Verlegen der (ersten?) TAE im Haus

Guten Abend,

habe folgendes Problem, bin leider was praktische Verkablung angeht ein ziemlicher Laie:

In einem Einfamilienhaus befindet sich die erste TAE-Dose im Keller, daran haengt derzeit noch eine Amex-I-Telefonanlage, welche mit vier im Haus verteilten Telefonen verbunden ist. Demnaechst wird der DSL-Anschluss aufgeschaltet. An diesen soll ein Rechner im 1. Stock angeschlossen werden (z.B. per WLAN)

Ich hatte ursprünglich vor, den WLAN-Accesspoint direkt in den Keller zu stellen, hab jetzt aber gesehen, dass der Empfang dann im 1. Stock extrem schlecht ist (zwei Decken sind da offensichtlich zuviel).

Also gibts da ein Problem. Ich will keine neuen Kabel ziehen, da überall Holzdecken, Teppiche und Einbaumöbel im Weg sind.

Lösungsidee: Die alte Telefonanlage samt Verkabelung wird eigentlich nicht mehr benoetigt, da die alten Telefone Mietgeräte sind, ergo muss eh Ersatz beschafft werden -> das koennten dann auch Schnurlosgeräte sein.

Also könnte man dann die bereits vorhandenen Kabel zum Verlegen der „ersten“ TAE-Dose vom Keller in den ersten Stock missbrauchen.

Hab mir das angeschaut: das Kabel welches in Frage kommt ist genaugenommen ein Kabel mit vier Drähten. Kann ich da einfach die zwei von nehmen, die mit einer Dose im ersten Stock verbunden sind, und diese auf Pin 5 und 6 der Dose im Keller stecken?
Oder sollte ich die Dose ausbauen und diese überbrücken, z.B. mit Lüsterklemmen?

Könnte ich dann einfach im ersten Stock den Splitter an die Dose stecken, oder stelle ich mir das zu einfach vor?

Falls das so funktionieren würde: wäre so ein Vorgehen legal? Hab mal irgendwo gelesen, dass man an die erste Dose im Haus nicht dran darf?

Freue mich, von Euch schlauer gemacht zu werden.

Danke und Gruesse
Karsten

Hallo,

vier Adern reichen doch für (analog-)Telefon und DSL, und das ohne die Monopol-Dose zu ändern. Ggfs. könnest du sogar bei Telefonanlage und analogen Geräten bleiben. Nur wenn du ISDN haben willst, geht das nur, wenn du da, wo der PC hin soll, entweder per Telefonanlage im Keller nur ein analoges Telefon hinstellst oder aber die ISDN Basis der Schnurlosgeräte woanders anschließt.

analog, Tel-Anlage im Keller:
T-Dose -\> Splitter -\> Tel-Anlage -\> 2 Adern des PC-Kabels -\> .... -\> Telefondose (Klemmen a+b)
 ---------------\> restliche 2 Adern .... -\> RJ45 Dose (Klemmen 4+5) am PC -\> Modem / Router

analog, ohne Tel-Anlage, Basis am PC Anschluss
T-Dose -\> Splitter -\> 2 Adern (wie oben) 
 -\> 2 Adern

ISDN ohne Telefonanlage
T-Dose -\> Splitter -\> NTBA -\> 4 Adern zu anderem Anschluss
 ---------\> 2 Adern zu PC wie oben

ISDN, Tel-Anlage
T-Dose -\> Splitter -\> NTBA -\> Tel-Anlage -\> 2 Adern des PC-Kabels -\> .... -\> Telefondose (Klemmen a+b)
 -----------------------\> restliche 2 Adern .... -\> RJ45 Dose (Klemmen 4+5) am PC -\> Modem / Router

Bei den Varianten mit Anlage werden da natürlich auch noch die weiteren Nebenstellen angeschlossen.

An der T-Dose musst du da jeweils nichts ändern, nur den Splitter einstecken. Der Splitter (auch der NTBA bei ISDN) hat Klemmen zur Festverdrahtung unter einer Klappe, die meisten Tel-Anlagen haben auch entsprechende Klemmen zur Festverdrahtung (merke die bei der aktuellen Telefonlange, welche Adern von den 4 Telefonen wo angeschlossen sind…).

Alexander

Hallo Alex,

erstmal vielen Dank!

