Vorratsdatenspeicherung und Schutz dagegen

Hi

sich von IP Adresse (=lokaler Punkt auf der Erde
nachvollziehbar bis auf wenige meter) angemeldet und eine
Nachricht an Mailadresse Z gesendet.

Na, das wäre dann ja vielleicht eine Möglichkeit zumindestens den doofen Spammern Herr zu werden. :wink:

Gruß
Edith

Hi,

Na, das wäre dann ja vielleicht eine Möglichkeit zumindestens
den doofen Spammern Herr zu werden. :wink:

Nein, wäre es nicht. Denn die Spammer sitzen nicht in Deutschland oder der EU. Darum gilt dort weder der Generalverdacht für die gesamte Bevölkerung noch gibt es irgend eine gesetzliche Handhabe gegen die Spammer.

Im übrigen sind die größten Spammer bereits namentlich bekannt. http://www.spamhaus.org/statistics/spammers.lasso

Wie du sehen kannst: von denen ist kein einziger in EU-Europa beheimatet.

Gruß

Fritze

Hü,

Nun zur Frage: Wie schütze ich mich davor?

Eben gerade gefunden:

http://wiki.vorratsdatenspeicherung.de/VDS-umgehen

Die meisten wirksamen Hinweise aus dieser Liste laufen darauf hinaus, das Internet und Telefonie nicht mehr zu nutzen. Eine Briefkastenfirma auf den Cayman Islands zu gründen und über einen Russischen Provider zu hosten halte ich für den Privatanwender für reichlich unrealistisch. Auch das Nutzen von Telefonzellen (aber bitte weit weg vom Wohnort und den regelmäßigen Strecken) ist wenig praktisch. Der anonyme Kauf von Pre-paid Handys ist in Deutschland ebenfalls nicht möglich. Wie lange das im EU Ausland noch funktionieren wird, ist unklar. Derzeit kann ich für Belgien sagen, dass das noch geht. Aber dann wird mobil telefonieren in Deutschland wirklich sauteuer. Dann doch lieber Brieftauben …

Einzig die vermehrte Nutzung von IM Software ist sicher im Sinne des Nutzers. Dass dabei selbstverständlich ebenfalls die Verbindungsdaten gespeichert werden, sollte aber jedem klar sein. Und um die ging es doch, oder?

Gruß

Fritze

1 „Gefällt mir“

Hallo,

Ich sehe das größere Problem darinnen, daß es gegen echte
Vollblutverbrecher ohnehin nix helfen wird, denn die wissen
mit Sicherheit wie sie der Erfassung entgehen können.

Ja. Sie nutzen die Dienste ohnhin nicht oder „konspirativ“. Es ist für Terror- und größere Verbrecherorganisationen nämlich wenig problematisch, eigene Server im „freundlichen“ Ausland zu betreiben. Aber das dieses Datensammlung genau Null zur Terrorismus- und Verbrechensbekämpfung beiträgt ist selbst den Politikern, die das Gesetz verabschiedet haben, bekannt.

Ansonsten ist mir schon seit Jahren bewußt, wie gläsern der
Mensch im Zeitalter der Datenverarbeitung geworden ist und mir
ist es lieber, wenn ich weiß, daß Daten gespeichert werden,
als wenn es still und heimlich geschieht.

Mir wäre es am allerliebsten, der Gesetzgeber nähme den Datenschutz endlich ernst und erließe entsprechend harsche Gesetze, die das übliche Datensammeln stark einschränken, die Auskunftsrechte der betroffenen Menschen stark ausweiten und die Beweislast sowie fälligen Entschädigungen stark zu Gunsten der Geschädigten verschieben würden.

Ich glaube auch nicht, daß eine andere Regierung irgendwas
nützen würde. Die Möglichkeiten sind vorhanden und werden
daher auch genutzt werden.

Zumindest machten sich die Menschen dann strafbar, wenn sie es trotz eines ausdrücklichen Verbotes nutzten. Das wäre mir in der Tat erheblich lieber, als die staatlich subventionierte Spannerei.

Gruß

Fritze

Hallo,

was können die mit der Vorratspeicherung denn noch alles
feststellen.

Das kommt darauf an.

Jedes Dateipaket was man lädt oder wie?

Nein.

Also wenn ich von Chip den Ccleaner lade, wissen die, dass ich
von Chip den Ccleaner Version 2.xx geladen habe?

Nein. Laut dem neuen Gesetz wissen „die“, dass Du am soundsovielten um soundsoviel Uhr bis soundsoviel Uhr mit der IP Adresse xyz im Internet unterwegs warst. Wenn Du dann noch Emails abfragst/verschickst, wissen Sie, mit welcher Adresse Du zu welcher anderen Adresse Kontakt hattest.

Anders als im Vorratsdatenspeicherungs-Wiki (siehe unten) missverständlich formuliert, werden übrigens auch bei VoIP grundsätzlich die Verbindungsdaten der Gesprächsteilnehmer vorratsdatengespeichert. Siehe dazu §113a, Absatz 2, Satz 5 des neuen Telekommunikationsgesetzes.

