Hallo,
ich sehe das Hauptproblem weniger in den konkreten Lücken, sondern darin wie Du es verkaufst.
Unsere deutsche Gesellschaft ist völlig krank darin lückenlose Lebenläufe und Jugendwahn zu glorifizieren - aber da mußt (und kannst) Du nicht mitmachen. Also reibe Dich auch nicht damit auf. Du mußt vor allem Dein Selbstbewußtsein stärken und Dir bewußt werden daß Du viel erreicht hast. Du hast viel erlebt, viele Einblicke gewonnen, Vieles geschafft im Leben - und das zählt.
Du bist nicht die Verliererin, die arbeitslose Lücken hat - sondern eine Gewinnerin, die von Auszeiten profitiert hat. Du hast vielleicht eine Familie gegründet, Du hast Dich fortgebildet, Du hast in verschiedene Erfahrungen, Einblicke in mehreren Unternehmen gesammelt.
Vielleicht bist Du auch mal hingefallen - aber Du bist immer wieder aufgestanden, weitergegangen und warst danach besser und erfahrener als davor.
Da darfst heute davon ausgehen daß 9 von 10 anderen Menschen genauso Lücken haben. Arbeitslosigkeit ist heute kein Makel mehr - es kann jeden treffen, und überleg mal wieviel 5 Millionen Arbeitslose in einem Volk mit 37 Millionen Beschäftigen (wenn ich die Zahl richtig weiß) sind… jeder 5. Erwerbsfähige ist arbeitssuchend, und im Lebenslauf hat es vermutlich jeder 3. oder 4. stehen. Du bist da also keineswegs das schwarze Schaf unter vielen weißen Lämmern.
Du mußt also nicht resignieren oder defensiv darüber reden, sondern Du kannst ganz selbstbewußt und offen dazu stehen daß Du arbeitssuchend bist. Das ist so - na und?
Stell Dir vor - Du hast „immerhin“ H-IV… Ich kenne jemanden, der hat momentan keinen Job, kein Harz IV, nicht mal eine Krankenversicherung. Er lebt noch von Ersparnissen und dem Dispo, aber das wird in 1, 2 Monaten zu Ende sein - dann wird’s wirklich eng. Aber nicht weil er ein Penner ist, sondern weil man erst unterstützt wird wenn man mindestens 1 Jahr in den letzten 3 Jahren beschäftigt war - sonst gibt’s gar nix vom Amt, jedenfalls nicht wenn dann noch 1, 2 ungünstige Nebenfaktoren im Spiel sind.
Es gibt Leute, die sind unheilbar krank, leben in Elendsgebieten, im Krieg…
Was gäben die alle darum wenn sie mit Dir und Deiner relativen Sicherheit und Deinem bescheidenen Wohlstand tauschen könnten…?
Also siehe Dein Leben und Deine Situation eher positiv. Siehe es so daß Du auch in den Lücken etwas gelernt hast, Dich auch während der kurzen Beschäftigungen etwas gelernt und gewonnen hast, Deinen Horizont erweitern konntest. Auch in den 2 Monaten bei der Firma XY hast Du etwas Sinnvolles getan und Du hast Erfahrungen mit … gewonnen. Es hat Dich persönlich bereichert und Dir genutzt. Auch in den „Lücken“ hast Du etwas Sinnvolles gemacht - eine Auszeit genommen, eine Familie gegründet, Dich mit … beschäftigt. Und das hat Dir genutzt, Du hast etwas daraus gewonnen, nämlich …
So kriegst Du im Grunde jede Lücke weg, denn Du kannst immer argumentieren was Du dazugelernt unf gewonnen hast (und selbst wenn Du mal etwas erfindest
), was es Dir genutzt hat. Du mußt nur bereit sein es so darzustellen und zu Dir und dem Lebenslauf zu stehen, und Dich nicht der in der Öffentlichkeit propagierten Wahrnehmung zu unterwerfen daß Dein Lebenslauf katastrophal wäre…
Natürlich kann es sein daß Du nur schwer einen Job findest. Aber laß Dich nicht unterkriegen und komme erst Mal aus dieser Resignation heraus. Die halte ich für viel gefährlicher als jeden Lebenslauf…
Alles Gute,
MecFleih