Gemeint ist ein analoger Anschluss,
deswegen sind die ersten beiden Alternativen sehr verlockend!

analog, Tel-Anlage im Keller:
T-Dose -\> Splitter -\> Tel-Anlage -\> 2 Adern des PC-Kabels -\> .... -\> Telefondose (Klemmen a+b)
 ---------------\> restliche 2 Adern .... -\> RJ45 Dose (Klemmen 4+5) am PC -\> Modem / Router

analog, ohne Tel-Anlage, Basis am PC Anschluss
T-Dose -\> Splitter -\> 2 Adern (wie oben)
 -\> 2 Adern

Allerdings sehe ich da ein Problem: heute wird als DSL-Hardware doch meistens so eine „all-in-one“-Kiste (Splitter+Modem in einem) bereitgestellt.

Gesetzt der Fall das ist so, und ich schliesse die tatsaechlich ordnungsgemaess an der vorhandenen „Monopol“-Dose im Keller an: kann ich dann die vorhandenen vier Adern für eine 10Mbit-Leitung (10BaseT) zu der angedachten RJ45-Dose im 1. Stock verwenden?

Wäre das dann aber vll. doch einfacher, einfach zwei Adern zu nehmen, und die „Monopol-TAE“ (mit Splitter und Modem) im 1.Stock zu haben?

Was meinst Du/Ihr?

Danke und Gruesse
Karsten

Hi Carsten!

Zunächst einmal eine kurze Aufklärung:
Der Splitter ist ein separates gerät, das IN JEDEM FALL vor das modem oder die TK Anlage kommt.
Der Splitter ist ein Gerät das die Signale (Telefon und DSL) aus dem ankommenden Signal auf die jeweils richtigen Buchsen aufteilt. Ich kanns nicht mit 100%iger Sicherheit sagen, aber man macht sich sicherlich zu Nutze daß das telefon (analog) nur die bandbreite bis 3,4 kHz nutzt. Die Badbreite würde bei weitem nicht reichen um 1MBit zu übertragen (zumindest nicht mit den verfahren die heutzutage genutzt werden). Daher wird das DSL-Sgnal mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im frequenzband höher angesiedelt sein.
Du hast sicher schon bei lautsprechern von Hoch- und Tieftönern gehört. Damit die das passende wiedergeben ist ihnen eine frequenzweiche vorgeschaltet die das ankommende Signal entsprechend verteilt (Eigentlich recht simpel gestrickte Dinger übrigens). nix anderes macht der Splitter!

Tel und DSL über das eine Kabel zu führen sollte auf die Distanz kein wirkliches Problem darstellen. Machst ja keinen unintelligenten Eindruck, so dass Du im Zweifelsfall sicher schnell erkennst wenn es doch nicht klappt.

Noch viel Erfolg bei deinen bastelstunden :wink:

Übrigens find ich es sehr löblich daß Du Dir im voraus gedanken machst und Dir auch den eventuellen Zank mit der telekom ersparen willst.

Gruß Marco

Hallo Karsten,

Allerdings sehe ich da ein Problem: heute wird als
DSL-Hardware doch meistens so eine „all-in-one“-Kiste
(Splitter+Modem in einem) bereitgestellt.

Kenne ich ehrlich gesagt keinen Anbieter, der Splitter ist bei den mit bekannten Anbietern immer extra, Modem, Router, WLAN, evtl. Internettelefonie ist dann in einem Kasten.

Gesetzt der Fall das ist so, und ich schliesse die
tatsaechlich ordnungsgemaess an der vorhandenen „Monopol“-Dose
im Keller an: kann ich dann die vorhandenen vier Adern für
eine 10Mbit-Leitung (10BaseT) zu der angedachten RJ45-Dose im

  1. Stock verwenden?

Kann ich mir nicht so richtig vorstellen das das funktioniert, Telefonkabel ist für Ethernet nicht wirklich geeignet. Andersrum würde es gehen (Telefon über Ethernetkabel), das hilft dir aber nicht…

Wäre das dann aber vll. doch einfacher, einfach zwei Adern zu
nehmen, und die „Monopol-TAE“ (mit Splitter und Modem) im
1.Stock zu haben?