Wenn jetzt ein „Rechteinhaber“ wissen will, wer BlödeSoftware Version 2.xx runtergeladen aber nie bezahlt hat, dann fragt er einfach als berechtigte Person via einem Richter nach, wer denn dann-und-dann die IP soundso hatte. Und schwupps wissen „die“, dass Du von DummeSeite die BlödeSoftware Version 2.xx geladen hast.

Gruß

Fritze

1 „Gefällt mir“

Webmail

Es geht darum, das potentiell
meine verbindungsdaten und E-mail Header protokolliert werden
und nun mal Benutzerprofile (die einfache Anwendung dafür wäre
Werbung und Spam, weitere Anwendungen überlasse ich der
Phantasie!) ebenso erstellt werden können wie z.B. das
weiterleiten der „Daten“ in falsche Kanäle.

Ganz einfach - es werden Verbindungsdaten und E-mail Header, nicht jedoch http-Zugriffe geloggt.

Instant Messenger löschen. Email-Programm löschen. Webmailer benutzen.
Das funktioniert natürlich nicht, wenn der Depp auf der anderen Seite immer noch ein email-Programm benutzt, weil dadurch deine email-Adresse im Klartext wieder in einem Header auftaucht. Aber wenn beide Seiten Webmail benutzen, gibt’s nirgendwo einen email-Header zu sehen.
Und wenn man sich dann noch zur Angewohnheit macht, seinen Webmailer niemals direkt, sondern nur über einen (wechselnden) Anonymizer aufzusuchen, dann dürfte auch die Überwachung dieser Webseite verdammt schwierig werden.

Weshalb das ganze Gesetz völliger Blödsinn ist. Denn wenn ich darauf komme, dann andere auch. Die Informationen, die Schäuble haben will, bekommt er nur mit einer totalen Überwachung. Und dann ist das Internet eh im Arsch (und Deutschland gleich mit).

Wobei ich mir die Frage stelle, wie die Daten im Moment klassifiziert werden.
Eine Inhaltsanalyse oder doch der Einfachheit halber über die verwendeten Ports? Ich denke mal, bis auf weiteres dürfte alleine das Verwenden ungewöhnlicher Ports schon ein Gewinn sein.

Hallo,

Ganz einfach - es werden Verbindungsdaten und E-mail Header,
nicht jedoch http-Zugriffe geloggt.

So weit, so gut.

Instant Messenger löschen.

Warum? Die Inhalte von IM werden bisher nicht vorratsdatengespeichert.

Email-Programm löschen. Webmailer benutzen.

Hä? Warum denn das?

Das funktioniert natürlich nicht, wenn der Depp auf der
anderen Seite immer noch ein email-Programm benutzt, weil
dadurch deine email-Adresse im Klartext wieder in einem Header
auftaucht.

Wieso ist der Nutzer eines MUA ein Depp, der Nutzer eines Webmailers hingegen ein Held?

Aber wenn beide Seiten Webmail benutzen, gibt’s nirgendwo einen
email-Header zu sehen.

Mich würde interessieren, wie die Emails dann zugestellt werden. Per Telepathie?

Und wenn man sich dann noch zur Angewohnheit macht, seinen
Webmailer niemals direkt, sondern nur über einen (wechselnden)
Anonymizer aufzusuchen, dann dürfte auch die Überwachung
dieser Webseite verdammt schwierig werden.

Nichts ist einfacher, als Webmailer zu überwachen. Da hat der User es doch überhaupt nicht in der Hand, welche Daten wie wann wo gespeichert und weitergegeben werden.

Die Informationen, die Schäuble haben will, bekommt er nur
mit einer totalen Überwachung.

Darum will er ja genau diese.

Und dann ist das Internet eh im Arsch (und Deutschland gleich mit).

Dem Internet ist es wurscht, Deutschland wäre dann allerdings „im Arsch“.

Gruß

Fritze

Instant Messenger löschen.

Warum? Die Inhalte von IM werden bisher nicht vorratsdatengespeichert.

Es werden bisher keinerlei Inhalte gespeichert, bei keinem Dienst - aber die Verbindungsdaten.

Man kann hinterher von dir sagen, wann du mit wem über welchen IM-Dienst gesprochen hast.
Zwar keine Inhalte, aber das wird niemanden kratzen, wenn dein Gesprächspartner eine Bombe gelegt hat. Dann wird Schäubles General-Paranoia aus dir armen Würstchen (ist nicht beleidigend gemeint) einen Terroristen machen, auch wenn ihr euch nur über den neuen Spider-Man-Film unterhalten habt.

Email-Programm löschen. Webmailer benutzen.

Hä? Warum denn das?

Weil dann für die Überwachungsprogramme keine emails ausgetauscht werden. Es ist dann nämlich „nur“ ein http-Zugriff, kein email-Versand.

Wieso ist der Nutzer eines MUA ein Depp, der Nutzer eines
Webmailers hingegen ein Held?

Weil bei einem Webmailer keine email-Header deinen Computer verlassen bzw. von diesem geladen werden. Es sind nur einfache Anzeigen von Webseiten.

Mich würde interessieren, wie die Emails dann zugestellt
werden. Per Telepathie?

