Vater tötet (schwerst) behindertes Baby

Das es überhaupt so weit gekommen ist wundert mich jedoch, Heutzutage gibt es doch genügend Möglichkeiten, die zu erwartende Behinderung eines Kindes abzuschätzen, oder? Und dann abtreiben, oder? Ich habe Gott sei Dank keine Kinder und kann daher keinen Beitrag liefern. Meine Frage aber an die Experten: Kann man solch eine Behinderung erkennen?

Gibts schon, nur soll die wohl nicht so zuverlässig sein wie gern behauptet wird. Zumindest hab ich letztens mal eine Sendung gesehen wo einige Mütter gezeigt wurden, deren Kinder erst durch eine fehlgeschlagene Abtreibung behindert(vorher aber gesund) waren bzw gesund geboren wurden, obwohl der Arzt ganz sicher war das es ein behinderters Kind wird. Weiss leider nicht mehr wo und wann die Sendung lief.

http://www.bvkm.de/0-10/praenataldiagnostik,netzwerk…
http://www.geburtskanal.de/index.html?mainFrame=http…
http://www.medicine-worldwide.de/kontrovers/praenata…

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

…was ich in diesem Fall bezweifele.
Stell Dir vor, die Eltern sterben. Was dann? Dann ist dieses Kind vermutlich eine Versuchskaninchen.
Grüße
Babalou

nein, ich hätte auch Angst davor über das Leben so eines Kindes zu entscheiden.
Außerdem sollten das letzte Wort immer die Eltern haben
Grüße
Babalou

http://www.apert-syndrom.de/apert.htm

…was ich in diesem Fall bezweifele.
Stell Dir vor, die Eltern sterben. Was dann? Dann ist dieses
Kind vermutlich eine Versuchskaninchen.

wenn ich die Seite hier lese, dann hat so ein Kind durchaus Chancen ein relativ normales Leben zu führen. http://www.apert-syndrom.de/apert.htm

Gruss Jan

Hallo Raimund,

warum hat er denn die Tötung in die eigene Hand genommen?
Weil er töten will?
wohl kaum.

Weil er nicht anders konnte ? Dann wäre er ein Fall für die Psychatrie.

Nein, weil es in D für solche Fälle keine Gnade gibt.Sie sind
zum Leiden verurteilt ohne Schuld zu haben.

Was für „solche Fälle“ ? Bist du ein Spezialist für Asperg-Syndrom ? Oder phantasierst du dir das was zusammen ? Und wie bewertest du das Leiden eines solchen Kindes z.B. mit dem Leiden eines Kindes, dass einen prügelnden Alkoholiker zum Vater hat ? Alle totmachen ?

Doch das ist eine Frage für ein Gremium von Ärzten, RA, usw.
der Mann wurde von der derzeitigen Rechtsgebung zu seiner Tat
gezwungen.

Kannst du bitte mal genauer spezifizieren, welche Rechtsgebung deiner Meinung nach Menschen in D dazu zwingt, Säuglinge zu töten ?

*kopfschüttel*
Marion

Moin,

Warum wissen denn immer alle Unbeteiligten besser, was zuwenig
und was zu viel Strafe sein soll?
Weil sich der Mensch seine Meinung eben gerne BILDet …

Dies:

ethischer
Disput, differenziertes Denken, und Vertrauen auf das
Urteilsvermögen der Mitmenschen.

mag praktikabel sein, wenn es um den Wert des eigenen Lebens oder die Festsetzung des Strafmaßes geht (ist es weniger schwerwiegend, wenn ein Mensch einen gesunden Säugling tötet, als wenn er einen behinderten Säugling tötet). Es kann aber niemals die Unantastbarkeit eines anderen Lebens „Diskussionsgegenstand“ sein.

Hätte der Vater sich selbst umgebracht, weil er sich der Situation nicht mehr gewachsen fühlte, wäre der Sachverhalt ein ganz anderer gewesen.

Gruß
Marion

Wenn Eltern ihre Kinder töten
Moin,

was soll das hier werden ?
Ein Appell für einen Freifahrtschein, dass jeder ein
Familienmitglied töten darf, wenn er sich von ihm überfordert
fühlt oder dessen Leben als nicht lebenswert ansieht ?

Das habe ich genau nicht geschrieben.

Sondern ? Welchen Grund für das Töten eines Säuglings würdest
du denn als strafmindernd gelten lasen ?

