Unfall-Auskunft in Partnerschaft

Hallo Steffi,

interessant, dass du dir über den Grad meiner Naivität Gedanken machst.

Filme sind, je nach Genre, oft ein recht gutes Abbild der Realität.
Insofern halte ich es für weniger naiv, ihnen zu glauben, als einem mir unbekannten Forumsteilnehmer.
Da mir eigene Erfahrungen fehlen, habe ich skeptisch nachgefragt, ohne etwas zu behaupten.
Überdies wären eigene Erfahrungen auch keineswegs geeignet, die allgemeine Wahrheit in dieser Frage zu finden, da immer das Problem der Induktion bestünde, und erst Recht bei der kleinen Stichprobe, die ich persönlich machen könnte. Aus zu kleinen Stichproben induktiv zu schließen - das ist nicht minder naiv als Forumsteilnehmern und Filmen zu glauben.

Tychi

2 „Gefällt mir“

lasst doch mal jemanden dran, der sich damit auskennt :wink:

Zu unterscheiden sind zwei Dinge:

  1. So ganz streng nach dem Gesetz gibt es ohne ausdrückliche
    Zustimmung durch Patientenverfügung/Vorsorgevollmacht oder
    gesetzlich angeordnete Betreuung für die Gesundheitssorge
    keine Auskunft an niemand. Weder an Ehegatten, noch Kinder,
    LAB, …

  2. Ärzte sind keine Juristen, und meinen oft, sie bräuchten
    auch keine. Dies wirkt sich regelmäßig in der Praxis so aus,
    dass reine Willkür herrscht, ´

Man kann’s so darstellen, wenn man noch nie in der Lage gewesen ist, sich mit drängelnden Angehörigen auseinanderzusetzen. Wenn man als Arzt Auskunft gibt, ist man sich stets bewußt, daß man das gesetzliche Recht überschreitet. Wenn Fachmann wiz das als Willkür bezeichnen will, so mag er das tun.

Ärzte sind keine Juristen - und wünschen sich oft, es gäbe keine Juristen. Tatsache ist, daß man in einem Krankenhaus besonders vorsichtig wird, wenn zwei Berufsgruppen auftauchen: Lehrer und Juristen.

Wenn man als Arzt sich streng an die gesetzlichen Vorhaben halten will, so gibt man am besten seine Approbation zurück. Oder treibt eine unmenschliche Medizin.

Ein Beispiel mag dies verdeutlichen: Ich war einmal auf einem Kongreß, da hielt ein Jurist eine große Rede: „Ich werde jeden vor den Richter schleppen, der seine Patienten nicht richtig und vollständig aufklärt!“
Einige Monate später fiel mir seine Frau in die Hände. Krebs im Endstadium, nichts mehr zu machen. Der Mann bat mich händeringend seine Frau nicht über die Diagnose aufzuklären.

Tja, wenn Juristen plötzlich die Realität merken…