HiSharon,
Das setzt aber voraus, daß man eine Infektion erkennt!
Bei grippalen Infekten kann es zweifelsfrei jeder Laie, bei
anderen Dingen tun sich sogar Fachärzte schwer, es richtig zu
erkennen. Zum Beispiel ist das in der Dermatologie nicht ganz
einfach oder denke da an Infekte an Inneren Organen, die auch
schon mal klinisch fast stumm verlaufen können.
Gerade da hat der Heilpraktiker diagnostische Möglichkeiten, die der Arzt nicht hat, um diese Infekte zu finden.
Ich finde es ehrlich gesagt ziemlich anmaßend zu behaupten,
man würde den Patienten sofort zum Arzt schicken, wenn man was
sieht. (Dieser Satz war an deine Berufsgruppe allgemein
gerichtet und nciht an dich persönlich).
Was soll bitte daran anmaßend sein? Verstehe ich nicht.
Ich schicke nicht jeden Patienten, bei dem ich einen Infekt finde zum Arzt, sondern nur den, der einen Infekt hat, bei dem eine Antibiotikabehandlung nicht zu vermeiden ist.
Ich sehe leider immer wieder Fälle von teilweise schweren
Folgeerkrankungen und -schäden, weil diese Leute von
Naturheilkundlern und Heilpraktikern völlig falsch und
unzureichend „behandelt“ worden sind.
OK, Wir könnten das jetzt gegeneinander aufrechnen, denn ich sehe auch immer wieder Patienten, die vom Arzt völlig falsch behandelt wurden und z.T.Schäden erlitten haben.Du musst aber nur mal in die Zeitung sehen, da wird immer wieder von ärztlichen Behandlungsfehlern mit letalem Ausgang berichtet. Ich habe auch selber früher mal in der Krankenpflege gearbeitet und habe einige fahrlässige Tötungen im Krankenhaus miterlebt.
Fazit:
In beiden Berufsgruppen gibt es gute und schlechte Behandler. Ich könnte mich stundenlang sowohl über
schlechte Ärzte wie auch über spinnerte Heilpraktiker/innen aufregen. Es gibt leider nicht wenige Heilpraktiker, von denen ich mich deutlich distancieren möchte. Es sind vor allem die älteren Muttis, die, nachdem die Kinder aus dem Haus sind
einen neuen Sinn in ihrem Leben suchen und eine HP-Ausbildung machen. Dann hüpfen sie mit dem Pendel um ihre Patienten und treiben sonstigen Unfug. Das finde ich peinlich für den gesamten Berufsstand.
Es gibt dann aber auch Heilpraktiker, die oft aus anderen medizinischen Berufen kommen, ein solides medizinische Wissen haben und sich ständig fortbilden.
Ein guter HP zeichnet sich auch dadurch aus, dass er ganz klar seine Grenzen erkennt und rechtzeitig zum Arzt überweist. Einige Kollegen arbeiten auch recht gut mit Ärzten zusammen, wobei es dann Ärzte sind, die ihrerseits ihre Grenzen erkennen und dann auch Patienten zum HP schicken. Das ist gar nicht so selten und auch zu mir haben Ärzte schon Patienten geschickt.
Man sollte also schon zwischen seriösem Heilpraktiker und durchgeknallten Spinnern unterscheiden.
Kleine Anekdote am Rande:
Es gibt gelegentlich Ärzte, die spinnerter sind als manche HPs. Vor Jahren habe ich als Patient einen Internisten aufgesucht, der sich, wie viele andere das Schild „Naturheilverfahren“ an die Tür geschraubt hatte. Als er dann mit seinem Biotensor (Art von waagerechtem Pendel)auf mich losging habe ich dann fluchtartig die Praxis verlassen.
Wenn man sich schon auf die Diagnosefähigkeiten von
Heilpraktikern verlassen will, dann sollte dieser vorher ein
Medizinstudium wenigstens abgeschlossen haben! Alles andere
ist gemeingefährlich!
Dann wäre er kein Heilpraktiker, sondern Arzt!!!
Kommt da etwa bei dir schon die allseits bekannte ärztliche Arroganz zum Vorschein? Nur wer Medizin studiert hat darf Patienten behandeln?
Das hätte ich von dir nicht erwartet.
Schade, hast mich jetzt enttäuscht.
Zum Schluß aber noch ein paar Worte zu den chronischen Krankheiten. Natürlich treten im Alter vermehrt degenerative Erkrankungen auf, aber es gibt auch eine Vielzahl von chronisch Kranken, die durch rein symtomatische Behandlung produziert werden. Krankheiten werden dann nicht ursächlich behandelt und zur Ausheilung gebracht, sondern Symptome werden zugekleistert und unterdrückt.
So, das reicht
Gruß
KH
).