Noch mal ganz deutlich: Es liegt in den seltensten Fällen am
Kind , wenn Eltern ihre Kinder töten. Manche Eltern
vorsorgen ihre schwerstbehinderten oder gesunden Kinder und
manche Eltern töten schwerstbehinderten oder gesunden Kinder.
Gleich ist in letzterem Fall häufig, dass die Eltern meinen,
den Kindern ihr Leben nicht mehr zumuten zu wollen (z.B. wegen
einer Behinderung, wegen Problemen in der Ehe, wegen
finanzieller Probleme etc.) oder weil sie selbst mit einer
Situation überfordert sind. Die Frage, die wir hier erörtern
ist hingegen, wie die jeweilige Tat „von außen“ beurteilt
wird. Und mir scheint, dass Eltern, die ihre
schwerstbehinderten Kinder töten hier auf mehr Verständnis
stoßen, als Eltern, die ihre gesunden Kinder töten, auch wenn
oftmals die gleichen Gründe dahinter stecken. Und bei dieser
Vorstellung läuft es mir eiskalt den Rücken runter.

Es gibt IMMER eine Alternative, sicher auch
in diesem Fall (z.B. das Kind von Verwandten, Pflegeeltern
etc. oder in einem Kinderhospiz versorgen zu lassen).

Das behaupte ich, kann man als Außenstehender nur bedingt
beurteilen.

Genau DAS kann man IMHO als Außenstehender sehr gut
beurteilen. Eltern von behinderten Kindern agieren ja nicht im
luftleeren Raum. Es gibt die vielfältigsten
Betreuungsmöglichkeiten, angefangen von psychologischer
Unterstützung, direkte Hilfen in der Familie,
Elternselbsthilfegruppen, Pflegefamilien, Hospize etc. Sprich:
es gibt Alternativen zum Töten eines Kindes, wenn
jemand mit der Situation nicht mehr klarkommt.

Gruß
Marion

Hallo Marion,
ich antworte mal für den angesprochenen Raimund.
Niemand soll gezwungen werden.
wenn die Eltern es auf sich nehmen das Kind lebenslang zu betreuen und zu schützen , besteht vermutlich kein Grund den „armen Wurm“ zu töten.
Der Tod kann aber gnädiger sein, als das Leben.
Grüße
Babalou

Re: http://www.apert-syndrom.de/apert.htm
hallo Jan,
dass kosmetisch enorm viel gemacht werden kann ist mir bekannt.
doch dieses Kind war auch geistig fehlbebildet.
Es wäre lebenslang geistig schwerstbehindert gewesen.
Grüüe
Babalou

Re^2: http://www.apert-syndrom.de/apert.htm
Hallo,

dass kosmetisch enorm viel gemacht werden kann ist mir
bekannt.
doch dieses Kind war auch geistig fehlbebildet.

Steht wo?

Es wäre lebenslang geistig schwerstbehindert gewesen.

Ja und ist das ein Freibrief?

http://www2.onnachrichten.t-online.de/dyn/c/40/33/06…

"Es war entsetzlich"
Der sichtlich kontrollierte, hagere Mann beschrieb seine 
Beziehung zu dem äußerlich stark entstellten Jungen als wechselhaft.
Der Anblick des Kindes nach der Geburt habe ihn geschockt: 
"Es war entsetzlich. Ich musste den Geburtsraum verlassen." 
Er habe sich für das Aussehen seines Kindes geschämt. 
Der Säugling litt unter dem so genannten Apert-Syndrom. 
Er hatte starke Missbildungen an Gehirn, Kopf und Gesicht; 
zudem fehlten ihm Finger und Zehen. Hinzu kamen starke Atemprobleme.

...

Angst vor dem Auseinanderbrechen der Familie
Schon kurz nach der Heimkehr des Kindes habe seine neun Jahre 
jüngere Frau sich immer wieder darüber beklagt, mit der Situation
überfordert zu sein, erzählte der Angeklagte. Da habe er den 
Entschluss gefasst, das Baby zu töten. Er habe Angst gehabt, 
dass seine Familie unter der Belastung auseinander breche, 
erklärte der 37-Jährige.