Von Server zu Server.
Aber es werden ja nicht die Server überwacht, sondern die Endgeräte = eure Computer.
Im Idealfall (wenn dein Partner den gleichen email-Provider hat) werden die emails noch nicht mal versandt, sondern nur in einen anderen Ordner verschoben.

Nichts ist einfacher, als Webmailer zu überwachen. Da hat der
User es doch überhaupt nicht in der Hand, welche Daten wie
wann wo gespeichert und weitergegeben werden.

Da hast du zwar recht, aber mit der jetztigen Gesetzgebung werden ja nicht die mail-Server überwacht, sondern dein Rechner. Natürlich wird Kamerad Schäuble und seine Spiessgenossen bei Verdacht deine gesammte Kommunikation überwachen. Aber wenn der Webmailer in Korea steht, dürfte das nicht so einfach sein.
Unabhängig davon: Bei einer Total-Überwachung ist eh gar nichts mehr sicher, dann wird auch dein Telefon abgehört und deine Briefe geöffnet, dann bist du eh am A****

Die Informationen, die Schäuble haben will, bekommt er nur
mit einer totalen Überwachung.

Darum will er ja genau diese.

Aber die hat er noch nicht.

Ich würde vorschlagen, du informierst dich erst mal genau, worum es bei der Vorratsdatenspeicherung überhaupt geht. Ich hab das Gefühl, du gehst da von falschen Tatsachen aus.

Es werden (noch) keinerlei Inhalte gespeichert - nur Verbindungsdaten.
Man weiss, wann du online warst, mit wem du email oder IM-Nachrichten ausgetauscht hast, wann du mit wem telefoniert hast.
Und wenn man IM nicht mehr benutzt und seine emails per webmailer austauscht, dann fallen diese beiden Überwachungen weg bzw. laufen ins Leere.

Und dann ist das Internet eh im Arsch (und Deutschland gleich mit).

Dem Internet ist es wurscht, Deutschland wäre dann allerdings „im Arsch“.

Da hast du recht, da hab ich mich ungeschickt ausgedrückt.
Ich meinte, das damit (generelle Überwachung auch der Inhalte) die Nutzung des Internets in Deutschland faktisch unmöglich wird (wir können in dem Falle diesem Medium keine geschäftlichen Informationen mehr anvertrauen) - und da beispielsweise in unserer Firma sehr viel über das Internet läuft, wird uns das einiges kosten. Oder halt Deutschland, denn Holland liegt nur 30 km weiter und würde sich auch über unsere Steuerzahlungen freuen . . .

Hallo,

Es werden bisher keinerlei Inhalte gespeichert, bei keinem
Dienst - aber die Verbindungsdaten.

Das stimmt so nicht. Für mich sind Envelopedaten bereits Inhaltsdaten. Siehe dazu mehr weiter unten.

Man kann hinterher von dir sagen, wann du mit wem über welchen
IM-Dienst gesprochen hast.

Das gleiche gilt für Emails.

Email-Programm löschen. Webmailer benutzen.

Hä? Warum denn das?

Weil dann für die Überwachungsprogramme keine emails
ausgetauscht werden. Es ist dann nämlich „nur“ ein
http-Zugriff, kein email-Versand.

Wenn Email versendet wird, dann ist das ein Email-Versand. Dabei ist es vollkommen unerheblich, über welchen MUA ich das mache. Webmailer eingeschlossen!

Man kann für die komplette Verschleierung aber anonyme Remailer nutzen. Das geht mit MUA genauso, wie mit Webfrontends. Nur komfortabler.

Wieso ist der Nutzer eines MUA ein Depp, der Nutzer eines
Webmailers hingegen ein Held?

Weil bei einem Webmailer keine email-Header deinen Computer
verlassen bzw. von diesem geladen werden. Es sind nur einfache
Anzeigen von Webseiten.

Ja und? Du musst ja zunächst einmal ein Konto anlagen, um den Webmailer nutzen zu können. Damit ist Deine Emailadresse eindeutig mit Deinem Internetzugang verknüpft.

Mich würde interessieren, wie die Emails dann zugestellt
werden. Per Telepathie?

Von Server zu Server.
Aber es werden ja nicht die Server überwacht, sondern die
Endgeräte = eure Computer.

Du solltest Dir den Gesetzestext erstmal durchlesen, bevor Du so einen Unfug verbreitest. So gibt es jetzt im Kommunikationsgesetz einen Paragraphen 113a, in dessen Absatz (3) steht:

_Die Anbieter von Diensten der elektronischen Post speichern:

  1. bei Versendung einer Nachricht die Kennung des elektronischen Postfachs und die IP Adresse des Absenders sowie die Kennung des elektronischen Postfachs jedes Empfängers der Nachricht.

  2. bei Eingang einer Nachricht in einem elektronischen Postfach die Kennung des elektronischen Postfachs des Absenders und des Empfängers der Nachricht sowie die IP Adresse der absendenden Telekommunikationsanlage.

  3. bei Zugriff auf das elektronische Postfach dessen Kennung und die IP Adresse des Abrufenden.

