel steht.
Mit Brille hingegen ist das kein Problem.
Würde man ihm deswegen die Sehhilfe verweigern?
http://www.klinik-lueneburger-heide.de/adhs/komorbid…
Dass es bei jedem (!) Medikament zu Schäden/Todesfällen kommen kann sollte bei der Fragestellung des TE bitte auch berücksichtigt werden.
Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, als solle man mit der Gießkanne in den Schulklassen ein hochwirksames Medikament verteilen, aber die Polemik in einigen Beiträgen lässt mich, als Selbstbetroffene und Mutter eines erwachsenen ADS-lers ärgerlich werden.
Ohne Medikation und begleitende Therapie verzweifeln viele ADS-ler an sich und ihrem Leben, sind depressiv, suizidal.
Und das schon in der Grundschule.
Angelika