Meinst du den Zweck (überspitzt gesagt), dass der Staat
möglichst viel Steuern einnehmen möchte? Oder spielst du auf
etwas Höheres und Nobleres an? Die Nichtanerkennung solcher
Verluste läuft nämlich ein bisschen meinem
Gerechtigkeitsgefühl zuwider, wenn ich z.B. an solche Begriffe
wie Leistungsfähigkeitsprinzip oder Steuergerechtigkeit denke.
Ich muss hier mal was grundsätzliches sagen zu den Fragen die gestellt werden und den Antworten die gegeben werden.
Ich verstehe wenn Dir manche Antworten unhöflich vorkommen, aber es ist manchmal nervig mit diesen Fragen. Natürlich werden die Fragen meistens von Laien gestellt, aber warum brauchen die Laien dann Gesetzesfundstellen und Urteile, die sie sowieso nicht verstehen? Das ist jetzt nicht überheblich gemeint. Auch mir fällt es oft schwer eine Fundstelle beim ersten Lesen zu verstehen, aber ich arbeite auch schon ein paar Jahre in dem Bereich.
Und diese konkrete Frage von Dir und Dein Gerechtigkeitsgefühl in allen Ehren, aber nur weil keiner Steuern zahlen will kann der Staat nicht alles zum Abzug zulassen. Ich will auch keine Steuern zahlen, und ich will meinen Porsche auch als außergewöhnliche Belastung geltend machen, weil das Aufwendungen sind die die Mehrzahl der Steuerpflichtigen nicht hat. Aber das geht halt nicht, und das ist auch gut so.
Kursgewinne will niemand versteuern, aber Kursverluste soll bitte die Allgemeinheit übernehmen. Das ist das gleiche Prinzip wie es die (großen) Unternehmen gern hätten: Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren. So geht’s einfach nicht.
Bei der momentanen Krise wird zumindest diskutiert, dass die Banken verstaatlicht werden dafür dass Bürgschaften gewährt bzw. Schulden übernommen werden. Und das ist auch richtig so: Leistung und dafür Gegenleistung.
Wenn Du also willst dass der Steuerzahler Deine Verluste übernimmt, dann will ich als Steuerzahler aber dass Du eine Gegenleistung erbringst. Also z. B. Deine Wertpapiere auf den Staat überschreiben oder eine Hypothek auf Dein Haus eintragen. Dann können wir darüber reden.