  4. die Zeitpunkte der in den Nummern 1 bis 3 genannten Nutzungen des Dienstes nach Datum und Uhrzeit unter Angabe der zugrunde liegenden Zeitzone._

Alles klar?

Im Idealfall (wenn dein Partner den gleichen email-Provider
hat) werden die emails noch nicht mal versandt, sondern nur in
einen anderen Ordner verschoben.

Das ist auch wieder Unfug. Es findet ein Emailversand statt, der genau so wie oben protokolliert wird.

Da hast du zwar recht, aber mit der jetztigen Gesetzgebung
werden ja nicht die mail-Server überwacht, sondern dein
Rechner.

Es werden Mailserver und Dein Rechner überwacht.

Ich würde vorschlagen, du informierst dich erst mal genau,
worum es bei der Vorratsdatenspeicherung überhaupt geht. Ich
hab das Gefühl, du gehst da von falschen Tatsachen aus.

Das sagt mir ja der Richtige. Junge junge. Wenn man sich so weit aus dem Fenster lehnt, dann sollte man selbst doch lieber erstmal die Quelle konsultieren, nicht nur, was irgendwelche Blogs, die Computerbild oder Tante Erna darüber so geredet haben.

und da
beispielsweise in unserer Firma sehr viel über das Internet
läuft, wird uns das einiges kosten. Oder halt Deutschland,
denn Holland liegt nur 30 km weiter und würde sich auch über
unsere Steuerzahlungen freuen . . .

Dumm nur, dass es sich bei der Vorratsdatenspeicherung um ein europäisches Gesetz handelt, dass in Deutschland sogar mit „nur“ sechs Monaten sogar noch milde umgesetzt wurde. In den Niederlanden werden die selben Daten für 18 Monate gespeichert:

http://www.justitie.nl/images/5454571%20Wet%20cons_t…

Gruß

Fritze

Hallo,

Nun zur Frage: Wie schütze ich mich davor?

Zunächst einmal gar nicht. Es geht nämlich „nur“ um die
Verbindungsdaten an sich, nicht um den Inhalt. Gegen das
anfallen von Verbindungsdaten kann man sich kaum wehren.

Als europäischer Privatanwender muss man sich nunmal irgendwie
ins Internet einwählen, sei es per Modem, ISDN, UMTS, GPRS
oder DSL. Auch bei den Kabelanbietern bekommt man einen Satz
Verbindungsdaten verpasst.

Naja, wir können auch alle über alt.anonymous.messagess kommunizieren, indem wir dort an den Empfänger GnuPG-Verschlüsselte Nachrichten reinkippen. Die generierten Verbindungsdaten bei Verwendung eines lokalen Leafnode dürften wenig ergibig sein …

Wenn Das Viele Machen[tm] hat das nur einen ziemlichen Overhead …

SCNR,

Sebastian

Ich seh schon, wir reden völlig aneinander vorbei . . .
und offensichtlich hast du dir zwar den Gesetzestext angeschaut, bist aber nicht in der Lage, die mit den technischen Gegebenheiteiten in Deckung zu bringen.

  1. Wenn du einen Webmailer benutzt, verlässt keine email deinen Rechner.
    Nochmal: Deinen Rechner!
    Denn du benutzt nur eine Webseite (was zur Zeit noch nicht überwacht wird). Natürlich verschickt diese dann eine email - aber wenn dieser Webserver nicht in Europa, sondern beispielsweise in Korea steht, dann greift die Datenspeicherung nicht. Weil sich Korea einen Dreck um deutsche/europäische Gesetze schert.

Man kann für die komplette Verschleierung aber anonyme
Remailer nutzen. Das geht mit MUA genauso, wie mit
Webfrontends. Nur komfortabler.

Wohl kaum - egal, ob richtiger Server oder anonymizer - dein Rechner versendet eine email mit einem Header, der als solcher identifizierbar ist und damit wird der Header zusammen mit deiner IP-Adresse gespeichert.

Wenn du das nicht willst, musst du verhindern, das irgendetwas, das als email-Header identifizierbar ist, deinen Rechner verlässt oder von diesem geladen wird.

Ja und? Du musst ja zunächst einmal ein Konto anlagen, um den
Webmailer nutzen zu können. Damit ist Deine Emailadresse
eindeutig mit Deinem Internetzugang verknüpft.

Das ist zwar richtig - aber ich denke nicht, das ein koreanischer Server-Betreiber diesen Zusammenhang Hern Schäuble melden wird.
Und selbst in diesem Falle könnte man wieder über einen Anonymizer gehen und seine IP verschleihern. In diesem Beispiel sollte der Anonymizer dann natürlich weder in Europa noch in Korea, sondern in einem dritten Staat stehen. Brasilien vieleicht.

Du solltest Dir den Gesetzestext erstmal durchlesen, bevor Du
so einen Unfug verbreitest. So gibt es jetzt im
Kommunikationsgesetz einen Paragraphen 113a, in dessen Absatz
Alles klar?

Nein.
Du solltest dir mal überlegen, wo solch ein Gesetz gilt, und wie es gedacht ist.

