V1 und V2

Wie funktionierten R4M-Luft-Luft-Raketen?
So weit ich weiss, handelt es sich dabei um ungelenkte Raketen.
Was für einen Sinn machten diese?

So weit ich weiss, handelt es sich dabei um ungelenkte
Raketen.
Was für einen Sinn machten diese?

Hallo,
die R4M war eine ungelenkte Luftkampfrakete, die von verschiedenen Flugzeugen aus eingesetzt wurde(Me 262 etc), mit einer Reichweite von etwa 1800 m. Sie diente unter anderem dazu um Bomberboxen aufzusprengen und damit die Abwehr zu verringern, da die Boxen über eine erhebliche Abwehrkraft verfügten.
Gruss
Rainer

Des Rätsels Lösung: ‚Fliegende Flakkreuzer‘

Eine Version (des Bombenflugzeugs B17) mit Kanonen (also mind. 2,0cm) gab es nie. … Der einzige schwere Bomber der Alliierten mit 2,0cm Kanone war die über Japan eingesetzte B-29 mit einer Kanone solchen Kalibers im Heckstand. Tom


Die Sache hat mir keine Ruhe gelassen. Ich bildete mir hundertprozentig ein, davon gelesen zu haben, daß es eine Version der B17 mit Kanonen gegeben hatte. Jetzt habe ich des Rätsels Lösung gefunden. Ich zitiere Olaf Groehler, Bombenkrieg gegen Deutschland, 1990, S. 125:

Zur Stärkung der Selbstverteidigungsfähigkeit der Bomberverbände wurden erstmals am 29.5.1943 … acht sog. „Fliegende Flakkreuzer“ vom Typ YB-40 den Geschwadern beigegeben. Diese waren umgebaute B-17-F-Bomber, deren eigene Bewaffnung auf Kosten der Bombenzuladung auf bis zu 30 Bordwaffen im Kaliber von 20-mm- bis 40-mm-Kanonen verstärkt worden war …

Die „Fliegende Flakkreuzer“ bewährten sich aber nicht so richtig, und sie wurden überflüssig, seitdem ausreichend viele Langstrecken-Begleitjagdflugzeuge zur Verfügung standen.

  • Django -

YB-40

Die Sache hat mir keine Ruhe gelassen.

Mir offen gestanden auch nicht! :smile:
Ich hatte zwar für das von mir geschriebene auch im nachhinein noch einmal in verschiedenen Büchern und Zeitschriften nachgeschaut, aber dennoch nichts weiteres gefunden.
Lustigerweise hatte ich auch gleich die YB-40 im Kopf. Die Daten, die ich fand erwähnten aber nur eine Bewaffnung mit den 12,7mm MG’s (Erklärung s.u.).

Zur Stärkung der Selbstverteidigungsfähigkeit der
Bomberverbände wurden erstmals am 29.5.1943 … acht sog.
„Fliegende Flakkreuzer“ vom Typ YB-40 den Geschwadern
beigegeben.

Dazu habe ich irgendwo gelesen, daß der einzige Verlust dieses Einsatzes – Ironie des Schicksals – eine YB-40 war!
Als Einsatzverband habe ich die 92.Bomber Group, stationiert in Alconbury (England) gefunden.

Diese waren umgebaute B-17-F-Bomber, deren eigene
Bewaffnung auf Kosten der Bombenzuladung auf bis zu 30
Bordwaffen im Kaliber von 20-mm- bis 40-mm-Kanonen verstärkt
worden war …