Ja, geht auch. Falls du aber eine Telefonanlage verwenden willst, wegen den Anschlüssen der anderen Nebenstellen nicht sinnvoll…

Alex

Hallo zusammen,

Kenne ich ehrlich gesagt keinen Anbieter, der Splitter ist bei
den mit bekannten Anbietern immer extra, Modem, Router, WLAN,
evtl. Internettelefonie ist dann in einem Kasten.

Geht um Alice-Dsl in einem Gebiet, das von Hansenet via Reseller (vmtl. QSC) versorgt wird. Heisst konkret: es gibt dort - trotz „Festnetz-Flatrate“ - keinen echten Telefonanschluss, die *ganz normale* Telefonie wird über die Box realisiert (technisch baut die wohl einen VPN-Tunnel zu alice auf und macht dann normales Voip).

Siehe z.B. diesen Thread

http://www.planet3dnow.de/vbulletin/showthread.php?p…

Bei der Kiste (ist noch nicht gekommen, deswegen spekulativ) wird es sich also um eine dieser Sphairon-Boxen handeln,
die alles integriert hat.

Hab gerade noch bei der Alice-Hotline angerufen,
der Splitter ist da definitiv drin integriert,
also nicht extern.
Damit faellt die von Alex vorgeschlagene Loesung doch weg, nicht?

Hab die Hotline auch gefragt, wozu die mir raten wuerden - die meinten, dass vernuenftigste sei, die Box in den ersten Stock zu stellen, und fuer die Strecke die vorhandenen Kabel zu nuetzen.

Daher leider nochmal zurueck zur Ausgangsfrage:
Was mach ich mit der TAE im Keller?
Soll ich da einfah eine Leitung, die in den ersten Stock geht, an 5+6 anschliessen? Das waere doch legal, aber wuerde das auch funktionieren?

Oder soll ich die Dose „überbrücken“, z.B. per Luesterklemme?
Wozu würdet Ihr mir raten?

Danke und Gruesse
Karsten

Man lernt nie aus…
Hi Karsten!

Bin überrascht, aber man lernt ja immer gerne was dazu. ;o)

beide Vorschläge von Dir ham was für sich. An den Klemmen 6 und 5 abzugreifen ist legal und die lüsterklemmen sind sicherer.

Will heißen:
So eine TAE-Dose hat 6 Klemmen und (wenn man in die Buchse schaut) dort auch 6 Kontakte. Diese sind identisch mit den 6 Klemmen, wobei man unten links anfängt zu zählen und sich dann im Uhrzeigersinn bewegt. Die vier unteren Kontakte haben aber im gegensatz zu den beiden Oben jeweils eine verbindung zum jeweiligen Kontakt auf der anderen seite (solange kein stecker in der dose ist). daraus folgt daß (wenn nix gesteckt ist) das Potential (meinetwegen auch Signal) der Klemme 1 auch an der Klemme 6 und das Potential der Klemme 2 an der Klemme 5 anliegt. Folglich müßtest Du das bei der nächsten Dose wieder drehen.

Dose1 1->6 -> Dose2 1
Dose1 2->5 -> Dose2 2

Eigentlich kein Hexenwerk.
DER DICKE HAKEN an der geschichte ist der, daß der kontakt zwischen den Klemmen nicht immer Astrein ist. Dadurch kann es zu üblen Störungen kommen. Oftmals sogar schon bei telefongesprächen (pfeifen, rauschen, knacksen etc.). Muß natürlich nicht sein.
ich würde Dir vorschlagen es zunächst über den Abgriff an Klemme 6 und 5 zu versuchen und wenn es da probleme gibt klemmst Du die Adern einfach parallel an die Klemmen 1 u. 2 (also von 6 auf 1 und von 5 auf 2).

Zur Ehrrettung aller die meinten daß der Splitter nie integriert ist sei noch gesagt daß dem auch in der Variante nicht so ist. Die Kiste, so wie Du sie beschrieben hast, hat in der Amtsrichtung ja „lediglich“ die DSL-Schnittstelle. Es wird also gar kein „richtiges“ telefonsignal mitgesandt, sondern „nur“ eine VoIP-Telefonie realisiert. Solange Du aber weder Fax noch EC-Cash gebrauchst sollten die Nachteile relativ vernachlässigbar sein. Ist sicherlich auf lange Sicht die Zukunft.

Gruß marco