Der Normalfall ist der User, der einen Account bei t-online oder Arcor oder so hat und auch sein email-Postfach dort hat. Und darauf bezieht sich das Gesetz.
Denn der Gesetzgeber will ja die Last (die Kosten) der Überwachung auf die Provider abwälzen.
User, die ihr Postfach bei einem anderen Provider als ihren Zugang haben, sind ja soch eher selten (geh jetzt nicht von dir und mir aus - nimm deine und meine Eltern, die typischen AOL-User halt).
Diese kannst du nur erwischen, indem du den Zugang vollständig überwachst und auf Daten, die in das Muster einer email passen (einem Header halt) überprüfst.

Benutze einen Webmailer am anderen Ende der Welt, und ein solcher Header wird deinen Rechner niemals verlassen . . .

Dumm nur, dass es sich bei der Vorratsdatenspeicherung um ein
europäisches Gesetz handelt, dass in Deutschland sogar mit
„nur“ sechs Monaten sogar noch milde umgesetzt wurde. In den
Niederlanden werden die selben Daten für 18 Monate
gespeichert:

Da habe ich nicht von der derzeitigen Praxis gesprochen, sondern von einer hypotetischen Totalüberwachung.
Ob Holland da mitziehen würde? Fragen über Fragen . . . :wink:

Hallo nochmal,

Natürlich verschickt diese [Webseite] dann eine email -
aber wenn dieser Webserver nicht in Europa, sondern
beispielsweise in Korea steht, dann greift die
Datenspeicherung nicht. Weil sich Korea einen Dreck um
deutsche/europäische Gesetze schert.

Ah ja. Weil wir ja alle Email Accounts in Korea haben. Ich glaube, verdammt wenige nutzen für ihre Email-Abwicklung Infrastruktur außerhalb von EU Europa. Das deutsche Gesetze nur in Deutschland gelten, versteht sich wohl von Selbst. Du hast geantwortet, man möge bitteschön einen Webmailer nutzen, da dann laut der neuen Gesetzgebung der Emailverkehr nicht überwacht würde. Das Gegenteil ist der Fall.

Die großen deutschen Webmail-Anbieter gmx.de, web.de, etc. sind alle von dem Gesetz betroffen. Auch der „typische AOL user“ wird fein mit überwacht. Das Rechenzetrum für Deutsche Nutzer steht in Frankfurt am Main. Als ich das letze mal auf die Karte geguckt habe, war das nicht nur in der EU sondern sogar in Deutschland.

Wohl kaum - egal, ob richtiger Server oder anonymizer - dein
Rechner versendet eine email mit einem Header, der als
solcher identifizierbar ist
und damit wird der Header
zusammen mit deiner IP-Adresse gespeichert.

Ja. Und genau dieser Header wird von den Remailern durch nicht rückverfolgbare andere Header ersetzt. Im übrigen bin ich mir nichtmal sicher, dass wir von den gleichen „Headern“ reden. Es geht hier nicht um diese lustigen „From:“ und „To:“ und sonstige Felder, die zum Inhalt der Nachricht gehören und daher beliebigen Unfug enthalten können, sondern um die SMTP Envelope Informationen, die wirklich den Absender und Empfänger enthalten.

Wenn du das nicht willst, musst du verhindern, das
irgendetwas, das als email-Header identifizierbar ist, deinen
Rechner verlässt oder von diesem geladen wird.

Nein. Wenn ich das nicht will, dann reicht es, wenn ich verhindere, dass diese Envelope-Informationen beim Empfänger ankommen. Mir geht es um den Inhalt der Nachricht, nicht um den Umschlag. Das man den Inhalt dann verschlüsselt, ist klar.

Ja und? Du musst ja zunächst einmal ein Konto anlagen, um den
Webmailer nutzen zu können. Damit ist Deine Emailadresse
eindeutig mit Deinem Internetzugang verknüpft.

Das ist zwar richtig - aber ich denke nicht, das ein
koreanischer Server-Betreiber diesen Zusammenhang Hern
Schäuble melden wird.

Dein „walla.com“ Account ist übrigens in Großbritannien angesiedelt. Also einem weiteren EU Land, dass den Umstieg von einer mustergültigen Demokratie hin zu einem Polizeistaat noch erheblich weiter vorangetrieben hat, als Deutschland. Dort nennt man das entsprechende Gesetz für die Vorratsdatenspeicherung übrigens „Anti-Terrorism, Crime and Security Act“.

Du solltest dir mal überlegen, wo solch ein Gesetz gilt, und
wie es gedacht ist.

Der Normalfall ist der User, der einen Account bei t-online
oder Arcor oder so hat und auch sein email-Postfach dort hat.
Und darauf bezieht sich das Gesetz.

Genau. Und Deine Empfehlung war: „Ganz einfach […] Webmailer benutzen.“ Diese Empfehlung ist für die Zielgruppe kompletter Mumpitz. Nicht mehr und nicht weniger habe ich sagen wollen.

Gruß

Fritze

Ah ja. Weil wir ja alle Email Accounts in Korea haben. Ich
glaube, verdammt wenige nutzen für ihre Email-Abwicklung
Infrastruktur außerhalb von EU Europa.