Aufgrund Deines Artikels habe ich noch einmal in meiner Literatur gekramt – und siehe da, doch noch was gefunden (das ließ mir jetzt auch keine Ruhe mehr):
Wie von Dir angegeben handelt es sich bei der YB-40 um umgebaute B-17F.
Die zweite bei der Firma Vega (einer Lockheed-Tochter) gebaute B-17F wurde zur ersten YB-40 umgebaut.
Diese Maschine erhielt eine veränderte Bewaffnung (u.a. einen zweiten Geschützturm an der Oberseite, der Bombenschacht wurde hier noch beibehalten). Bewaffnet war diese Maschine wohl nur mit 12,7mm-MG’s (was ich wohl vorher anderswo gelesen habe – daher habe ich das auch nicht weiter verfolgt).
Die nächsten 20 Maschinen bekamen dann u.a. die bis zu 30 genannten Bordwaffen und Kanonen mit dem Kaliber bis 37mm und 40mm (ob da jetzt auch 2,0cm inbegriffen sind - ???).
Die 40mm sind dabei ein interessantes Kaliber, da ich es keiner Kanone zuordnen kann, die in ein US-Flugzeug eingebaut wurde (Vermutung: Vielleicht handelt es sich um eine Abart der 40mm Bofors-Flak?).
Kanonen mit dem Kaliber 37mm gab es immerhin schon bei den Jägern P-38 und P-39.

Die „Fliegende Flakkreuzer“ bewährten sich aber nicht so
richtig, und sie wurden überflüssig, seitdem ausreichend viele
Langstrecken-Begleitjagdflugzeuge zur Verfügung standen.

Aufgrund ihrer schweren Bewaffnung (s.o.) waren diese Maschinen so schwer, daß sie im Formationsflug mit den normalen B-17-Bombern nicht Schritt halten konnten.
Nach insgesamt neun Einsätzen wurden die Maschinen bereits im August 1943 wieder aus dem Einsatz genommen.
Eine Reihe von nützlichen Verbesserungen des YB-40-Konzeptes übernahm Boeing in die laufenden B-17-Serien. Ein Beispiel ist der zusätzliche Kinnturm ab dem 75. Produktionsblock der B-17F (bei Douglas gebaut), später Standard bei der B-17G-Serie.

Übrigens – ich hab da noch eine Version der B-17 gefunden, die mit einer 40mm-Kanone bewaffnet war.
Allerdings war das keine US-Abart, sondern eine von den Briten.
Einige von den Briten im Küstenschutz (zur U-Jagd) eingesetzte B-17F und G (dort als Fortress II bzw. III bezeichnet) erhielten anstelle des Geschützturmes unter dem Bug eine Radaranlage und zum Einsatz gegen aufgetauchte U-Boote ein Bordkanone Vickers S Kal. 40mm!
Bei dieser handelt es sich meines Wissens um eine Abart der 40mm Bofors-Flak.

Was ich auch noch gefunden habe:
Bei der F-Ausführung wurde noch ein 7,62mm-MG eingesetzt – im Waffenstand auf dem Rumpf (hinter dem Drehturm). Die restlichen waren aber 12,7mm-MG’s.
Generell kann man aber wohl sagen, daß B-17 mit Maschinenkanonen eine Ausnahme darstellten.
Die Standardbewaffnung bestand aus 12,7mm MG’s, besonders bei den Hauptversionen F und G.

Und wenn ich hier gerade schreibe.
Ich hab da auch noch einmal was zum Thema B-17 versus B-24.
Vor kurzem habe ich ein Buch über die Jagdgeschwader JG301 und 302 gelesen.
Der Autor flog selbst im letzten Kriegsjahr im Rahmen der Reichsverteitigung in beiden Geschwadern (gegen die 15.USAAF aus Italien und gegen die 8.USAAF).
Er berichtet in diesem Buch wiederholt, daß es wesentlich schwieriger war eine B-17 abzuschiessen als eine B-24.
Meist gelang es bei einem Einsatz nur (wenn überhaupt) eine B-17 abzuschiessen, wobei manchmal auch nach Verbrauch der gesamten Munition eine B-17 nicht zum Absturz gebracht werden konnte!
Eine B-24 soll dagegen wesentlich schneller gebrannt haben.
Es scheint, als ob die B-17 trotz des älteren Entwurfes eine bessere Lebensversicherung für ihre Besatzung war.

Schönen Datenaustausch hier! :smile:
Freut mich!

Gruß

Tom

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Dafür ein 40-mm-Sternchen (oT)
.