Angebot der Großeltern abgelehnt
Auf Nachfragen des Gerichts stellte sich heraus, dass die Pflege 
des schwerstbehinderten Jungen nur unwesentlich aufwendiger als 
die eines gesunden Neugeborenen war. Angebote seiner Schwiegereltern,
das Kind bei sich aufzunehmen, habe er abgelehnt. Zur Begründung sagte
er: "Das weckte vielleicht den Ehrgeiz in mir, es auch zu schaffen." 
Ein Behindertenheim schloss er für seinen Sohn aus.

http://www.welt.de/data/2005/04/27/710320.html

Doch bei der Motivsuche tut sich das Gericht schwer. 
Mal sagt der Krankenpfleger: "Ich wollte einfach, 
daß Julian seinen Frieden hat." 
Dann wiederum gibt er an, daß er seine Frau "aus ihrer 
schrecklichen Ausweglosigkeit" befreien wollte. Und schließlich 
gibt er zu, daß er sich "sehr für dieses Kind geschämt" habe. 
Vor allem für sein Aussehen. 

Ich denke der Richter wird schon wissen warum die Strafe so hoch ausgefallen ist.

Gruss Jan

Moin,

Niemand soll gezwungen werden.
wenn die Eltern es auf sich nehmen das Kind lebenslang zu
betreuen und zu schützen , besteht vermutlich kein Grund
den „armen Wurm“ zu töten.

Weder sind behinderte Kinder grundsätzlich „ärmere Würmer“ als
nicht behinderte Kinder, noch müssen die Eltern irgend etwas
lebenslang auf sich nehmen. Es gibt auch Pflegefamilie, die
schwerstbehinderte Kinder aufnehmen oder adoptieren.

Der Tod kann aber gnädiger sein, als das Leben.

Das kann aber nur jeder für sich selbst entscheiden, ob er den
Tod gnädiger findet, als sein eigenes Leben. Ansonsten
tendieren Menschen nämlich dazu, das Leben anderer anhand
ihrer eigenen Maßstäbe ohne konkrete Erfahrung im Einzelfall
zu bewerten. Das Ergebnis dieser Bewertung kann nur
völlig daneben gehen. Menschen bilden sich ein, sie
selbst
würden nicht mehr leben wollen, wenn plötzlich
diese oder jene Behinderung oder Katastrophe in ihr Leben
treten würde und folgern daraus, dass anderen Menschen, denen
dies bereits passiert ist, vermutlich ebenfalls nicht mehr
leben wollen.

Ob sie sich dann aber tatsächlich selbst töten würden, wenn
eine solche Behinderung eintritt, steht nochmal auf einem ganz
anderen Blatt. Anhand dieser hochgradig theoretischen und
spekulativen Bewertungen hingegen einen anderen Menschen zu
töten, halte ich für genau so kriminell und strafrechtlich
relevant wie das Töten aus anderen Gründen.

Gruß
Marion

Re^2: http://www.apert-syndrom.de/apert.htm
Moin,

dass kosmetisch enorm viel gemacht werden kann ist mir
bekannt.
doch dieses Kind war auch geistig fehlbebildet.
Es wäre lebenslang geistig schwerstbehindert gewesen.

So ein Quatsch. Hast du den Artikel im Link überhaupt gelesen ?
Ich zitiere:

„Durch eine frühzeitige Kopfoperation (Nahttrennungen) bekommt das Gehirn die Möglichkeit, sich normal zu entwickeln.“

(Hervorhebung von mir)
Gruß
Marion

Liebe Marion!

Mathias sagt, dass der Fall für alle Beteiligten, inklusive Richter, sehr schwierig ist, und dass es ihn ankotzt, dass Leute hier im Forum ohne einen blassen Schimmer von den Umständen zu haben, gleich ganz genau das ‚gerechte‘ Strafmaß finden, und du kommst mit Nazi! daher …

Vielleicht hast du dich ja nur verlesen, und seinen Beitrag deswegen falsch aufgefasst?

Es kann aber
niemals die Unantastbarkeit eines anderen Lebens
„Diskussionsgegenstand“ sein.

Da hast du vielleicht den falschen Beitrag erwischt, denn die Unantastbarkeit eines Menschenlebens ist weder von Mathias noch von mir zur Diskussion gestellt worden.

Gruß,
Peter

Eine befreundete Familie ist an einem
Kind mit Down-Syndrom zerbrochen.

Der einzige Lebensinhalt der Frau war
die Pflege, körperliche Spuren waren
deutlich sichtbar, der Mann hats
(verständlicherweise) nicht mehr in
dieser Beziehung ausgehalten, und mit
19 oder 20 Jahren ist das Kind gestorben.