Nun, vieleicht sollte dieses Gesetz einige (die verstehen, was da gerade abgeht), dazu motivieren, sich die „Segnungen der Globalisierung“ (hüstel) auch mal zu nutze zu machen.

Die großen deutschen Webmail-Anbieter gmx.de, web.de, etc.
sind alle von dem Gesetz betroffen. Auch der „typische AOL
user“ wird fein mit überwacht. Das Rechenzetrum für Deutsche
Nutzer steht in Frankfurt am Main. Als ich das letze mal auf
die Karte geguckt habe, war das nicht nur in der EU sondern
sogar in Deutschland.

Ja, natürlich.
Darum ja auch außerhalb der EU.
Das ist ja das, was die breite Masse bisher noch nicht begriffen hat.
Im Internet liegt Korea gleich um die Ecke, ist auch nicht weiter weg als Frankfurt.

Wohl kaum - egal, ob richtiger Server oder anonymizer - dein
Rechner versendet eine email mit einem Header, der als
solcher identifizierbar ist
und damit wird der Header
zusammen mit deiner IP-Adresse gespeichert.

Ja. Und genau dieser Header wird von den Remailern
durch nicht rückverfolgbare andere Header ersetzt.

Das ist zwar richtig - aber erst mal musst du den Remailer doch erreichen.

Du scheinst zu glauben, das nur die email-Provider mitloggen. Das tun sie zwar, aber ebenso wird dein Internet-Zugang von deinem Service-Provider überwacht werden (müssen - denn sonst müsst das BKA oder wer auch immer im Fall der Fälle ja jeden einzelnen email-Provider ansprechen und die Daten mit den LogIn-Daten der Zugangs-Provider selber vergleichen) - d.h. deine email wird bereits erfasst, bevor sie den Remailer überhaupt erreicht - oder hast du einen Remailer, der man per VPN oder vergleichbarem erreichen kann? (In dem Falle würde im um eine PN bitten . . . :wink:

Nein. Wenn ich das nicht will, dann reicht es, wenn ich
verhindere, dass diese Envelope-Informationen beim Empfänger
ankommen. Mir geht es um den Inhalt der Nachricht, nicht um
den Umschlag. Das man den Inhalt dann verschlüsselt, ist klar.

Was dir nix hilft, wenn die Daten bereits beim Versand erfasst werden . . .

Dein „walla.com“ Account ist übrigens in Großbritannien angesiedelt.

Und?
Der Walla-Account ist exclusiv für dieses Board . . .
Ich hab ein paar Dutzend davon, über die ganze Welt verteilt.
Und tausch die alle paar Monate aus, wenn mir das Spam/Nutzlastverhältnis zu schlecht wird.

Ähm - ist du dir sicher mit GB? Die Einlog-Seite ist nämlich kyrillisch . . .
Und ursprünglich war’s mal ne italienische Seite - man kann sich echt auf nix mehr verlassen . . .

Genau. Und Deine Empfehlung war: „Ganz einfach […] Webmailer
benutzen.“ Diese Empfehlung ist für die Zielgruppe kompletter
Mumpitz. Nicht mehr und nicht weniger habe ich sagen wollen.

Okay, da geb ich dir recht. Ich hab den Verweis auf’s nicht-EU-Auslnag geschlabbert, dafür entschuldige ich mich.

Schönen Sonntag wünsch ich dir!

Hallo,

Nun, vieleicht sollte dieses Gesetz einige (die verstehen, was
da gerade abgeht), dazu motivieren, sich die „Segnungen der
Globalisierung“ (hüstel) auch mal zu nutze zu machen.

Nein. Die einzige richtige Reaktion auf diese unverschämte Gesetzgebung ist der Austausch der Gesetzgeber durch solche, die Bürgerrechte und Demokratie ernst nehmen und schützen wollen. Das ist natürlich ein mühsamer Weg, aber es ist der einzige erfolgversprechende.

Darum ja auch außerhalb der EU.
Das ist ja das, was die breite Masse bisher noch nicht
begriffen hat.
Im Internet liegt Korea gleich um die Ecke, ist auch nicht
weiter weg als Frankfurt.

Es ist in sofern erheblich weiter weg, als mir Datenschutzgesetze und Überwachungsgepflogenheiten in Ländern wie Korea (ich nehme an, Du meinst den Süden?), Israel oder den USA komplett unbekannt sind und ich im Zweifelsfall nichts unternehmen kann, um mich gegen Missbrauch zu wehren.

Gerade in den USA oder Israel könnte ich mir vorstellen, dass dort noch ganz anders überwacht wird, als hierzulande. Wenn Du mir Verweise auf Koreanishe Datenschutzgesetze liefern kannst, würde mich das echt interessieren.

Du scheinst zu glauben, das nur die email-Provider mitloggen.

