Hallo Peter!
Hallo Stefan!
Ich schätze nämlich mal, dass ein hoch effizienter Motor, der
zwar hohe Schadstoffkonzentrationen im Abgas hat, aber dafür
eben weniger Abgase produziert, pro geleisteter Kilowattstunde
eine geringere Schadstoffmenge ausstößt, als ein weniger
effizienter Motor mit saubererem Abgas, der dafür aber wieder
größere Abgasmengen produziert.
Die Menge Abgas ist in engen Grenzen proportional zum Verbrauch, und in der Theorie ist derjenige Motor am effizientesten, der den aus Kohlenwasserstoffen bestehenden Kraftstoff vollständig zu H2O und CO2 verarbeitet.
Mich nervt es übrigens auch, wenn bei Benzin- oder Dieselfahrzeugen über eine Reduzierung des CO2 Ausstoßes geredet wird, anstatt über den Verbrauch.
Natürlich muss noch die Bedeutung eines jeden Schadstoffes
abgewogen werden und mit in die Betrachtung einfließen.
(Sprich: Was ist schädlicher - CO2 oder NOx)
CO2 entsteht auch in unserem Organismus als „Abfallprodukt“, Pflanzen brauchen es zum Leben, d.h. nur die hohe Konzentration in der Athmosphäre ist das Problem. NOx ist meines Wissens nichts als schädlich, und kommt in der Natur so gut wie gar nicht vor, genauso wie CH, welches in x schädlichen Variationen rauskommen kann, CO ist ebenfalls giftig, aber wenigstens die Raucher lieben es
.
Aber warum sollte man denn auch
selbstzündende Benzinmotoren bauen. Das geht doch mit Diesel
eigentlich viel besser, oder hätte Benzin da doch noch einige
spezifische Vorteile?
Benzin hat einen höheren Energieinhalt als Diesel, und Dieselmotoren stoßen bei der Drehzahl an die Grenzen der niedrigeren Verbrennungsgeschwindigkeiten, m.W. liegt diese Grenze bei Dieselmotoren unter 6000 U/min, während es Serienfahrzeuge gibt, die locker bis über 14000 U/min drehen. Und über hohe Drehzahlen kann man aus kleinen, leichten Motoren, die theoretisch im Teillastbetrieb minimalen Verbrauch haben könnten, enorme Leistungen herausholen.
Beispiel:
Das übliche 600ccm Straßensportmotorrad erreicht mit ~110 PS dieselbe Spitzenleistung wie ein Golf TDI mit 1900ccm.
Der Motorradmotor dürfte dabei weniger als ein Drittel des Turbodiesels wiegen (leider sind Gewichtsangaben von Motoren schwer zu finden).
Also lohnt es sich hier tatsächlich, nachzuforschen wie Benziner einen höheren Wirkungsgrad erreichen können. Der Smart verfolgt z.B. diese Richtung, aber er kann m.E. den in Japan schon lange üblichen 600er Turbo-Kleinstwägen nicht das Wasser reichen.
Im Prinzip
erreicht ein Turbolader oder ein Kompressor ja genau dieses,
nämlich eine dem Bedarf angepasste Erhöhung der Verdichtung.
Naja, eigentlich erhöht er ja nur die Druckverhältnisse im
thermodynamischen Kreisprozess und damit die Leistung. Das
Verdichtungsverhältnis - welches für den Wirkungsgrad
ausschlaggebend ist - ändert sich dadurch ja nicht. (Und
oftmals ist das Verdichtungsverhältnis bei Turbo-Benzinern
deutlich geringer als bei Saugbenzinern)
Das Verdichtungs_verhältnis_ ist eine statische Größe, die sich aus der Motorgeometrie ergibt (Bennraumvolumen bei UT/ Brennraumvolumen bei OT), die tatsächliche Verdichtung ist ein dynamischer Wert, vollkommen abhängig vom Betriebszustand. Der Turbo sorgt ja dafür, das eine hohe Verdichtung trotz niedrigen Verdichtungsverhältnisses entsteht, gerade deshalb muss ein niedrigeres Verdichtungsverhältnis gewählt werden, sonst dürfte der Turbo oder Kompressor oder Druckwellenlader etc. ja nie aufladen.
(Es gibt ja auch noch die Boosts, aber die haben mit Effizienz nun wirklich nix zu tun)
Das BMW-Konzept sah
dabei vor, dass der Motor keine Nockenwellen mehr haben
sollte, und die Ventile statt dessen vollständig über ein
elektromagnetisches System bewegt werden sollten, mit völlig
frei variierbaren Steuerzeiten.
Irgendjemand hatte mal behauptet, in der Formel 1 liefe das schon, aber die lassen normalerwiese höchstens Gerüchte raus, um die Gegner einzuschüchtern, vielleicht google ich ja noch 'n bißchen …
Hach ja, wenn das schon alles realisiert wäre, bräuchten wir
wohl nur noch alle 1000km in den Tank spucken, und gut wärs…
Mit einem Miniatur-Fusionsreaktor vielleicht denkbar … *schauder/lechz* ?
Gruß
Stefan
Gruß zurück, werd’ mir mal den Miller-Cycle zu Gemüte führen,
froh hier was dazuzulernen,
Peter