Die Entscheidung „für das Leben“ hat
eine Ehe, eine Familie und das Leben
einer Mutter zerstört. Ganz schön
teuer, die Entscheidung, gell?

Gruss, Marco

hi!

was soll das hier werden ?
Ein Appell für einen Freifahrtschein, dass jeder ein
Familienmitglied töten darf, wenn er sich von ihm überfordert
fühlt oder dessen Leben als nicht lebenswert ansieht ?

Das habe ich genau nicht geschrieben.

Sondern ? Welchen Grund für das Töten eines Säuglings würdest
du denn als strafmindernd gelten lasen ?

Ich selbst habe geschrieben, dass ich in diesem Fall nicht der Richter sein möchte und schon gar nciht Elternteil.
Ich werde mich nicht darauf einlassen, hier Grenzen zu definieren, ab derer ich die Tötung eines Säuglings tolerieren würde.

Strafmildernd hingegen kann sich auswirken, wenn der Täter das beste für sein Kind im Sinn hatte. Egal wie Du oder ich dazu stehen.

Noch mal ganz deutlich: Es liegt in den seltensten Fällen am
Kind , wenn Eltern ihre Kinder töten. Manche Eltern
vorsorgen ihre schwerstbehinderten oder gesunden Kinder und
manche Eltern töten schwerstbehinderten oder gesunden Kinder.

Richtig.
Manche Leute sind anders als andere Leute sind anders als…

Gleich ist in letzterem Fall häufig, dass die Eltern meinen,
den Kindern ihr Leben nicht mehr zumuten zu wollen (z.B. wegen
einer Behinderung, wegen Problemen in der Ehe, wegen
finanzieller Probleme etc.) oder weil sie selbst mit einer
Situation überfordert sind. Die Frage, die wir hier erörtern
ist hingegen, wie die jeweilige Tat „von außen“ beurteilt
wird.

Natürlich, oder kennst Du die Familie…?

Und mir scheint, dass Eltern, die ihre
schwerstbehinderten Kinder töten hier auf mehr Verständnis
stoßen, als Eltern, die ihre gesunden Kinder töten, auch wenn
oftmals die gleichen Gründe dahinter stecken. Und bei dieser
Vorstellung läuft es mir eiskalt den Rücken runter.

Natürlich kann von hier auch von „mehr Verständnis“ sprechen.
Der Vater hat ja nicht aus irgendwelchen blöden Gründen heraus seine gesunde Familie abgeschlachtet, sondern offenbar nach wochenlangem Leid für alle Beteiligten, v.a. seines Eractens für sein Kind, eine schwerwiegende Entscheidung getroffen.
Wie sollte ich diesen mann mit einem eifersüchtigen Sicko in einen Topf werfen?

Es gibt IMMER eine Alternative, sicher auch
in diesem Fall (z.B. das Kind von Verwandten, Pflegeeltern
etc. oder in einem Kinderhospiz versorgen zu lassen).

Das behaupte ich, kann man als Außenstehender nur bedingt
beurteilen.

Genau DAS kann man IMHO als Außenstehender sehr gut
beurteilen.

Das ist einfach nur arrogant.
Gar nichts kannst Du in diesem Zusammenhang, außer eine Moral prediegen, die Du selber vielleicht nicht in der Lage bist einzuhalten, solltest Du, was Gott verhüten möge, einmal selbst in diese Situation kommen.

Eltern von behinderten Kindern agieren ja nicht im
luftleeren Raum. Es gibt die vielfältigsten
Betreuungsmöglichkeiten, angefangen von psychologischer
Unterstützung, direkte Hilfen in der Familie,
Elternselbsthilfegruppen, Pflegefamilien, Hospize etc. Sprich:
es gibt Alternativen zum Töten eines Kindes, wenn
jemand mit der Situation nicht mehr klarkommt.

Klar. Für alkoholiker, Drogensüchtige, Frauenschläger u.s.w. gibt es auch Hílfe. Die Frage ist nur, ob man sie annehmen kann.
Außerdem ist das Angebot nie 100% transparent. Vielleicht wussten sie es nicht besser.

Bis ich das nicht beurteilen kann, halte ich mich jedenfalls mit einer Veruteilung zurück.

Grüße,

Mathias

wo der Unterschied zwischen „Mord“ und „Totschlag“ ist.

na wenn bequemlichkeit kein niederes motiv ist! dann handelt sogar ein raubmörder edel. letzterer killt wenigstens, um damit seinen lebensunterhalt zu verdienen.

gruß
dataf0x