Email-Verkehr wird laut Gesetz nur von Email-Anbietern mitgeloggt. Und zwar im Zusammenhang mit dem Email-Service, nicht vom ISP bei jedem SMTP/POP3/IMAP Zugriff. ISPs speichern laut Gesetz nur Deine IP sowie Zeitpunkt und Dauer der Einwahl (bei UMTS/GPRS/etc. auch noch den Standort). Wenn Du also per SMTP oder POP3/IMAP mit einem Anbieter im Ausland kommunizierst, der nicht der Gesetzgebung in Deutschland/der EU unterliegt, dann wird das auch nicht vorratsdatengespeichert.

d.h. deine email wird bereits erfasst, bevor sie den Remailer
überhaupt erreicht

Aus den oben genannten Gründen ist das nicht der Fall.

  • oder hast du einen Remailer, der man per
    VPN oder vergleichbarem erreichen kann? (In dem Falle würde im
    um eine PN bitten . . . :wink:

So gut wie jeder Email-Anbieter (remailer eingeschlossen) bietet Zugang via SSL/TLS an. SMTP über Port 465, POP3/IMAP über Port 995. Hushmail.com wäre ein solcher Remailer. Der sitzt aber in Kanada, ob das besser ist …?

Okay, da geb ich dir recht. Ich hab den Verweis auf’s
nicht-EU-Auslnag geschlabbert, dafür entschuldige ich mich.

Man kann, um deutschen Gesetzen zu entgehen, *immer* auf das Ausland ausweichen. Im Falle „Internetnutzung“ mag das sogar einfacher sein (wobei ich z.B. nicht wüsste, wie ich einen Server in Brasilien bezahlen sollte, per Kreditkarte ja wohl ganz bestimmt nicht), aber das ist nicht wirklich hilfreich.

Ich wiederhole mich gerne: Es ist ein verdammt Unverschämtheit, dass für ein paar Strolche die gesamte Bevölkerung der EU unter Generalverdacht gestellt und technisch überwacht wird! Nicht technische Ausweichmöglichkeiten sondern eine Abschaffung dieses skandalösen Gesetzes sollten das oberste Ziel sein. Es ist ein politisches, weniger ein technisches Problem.

Ebenfalls einen schönen Sonntag.

Gruß

Fritze

Hat hier wirklich jemand geglaubt, daß vorhandene
Möglichkeiten nicht irgendwann mal genutzt werden?

Was technisch auch schon früher möglich war, hat die Stasi eindrucksvoll gezeigt. Trotzdem wurde dies in Westdeutschland nicht so gemacht, obwohl es technisch auch hier möglich gewesen wäre.

Technisch möglich ist viel, wenn ich davon ausgehe, dass man alles was technisch möglich wäre, umsetzt, dann könnte ich mir gleich eine Kugel in den Kopf schiessen.

Und nein, ich finde es gar nicht gut, daß die Daten
gespeichert werden. Aber es überrascht mich nicht sonderlich,
daß es nun geschieht.

Es überrascht mit nicht, dass der Innenminister und BKA, BND & Co sowas gerne hätten und dies dann fordern.
Es überrascht mich jedoch schon etwas, dass dies in einem demokratischen Staat, der ein Grundgesetz hat, das den Bürger u.a. genau vor solchen Allmachtsphantasien des Staates schützen sollte, auch noch umgesetzt wird und man eine generelle Speicherung aller Kommunikationsdaten von jedem Bürger auf Vorrat anordnen kann.
Es überrascht mich auch etwas, dass dies unser Bundespräsident so einfach unterschrieben hat und das sowas durch ein demokratisch gewähltes Parlament einfach so durchgehen kann. Wobei sich bei Nachfragen mal wieder bestätigt, dass ein Großteil der Abgeordneten gar nicht weiß, was die VDS eigentlich genau ist und welche Auswirkungen und welches Ausmaß sie hat.

Ich halte dies nach wie vor für mit dem Grundgesetz nicht vereinbar und hoffe daher darauf, dass Karlsruhe dieses Gesetz wieder kippen wird.

Wie schon geschrieben, es ist mir lieber, wenn ich
zumindestens weiß, daß Daten gespeichert werden, als wenn es
heimlich geschieht.

Toll, ein wahrlicher Trost. Mal ganz davon abgesehen, dass man sowas in dem Umfang kaum mehr heimlich machen kann.

Was mich dabei interessieren würde, welche Datenmengen da in
einem Monat oder so überhaupt zusammenkommen, wie und wo die
gespeichert werden.

Bei heutigen Gigabyte-Preisen dürfte das kein Problem sein. Gespeichert wird dies in Datenbanken bei den Providern. Man kann heute so große Datenmengen verarbeiten, dass die Verbindungsdaten geradezu lachhaft klein sind…

Die einzige richtige Reaktion auf diese unverschämte Gesetzgebung
ist der Austausch der Gesetzgeber durch solche, die Bürgerrechte
und Demokratie ernst nehmen und schützen wollen.

Kennst du solche?
Versteh mich nicht falsch, ich geb dir völlig recht - aber ich kann bei Politikern mittlerweile nur noch leichte Unterschiede in der Schattierung erkennen, keine grundsätzlichen Farben mehr . . .

Es ist in sofern erheblich weiter weg, als mir
Datenschutzgesetze und Überwachungsgepflogenheiten in Ländern
wie Korea (ich nehme an, Du meinst den Süden?), Israel oder
den USA komplett unbekannt sind und ich im Zweifelsfall nichts
unternehmen kann, um mich gegen Missbrauch zu wehren.

Da hast du völlig recht.
Aber ich meld mich da ja auch nicht mit einem real existierenden Namen an . . . als seh ich da auch herzlich wenig Missbrauchsmöglichkeiten.

Gerade in den USA oder Israel könnte ich mir vorstellen, dass
dort noch ganz anders überwacht wird, als hierzulande. Wenn Du
mir Verweise auf Koreanishe Datenschutzgesetze liefern kannst,
würde mich das echt interessieren.

Wahrscheinlich gibt’s da keine. Aber solange die meine IP nicht an Herrn Schäuble weitergeben, soll mir das herzlich wurst sein, weil die meinem Namen nicht kennen. Außerdem zieh ich alle paar Monate mal um, der nächste steht dann vieleicht in Ägypten. (Nicht wegen der Sicherheit, egal, wie vorsichtig ich mit meiner email-Adresse bin, nach vier Monaten gibt’s mehr Spam als richtige Nachrichten. Schnelle Rundmail an die Kumpels mit neuer Adresse und auf zu neuen Ufern)

Email-Verkehr wird laut Gesetz nur von Email-Anbietern
mitgeloggt. Und zwar im Zusammenhang mit dem Email-Service,
nicht vom ISP bei jedem SMTP/POP3/IMAP Zugriff. ISPs speichern
laut Gesetz nur Deine IP sowie Zeitpunkt und Dauer der Einwahl
(bei UMTS/GPRS/etc. auch noch den Standort). Wenn Du also per
SMTP oder POP3/IMAP mit einem Anbieter im Ausland
kommunizierst, der nicht der Gesetzgebung in Deutschland/der
EU unterliegt, dann wird das auch nicht
vorratsdatengespeichert.

Das wird sich aber sehr schnell ändern.
Oder glaubst du wirklich, das Terroristen u.ä. auch nur noch eine einzige email über einen deutschen Server laufen lassen? Wenn die das nicht ändern führen die ihr eigenes Gesetzt doch ab absurdum (bzw. beweisen damit, das es gar nicht um die Überwachung von Terroristen sondern des deutschen Stimmviehs geht).

Man kann, um deutschen Gesetzen zu entgehen, *immer* auf das Ausland ausweichen.

Naja, immer dürfte so leicht nicht sein.
Also, nicht für normale Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland haben

Im Falle „Internetnutzung“ mag das sogar einfacher sein
(wobei ich z.B. nicht wüsste, wie ich einen Server in Brasilien
bezahlen sollte, per Kreditkarte ja wohl ganz bestimmt nicht),

Warum nicht?
Ach was, egal - abgesehen von grundsätzlichen Erwägungen gegen Kreditkarten sollte es im 21. Jahrhundert dorch auch möglich sein, eine brasilianische Rechnung per Überweisung zu bezahlen - oder bin ich da jetzt etwas naiv?

Ich wiederhole mich gerne: Es ist ein verdammt
Unverschämtheit, dass für ein paar Strolche die gesamte
Bevölkerung der EU unter Generalverdacht gestellt und
technisch überwacht wird! Nicht technische
Ausweichmöglichkeiten sondern eine Abschaffung dieses
skandalösen Gesetzes sollten das oberste Ziel sein. Es ist ein
politisches, weniger ein technisches Problem.

Du hast ja völlig recht.

Aber realistisch betrachtet wird es keine politische Lösung geben.

Selbst wenn bei der nächsten Bundestagswahl ein Machtwechsel zustande käme (zu wem denn?) würde dieses Gesetz nicht geändert werden.

Und selbst wenn das einer ändern wollte: Damit würde Deutschland gegen EU-Recht verstoßen (weil solch eine EU-Richtlinie nämlich umgesetzt werden muss , sonst könnte man die Umsetzung nebst Bußgeld vor dem europäischen Gerichtshoif einfordern), dem könnte mal wohl nur entkommen, wenn man klipp und klar mit dem Ausstieg aus der Union drohen würde - und das wird so schnell kein Politiker bringen. Zumindest keiner, den einer von uns an der Spitze sehen möchte . . .

Nein, diesem Gesetz wird man nur mit technischen Mittel und zivilem Ungehorsam entgegetreten können (sofern das Bundesverfassungsgericht nicht noch eine Sternstunde erlebt - aber das glaub ich erst, wenn Ulrich Wickert es vorliest ;D

N’abend Fritz!

Ich hab grad noch nen Einfall gehabt . . .

Email-Verkehr wird laut Gesetz nur von Email-Anbietern mitgeloggt.

Und wenn wir jetzt jeder unseren eigenen kleinen email_server aufsetzen?

Da ich eh nen kleinen FTP-Server 24/7 online habe wär das ja keine allzu große Sache.

Müssen wir uns dann selber überwachen oder fallen wir komplett durch’s Raster (also, unter der Vorraussetzung, das wir nur mit solchen, die auch ihren eigenen Server betreiben, emails austauschen)?